Archiv für die Kategorie ‘Kunst’

In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Es ist bereits einige Jahre her, als ich hier etwas ausführlicher über die „Poppenhausener Kunstmeile“ berichtete. Bei unseren Wanderungen in der Rhön, die uns zum Grabhügel des Riesen Mils, der Milseburg, führten, wurden wir jeweils alljährlich ein Stück des Wegs von dieser Kunst am Wegesrand begleitet.

Als wir jetzt im September wieder einmal wandernd in der Rhön unterwegs waren, trafen wir auf, zumindest für uns, neue dieser Kunstwerke. Wir verdanken diesen Neuzugang in unserer innerlichen Kunstsammlung genau genommen den Straßenbauarbeiten, die uns überall den Weg zum Grab des Riesen Mils versperren wollten. Ich berichtete in meinem vorigen Beitrag von dieser Irrfahrt über Rhöner Landstraßen.
Am Ende dieser Irrfahrt standen wir, zwar ein wenig entnervt, aber immerhin am Südhang der Maulkuppe mit dem sehr interessanten Rundbau „Fuldaer Haus“. Gesehen hatten wir das „Fuldaer Haus“ bei unseren Wanderungen in den Jahren zuvor schon oft – allerdings immer nur aus der Ferne. Im Grunde genommen wurde es also Zeit, dass wir es endlich auch einmal aus der Nähe betrachteten. Wahrscheinlich waren die gesperrten Straßen ganz einfach nur so etwas wie ein Wink mit dem Zaunpfahl frei nach dem „Erlkönig: „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“ Wobei in unserem Falle wohl weniger der Erlkönig, sondern mehr der Riese Mils seine Hand im Spiel hatte, denn genau auf den trafen wir nämlich, kaum dass wir uns vom „Fuldaer Haus“ auf den Weg zur Milseburg gemacht hatten.

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Die Milseburg, von der ich bisher immer annahm, dass dort wirklich der Riese Mils begraben liegt

Bis zu diesem denkwürdigen Tag jetzt im September hatte ich immer angenommen, der Riese würde wirklich, wie die Sage zu berichten weiß, unter dem gewaltigen Milseburghügel vergraben sein.

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Aber da unterlag ich wohl einem Irrtum, denn plötzlich und unerwartet stand der Kerl weitab von seinem Grabhügel groß und mächtig auf einem dicken Baumstamm vor uns und schaute grimmig auf uns herab, so, als wären wir der Heilige Gangolf, der ihn bezwingen wollte. Als uns klar wurde, wer da vor uns stand, machten wir schnell, dass wir weiterkamen, bevor er vielleicht noch den mächtigen Felsbrocken, den er bei sich trug, nach uns warf.

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Aber, so ging mir durch den Kopf, wenn der Riese hier, immerhin ein ganzes Ende von der Milseburg entfernt herumstand, dann konnte er doch nicht auch noch auf der Milseburg liegen. Oder? Beschwingten Schrittes eilten wir mit diesem Wissen weiter und hielten zügig auf die Milseburg zu, mussten wir doch nun nicht mehr befürchten, dass sich der Riese Mils, während wir auf seinem Grabhügel die Aussicht genossen, plötzlich erheben würde und wir mit den Felsen, die er zur Seite stieß, in die Tiefe stürzten. So saßen wir dann eine ganze Weile später auch völlig ruhig und entspannt auf dem Gipfel der Milseburg und ließen uns die Nase von den warmen spätsommerlichen Sonnenstrahlen bescheinen.

Okay, wir mussten nach diesem sorglosen Nichtstun oben auf dem Berg später noch einmal an dem Riesen dort in der Nähe des „Fuldaer Hauses“ vorbei. Schließlich wollten wir irgendwie wieder zu unserem Auto. Aber wir hatten Glück. Neben dem Riesen Mils steht nämlich eine Bank und auf der hatte sich just in dem Augenblick, als wir am Riesen vorbei mussten, ein Radler niedergelassen. Seine lässige und dominante Sitzhaltung musste den Riesen geradezu provoziert haben und so galt seine ganze Aufmerksamkeit diesem Radler. An uns verschwendete er in diesem Moment keinen einzigen Blick.

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Der Riese schaut grimmig auf den Radler auf der Bank neben ihm (Der Vater des „Riesen Mils“ ist übrigens Elmar Baumgarten)

Mils schien in meinen Augen eben damit beschäftigt, die Flugbahn des Felsens in seinem Arm bis hinüber zum frechen Radler zu berechnen. Unser Riese hatte wohl gerade seinen Heiligen Gangolf in dem Radler gefunden. Wir nutzten die Gelegenheit und huschten hurtig an beiden vorbei.

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„Nebelzeit – Schattenzeit“ von Klaus Urban

Obwohl der Riese mit uns scheinbar momentan so gar nichts im Sinn hatte, schaute ich mich sicherheitshalber noch einmal nach ihm um. Man weiß ja nie. Und während ich so nach hinten schaute und weiter vorwärts ging, hätte ich fast zwei Koppelpfähle umgerannt. Uups, das waren aber riesige Koppelpfähle. Erstaunt blickte ich nach oben. Und so hübsch verziert waren sie. Äh, Moment mal, das, das waren gar keine Koppelpfähle. Ein Schild neben diesem hölzernen Duo klärte mich dann auch auf. Obwohl, eigentlich verwirrte es mich fast noch mehr, denn wie ich las, stand ich vor Nebligem, Schattenzeitigem. Für Nebel und Schatten schienen mir meine beiden Stolperhölzer doch ganz schön handfest zu sein und für Zeit waren sie erst recht sehr greifbar. Und dann begriff ich, dass ich mich hier nicht nur auf einem ganz normalen Wanderweg befand, ich war zugleich auf der „Poppenhausener Kunstmeile“ unterwegs. Also stand ich hier vor Kunst und schaute die Teile gleich mit ganz anderen Augen an. Dennoch … Nebelzeit und/oder Schattenzeit … Aber vielleicht bin ich nur zu fantasielos. Aber eins hatte der Künstler erreicht, ich dachte nach über das, was da vor mir stand.

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Und dann ging es Schlag auf Schlag mit der Kunst. Aber seht selbst, was da noch alles so am Wegesrand auf uns lauerte. Auf jeden Fall gab es viel zu sehen und darüber nachzudenken.

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Und während ich schaute, bewunderte oder mich mitunter auch über das eine oder andere wunderte und nachdachte, stand schon wieder das „Fuldaer Haus“ vor mir, was aber noch nicht hieß, dass es hier auch mit der Kunst am Wegesrand zu Ende war.

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Ich schlenderte am „Fuldaer Haus vorbei …

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Maulkuppenborn – etwas für den vierbeinigen Wanderer (?)

… entdeckte dabei nicht nur hölzerne Kunst, sondern auch noch diesen netten kleinen Brunnen.

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„Links oben – Jugendheim an der Maulkuppe, rechts hinten – „Fuldaer Haus“ und mittig – hier nur recht schemenhaft zu sehen – „Der Mensch im Aufwind“ von Klaus-Dieter Locke

Ach ja, und dann war da doch noch dieser „Mensch im Aufwind“ mit seinen ihm zu Berge stehenden Haaren vor dem Jugendheim an der Maulkuppe. Diesen Burschen gab es ja bereits als kleinen Vorgeschmack auf die „Poppenhausener Kunstmeile“ im vorigen Beitrag zu sehen.

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Und damit dieser Mensch nicht nur eine schemenhafte Erscheinung bleibt, gibt es ihn nun auch noch einmal in voller Schönheit zu sehen.

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Apropos volle Schönheit, hier ebenso noch einmal in voller Pracht das Jugendheim, vor dem „Der Mensch im Aufwind“ seinen Standort gefunden hat. Das Jugendheim entstand gewissermaßen als Ergänzung zum „Fuldaer Haus“ in den Jahren 1955/56. Damit sollte wandernden Jugendgruppen noch zusätzlich Unterkunft geboten werden. Allerdings ist hier Selbstverpflegung angesagt.

Und wer nun glaubt, dass das alles war, was an Kunst auf der „Poppenhausener Kunstmeile“ zu sehen ist, der irrt. Wir Silberdistels haben nämlich noch immer nicht alles bis zum bitteren Ende angeschaut, aber wir wollen ja auch in den kommenden Jahren noch einiges zu bewundern haben.

Für einen Urlaub wünscht man sich gewöhnlich Sonne pur. Regnen darf es, wenn man wieder daheim ist. Oft genug klappt es genau so eben leider nicht. Unser diesjähriger Rhönurlaub im gerade vergangenen September entwickelte sich jedoch nach einigen anfänglichen Schwächen in einen nahezu fantastischen Schönwetterurlaub. Von Tag zu Tag wurde das Wetter besser und zum Bergfest des Urlaubs lachte bereits am frühen Morgen die Sonne zum Fenster unseres Ferienhauses hinein. Wegen der in den Tagen zuvor zunächst eher trübe erscheinenden Wetteraussichten hatten wir ja die Milseburgwanderung auf irgendwann später vertagt. Wenn man jetzt so aus dem Fenster schaute, dann könnte genau der Tag gekommen sein, um dem Riesen Mils, der einst auf der Milseburg sein Unwesen getrieben haben soll, einen Besuch abzustatten.

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In der Mitte die „Perle der Rhön“ – die Misleburg

Die Sage erzählt übrigens, dass der Riese schließlich vom Heiligen Gangolf bezwungen worden sein soll. Daraufhin wählte Mils den Freitod und wurde unter der Milseburg vom Teufel, für den er gearbeitet haben soll, begraben. Wenn man den Berg aus der Ferne und einer bestimmten Richtung anschaut, könnte man mit ein wenig Fantasie tatsächlich glauben, dass dort unter dem Berg ein Riese begraben liegt.

So machten wir Silberdistels uns dann nach einem guten Frühstück auf den Weg zu eben diesem Grab des Riesen Mils. Der Berg  ragt über 835 m ü. NHN in die Höhe und er verlangt dem Wanderer durch seinen steilen Anstieg schon einiges ab, wenn er ihn bezwingen will. Aber am Ende wartet oben eine wundervolle Belohnung. Die „Perle der Rhön“, wie die Milseburg auch liebevoll genannt wird, weiß, was sie ihren Gästen schuldig ist. Von kaum einem anderen Berg hat man nämlichen einen so wunderschönen Blick in die herrliche Berggegend rundum.

Die Anfahrt zur Milseburg verlief für uns plötzlich und unerwartet unter erschwerten Bedingungen. Gewöhnlich haben wir unsere Wanderung zum Riesen Mils am Grabenhöfchen, einem Gasthaus, dessen herrlich mundende Torten wir jedem Tortenliebhaber nur empfehlen können, begonnen. Dieses Mal war uns leider der direkte Weg zum Grabenhöfchen versperrt, da an der Straße gebaut wurde. Für uns sollte das kein Grund sein, auf die „Perle der Rhön“ zu verzichten. Wir würden ganz sicher über die Wasserkuppe zum  Grabenhöfchen kommen. Fehlanzeige. Dort wurde ebenfalls gebaut. Wir mussten wieder zurück und neue Wege suchen. Unsere nörgelnde Nora, unser Navi, war dieses Mal auch so gar keine Hilfe. Berge ohne Straßenangabe und Hausnummer sind für sie kein Ziel. Und das Handy, das hatte kein Netz. Dumm gelaufen irgendwie. Doch der Zauberkünstler Herr Silberdistel hatte sich Offline-Karten auf sein Handy geladen.

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Am Südhang des Berges Maulkuppe befindet ich das Berggasthaus „Fuldaer Haus“ – einst als Schutzhütte für Wanderer erbaut

So kamen wir schließlich mit List und Tücke, zwar auf diversen Umwegen, aber immerhin zur Maulkuppe, einem weiteren Berg der Rhön, der sich nur gut 2 km entfernt von der Milseburg befindet. Am Südhang der Maulkuppe steht seit 1924 ein hübscher, für Wanderer als Schutzhütte dienender, runder Bau –  das Berggasthaus „Fuldaer Haus“. Es gehört zum Zweigverein Fulda des Rhönklubs und bieten Gästen Unterkunft und Logis.

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Eine Gedenktafel neben dem „Fuldaer Haus“

Etliche Wanderwege erschließen heute die Gegend um die Maulkuppe herum und darüber hinaus und einen dieser Wege gedachten wir an diesem Tag zu nutzen.

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Ganz links im Bild, neben der Bank, ist noch einmal die Gedenktafel (vom Bild oben) zu sehen

So ließen wir dann auch unser Auto auf dem Parkplatz am „Fuldaer Haus“ zurück und machten uns zu Fuß auf den Weg zur Milseburg. Übrigens gab es auf diesem Weg auch wieder etliche Kunst zu betrachten, denn wir wandelten mit dem Milseburgweg auch wieder einmal auf der „Poppenhausener Kunstmeile“. Aber darüber berichte ich ein anderes Mal. Hier nur als kleine Kostprobe, schemenhaft mittig im oberen Bild stehend, der „Mensch im Aufwind“ von Klaus-Dieter Locke.

Für die Tour hin zur Milseburg nahmen wir ausnahmsweise mal eine eher beschwerliche Wegstrecke in Kauf, einfach deshalb, weil wir mehr einen Rundweg für diesen Wandertag im Sinn hatten und nicht ein und dieselbe Wegstrecke zweimal laufen wollten. Und der schwierigere Weg war nun mal, von der Maulkuppe aus gesehen, der kürzere und dann gab es da noch einen anderen Grund, nämlich den mit der Torte im Grabenhöfchen, die wir uns erst als Belohnung für erlaufene Kilometer und nicht schon am Beginn der Wanderung gönnen wollten.

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Nicht nur der Schornstein verfällt langsam, aber sicher an einem einst sicher einmal schönen Bauerngehöft

Zunächst hielten wir vom „Fuldaer Haus“ aus auf einen maroden Bauernhof zu, dessen langsamen, aber sicheren, Verfall wir bereits seit Jahren beobachten. Schade drum, eigentlich muss es einmal ein schönes Gehöft gewesen sein. Mich würde durchaus die Geschichte dieses Rhönhofes interessieren. Was mag da im Laufe der Jahre passiert sein? Zu Anfang unserer Rhönwanderungen grasten auf der Weide am Hof noch Rinder. Nun sieht alles tot und traurig aus. Die Gebäude verfallen, zerrissene Gardinen flattern aus zerborstenen Fensterscheiben, Autowracks und rostiges landwirtschaftliches Gerät „schmücken“ den Hof. Dieses Mal habe ich den traurigen Zustand nicht fotografisch festgehalten, nur den Schornstein auf einem der Gebäude habe ich für meine Schornsteinsammlung mitgenommen. Auch er – in einem eher traurigen Zustand.

Direkt am Hof biegt der Wanderweg zur Milseburg links ab und führt steil bergab in und schließlich durch den Wald. Der erste Teil des Weges ist noch recht locker zu laufen, aber etwa ab der zweiten Hälfte geht es nur noch straff bergauf. Ein kurzes Stück über eine Wiese ist die einzige Erholung, die es zwischendurch gibt. Mit einigen kleinen Pausen zum Atemholen meisterten wir den Aufstieg zur Milseburg letztendlich doch ganz gut.

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Immer wieder bleiben wir stehen und genießen Ausblicke wie diesen

Die Wanderung von der Maulkuppe aus, es war unsere erste aus dieser Richtung, war eine durchaus schöne Abwechslung, gab es doch einige interessante und spektakuläre Ausblicke in die weite Ferne. Na, und die „Poppenhausener Kunstmeile“ hatte außerdem auch noch Neues für uns parat. Aber dazu, wie bereits erwähnt, später.

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Ein wenig abgekämpft erreichten wir schließlich den Gipfel der Milseburg. Dort oben herrschte reger Andrang – und das an einem normalen Wochentag. Wahrscheinlich hatten auch andere Wanderer den wettermäßig so herrlichen Tag für einen Ausflug nutzen wollen. Wir hatten echt zu tun, überhaupt noch einen Sitzplatz auf den von schon vielen Hosenböden blankgeputzten Felsen zu erhaschen. Jeder wollte natürlich von ganz oben den spektakulären Ausblick genießen und so gab es fast ein Gedränge auf des Riesen Mils‘ Sargdeckel. Letztendlich fanden wir dank zweier Wanderer, die sich just da wieder auf den Weg machten, als wir oben aufschlugen, einen schönen Platz. So kamen wir also nicht nur zu unserem tollen Ausblick, der im Stehen nur halb so schön gewesen wäre, wir konnten sogar noch für eine Weile, bequem sitzend und angelehnt am Sockel des Kreuzes, das auf dem Berg steht, die angenehm wärmenden spätsommerlichen Sonnenstrahlen genießen. Ein paar Kekse und einige Schluck Wasser aus meiner Wanderverpflegung reichten uns vorerst als kleine Stärkung.

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Irgendwann ist auch der schönste Moment vorbei und man muss weiterziehen. So auch wir. Aber nun ging es wenigsten fleißig bergab. Zurück zur Maulkuppe wählten wir den Weg über das Grabenhöfchen. Ihr erinnert Euch? Die Torten! Wir wollten doch nicht auf  unsere Belohnung für den beschwerlichen Aufstieg hoch zur Milseburg verzichten. Ein Stück musste da jetzt schon noch sein. Und was hatte das Grabenhöfchen dieses Mal zu bieten? Champagnertorte – so herrlich, so lecker! Dazu Kaffee und für mich Cappuccino.

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Nachdem wir uns ausgiebig und weltentrückt dem Zauber des Kaffees und der Champagnertorte hingegeben hatten, mussten wir uns schweren Herzens noch einmal aufraffen, denn wir hatten noch ein ziemliches Stück Weg vor uns. Unser Auto stand nämlich leider nicht am Grabenhöfchen. Es wartete ein paar Kilometer entfernt am „Fuldaer Haus“ auf uns. Zum Glück ging es jetzt nur einige Meter am Grabenhöfchen bergauf und dann im Grunde nur noch auf einer Höhe und geradeaus weiter. Da wir uns relativ hoch befanden, hatten wir auch in alle Himmelsrichtungen beste Fernsicht. Hinter uns die Wasserkuppe, so gut zu sehen wie selten, rechts neben uns noch einmal die Milseburg, ebenfalls so bemerkenswert schön wie selten. Ja, und dann waren da noch auf einem Bauernhof eine rostige Entenfamilie, auf dem Weg ein kleines grünes Ungeheuer und auf den Weiden links und rechts geruhsam das letzte Gras des Sommers mümmelnde Rinder, die hübschen Augen wonniglich geschlossen. Auch so geht Sonne genießen und sich von den letzten schönen Tages des Sommers verabschieden.

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Wir sind wieder am „Fuldaer Haus“ – dem Ausgangspunkt unserer Wanderung zur Milseburg

Und unversehens waren wir wieder am „Fuldaer Haus“. Da wir von unserer Champagnertorte gut gesättigt waren, verzichteten wir auf weitere Torten, Kuchen und Gebäck, auch wenn das „Fuldaer Haus“ sehr gastlich aussah. Wir hatten vor, den Nachmittag bei einer Tasse Kaffee im Liegestuhl auf der Terrasse unseres Ferienhauses ausklingen zu lassen. In irgendeinem Rhönurlaub testen wir sicher auch noch das Kuchenangebot der „Fuldaer Hütte“.

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Und wie wir es uns erhofft hatten, lag die Terrasse unseres Ferienhauses trotz des fortgeschrittenen Nachmittags noch im Sonnenschein. Herr Silberdistel baute schnell die Liegestühle auf, ich eilte in die Küche und wenig später genossen wir zu einem späten Kaffee die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages und einen letzten Blick auf die Wasserkuppe in der Ferne, die ganz langsam im roten Abendlicht versank.

In meinem Blumenregal im Wohnzimmer ist unlängst ein Plätzchen frei geworden. Das Usambaraveilchen, das dort bisher stand, ist auf die Küchenfensterbank umgezogen. Mit meinen Überlegungen, was den freien Platz im Wohnzimmerregal in Zukunft ausfüllen könnte, war ich noch nicht so ganz fertig und so standen dort ein Weilchen nur zwei kleine Keramikschafe aus meiner Schäfchensammlung. Doch plötzlich hatte sich die Frage, was den freien Platz einnehmen könnte, wie von selbst erledigt. Es wurde gewissermaßen für mich erledigt – von einem Wesen mit viel Sinn für Harmonie und Schönheit. Weil ich mit meinen Überlegungen nicht zu Potte kam, hat dieses Wesen die Sache kurzentschlossen in seine pelzige Pfote genommen und kunstvoll und fachkaterlich nach seinen eigenen Vorstellungen gestaltet.

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Als ich vor einigen Tagen endlich eine Idee hatte und mit einem Blümchen, das sich meines Erachtens gut in die Blumenlandschaft in unserem Wohnzimmer einfügen würde, durch die Tür und hin zu meiner Blumenbank schreiten wollte, gab es eine erstaunliche Überraschung für mich. Der Platz war besetzt. Fasziniert betrachtete ich das Bild, das sich mir in genau dem Regal, das ich eben ansteuern wollte, bot.

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Ein pelziger Künstler hatte sich des freien Rahmens angenommen und war offensichtlich gerade mit letzten kleineren Korrekturen des Bildes befasst. Er rückte hier und dort noch ein wenig, war scheinbar noch auf der Suche nach dem besten Gesamteindruck seines Gemäldes.

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Dann hatte es der Maler endlich. Das Werk war vollendet. Kühn und selbstbewusst war der Blick nach vorn gerichtet. Die Rundungen von Rücken und Hals waren sanft nachgeformt, die Ohren in perfekter Harmonie parallel gestellt. Wären da nicht die beiden gefallenen Schäfchen links und rechts neben ihm gewesen, hätte das Bild höchste Perfektion ausstrahlen können, wäre es ein Kunstwerk voller wunderbarer Harmonie und Schönheit gewesen. Aber sind das nicht irgendwo nur unbedeutende Kleinigkeiten? Vielleicht sogar gewollt? War es die künstlerische Freiheit, die sich der Künstler ganz bewusst herausnahm? Auf jeden Fall hatte der Künstler ihn gefunden, den passenden Rahmen für sein Bild.

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… und ich, ich habe ebenfalls für meinen freien Rahmen das passende Bild gefunden.


Zwerghühner sind schon ein lustiges kleines Federvolk. Ich hatte darüber berichtet, dass ich vor fast einem Jahr miterleben durfte, wie ein solches kleines Völkchen das Licht der Welt erblickte.

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Die Glucke, die die Zwerge ausbrüten sollte, sah für meinen Geschmack doch etwas seltsam aus. Dennoch hat sie, obwohl sie über keine einzige wärmende Feder verfügte, damals gute Arbeit geleistet und die winzigen Eier über viele Tage gleichmäßig warm gehalten. Dann endlich war es so weit. Das erste kleine Leben kämpfte sich durch die harte Eischale.

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Ich konnte durch den Deckel des Brutapparates sogar das Erstgeborene bewundern. Wie ich von der Kükenmutti hörte, waren schon Stunden vor dem Schlüpfen kleine piepsende Laute zu hören, sodass man ahnen konnte, das es wohl nicht mehr lange dauern könnte, bis das erste Küken das Licht der Welt erblicken würde. Es hatte ganz schön zu tun, sich aus dem Ei zu schälen. So etwas ist für ein Küken anstrengende körperliche Arbeit.

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Nach dem Schlüpfen sind sie die kleinen Wesen ziemlich erschöpft und schlafen noch recht viel und flauschig sehen sie zunächst auch nicht aus. Sie sind struppig und wirken fast ein wenig hässlich. Hier durfte ich einmal ganz kurz in den Brutapparat hineinschauen. Ich denke, man sieht sehr gut, dass da noch so gar nichts flauschig ist.

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Aber innerhalb weniger Stunden wird aus dem winzigen struppigen Etwas ein flauschiger kleiner Federball.

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Hier sieht man, dass die kleinen neuen Lebewesen nach der Geburt noch viel schlafen müssen. Manchmal fielen sie während des Fressens einfach vor Erschöpfung um und mussten sich erst einmal wieder für ein paar Minuten im Schlaf erholen.

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Lange sahen sie nicht so flauschig und so besonders niedlich aus. Recht schnell wurden aus ihnen richtige kleine Hühnchen, …

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… die zum letzten Herbst bereits mit der Produktion der ersten winzigen Eier begannen.

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Inzwischen legen die zwergigen Hühner nun fleißig und regelmäßig Eier und tragen so sehr zur Bereicherung des Frühstückstisches ihrer Pflegefamilie.

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Zwerghuhn-Eier sind, wie wir Silberdistels inzwischen selbst wissen, eine sehr leckere Angelegenheit. Ich berichtete in meinem letzten Post, dass wir Besuch aus dem kleinen Dorf hatten, in dem die Zwerghühner leben. Als kleines Gastgeschenk zauberte unser Besuch zehn kleine Zwerghuhn-Eier hervor. Begeistert bestaunten wir die Mini-Eier.

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Nur waren wir darauf, dass plötzlich hübsche kleine Zwergen-Eier unser Frühstück aufpeppen sollten, nicht so ganz vorbereitet. Ich stöberte in meinen Schränken und suchte nach passendem Minigeschirr. Sogar in meinem Post fragte ich, ob denn jemand schon einmal etwas über Zwerghuhn-Eierbecher gehört hätte. Es kamen tatsächlich so allerlei Vorschläge, für die ich mich hier noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. Die Tipps reichten von aus einer speziellen Knetmasse selbst gefertigten Eierbechern über Puppen- oder ersatzweise Espressotassen. Geknetet habe ich bisher nicht. Das kann ich vielleicht irgendwann später einmal zusammen mit meinen Enkelkindern tun.

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Doch Espressotassen fanden sich im silberdistelschen Haushalt durchaus an, nur verschwanden die Eier fast gänzlich darin. So fielen die kleinen Tässchen für den Eierbechertest zunächst durch.

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Auch die Schnapsgläschen, die ich aus den Tiefen eines Schrankes hervozauberte, schienen zu groß. Sie eigneten sich allerdings ausgezeichnet für die Hühnereier ganz normaler Größe – gut zu wissen, sollten uns einmal die üblichen Eierbecher ausgehen.

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Ein Hinweis zu einer Töpferwerkstatt, die auf Wunsch auch Zwerghuhn-Eierbecher anfertigen würde, ließ mich an kleine Keramik-Likör-Becher denken, die ebenfalls ganz hinten in unserem Wohnzimmerschrank schlummerten. Aber auch für sie waren die großen normalen Hühnereier die bessere Wahl.

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Dann kam zum Post noch der Vorschlag, einen Adapter, Kneteinsatz oder gar einen speziellen Dichtungsring als Stopper  in einem normal großen Eierbecher zu platzieren. Ich knetete zwar auch jetzt nicht, fand aber tatsächlich eine Art Stopper oder Adapter in Form eines Mini-Messbechers.

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… und mit Hilfe des Stoppers könnte das kleine Zwergen-Ei in dem Likörbecherchen doch durchaus eine recht gute Figur machen.

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Na? Sieht unser Mini-Ei nicht fast wie sein erwachsener Kumpel daneben aus?

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In der Espressotasse brachte der Stopper allerdings nicht so viel Erfolg.

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Darin sah das Mini-Ei immer noch recht verloren aus, so fiel die Espressotasse leider auch hier als Eierbecherersatz durch. Sie ist und bleibt halt zu Höherem berufen.

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Oh, was man doch alles findet, wenn man nur ordentlich sucht. Diese uralten Holzeierbecher waren fast maßgeschneidert für unser Zwergen-Ei. Damit könnten wir die Suche eigentlich als erfolgreich abschließen.

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Doch wenn man erst einmal beim Suchen ist, dann findet man so leicht kein Ende. Kennt Ihr das auch, diesen Drang nach immer höheren Zielen? … und so fanden sich schließlich noch diese kobaltblauen Eierbecher an, die in Wirklichkeit eigentlich gar keine Eierbecher sind. Aber sie standen unserem Zwerghuhn-Ei gar nicht mal so schlecht zu Gesicht und noch dazu weckten sie alte Erinnerungen in mir.

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… und so durfte das Zwergen-Ei im etwas übergroßen kobaltblauen Nicht-Eierbecher letztendlich den Frühstückstisch der Silberdistels schmücken – allerdings mehr aus nostalgischen Gründen, also wegen dieser so lieben Erinnerungen, die gerade diese in Eierbecher umgewidmeten Teile in mir wachriefen.

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Das Mini-Ei schmeckte ganz vorzüglich aus dem kleinen blauen Becher und so war es dann auch in Sekundenschnelle verspeist. Die Suche nach dem passenden Eierbecher für unser Zwerglein hatte viel mehr Zeit verschlungen, als es Zeit brauchte, um sich das Miniteilchen auf der Zunge zergehen zu lassen. Aber einige Brüder und Schwestern der Mini-Eier sind ja noch übrig, um an weiteren Tagen unseren Frühstückstisch zu vergolden.

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Nachdem nun der erste unter den Zwergen verspeist war, fand ich immer noch keine Ruhe und musste unseren Haushalt weiter durchstöbern. Da war doch noch … Ah ja, ich fand noch einen etwas kleineren Nicht-Eierbecher, hübsch bemalt, eigenhändig von der Silberdistel – vor vielen Jahren bereits. Damals haben wir Silberdistels sogar einmal getöpfert und unter anderem eben auch diese kleinen Eierbecher produziert, die in der Wirklichkeit gar keine sind.

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Womit sich jetzt vielleicht auch die Nostalgie erklärt und warum nicht die fast passenderen Holzeierbecher samt Mini-Eiern auf dem Frühstückstisch landeten. Die kleinen Blauen hatten diesen Ehrenplatz nach ihrer Wiederentdeckung verdient, auch wenn sie zweckentfremdet verwendet wurden. Eigentlich sind die Becher nämlich so gar keine Becher. Gedacht waren sie ursprünglich als Kerzenhalter, und sie haben sogar eine eigene kleine Geschichte. Als wir die blauen „Becherchen“ damals zu unserer Töpferzeit in einem kleinen Lädchen anboten, machte man uns später beim Ankauf unserer Kleinkeramik darauf aufmerksam, dass wir die runden Eierbecher gar nicht auf unserer Liste aufgeführt hätten.

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Etwas verwirrt schauten wir unsere Liste noch einmal durch und natürlich waren auch unsere Eierbecher aufgeführt. Wie sich jedoch herausstellte, waren nicht unsere Huhn-Eierbecher, die wir ebenfalls angeboten hatten, vermisst worden. Unsere kleinen Kerzenständer hatten dem Ladeninhaber ihren eigentlichen Sinn nicht offenbaren können. Er hatte sie auf den Kopf gestellt und als eine zweite Sorte Eierbecher betrachtet. Kunst ist halt manchmal auch ein bisschen Glückssache 😉
Meine Suche fand schließlich doch ein Ende und zwar mit genau den kleinen Huhn-Eierbechern. Wir hatten einige aus der Nullserie für den eigenen Gebrauch behalten. Mitunter ist also auch eine Nullserie zu etwas zu gebrauchen. Die Öffnung für das Ei passt fast perfekt für die kleinen Zwergen-Eier. Heute durften sie nun zum Frühstück unseren Essplatz zieren. … und damit die kleinen blauen Eierbecher-Kerzenständer nicht beleidigt sind, durften sie den Frühstückstisch mit ihrem Minilicht festlich beleuchten. … und wenn sie nicht gestorben sind, dann leuchten sie auch noch in vielen Jahren, es sei denn, sie mögen lieber kleine Eierbecher sein und ihrer wahren Bestimmung nachgehen. Spät, aber ich glaube, sie könnten glücklich in dieser neuen Aufgabe werden  😉

Eigentlich wollten wir Silberdistels am letzten Dienstag wieder einmal die Ivenacker Eichen anschauen. Unlängst waren wir schon fast dorthin unterwegs, als wir dann doch schnell noch vor der Abfahrt unseren Wetterfrosch befragten.

Unser hauseigener Wetterfrosch

Unser hauseigener Wetterfrosch

Der verdrehte nachdenklich die Augen, schaute gen Himmel, dann in sein Teichlein und fragte, ob wir eben das Regentröpfchen beobachtet hätten, das hart auf die Teichoberfläche geknallt und dabei traurig in viele winzige Einzelteile zerplatzt wäre. Wir hatten, oh ja, und wir bemerkten sogar noch weitere Tropfen. So vertagten wir die Idee mit den Eichen vorerst.
Nun standen die Tausendjährigen am Dienstag dieser Woche erneut auf unserem Ausflugsplan. Der Wetterfrosch wurde wieder zu Rate gezogen und wie beim letzten Mal sprach er von Regen und auch sonst recht trüben Aussichten für den Tag. Ivenack selbst, die Eichen oder … oder  … oder vielleicht die Katzen? Ob sie uns andauernd in unsere Ausflugspläne spucken? Befürchten sie etwa, wieder einen ganzen Tag oder gar länger ohne ihr unverzichtbares Personal sein zu müssen? Können Katzen mit Wettergöttern in Verbindung stehen? Obwohl … Katzen und Götter … Habe ich da nicht irgendwo schon einmal etwas darüber gelesen? Eventuell sollten wir der Sache doch etwas näher auf den Grund gehen. Vielleicht könnten wir ja das für uns Naheliegendste tun und die Hühnergötter am Strand nach Zusammenhängen zwischen ihnen und den Katzen befragen. Wer weiß, ob es da nicht tatsächlich irgendeine Kunkelei zwischen Göttlichkeiten und Katzen gibt. Die Katzen hatten sich nämlich bei der Befragung hoheitsvoll in Schweigen gehüllt. Also auf zu den Hühnergöttern! Götter sind schließlich Götter.

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Bereits eine Viertelstunde später parkten wir unser Auto in Strandnähe und wanderten los – durch den Küstenwald zu den Göttern, an die See.

Seeblick

Ihre Befragung gestaltete sich allerdings recht schwierig. Es waren nämlich keine da – also keine Hühnergötter und auch sonst keine Götter. Was? Der Herr auf der Bank – ein Gott? Naja, in meinen Augen schon. Aber das würden die anderen Götter nicht gelten lassen. Also, die anderen Götter, die von Berufs wegen Götter sind, die waren nicht da, jedenfalls nicht da oben auf der Steilküste, wo die Bank steht, obwohl man denken sollte, dass sie wegen des hervorragenden Ausblicks von dort aus besonders gut zu sehen sein sollten. Allerdings war die Fernsicht dieses Mal doch recht eingeschränkt – der Frosch hatte bereits darauf verwiesen – trübe Aussichten eben.

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Aber vielleicht würden wir die Göttlichkeiten unten am Strand treffen. Gewöhnlich treiben sich Hühnergötter ja zwischen all den vielen Steinen herum. Wir schauten und schauten. Nichts! Nur Möwen zu Hauf bevölkerten den Strand und taten sich an Fisch- und Krabbenresten gütlich. Der heftige Wind in den letzten Tagen musste den Tisch für die Seevögel reichlich gedeckt haben. Erstaunt blickten wir in die Ferne. Da waren ja noch mehr Möwen zu sehen. Wow, welche Menge!

Baukunst am Strand – man beachte die Möwen … äh … Türmchen auf den großen Steinen

Wir waren kurz vor Kap Geinitzort, an der Steilküste der Stoltera westlich von Warnemünde. Fast sämtliche großen am Strand liegenden Steine waren mit Möwen besetzt, so dachten wir. Welch hübsches Bild! Wenn schon keine Hühnergötter, so wenigstens dieses göttliche Naturgemälde. Beim Näherkommen verwandelten sich unsere vermeintlichen Möwen langsam aber sicher in kleine Steintürme. Nix da – Möwen. Hier waren Baukünstler am Werk gewesen. Ein Steinturm stand neben dem anderen und einer immer schöner als der andere. Ich war hin und weg, so faszinierte mich dieses Bild von Turmbauten.

Auch hier sind links im Bild die vielen kleinen Steintürme zu sehen

Eigentlich hatte ich dieses Mal keinen Fotoapparat mitgenommen. Wir wollten einfach nur wandern, Seeluft schnuppern, uns den frischen Wind um die Nase wehen lassen und nur genießen. Aber … aber … was wär die Silberdistel ohne Fotoapparat? In letzter Sekunde vor dem Aufbruch Richtung Strand hatte sie noch schnell ihre hübsche kleine niedliche Kompaktkamera in die Tasche rutschen lassen – nur für den Fall der Fälle. Man weiß ja nie … Und siehe da … diese herrliche Baukunst der Küstenregion wäre fast beinahe undokumentiert geblieben, hätte da nicht in letzter Sekunde noch jemand der Silberdistel zugeflüstert: „Nimm wenigstens den ganz winzigen Fotoapparat mit!“ … und so sind wir jetzt in der überaus glücklichen Lage, diese äußerst gelungenen Steinschönheiten gemeinsam anschauen zu können. Vor lauter Begeisterung für diese Turmbauten zu Stoltera vergaß ich ganz die Hühnergötter und diese eventuelle Kunkelei zwischen Göttern und Katzen. Inzwischen denke ich sogar, wir SOLLTEN ganz einfach an den Strand und nicht nach Ivenack. Die 1000jährigen Eichen können auch noch ein oder zwei Tage länger auf uns warten, ob die Steinbauten die nächsten Tage überstehen, das steht auf einem ganz anderen Blatt, wobei … schön wär’s natürlich. Sie sind viel zu hübsch, um an ihnen zu rütteln und zu rühren. Zu gern hätten wir gewusst, ob sie nicht vielleicht doch mit Klebstoff zusammenhingen. Nein, wir haben es nicht gewagt, die kunstvollen Turmbauten zu berühren. Wir wollten diesen wundervollen Zauber, den sie auf uns ausübten, nicht zerstören. Aber was wir tun werden … wir werden irgendwann noch einmal nach ihnen schauen. Ob sie dann verschwunden sind? Oder ob sie gar mehr werden? Was meint Ihr?

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Herr Silberdistel, inspiriert von der Baukunst um uns herum, kreiert selbst ein Werk – hier seine hübsche Kleinkunst

Ach, das muss ich auch noch berichten: Herr Silberdistel ließ sich von der mit so viel Fantasie erschaffenen Steinkunst sogleich inspirieren und wurde selbst künstlerisch tätig. Es war zwar nur Kleinkunst, die er zustande brachte, aber immerhin.  Mich hat sein Werk zutiefst beeindruckt. Wenn er sich noch weiter in dieser Kunst übt, wird er es noch zu Großem bringen. Ich denke, in ihm steckt ein verborgener Künstler.

Übrigens ein Hühnergott lief uns dann doch noch vor die Füße und zwei Steine machten ebenfalls auf sich aufmerksam, wundervoll geformt wie Eier. Gemeinsam mit dem Hühnergott und einem hübschen rotbunten Stein wanderten sie in meinen Rucksack und dann mit mir nach Hause. Ach, und die Sache mit den Katzen und den Göttern, die war plötzlich ganz nebensächlich geworden. Dieser Wandertag hatte seine ganz besondere Bestimmung. Das ist uns inzwischen klar. So, und nun staunt bitte über all die einmalig schönen Kunstwerke, die wir am hübschen Ostseestrand bei Warnemünde gefunden haben.

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Heute blicken wir das vorerst letzte Mal gemeinsam auf den Herbst 2013 und auf unseren Wanderurlaub vom Oktober zurück. Wir hatten am Ende einer kalten und regenreichen Urlaubswoche noch einmal Glück mit dem Wetter. Für einen 19. Oktober war es verhältnismäßig warm, die Sonne verwöhnte uns, als wollte sie sich für die kalten und nassen Tage zuvor bei uns entschuldigen. Da für mich am Abend noch Kofferpacken auf dem Programm stand, nahmen wir uns nur eine vergleichsweise kurze Wanderung vor. Es sollte zur Milseburg gehen. Wir starteten unseren Ausflug am Grabenhöfchen, einem Gasthof, den wir durchaus sehr empfehlen können. Wir haben dort schon sehr gut zu Mittag gegessen, das Eis probiert und auch den Kuchen gekostet. Es war alles durchweg sehr lecker. Dieses Mal allerdings war uns noch nicht nach Mittagessen zumute, wir hatten relativ spät gefrühstückt. So ließen wir nur unser Auto auf dem Parkplatz nahe des Grabenhöfchens zurück und machten uns auf den Weg zur Milseburg, einem Berg, über den ich hier schon in früheren Beiträgen berichtet habe. Wer möchte, kann gern hier oder hier noch einmal nachlesen.
Wenn man am Grabenhöfchen rechts vorbeigeht und am Ende des Parkplatzes den nach rechts führenden Wanderweg weiter verfolgt, sieht man nach wenigen Metern in der Ferne bereits links vom Weg die Milseburg liegen. Dennoch benötigt man noch eine gute Stunde, bis man schließlich am Ziel seiner Wünsche angelangt ist.
Da die Sonne es so ausgesprochen gut meinte, kamen an diesem Tag die goldenen Herbstfarben der Natur ganz besonders gut zur Geltung. Es sah einfach fantastisch aus. Sogar einige Schmetterlinge nutzten den warmen Tag noch für einen kleinen Ausflug. Mit mir und meiner Kamera hatten sie allerdings so gar nichts im Sinn. Kaum war ich ihnen so nahe, dass ich ein hübsches kleines Schmetterlingsfoto hätte schießen können, da war Meister Flattermann auch schon wieder zur nächsten Blume unterwegs. So verging die Zeit für mich quasi wie im Schmetterlingsfluge und ich staunte nicht schlecht, als ich plötzlich am Fuße der Milseburg stand. Auf meiner Schmetterlingsjagd entdeckte ich so ganz nebenbei mehrere wunderschöne Parasolpilze. Sie hätten ein leckeres Abendessen ergeben können, nur … wir waren dummerweise nicht auf eine Pilzsuche eingerichtet, hatten somit auch kein Körbchen dabei. Rotkäppchen wäre so etwas ganz sicher nicht passiert. Mit Kameratasche und Rucksack waren wir eher schlecht ausgerüstete Pilzsucher. Andererseits sahen die Pilze auch viel zu schön aus, um sie einfach ihrer schönen Umgebung zu entreißen, sie in einen Kochtopf zu befördern und ihnen Feuer unter ihrem hübschen Pilzpopo zu machen. Also, wenn sie nicht gestorben sind, dann stehen sie dort noch heute.

00-Panorama - vom Gipfel der Milseburg aus aufgenommen
Nach einer anstrengenden Kletterpartie kam auch ich irgendwann auf dem Gipfel des Berges, auf dem einst ein Riese namens Mils gehaust haben soll, an. Welche Legende sich um diesen Riesen rankt, ist für die Interessierten unter einem der beiden obigen Links zu finden. Hier vielleicht nur so viel, er soll unter der Milseburg begraben liegen. Aber zurück zu meiner Bergbesteigung. Herr Silberdistel war schon fast wieder abmarschbereit, als ich gerade mal mit Müh‘ und Not die 835 m ü. NN, die die Milseburg als drittgrößter Berg der Rhön aufzuweisen hat, bezwungen hatte. Aber nix da! Ich wollte jetzt erst einmal ordentlich in die weite Ferne blicken und dabei natürlich auch ein wenig verschnaufen, bevor es wieder an den Abstieg ging. Bei guter Sicht, und die hatten wir an diesem Tage, ist gegenüber der Milseburg recht gut die Wasserkuppe mit ihrem „Fußball“ auf dem Gipfel zu erkennen, der Berg, auf dem sich die Segelflieger der Rhön zuhause fühlen. Der „Fußball“ ist übrigens eine Radarkuppel aus Zeiten, in denen die Wasserkuppe noch militärisch genutzt wurde.
Eigentlich hätten wir jetzt gut eine Bratwurst gebrauchen können, um wieder etwas zu Kräften zu kommen. Leider war der Gastwirt gerade erst mit dem Anfeuern des Holzkohlegrills beschäftigt. Es würde also noch eine gute Weile dauern, bis wir zu einer heißen Bratwurst kommen würden. Kurz entschlossen kletterten wir den Berg wieder hinab und wanderten weiter, dieses Mal in Richtung der Poppenhausener Kunstmeile. Auf dem Weg liegt der „Eselsbrunn“, eine nette kleine Gaststätte, in der es selbstgebackenen Kuchen gibt. Natürlich hatten wir vor, dort einzukehren und unser Mittagessen ganz einfach durch Kaffee und Kuchen zu ersetzen, und wir wurden auch so gar nicht enttäuscht. Es gab ganz leckeren Walnuss-Apfelkuchen zu essen. Übrigens habe ich, wieder zuhause, durch Zufall ein recht ähnliches Apfelkuchenrezept entdeckt. Dieser Kuchen hat sich inzwischen zu einem unserer Lieblingskuchen gemausert. Ich hatte meine Nachbackkünste hier in meinem Blog sogar veröffentlicht. Wer also noch einmal schauen will, findet den Kuchen hier. Er schmeckt mit ein wenig Schlagsahne dazu ganz besonders gut, und dass Schlagsahne etwas enorm Leckeres ist, das wusste auch die Katze, die im „Eselsbrunn“ ihr Zuhause hat. Wahrscheinlich ahnte sie, kaum dass wir uns häuslich in der Sonne niedergelassen hatten, dass sie in mir ein leichtes Opfer finden würde, wenn sie um einen kleinen Klecks Sahne bitten würde. Offensichtlich genügte der Dame nicht, was ich mir abschwatzen ließ, denn das Kätzchen setzte sich anschließend an die offene Tür zum Gastraum und erhoffte sich wohl noch ein extra Schüsselchen von der Wirtin. Aber da hatte die Pelznase die Rechnung dann doch ohne die Wirtin gemacht, denn es gab nichts außer einem strengen Blick, der besagte: „Die Gaststube ist katzenfreie Zone!“
Satt und zufrieden verabschiedeten wir uns schließlich von der Wirtin und vom Kätzchen und weiter ging’s die Kunstmeile entlang mit ihren am Wegesrand stehenden mitunter recht seltsamen, aber durchaus auch interessanten, Kunstwerken.  Inzwischen waren auch die letzten Kunstwerke, die sich bei unserem Besuch vor einem Jahr noch als namenlose Kunst erwiesen hatten, mit Schildern versehen. Sie verrieten uns endlich, wie der kunstfertige Figurenschnitzer heißt und vor allem, welchen Namen er seinem hölzernen Wesen gegeben hatte. So sind wir tatsächlich auch bei dieser Wanderung wieder ein wenig klüger und weiser geworden, und vor lauter Bildung merkten wir gar nicht, wie die Zeit verging, denn urplötzlich standen wir schon wieder am Grabenhöfchen und vor unserem Auto.
Apropos weise, ich habe auf dem letzten Stück des Wanderwegs nicht nur meinen Kunsthorizont erweitert, ich habe außerdem noch erkennen dürfen, dass die Milseburg nur unwesentlich höher ist als eine Rotgescheckte. Der Bildbeweis hängt hier unten an. Seltsam nur, dass mir beim Aufstieg auf den, wie ich nun weiß, recht kleinen, Milsehügel trotzdem so erstaunlich warm wurde, dass mir die Schweißtropfen von der Stirn perlten.

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