Archiv für die Kategorie ‘Pflanzen’

… haben wir Silberdistels uns am ersten Sonntag im wunderschönen Wonnemonat Mai gemacht. Und bisher machte der Mai seinem Beinamen ja wirklich alle Ehre. So auch am Tag unseres Ausflugs zum Kloster Rühn.
Mehr zufällig haben wir auf dem Rückweg von einem Besuch des Freilichtmuseums Groß Raden vor einigen Jahren diese hübsche Klosteranlage entdeckt. Zu DDR-Zeiten diente der Gebäudekomplex lange Zeit als Jugendwerkhof, d.h. hier waren sogenannte schwererziehbare Jugendliche untergebracht.

1995 ging das Kloster in Privatbesitz über. In den Folgejahren wechselten die Besitzverhältnisse mehrmals. Seit 2008 gehört die Klosteranlage dem „Klosterverein Rühn e.V.“

Zwischen unserem ersten und dem jetzigen Besuch hat sich viel an der Klosteranlage getan. Der Verein scheint sehr rührig zu sein. An den Gebäuden ist viel restauriert worden. So langsam findet das ehemalige Zisterzienserkloster zu seiner einstigen Schönheit zurück. Wer ein wenig mehr zur Geschichte des Klosters erfahren möchte, kann sich hier belesen. Dort habe auch ich mich klug gemacht. Außerdem habe ich hier im „Bücherstaub“ bereits mehrmals von unseren Besuchen dort berichtet.

Inzwischen finden auf dem Klostergelände regelmäßig Veranstaltungen statt, die viele Besucher anlocken. So sind auch wir speziell zu den Klostermärkten immer wieder gern dabei. Es gibt viel zu sehen, zu essen, überall Spielspaß für die Kleinen unter den Klosterbesuchern und natürlich auch viel zu kaufen. Die Stände muten alle ein wenig mittelalterlich an und unterstützen somit zumindest ein wenig diese besondere Atmosphäre innerhalb der geschichtsträchtigen alten Mauern.
Natürlich bin auch ich nicht davon verschont geblieben, eine kleine Erinnerung von unserem Klostermarktbesuch mit nach Hause zu tragen. Einem Buch konnte ich nicht widerstehen und ohne einige Pflanzen für meinen Garten ging es natürlich auch nicht.
Aber genug der Vorrede. In der folgenden Bilderschau ein kleiner Eindruck von unserem diesjährigen Besuch im Kloster Rühn.

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Die drei Pflanzen haben inzwischen ihren Platz in meinem Garten gefunden. Ich hatte ja bereits berichtet, dass ich in meinem kleinen grünen Reich ein wenig umgestalten möchte.
Mein Kräuterbeet hat nun einen kleinen Steingartenanbau erhalten. Noch sieht es dort etwas ärmlich aus, aber das wird sich sicher schnell ändern, wenn die drei Mitbringsel und die drei kleinen Ableger aus meinem Vorgarten erst angewachsen sind.

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In meinem vorangegangenen Beitrag hatte ich kurz erwähnt, dass wir Silberdistels uns am letzten Aprilwochenende auf in Richtung Thüringen gemacht hatten.
Mit dem Wetter hatten wir unwahrscheinlich viel Glück, sodass unser Ausflug einem kleinen Urlaub gleichkam.

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01-Uns erwartet ein wundervolles Frühlingswochenende

Mein Herr Silberdistel hatte wieder einmal eine Verabredung in dem kleinen Städtchen Sömmerda, in dem wir bereits im letzten Jahr einige Tage verbracht hatten. Stammleser erinnern sich vielleicht an das arme verlorene Püppchen, das uns bei einem Stadtrundgang durch Sömmerda begegnete.
Dieses Mal fanden wir zum Glück kein traurig auf einem Abfalleimer liegendes Puppenkind. Zu sehen gab es dennoch eine Menge Interessantes.

Während mein Herr Silberdistel seinen Termin wahrnahm, schlenderte ich ein wenig durch die frühlingshafte Natur am Rande des Städtchens.
Ein kleiner Trampelpfad rechts der Straße, an der ich zunächst entlang lief, machte mich neugierig. Mit seinem so leuchtend hellen Grün, wie es nur im Frühling zu finden ist, zog mich der Weg geradezu magisch an.

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02-Verlockend – dieser Pfad ins Grüne

Was mochte dort hinten alles verborgen sein? Ich wollte es herausfinden und folgte dem schmalen Pfad, der auf mich fast wie ein Wildwechsel wirkte. Ob am Ende wilde Tiere auf mich lauern würden?
Links und rechts vom Weg umfing mich ein wahrer Blütentraum in Weiß und Rosa, Vögel zwitscherten ihre Frühlingslieder, Bienen und Hummeln ließen ihr gemütliches Summen hören. Herrliche Düfte umwaberten mich und auch viel gelber Blütenstaub. Und der rührte mich doch tatsächlich immer wieder zu Tränen. Aber sollte ich mir einen solch herrlichen Frühlingstag von einem Heuschnupfen verderben lassen? Keine Chance, da bin ich eisern. Und natürlich hatte ich vorausschauend schon einige Gegenmaßnahmen ergriffen, damit der Spielverderber bei mir wirklich keine Chance haben würde.

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Hinter einer Wegbiegung wurde das Grün wieder etwas lichter und ganz hinten im Gras schien es seltsam zu glitzern. Als ich etwas näher trat, wurde aus dem silbernen Glitzern ein fließendes Gewässer. Ich stand, oh Wunder, an der Unstrut, die ich hier gar nicht erwartet hatte. Sie entspringt westlich von Kefferhausen und schlängelt sich von ihren insgesamt 192 km 20 km lang durch den Landkreis Sömmerda. Ein Stückchen davon konnte ich gerade bewundern – ein herrlich romantisches Stück. Wie ich später unter obigem Link nachlesen konnte, wird die Unstrut heute nicht mehr wirtschaftlich genutzt. Mit Sportbooten darf sie aber befahren werden. Sicher ist auch der Unstrutradweg etwas für passionierte Radler.

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10-Ein leuchtendes Glitzern lässt mich vom Weg abweichen und eine kleine Böschung hinunter steigen

Eine ganze Weile schaute ich dem eilig davonfließenden Wasser hinterher. Um mich herum flatterten tänzelnd zahlreiche Kohlweißlinge. Im warmen Ufersand tankten sie Sonne und an den vielen gelben Blüten des Löwenzahns in der Wiese süßen Nektar.
Wilde Tiere im Sinne von wild waren mir am Ende auf dem grünen Trampelpfad nicht begegnet, aber allerlei anderes Getier schon.  Das trug allerdings mehr zur Entspannung und Erholung bei, zum Fürchten eher weniger 😉

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Eigentlich würde jetzt nur noch ein Liegestuhl fehlen, um mein Entzücken vollkommen zu machen. Aber inzwischen war es auch soweit, dass ich meinen Herrn Silberdistel zu einem kleinen Stadtspaziergang abholen konnte. Der durfte natürlich auch dieses Mal nicht fehlen. Sömmerda ist nämlich ein hübsches kleines Städtchen, wie wir bereits aus dem vergangenen Jahr wissen und sicher würde es für uns noch Neues zu entdecken geben.

Was wir bei unserem Stadtbummel zunächst erlebten, glich mehr einem Déjà-vus-Erlebnis.

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17-Auch dieses Mal findet im Zentrum der Altstadt wieder ein Gartenmarkt statt

Wieder fand, wie bei unserem Besuch vor fast genau einem Jahr, im Zentrum der Altstadt ein Gartenmarkt statt. Nicht hinschauen ging beim besten Willen nicht. Am liebsten hätte ich einen Großeinkauf getätigt. Da wir aber nach unserem Sömmerdabesuch noch weiter in Richtung Franken wollten, versuchte ich, mich in Beherrschung zu üben. Ganz gelang mir diese Übung am Ende dann doch nicht. Eine Mittagsblume rief so heftig nach mir, dass ich einfach nicht widerstehen konnte.

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Zuhause warteten auf diese Neuerwerbung mit den leuchtend gelben Blüten zwei Mittagsblumen, die in unterschiedlichen Rottönen blühen. Sicher würden sie zusammen mit der in Gelb blühenden Schwester ein hübsches Bild ergeben.

Mit meinem Einkauf im Tütchen schlenderten wir weiter – zunächst Richtung Museum, in dem auch die Bibliothek untergebracht ist. Leider würde das Museum erst wieder nach dem 1. Mai geöffnet haben. Doch da würden wir bereits in Franken sein. Also setzten wir unseren Bummel fort, bewunderten nebenher den hübsch angelegten Garten vor der Bibliothek und beobachteten in dem kleinen Springbrunnen in eben diesem Garten eine kleine gefiederte Badetruppe. Ich lernte sogar etwas dazu. Spatzen können auch schwimmen.

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Weiter ging es über die Dreyse-Mühle in den dahinter liegenden Stadtpark, der uns mit einem wundervollen alten Baumbestand empfing. Viele Bänke luden  an lauschigen Plätzen zum Verweilen unter frühlingshaftem Grün ein.

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Ein wenig pflastermüde kehrten wir nach unserem Stadtparkbesuch in ein kleines Straßencafé ein. Frisch gestärkt mit einem Stückchen leckerster Torte und einem Tässchen Kaffee bzw. Cappuccino widmeten wir uns dem Höhepunkt unseres Stadtbummels durch das alte Sömmerda – der Stadtmauer mit ihrem ganz besonderen Flair.

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38-Wir schlendern einmal außen, dann wieder innen und noch einmal außen an der alten schön restaurierten Stadtmauer entlang

Die Stadtmauer in Sömmerda ist ein kleines Highlight für sich. Und für uns in diesem Jahr sogar einmal mehr. Wir wohnen nämlich während unseres Aufenthaltes in dem kleinen Städtchen im wahrsten Sinne des Wortes an der Stadtmauer. Das kann man nicht überall haben, in Sömmerda schon.

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Eigentlich sollte dieser Beitrag bereits letzten Freitag erscheinen als kleiner Gruß in den Mai von mir. Doch dann holperte es plötzlich mit dem Internet. Online ging absolut nichts mehr. Ja, und am anderen Tag hatten wir Silberdistels bereits unser Ränzlein für die Reise in ein verlängertes Wochenende in Thüringen und Franken geschnürt.
Dabei hatte ich meinen Maigruß so schön vorbereitet. Ich hatte zwar keine rote Mainelke zur Hand, dafür aber die letzten roten Blüten meiner Kamelie. Sie hat uns dieses Jahr mit einem ganz besonders reichen und langanhaltenden Blütenflor beschenkt und es somit mehr als verdient, hier im Blog noch einmal eine Hauptrolle zu spielen.
Bereits um die Weihnachtszeit öffnete sie zaghaft ihre erste Knospe.

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01-Um Weihnachten herum entfaltet sich die erste Knospe

Zu Ostern dann setzte sie mit ihrer wundervollen roten Blütenpracht einen hübschen Farbtupfer auf all das Weiß dort draußen vor der Tür. Ob der Winter einfach nicht anders konnte und zu diesem herrlichen Rosenrot sein Schneeweißchen zaubern musste?

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02-Wie Schneeweißchen und Rosenrot

Immer noch hatte meine Kamelie reichlich Knospen zu bieten, ihre Blühfreudigkeit schien einfach kein Ende nehmen zu wollen.

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Ende April war sie dann aber doch bereit, ihren alljährlichen Sommerurlaub anzutreten. Blütenblättchen für Blütenblättchen entledigte sie sich ihres leuchtend roten Kleides. Täglich lag ihr mehr Rot zu Füßen  – für mich ein untrügliches Zeichen, sie nach draußen in den Garten umziehen zu lassen.

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07-Ende April will unser Rosenrot in die Sommerfrische umziehen

Als ich am Tag ihres Umzugs in die Sommerfrische ihren Topf berührte, schlüpfte sie fast vollständig aus ihrem hübschen Winter-Frühlings-Kleid. Nur hier und dort glänzte sie noch mit ein wenig roter Farbe.
Ich hoffe, der diesjährige Sommeraufenthalt bekommt ihr ebenso gut wie der im vergangenen Jahr.
Übrigens gibt es von unserem Wacholder nur noch einen winzigen Stumpf zu sehen – links oben im folgenden Bild am Topfrand der Kamelie als heller Kreis zu erkennen. Das Ausgraben der Wurzeln erwies sich als Ding der Unmöglichkeit. So wird uns mit diesem Überbleibsel immer noch ein kleines Andenken an einen einst so stolzen Wacholder erhalten bleiben. Schauen wir mal, ob die Rose, die ihn einst erklettern sollte, nun auf diese Weise mit ihm leben kann.

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08-Unsere Lady in Red in ihrem Sommerquartier – nebenbei haben wir hier noch ein Suchbild mit zwei Katzen

Unser Mandelbäumchen, das durch den von der Schneelast gefällten Wacholder auch arg zu Schaden kam, ist übrigens schon wieder guten Mutes. Es sieht zwar momentan ein wenig ärmlich, also zweiglos, aus, aber es versucht tapfer, das Beste draus zu machen. Die wenigen verbliebenen Zweige tragen ganz stolz etliche hübsche rosa Blüten.

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Unser angeschlagener Garten erholt sich also so langsam wieder. Nicht nur das Mandelbäumchen ist guter Dinge, auch die Vögel sind es. Sie trällern den verwundeten Pflanzen mit fröhlichen Liedern und lustigem Geschwätz neuen Lebensmut zu. Wenn das nicht hilft, um alle Verwundeten wieder gesunden zu lassen. Das zusammen mit meiner liebevollen Pflege und wundervollem Maiwetter sollte doch bald wieder alles richten.

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Da saß ich doch unlängst wieder einmal an meinem PC herum und bildete mich ein wenig über Wühlmäuse. Im Netz wird man ja förmlich mit Informationen über die Wühl- oder Schermaus zugeschüttet. Mich interessierte, warum ausgerechnet mein Garten bisher von diesen schädlichen Nagern verschont blieb. Nicht, dass ich sie haben möchte, aber es interessierte mich schon, wo sie sich besonders gern aufhalten, denn manche Gärtnerfreude fühlen sich von diesen Wurzelfressern doch geradezu überrannt.

Ich fand nicht nur jede Menge Bilder vom Gärtnerfeind Nummer 1, ich fand auch alle möglichen und unmöglichen Ratschläge, wie man diese lästigen Gesellen wieder los wird oder eben auch nicht. Wollte man jedoch Erfolg bei der Bekämpfung dieses unangenehm gefräßigen Gastes haben, sollte man besser den Profi an die Maus ranlassen – so ein Tipp im großen weiten Web.

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Dieser Hinweis war gut mit mausigen Bildern bestückt. Aber da dort ausdrücklich stand, dass die Bilder eventuell urheberrechtlich geschützt wären, habe ich die Mausbilder einfach kastriert … ähem … fortgeschnitten. Ich will schließlich keinen Ärger wegen fremder Mäuse bekommen …

Aha, dachte ich mir so, ich sollte also im Bedarfsfalle den Profi ranlassen. Das konnte ich mir leicht merken und machte mich auf in den Garten, denn dort wartete noch jede Menge Arbeit auf mich. Um Mäuse könnte ich mich kümmern, wenn es irgendwann nottun sollte.

Und natürlich hatte ich auch wieder Gesellschaft bei meinem gärtnerischen Tun. Die Gesellschaft schaute mir aber zunächst nur vom weichen Sitzplatz im Wintergarten aus auf die werkelnden Finger.

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Schon seltsam, denn Keks rastet oder ruht eher selten einmal. Und so war es dann auch. Es dauerte nicht lange und schon saß unser Wuselich im Garten neben mir, allerdings nur kurz. Plötzlich schien es, als hätte er noch einen wichtigen Termin wahrzunehmen und so tauchte er ab – in die Tiefen der blühenden und grünenden Natur unseres kleinen Gartenreiches.

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Irgendwann meldete mein Rücken, dass es Zeit für ein Päuschen wäre. Und so setzte ich mich zu Herrn Silberdistel in den Wintergarten, um mich mit einem Tässchen Kaffee zu stärken. Während wir tranken und plauderten, kam Keks plötzlich im Sauseschritt herbeigelaufen, ließ ein freundliches Mrrrr ertönen und eilte weiter durch die offene Tür hinein ins Wohnzimmer. Nicht nur die Tür stand offen, plötzlich auch mein Mund, der gerade noch sagen wollte: „Nicht damit ins Wohnzimmer!“ Aber es war bereits zu spät. Keks war schon dort, wo er nicht sein sollte – mit seinem Mitbringsel.

Ich stürzte also mit angehaltenem Atem hinter ihm her, ahnte ich doch wieder einmal Schlimmes. Aber nein, zum Glück, also mehr zu unserem, weniger zum Glück des kleinen Nagers, den unser Kater mitgebracht hatte, hatte das arme braune Mitbringsel sein kleines Leben bereits ausgehaucht. Ich würde also nicht wieder Möbel schieben und auseinanderbauen müssen. Ich konnte wieder normal atmen. Das war doch jetzt irgendeine Lehrvorführung, oder?

Scheinbar hatte Keks mir bei meiner Internetrecherche über die Schulter geschaut. Natürlich musste er umgehend beweisen, dass nicht irgendwer da ein Profi in Bezug auf Wühlmäuse ist.

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Hier war ein echter Profi am Werk – q.e.d.

Wo kämen wir denn da hin? Er, nur er, der Keks, ist DER Profi überhaupt – nicht irgendein Zweibeiner mit gesundem Halbwissen. Na, und das erklärt natürlich auch, warum mein Garten bisher wühlmausfrei blieb. Ich habe meinen eigenen Profi im Haus.

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Und so sieht ein echter Profi nach getaner Arbeit aus.

Endlich sind auch die letzten Zweige unseres von der österlichen Schneelast gefällten Wacholders in handliche Stücke zerkleinert und konnten entsorgt werden.

Nun warten „nur“ noch die beiden verbliebenen Baumstümpfe samt Wurzelwerk auf ihr weiteres Schicksal.

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03-Die ehemalige Wacholderecke – nur noch zwei Stümpfe sind geblieben

Das wird sicher noch ein hartes Stück Arbeit werden. Danach aber kann es an die Neu- bzw. Umgestaltung der ehemaligen Wacholderecke gehen.
Wenn man es allerdings genau betrachtet, ist gar nicht sooo viel Neugestaltung notwendig. Eine Kletterrose, die bisher ein eher kärgliches Dasein führte, steht ohnehin noch in dieser Ecke. Für sie ist der gefällte Baum sicher eher ein Segen, denn er nahm ihr viel Kraft. Geplant war ursprünglich, dass sie den Wacholder beranken sollte. Doch mein Plan ging nicht auf. Die arme Rose mickerte seit Jahren mehr vor sich hin, als dass sie tat, was Kletterrosen gewöhnlich tun – nämlich klettern. Ich hatte bereits erwogen, sie an einen anderen Platz umzusetzen. Vielleicht nutzt sie nun die Chance, könnte sie sich doch jetzt, ohne die übermächtige Baumkonkurrenz, frei entfalten. Sie bekommt als Rankhilfe einen Rosenturm und schon könnte die Lücke zum Nachbargarten wieder gut ausgefüllt sein, so die Rose willig ist. Ich hoffe, dieser Plan klappt besser als der, den ich der Rose zuvor zugemutet hatte.

Während meiner Wacholderzerkleinerungstätigkeit hatte ich übrigens stets aufmerksame Zuschauer – meine pelzige Herrschaft. Ja, man muss immer schauen, was das Personal so treibt. Nicht, dass es eigenmächtig irgendwelche größeren Veränderungen im Garten vornimmt. Schlimm genug, was sich der Wacholder einfach so herausgenommen hatte. Wie konnte er umstürzen, ohne vorher die Erlaubnis der kätzischen Herrschaft einzuholen? Ein Unding!

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04-Die graue Eminenz ist froh, dass ihre Lieblingstrinkstellen, die beiden Teichlein, wieder von Wacholderzweigen freigeräumt sind

Die graue Eminenz ist froh, dass endlich die beiden kleinen Teichlein wieder unter all dem Geäst zum Vorschein gekommen sind. Wie konnte das Personal aber auch ihre wichtigste Trinkstelle einfach mit Wacholderzweigen bedecken? Endlich ist wieder eine gewisse Ordnung in Katzens Gartenleben eingekehrt.

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05-Torty findet meine Wacholderschnippelei wohl mindestens so langweilig wie ich

Torty schaute der mit der Gartenschere werkelnden Gärtnerin lieber vom Wintergarten aus auf die Finger. Aber irgendwie muss sie die eintönige Schnippelei an dummen Zweigen ziemlich langweilig gefunden haben. Warum sonst hatte sie immer wieder so herzzerreißend gegähnt?
Ob mich die Schnippelei müde gemacht hat oder ob Tortys Gegähne letztendlich ansteckend war? Am Ende meines letzten Wacholdergartentages war ich nämlich mindestens so müde, wie meine bunte Katze es vorgab zu sein.

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06-Keksiges Suchbild

Natürlich ging im Garten auch nichts ohne Keks, wenn er auch oft nur zu erahnen war. Weit weg war er aber nie. Dafür ist er viel zu neugierig. Er musste immer wieder mal schauen, wie weit ich mit der Arbeit bereits vorangekommen war. Dann kamen auch jeweils kluge maunzende Ratschläge von ihm, was ich wo besser und schneller machen könnte. Eine wirkliche Hilfe war aber keiner der Pelzträger – weder die graue Eminenz, noch war es Torty, noch Keks. Nun ja, vielleicht irgendwie doch, schließlich war ich so wenigstens nicht einsam und allein im Garten.

Wobei … einsam und allein war ich auch so nicht. Ich hatte zwischendurch immer wieder recht possierlichen und interessanten Besuch.
Wer weiß, vielleicht waren meine drei pelzigen Herrschaften auch eher wegen dieses Besuchs im Garten und weniger meinetwegen.
Mir leisteten nämlich mehrmals zwei Schwanzmeisen Gesellschaft und ließen sich die angebotenen Knödel in unserem Vogelgasthaus schmecken. Leider war das Licht nicht wirklich Licht. Die Bilder sind entsprechend mies. Zu erkennen sind die beiden langschwänzigen Meisen aber dennoch ganz gut. Ich denke, man kann sie als Beweisfotos gelten lassen 😉

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Und ein Gimpelpaar kam sogar mehrmals täglich vorbei und ließ sich das Angebot in unserer Körnerbar schmecken. Das Gimpelpaar schaut übrigens immer noch täglich vorbei. Ob Familie Gimpel hier irgendwo in der Nähe brüten möchte? Oder ob die beiden doch nur Durchzugsgäste sind? So oder so zählen sie, wie auch die Schwanzmeisen, zu den eher besonderen und vergleichsweise seltenen Gästen in unserem Garten. Umso größer ist natürlich meine Freude über ihren Besuch. Die Bilder von Herrn und Frau Gimpel sind von der Qualität her recht unterschiedlich – auch hier wieder eine Lichtfrage.

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Fast auf den Tag genau vier Monate ist es her, dass ich das letzte Mal an der Ostsee war, wobei … damals war ich sogar auf ihr unterwegs. Ich berichtete hier von der recht stürmischen Fahrt zur Insel Poel und zurück zum Wismarer Hafen. So lange ist das bereits her?
Es wurde also Zeit, der Ostsee wieder einmal in ihr nasses Angesicht zu blicken – am besten vom Strand in Warnemünde aus.
Als ich am Mittwoch vor Ostern endlich einen erneuten kleinen Strandspaziergang in Warnemünde unternahm, ahnte ich noch nicht, dass uns hier an der Küste noch einmal ein Wintereinbruch bevorstehen würde. Gut, es war an jenem Tag nicht gerade frühlingshaft warm, aber die Vorbereitungen, die am Strand liefen, ließen doch eher an die Eröffnung der Badesaison denken als daran, dass man für eine Strandwanderung zu Ostern mit Skiern wesentlich besser ausgerüstet sein könnte als mit Wanderschuhen oder Gummistiefeln.

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Die Strandzugänge wurden nämlich bereits mit den hölzernen Stegen für die Sommersaison ausgestattet. Ich durfte gleich einen der Stege testen, als ich meinen Spaziergang begann.

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Apropos Badesaison … sie wurde an dem Tag in der Tat eröffnet. Es stürzte sich nämlich just zu dem Zeitpunkt, als ich am Strand entlangspazierte, eine mutige Badenixe in die recht bewegten Fluten. Ob sie wohl am schneereichen Osterwochenende auch ihr Seebad genommen hat? Aber einen echten Eisbader hält auch kein Schnee zurück. Und wie ich weiß, badet die Dame den ganzen Winter hindurch in der salzigen See.

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Die Badenixe hatte übrigens reichlich Zuschauer. Ich vermute mal, in Warnemünde waren bereits die ersten Osterurlauber unterwegs. Der kleine Küstenort hat ihnen über die Feiertage auch tatsächlich etwas Besonderes geboten – mit seinem ausnahmsweise einmal etwas anderen weißen Strand. Ein Ostseeurlaub zu Ostern kann halt mitunter, so wie in diesem Jahr, auch in einen kleinen Winterurlaub ausarten. Die See ist eben immer wieder einmal auch für ganz spezielle Überraschungen gut.
Aber es waren nicht nur Urlauber unterwegs, es gab noch zahlreiche andere Strandbesucher zu beobachten.
Neben solchen Einheimischen wie mich, die mit der Kamera Strand, Sand, Muscheln und mehr außer dem Meer einfingen, konnte man noch andere Einheimische entdecken.

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Eine dieser Einheimischen war noch eifriger auf Muscheln bedacht als ich. Sie fischte allerdings nicht mit der Kamera, sie tat’s mit einem viel effektiveren Utensil. Sie hatte einen Schnabel dabei. Und damit war sie recht erfolgreich, wie ich beobachten konnte.

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Aber geknackt wurde die Meeresfrucht nicht von der emsigen Muschelfischerin. Sie wanderte als Ganzes in den Möwenmagen. Das fand zumindest ich recht erstaunlich, dachte ich doch bisher immer, dass die Muscheln vor dem Verzehr geöffnet werden.

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25-Der Leckerbissen wird gleich als Ganzes hinuntergeschlungen

Man kann also sogar von Möwen dazulernen, wenn es um kulinarische Spezialitäten geht 😉

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26-Und schon ist die Miesmuschel in der Silbermöwe verschwunden

So, genug anderen beim Essen zugeschaut. Mir knurrte inzwischen auch der Magen. Außerdem war ich auch ein wenig durchgefroren. Also ging es wieder Richtung Strandzugang. Noch einmal wanderte mein Blick nach Westen zur Stoltera, dann in östliche Richtung zur Warnemünder Westmole.
Genug Seeluft geschnuppert. Ich kehrte der See den Rücken zu und tapste über einen sandigen Strandzugang, der noch auf seinen Holzsteg wartete, zurück zur Promenade.
Dort empfing mich lautes Gezwitscher. Ein Trupp Spatzen saß im noch fast kahlen Sanddorn und plauderte über die neuesten Ereignisse aus dem Spatzenalltag.
Zwischen zwei Sanddornsträuchern war in der Ferne der alte Warnemünder Leuchtturm zu sehen. Sieht er nicht aus, als würde er in den Dünen wachsen?
Noch einmal blickte ich hinunter zur Ostsee, schenkte dem Leuchtturm einen letzten Blick und verabschiedete mich damit bis zum nächsten Mal vom Warnemünder Strand.

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Wie Wechselduschen kommt es mir vor – das Spiel, das das Wetter hier in meinem Teil des Nordens seit Ostern mit uns treibt. Eben lag noch ein tief verschneiter Garten mit einem von enormer Schneelast gefällten Baum vor unseren Fenstern und noch immer erinnert der große Wacholderastberg an das Geschehen vom Osterwochenende. Inzwischen ist zwar die schneeweiße Umrahmung um die traurigen Überreste verschwunden und auch ein Teil der Zweige ist bereits entsorgt, aber der größere Teil harrt noch seines weiteren Schicksals.
Einige Tage Arbeit werden wohl noch nötig sein, bevor der Garten wieder nach Garten und nicht nach einem Gehölzlagerplatz ausschaut.

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Aber zurück zum Wechselduschen. Der April wollte natürlich hinter den Wetterkapriolen des März nicht zurückstehen und so machte er seinem Namen gleich zu Anfang alle Ehre. Was der März uns in Flockenform präsentierte, brachte der April uns nun als flüssige Variante und zwar reichlich. Das nun wiederum hatte einen „tollen“ Effekt. Der Boden war nämlich bisher nur oberflächlich abgetaut. Weiter unten hielt sich immer noch Väterchen Frost auf, sodass die nachströmende Wasserflut vom Boden nicht vollständig aufgenommen werden konnte. So verwandelte sich mein eben noch weißes Gärtchen überraschend schnell in einen Badesee. Die Arbeit an den Wacholderresten ging dadurch natürlich nur zögerlich voran, wollte ich doch nicht in den Fluten ertrinken.
Und dann, dann brach von einem Tag auf den anderen der Frühling aus, so selbstverständlich, als hätte es diese Schneekatastrophe von eben gar nicht gegeben.
Plötzlich stand ich im dünnen Sommerjäckchen in meinem Garten und hörte hoch über mir die Kraniche singen. Fast hätte ich geglaubt, das alles nur geträumt zu haben, wenn, ja. wenn dieser Wacholderberg vor mir nicht eine andere Sprache sprechen würde.

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Es war erstaunlich, wie schnell das Wetter wechselte und mit welch rasanter Geschwindigkeit sich die Natur den neuen Gegebenheiten anpasste. Die Krokusse, eben noch tief im Schnee verborgen, öffneten ihre Blüten, Bienen summten durch den Garten, eine dicke Hummelkönigin stärkte sich an den Blüten meiner Winterheide und sogar ein Zitronenfalter und ein Tagpfauenauge tänzelten durch die milde Frühlingsluft.

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Die Futterstellen für die Federbälle allerdings erinnern nach wie vor an den heftigen Wintereinbruch am letzten Wochenende. Noch immer muss ich sie fleißig befüllen, denn die Gästeschar ist bisher nur unwesentlich kleiner geworden. Wer will die Federbälle da schon enttäuschen, zumal ich noch über genügend Futtervorräte verfüge.
Während ich meinem Wacholderberg zu Leibe rückte, flogen die Federbälle kaum zwei Meter neben mir an den Futterhäusern ein und aus. Manchmal erntete ich einen misstrauischen Blick, meistens jedoch ließen sich die Futtergäste von meiner Anwesenheit nicht stören. Fotoscheu ist anders 😉

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Und wie von Zauberhand drängten zu den gelben, blauen, lila und weißen Krokussen überall im Garten weitere Frühblüher aus der Erde. Auch wenn die Schneeglöckchen fast verblüht sind, die Ablösung durch Zwergiris, Puschkinie und Blausternchen ist da. Sogar die gelben Mininarzissen sind in Windeseile aus der Erde geschossen und setzen hübsche Leuchtpunkte in den Garten. Natürlich darf auch das kleine Gänseblümchen nicht fehlen und die Haselnuss, auch wenn ich letztere mehr mit einem tränenden Auge betrachte. Aber egal, auch sie bringt Nahrung – nicht nur für Bienen, Hummeln & Co., Nahrung auch für uns Menschen, Nahrung für all unsere Sinne. Wie habe ich all diese Farben, diese Düfte, dieses Summen vermisst. Aber nun, nun ist es endlich wieder da …

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