Archiv für die Kategorie ‘Insekten’

Jetzt hat der Maler mit dem bunten Blätterhut auch hier bei uns seinen Zauberkasten mit den goldenen Farbtönen ausgepackt und er malt plötzlich fast wie ein Besessener. Ob er sich am Dienstag auch an der Sonne zu schaffen gemacht hat?

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Oder war es doch der Staub aus der Sahara, der bis zu uns in den hohen Norden geweht sein soll und mit seinen feinen Körnchen der glühenden Schönheit den Durchblick auf die herbstlich bunte Erde verwehrte? Dann gab es da noch die Variante mit irgendwelchen Wassertröpfchen, die der Sonne das Leben am Dienstag so schwer gemacht haben sollen. Tja, und ich, ich dachte, es war ganz einfach nur Hochnebel, der der Sonne vor dem Gesicht herumwaberte. Egal was oder wie es war, es war ein interessantes Phänomen und passte irgendwie zu diesen goldenen Oktobertagen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

War es nicht wundervoll warm? Sogar die Bienen schwärmten noch einmal aus. Ich konnte mich gar nicht sattsehen am regen Flugbetrieb in unserem Garten. Wie gut, dass noch einiges blüht, sodass die kleinen Flieger nicht darben mussten.
Die vielen bunten Farben in meinem kleinen Gartenreich ließen mein Herz nicht nur schneller, sondern auch ein wenig höher schlagen. Gern könnte es noch länger so warm und so herrlich bunt bleiben. Aber da ist wohl schon wieder etwas anderes im Anzug. Egal, dieses nette, fast sommerliche Intermezzo hat mich durchaus ein wenig versöhnlich gestimmt mit dem, was wir zuvor an Nässe und Ungemütlichkeit aushalten mussten. Und ein wenig können wir von diesen goldenen Oktobertagen sicher zehren.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

… werden wir Silberdistels jetzt – wir machen Blogpause …

01-PIC_5181

… und sind dann also mal fort, weil … der Sommer hat noch einiges mit uns vor. Oder war es die Enkeltochter, die uns wieder einmal so allerlei Beschäftigung angedroht hat? Nun, wer auch immer, das wirkliche Leben meint, es gibt auch fernab von Schreibtisch und PC so allerlei Interessantes zu tun und zu entdecken. Und wenn wir jetzt nicht endlich zu unserer sommerlichen Entdeckungsreise aufbrechen, ist dieser ohnehin sehr schwächelnde Sommer vielleicht still und leise an uns vorüber gegangen und wir haben es noch nicht einmal gemerkt.

02-DSC00926

Wir machen uns denn mal auf die Socken, um zumindest das Wenige, was der Sommer in diesem Jahr im Gepäck zu haben scheint, noch mitzunehmen.

03-DSC01916

Unsere graue Eminenz hat sich schon mal den besten Platz gesichert – im Grünen, wie man sieht, noch dazu äußerst gemütlich gepolstert und für alle Fälle trocken. Man weiß ja nie, zumal der Sommer momentan sehr tränenreich unterwegs ist. Andererseits ist sie mit ihrem regensicheren Plätzchen dennoch dicht an der Natur – an Vogelgezwitscher, summenden Insekten und bunter Blumenpracht. Was will man mehr als Katzendame im fortgeschrittenen Alter?

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Andere aus der Familie Silberdistel schauen vielleicht lieber den Rotschwänzen bei ihrer Arbeit zu.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Und sollte der Sommer doch noch heiß werden, dann wissen wir Silberdistels auch für Abhilfe zu sorgen.

15-DSC02188

Dann machen wir es wie unsere Kröte Arni, wir springen ins kühle Nass. Nur keine Angst, wir bringen nicht Arnis kleines Gartenteichlein zum Überlaufen. Das lassen wir ihm. Wir springen lieber in die große Badewanne vor unserer Haustür – in unsere Ostsee.

16-DSC01295

Und die silberdisteligen Familienmitglieder, die es nicht so gern nass mögen, die baden voller Vergnügen in der Katzenminze.

17-DSC_0029

Und noch wieder andere baden einfach in Glückseligkeit.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kurz und gut, jeder von uns wird den Sommer auf seine Weise genießen und am Ende hoffentlich ganz erholt und fit hier wieder in unser bücherstaubiges Stübchen zurückkehren. Ja, da dürfte es fast schon Herbst sein. Bis dahin aber alles Liebe für Euch, habt eine schöne Zeit und genießt auch Ihr den Sommer und lasst Euch nicht von seiner eventuellen kalten Schulter beeindrucken! 😉

Es sind doch tatsächlich bei uns noch einmal neue Untermieter eingezogen – die Art von Untermietern, die ein Federkleid tragen. Dieser Mal wurde aber nicht unser kleines Rosenschloss als Wohnsitz erwählt. Nicht, weil die Rosen rund ums Schlösschen gerade verblüht sind und der kleine Wanderwagen momentan vielleicht nicht mehr ganz so viel hermacht, wohl eher, weil die neuen Untermieter generell eine andere Wohnungsbauweise bevorzugen. Sie mögen es lieber ein wenig offener. Mehr wie ein Balkon sollte ihr Heim daherkommen.

00-DSC02460

Unser Nistkasten für Halbhöhlenbrüter

Als nun unsere Kohlmeisen ihr Rosenschloss verlassen hatten, habe ich einen Nistkasten, der schon vor etwas längerer Zeit seinen ursprünglichen Platz räumen musste und für den ich bisher noch keinen neuen idealen Ort zum Aufhängen gefunden hatte, unter das Vordach zu unserer Haustür gehängt.  Ich hatte die Hoffnung, dass dieser Platz vielleicht  von einem Vogelpaar auf Hochzeitsreise entdeckt und für die Flitterwochen als bestens geeignet eingestuft werden könnte. Und tatsächlich, die luftige Sommervilla, ein Nistkasten für Halbhöhlenbrüter, wurde von einer Familie Hausrotschwanz entdeckt, inspiziert und für gut befunden.

01-Dsc02503

Unten links das Rosenschloss und oben rechts die luftige Sommerlaube

Bisher ging es dort oben immer noch recht ruhig zu und so waren wir Silberdistels zunächst nicht einmal ganz sicher, ob nach dem ersten Begutachten wirklich ein Einzug erfolgt war.
Seit einigen Tagen aber piepst es dort oben in einem ganz zarten mehrstimmigen Chor. Als ich am vergangenen Mittwoch und auch gestern wieder ein wenig in unserem Vorgarten herumwerkelte, wurde ich von Mama und Papa Rotschwanz ganz wüst beschimpft.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Wie konnte ich aber auch so nah an ihrem Heim herumspringen. Nach ein paar Fotos von der schimpfenden Vogeldame hatte ich dann natürlich auch ein Einsehen und verlegte meine Werkelei an eine etwas entferntere Stelle.

06-DSC02462

Auch wenn Frau Rotschwanz bald wieder ihrer Insektensammeltätigkeit für das Jungvolk nachging, behielt sie mich doch immer noch im Auge.

So konnte Frau Rotschwanz wieder unaufgeregt ihren Pflichten als Vogelmama nachgehen. Von unserer Zierkirsche aus beobachtete sie mich aber doch immer wieder. Man kann ja nie wissen, was so ein Mensch alles im Schilde führt.

Mal schauen, ob wir nun dieses Mal, den Ausflug der Jungvögel miterleben dürfen. Familie Kohlmeise hatte sich da ja leider nicht in die Karten schauen lassen und ihre Kinder nahezu heimlich ins feindliche Leben entlassen. Sollten wir jetzt mehr Glück haben, werde ich natürlich berichten.

Im Folgenden nun noch ein paar Bilder vom gestrigen Tag. Wie man sieht, gibt es wohl doch noch ein paar Insekten und offensichtlich fanden die beiden Altvögel immer recht schnell welche. Es war ein ständiges Kommen und wieder Losfliegen.
Lustig übrigens, wie sehr die beiden Federbälle auch mit vollem Schnabel noch mit mir schimpfen konnten, denn auch gestern wurde ich natürlich wieder als Störenfried eingestuft  😀

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Mit ganz spitzen Ohren bin ich dieses Mal durch meinen Garten geschlichen. Ich wollte nämlich nicht nur die farbige Gartenwelt einsammeln, sondern auch schauen, ob die bunten Blüten nicht doch den einen oder anderen fliegenden Gast in mein kleines Silberdistelreich gelockt haben.
Und tatsächlich, ein leises Summen zog mich zunächst zum Lavendel und dann auch zum Thymian, der sich momentan ganz besonders ins Zeug legt, um mit seinen Blüten Bienen und Hummeln anzulocken. Wenn ich auch nach ganz intensivem Lauschen doch so einige Summ- und Brummtöne ausmachen konnte, kann ich nur wiederholen, was ich bereits in einigen anderen meiner Beiträge anklingen ließ, es summt und brummt bei Weitem nicht so intensiv wie in den vergangenen Sommern.
Was ging sonst von den Lavendelsträuchern und dem blühenden Thymian immer für ein herrlich melodischer Chorgesang aus? Jetzt hört man hier und da nur ein kleines Solo. Hoffentlich kann ich irgendwann wieder einen kraftvollen vielstimmigen Insektenchor vermelden.
Schön war, dass mir während meiner Suche nach Hummeln und Bienen einige Schmetterlinge begegneten. Mehrere Kohlweißlinge tanzten fröhlich durch meinen Garten. Nur mit meiner Kamera hatten sie so gar nichts im Sinn. Aber letztendlich ist wichtig, dass sie überhaupt da waren.
So, dann lasst uns gemeinsam in meinem grünbunten Reich lauschen und schauen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Gelesen habe ich genau das in diversen Büchern. Ob es wirklich stimmt?
Bisher habe ich mich vom Brotbacken eigentlich immer eher ferngehalten. Ich bin mehr eine Keks- und Kuchenbäckerin. Obwohl … vor vielen Jahren, als plötzlich alle Welt Brotbackautomaten kaufte, musste selbstverständlich auch ich ein solches Backgerät haben. Natürlich gab es in der Folge auch bei uns Silberdistels viele leckere Brote zu essen. Mit denen hatte man allerdings fast gar keine Arbeit, zumal man für den elektrischen heimischen Brotbäcker noch dazu auf zahlreiche Brotbackmischungen zurückgreifen konnte. Und eine besondere Kunst war das Brotbacken auf diese Weise schon gar nicht.
Doch dann segnete das Teil plötzlich und unerwartet das Zeitliche und ein neues kam nicht mehr ins Haus. Warum eigentlich? Vielleicht war die Mode einfach vorbei? Ich weiß es, ehrlich gesagt, einfach nicht mehr. So wurde das Brot wieder eingekauft, aber so richtig zufrieden war ich damit auch nicht.

000-Buch Schmackhafte brote selber backen

ISBN 978-3-95540-156-6

Unlängst nun lief mir ein Brot-Backbuch über den Weg. Es lief so geschickt, dass ich regelrecht darüber stolperte. Höflich, wie ich bin, schaute ich meinen Stolperstein wenigstens an. Das aber hätte ich nicht tun sollen, denn ich infizierte mich umgehend mit dem Brotbackvirus, genauer gesagt – mit dem Sauerteigbrotbackvirus.
Da ich mitunter kleine Bauchwehprobleme mit einigen Brotsorten habe und nun las, dass Sauerteigbrote zur eher bekömmlichen Sorte von Broten gehören würden, schlich sich ein Gedanke in meinen Kopf, ein Gedanke, der mich erstens dieses Buch kaufen ließ und der mir zweitens einredete, es doch noch einmal mit dem Selberbacken von Brot zu versuchen. Ich wollte mein eigenes Sauerteigbrot backen – ohne all die Zutaten, die uns die Industrie sicher noch so ganz nebenher in jedes Brot mischt, damit es besser schmeckt, super aussieht und noch dazu lange haltbar ist. Eigentlich sollten, wie ich nun weiß, für ein schmackhaftes Brot bereits Mehl, Wasser und etwas Salz genügen.

Die Herstellung von Sauerteig liest sich auf den ersten Blick so, als wäre es ganz leicht – nur Wasser, Mehl und Geduld wären notwendig.
Um meine neue Brotback-Karriere nicht gleich mit einem Misserfolg zu starten, kaufte ich zunächst beim Bäckermeister meines Vertrauens etwas Natursauerteig.

00-0-DSC_0082

Mein erstes eigenes Sauerteig-Roggenbrot

Und siehe da, mein erstes eigenes Roggenbrot sah gar nicht so übel aus und erstaunlicherweise schmeckte es auch noch. Und es war in reiner Handarbeit entstanden – also ohne Brotbackautomaten. Die ausgesprochenen Brotbackfans kneten ihren Brotteig nämlich mit der Hand. Okay, darin hatte ich mich nun versucht, aber ganz war ich der Sache mit dem klebrigen Teig noch nicht Herr geworden. Es blieben trotz des ersten Erfolgs noch so einige Fragen offen.
Und wegen dieser offenen Fragen waren dem einen Buch weitere Bücher übers Brotbacken in meine häusliche Backbibliothek gefolgt. Die Sache mit der Herstellung des eigenen Sauerteigs interessierte mich nun doch, schließlich wollte ich nicht immerzu Sauerteig kaufen müssen. Ich wollte ihn ständig parat haben, wenn ein neuer Brotbacktag anstand. Andererseits wollte ich auch noch wissen, wie ich den Teig richtig kneten muss, damit mein Brot ganz besonders gut ausschaut, wenn es den Backofen schließlich wieder verlässt.
Viele Bücher mögen gut sein, manchmal sind viele Bücher zu einem Thema auch eher verwirrend. Mit viel List und Tücke und lauter Fragezeichen im Kopf zum Thema Kneten und zum Thema Anstellgut oder Ansatz für einen neuen Sauerteig machte ich mich an mein zweites Brot.

00-1DSC_0085

Mein Brot Nr. 2 – ein Roggen-Weizenmischbrot

Dieses Mal sollte es ein Roggen-Weizenmischbrot werden. Da ich meinem sogenannten Anstellgut, einem Restchen vom ursprünglichen Sauerteig, aus dem ich versuchte, den benötigten Sauerteig für das neue Brot herzustellen, nicht ganz über den Weg traute, gab ich etwas Hefe hinzu. Ob nun der zweite Brotbackversuch, den ich ebenfalls als recht gut gelungen abhaken konnte, der Hefe oder/und dem Sauerteig zu verdanken war, blieb mir dennoch ein kleines Rätsel. Zumindest musste ich mir über die Form meiner Brote vorerst keine Sorgen machen. Meine Kastenform ließ das Brot nach einem Brot aussehen und nicht nach einem Teil, das mehr einem missglückten Fladen glich. Aber die Kastenform beantwortete nur einen kleinen Teil meiner Fragen.

01-DSC01055

Der Klockenhagener Museumsbäcker lädt zum Brotbacken ein. Aber auch sonst gibt es allerlei Mitmachangebote.

Und plötzlich kam wieder einmal mein Herr Silberdistel ins Spiel. Er hatte nämlich gelesen, dass im Freilichtmuseum Klockenhagen, ich hatte hier schon öfter über das Museumsdorf berichtet, neuerdings fleißig Brot gebacken wird. Es gibt dort seit Mai 2017 einen Museumsbäcker, der an einigen Tagen in der Woche sogar zum Mitmachen einlädt. Vielleicht könnte ich dort ja meine Fragen klären.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

So machten wir Silberdistels uns am vergangenen Dienstag auf den Weg nach Klockenhagen. Wie Herr Silberdistel gelesen hatte, sollte einmal um 11.00 Uhr und ein weiteres Mal um 13.00 Uhr gebacken werden. Für 11.00 Uhr sind wir an diesem Tag etwas spät dran. Trotzdem eilen wir, bevor wir noch anderes im Museumsdorf anschauen, zum neuen Backhaus.

08-DSC00671

Wie ich dort erfahre, hatte der Museums-Bäckermeister gerade an diesem Vormittag viel zu tun. 30 Kinder haben zusammen mit ihm Brote geformt und diese anschließend in den neuen Holzbackofen geschoben, der übrigens samt Backhaus ein Nachbau eines alten Backhauses aus Hanstorf ist.
Des Bäckers Teigreserven sind aufgebraucht, dennoch kann ich einige interessante Tipps über das Backen mit Sauerteig bekommen. Gern hätte ich natürlich dem Bäckermeister noch auf die Finger geschaut oder mich sogar selbst formend an einem Brotteig vergangen. Aber was dieses Mal nicht war, kann vielleicht ein anderes Mal werden.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Wir Silberdistels bedanken uns herzlich für die Informationen, nehmen aus dem kleinen Ladengeschäft noch ein Roggenmischbrot und ein Dinkelbrot mit und natürlich lassen wir uns, bevor wir zu einem kleinen Rundgang durchs Freilichtmuseum aufbrechen, noch ein Stück Kuchen und den Kaffee aus der kleinen Bäckerei schmecken. Es war übrigens ein überaus leckerer Mohnkuchen.

36-DSC01065

Ach, und das Dinkelbrot ist nicht irgendein Dinkelbrot. Es hat sogar ein Gesicht. Oder sehe ich ganz einfach immer und überall Gespenster?

09-DSC00979

Nicht weit entfernt vom neuen Museumsbackhaus lockt uns eine Bank an ein kleines Teichlein. Wir lassen uns eine Weile die Nasen von der Sonne bescheinen und als Frau Sonne eine Pause macht, setzen wir unseren Museumsrundgang fort.
Mich interessieren natürlich besonders die hübschen Bauerngärten. Was mir auch hier wieder auffällt, es sind erstaunlich wenig Insekten zu sehen. Da kennen wir Silberdistels die Klockenhagener Bauergärten aber ganz anders. Dort war die Luft während der warmen Jahreszeit sonst fast ständig vom Summen der vielen Insekten erfüllt.
Dieses Mal muss ich nach den kleinen Fliegern regelrecht suchen. Zumindest die Fliegen bemühen sich um Nachwuchs. Ich will hoffen, auch Bienen und Hummeln nehmen sich daran ein Beispiel, damit es bald wieder mehr in unseren Gärten summt und brummt.

Ach, und um die Frage von oben, ob Brotbacken süchtig macht, zu beantworten. Ich denke schon, denn nicht nur meine Brotbackbüchersammlung, auch meine Mehlsammlung wird immer umfangreicher. Das lässt doch darauf schließen, dass mich das Brotbacken so schnell nicht wieder loslassen wird, oder?

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Ein wenig Sorge hatte ich mir schon gemacht – um diese brummenden gemütlichen flauschigen Flieger – um die Hummeln. In diesem Jahr tauchte bisher nur recht selten eine Hummel in meinem Garten auf. In den Jahren zuvor nisteten oft etliche Völker in den Lüftungsschlitzen in der Wand unseres Hauses.
Scheinbar wurden diese sonst so beliebten Behausungen in diesem Jahr nicht bezogen. So war der dunkle Summton der Hummeln bis eben noch eher selten einmal zu hören, obwohl viele Hummelwohnungen auf die gemütlich wirkenden Insekten warteten. Auch ihre Lieblingspflanzen blühen bereits eine ganze Weile.

Vor einigen Tagen war ich wieder einmal im Vorgarten beschäftigt. Während ich Unkraut zupfte und den Boden in den Beeten lockerte, begleitete mich ein altbekannter dunkler Summton – und nicht nur ein einzelner. Immer wieder brummte und summte es im Chor um mich herum.

01-dsc02162

Unsere Deutzie – die Hummeln lieben ihre Blüten

Und je näher ich dem Strauch mit den kleinen weißen Glöckchenblüten kam, umso intensiver war das Brummen zu vernehmen.
Da waren sie ja endlich wieder – die Vermissten. Ganz viele Erdhummeln bevölkerten den Strauch und sammelten fleißig Nektar. Ihr Summen war wie Musik in meinen Ohren – Musik, die einfach für mich zum Sommer dazu gehört. Wie sehr würde ich es vermissen, wenn es nicht mehr da wäre, dieses gemütliche Summen, und wie froh stimmte es mich, diese wundervolle Hummelmelodie nun doch wieder hören zu können.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken

Ich hatte unlängst über ein armes Puppenkind berichtet, das uns bei einem Ausflug am letzten Aprilwochenende ins Thüringische vor die Kamera kam. Wir Silberdistels waren zu dem Zeitpunkt für drei Tage in Sömmerda, einem Ort, der etwa 20 km nördlich von Erfurt im Thüringer Becken zu finden ist.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sömmerda 876. Ursprünglich war es einmal eine kleine unbedeutende Ackerbürgerstadt. Das fruchtbare Thüringer Becken legte eine intensive landwirtschaftliche Nutzung nahe. Durch einen Sohn der Stadt, Johann Nicolaus Dreyse, und seine Erfindung, das Zündnadelgewehr, verwandelte sich der Ort ab 1817 von seiner bis dahin fast ausschließlich landwirtschaftlichen Prägung immer mehr zu einer Industriestadt. Dreyse gründete zunächst zusammen mit dem Fabrikanten Kronbiegel eine Metallwarenfabrik. Später entstand in Dreyses Auftrag eine Gewehrfabrik und nach und nach siedelte sich immer mehr Industrie an. Es gab beispielsweise auch eine Handstrichziegelei, die sich bald zu einer hochmodernen Ziegelei weiterentwickelte.
Aus DDR-Zeiten dürfte noch das Büromaschinenwerk Sömmerda bekannt sein.
Wer noch mehr über die Stadt wissen möchte, der kann sich gern hier etwas intensiver belesen. Dort habe auch ich mich für meine kurze Zusammenfassung über Sömmerda und seine Geschichte schlau gemacht, schließlich wollte ich Euch wenigstens eine kleine Vorstellung von dem Ort, in dem wir Silberdistels gerade ein paar spannende und interessante Stunden verlebt haben, vermitteln.
Wenn man Thüringen hört, denkt man sofort an den Thüringer Wald und damit an ausgedehnte Waldflächen. Das Thüringer Becken kommt jedoch weitestgehend waldfrei daher und somit gab es für uns auch keine ausgedehnten Waldspaziergänge. Aber ein bisschen Natur haben wir, wie die folgenden Bilder zeigen, dennoch bewundern können.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Na, nach all dem Grün noch Lust auf einen kleinen Stadtrundgang bekommen? Dann also los!
Ich finde, Sömmerda ist durchaus hübsch anzusehen. Auf uns hat es zudem noch einen recht gemütlichen Eindruck gemacht. Wir haben uns dort ausgesprochen wohlgefühlt. Es war Entspannung pur.
Unser Rundgang führte uns zunächst ins Zentrum der Altstadt. Auf dem Platz vor der St. Bonifatius Stadtkirche muss gerade Markttag gewesen sein. Zahlreiche Blumen und andere Pflanzen wurden gerade wieder in die Fahrzeuge geräumt. Schade eigentlich, denn mein Gärtnerherz hüpfte sofort in ungeahnte Höhen, als ich das viele frühlingshafte Bunt sah. Aber wer weiß, was ich alles gekauft hätte, obwohl ich eh keinen Platz mehr für Neuzugänge in meinem Garten habe.
Andererseits gab es außer den Blumen auch so viel Schönes anzuschauen. Die Kirche allein hatte schon viele interessante Details zu bieten. Aber schaut selbst!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

An der Stadtmauer angekommen, waren wir nun doch ein wenig fußlahm und der kleine Hunger meldete sich auch irgendwie. Ob wir irgendwo ein ruhiges Sitzplätzchen entdecken würden?
Und siehe da, ein Stückchen weiter fand mein Herr Silberdistel für beides Abhilfe …

26-Dsc00734-b

… Abhilfe für die lahmen Füße und etwas gegen den knurrenden Magen ebenso. Sogar dafür, dass wir es beim Ausruhen auch ordentlich bequem hatten, sorgte mein Herr Silberdistel. Da fehlte eigentlich nur noch die Füllung für den hungrigen Magen.

27-DSC00735

Aber mein Gatte kümmerte sich sofort auch darum, während ich es mir schon mal in der Sonne bequem machte und von meinem Sitzplatz aus die beschauliche Straße entlangblickte. Viele Gäste saßen nicht draußen. Trotz Sonne war es nämlich recht kühl. Aber wir Silberdistels sind nun mal Freiluftfanatiker.

So, satt und zufrieden? Dann könnte es doch jetzt noch ein Stückchen weitergehen, oder? Zum Trost – es ist gar nicht mehr soweit bis zu unserem Hotel. Langweilig wird es uns bis dahin ganz sicher nicht werden.
Da ist vor uns auch schon wieder das Erfurter Tor, an dem unser Stadtrundgang begann.  Lasst uns noch ein wenig an der alten Stadtmauer entlangschlendern!
Mein Herr Silberdistel weiß übrigens zu berichten, dass die alte Mauer zu DDR-Zeiten einst abgerissen werden sollte. Zum Glück ist es nicht dazu gekommen. Ob es Geldmangel war oder andere Gründe eine Rolle spielten, wusste mein Stadtführer nicht. Wichtiger ist, sie ist immer noch da und heute ein kleines und gepflegtes Prachtstück. Es wäre in der Tat schade um diese alte Zierde der Stadt gewesen. Wenn solche Zeugen längst vergangener Zeiten verschwinden, blutet mir jedes Mal das Herz. Andererseits jubelt es, wenn solche alten Gemäuer auch der Nachwelt erhalten geblieben sind und ich darüber sinnieren kann, was sie wohl alles erlebt haben mögen.
Die Stadtmauer in Sömmerda wurde um 1368 errichtet. Ursprünglich war sie einmal 1300 m lang und 4 m hoch. Das Erfurter Tor, durch das wir Silberdistels den Altstadtbereich betreten haben, und durch das wir ihn gleich wieder verlassen werden, war einst das eigentliche Stadttor. Außer diesem Tor gab es noch weitere Stadtmauertürme, von denen heute noch sechs erhalten sind.
Heute befindet sich im Erfurter Tor ein Museum. Um das noch anzuschauen, fehlte uns dann doch die Zeit.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Wir haben am Abend noch etwas vor und müssen uns dafür so langsam vorbereiten. Es wird also Zeit, um ins Hotel zurückzugehen. Aber bis dorthin sind es vom Erfurter Tor aus nun wirklich nur noch wenige Schritte.

40-Dsc00755