Archiv für die Kategorie ‘Geschichten’

… werden wir Silberdistels jetzt – wir machen Blogpause …

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… und sind dann also mal fort, weil … der Sommer hat noch einiges mit uns vor. Oder war es die Enkeltochter, die uns wieder einmal so allerlei Beschäftigung angedroht hat? Nun, wer auch immer, das wirkliche Leben meint, es gibt auch fernab von Schreibtisch und PC so allerlei Interessantes zu tun und zu entdecken. Und wenn wir jetzt nicht endlich zu unserer sommerlichen Entdeckungsreise aufbrechen, ist dieser ohnehin sehr schwächelnde Sommer vielleicht still und leise an uns vorüber gegangen und wir haben es noch nicht einmal gemerkt.

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Wir machen uns denn mal auf die Socken, um zumindest das Wenige, was der Sommer in diesem Jahr im Gepäck zu haben scheint, noch mitzunehmen.

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Unsere graue Eminenz hat sich schon mal den besten Platz gesichert – im Grünen, wie man sieht, noch dazu äußerst gemütlich gepolstert und für alle Fälle trocken. Man weiß ja nie, zumal der Sommer momentan sehr tränenreich unterwegs ist. Andererseits ist sie mit ihrem regensicheren Plätzchen dennoch dicht an der Natur – an Vogelgezwitscher, summenden Insekten und bunter Blumenpracht. Was will man mehr als Katzendame im fortgeschrittenen Alter?

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Andere aus der Familie Silberdistel schauen vielleicht lieber den Rotschwänzen bei ihrer Arbeit zu.

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Und sollte der Sommer doch noch heiß werden, dann wissen wir Silberdistels auch für Abhilfe zu sorgen.

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Dann machen wir es wie unsere Kröte Arni, wir springen ins kühle Nass. Nur keine Angst, wir bringen nicht Arnis kleines Gartenteichlein zum Überlaufen. Das lassen wir ihm. Wir springen lieber in die große Badewanne vor unserer Haustür – in unsere Ostsee.

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Und die silberdisteligen Familienmitglieder, die es nicht so gern nass mögen, die baden voller Vergnügen in der Katzenminze.

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Und noch wieder andere baden einfach in Glückseligkeit.

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Kurz und gut, jeder von uns wird den Sommer auf seine Weise genießen und am Ende hoffentlich ganz erholt und fit hier wieder in unser bücherstaubiges Stübchen zurückkehren. Ja, da dürfte es fast schon Herbst sein. Bis dahin aber alles Liebe für Euch, habt eine schöne Zeit und genießt auch Ihr den Sommer und lasst Euch nicht von seiner eventuellen kalten Schulter beeindrucken! 😉

… unsere graue Eminenz, denn sie hat heute …

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Geburtstag

Und so, wie auf dem Bild hier oben, sah sie aus, als sie am 23. September 2003 zu uns kam. Auch wenn sie auf dem Foto so unschuldig und vielleicht auch ein wenig ängstlich schaut, …

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… das täuschte gewaltig, denn sie war ein enormer Wirbelwind und sie ging nicht nur über Tische und Bänke, sie machte auch vor uns Silberdistels nicht halt. Jeans tragen wurde plötzlich für uns geradezu zur Pflicht, denn unser Katzenkind krabbelte mit wahrer Begeisterung und in rasanter Geschwindigkeit an unseren Hosenbeinen hoch, um Tische, Regale und Schränke zu erreichen, auf die sie noch nicht springen konnte. Wir dienten als Ersatzkletterbaum.

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Einen Tag später brachten wir ihr einen Spielkameraden mit – einen 12 Wochen alten Maine Coon Kater, der sie an Größe nahezu mächtig überragte. Ich hatte später immer Angst, er würde unser kleines Katzenmädchen eines Tages beim Spiel erdrücken. Aber der kleine graue Wirbelwind ließ sich nie unterkriegen. Schnell wurden die beiden zu engen Freunden.

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Viel Schönes, Lustiges und mitunter auch Aufregendes haben wir mit ihr und natürlich auch mit ihrem und unserem langjährigen Begleiter Bärchen erlebt. Etliche Geschichten habe ich hier im Blog festgehalten. Für mich sind es wundervolle Erinnerungen.

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Inzwischen ist unsere nun schon 14 Jahre alte graue Lady nicht mehr ganz so aktiv. Sie schläft gern und viel. Ihr allerliebster Schlafplatz ist schon eine ganze Weile mein Schreibtischsessel. Und wenn ich ihn gerade besetze, weiß sie sehr wohl, wie sie mich nötigen kann, aufzustehen und den Sessel ihr zu überlassen.

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Wer kann diesem Blick schon widerstehen? Aber wenn ich das dann doch einmal kann, fuscht sie mir auch mal ordentlich ins Handwerk und übernimmt mal schnell die Arbeit am PC  – ganz nach dem Motto:  Wenn die Arbeit getan ist, wird die Silberdistel ja wohl den Sessel freigeben.

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Da zeigt sie mir, was eine Katze in ihrem Alter noch alles kann. Ganz flink klimpert sie mit ihren flauschigen Zehen über die Tastatur und …

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… schon hat sie ein Screenshot geschossen und gleich noch gut abgespeichert.

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Katze müsste man sein. Ich grüble jedes Mal neu, wie das noch war mit den Screenshots. Aber wozu habe ich schließlich meine kluge graue Eminenz?

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Und da ich nun eh schon wieder einmal vor meinem Schreibtischstuhl stehe, kann ich auch gleich die obligatorische Thunfischgeburtstagsfrühstücksdose öffnen und dann wird ordentlich Katzengeburtstag gefeiert.

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Na, wie wäre es einmal zur Abwechslung mit einem Trip rund um den Globus? Noch dazu, ohne dafür sein Köfferchen packen, ins Auto, in die Bahn oder gar ins Flugzeug steigen zu müssen. Wäre das nicht ein Deal? Für unseren Trip würde nämlich eine kleine gemütliche Leseecke schon genügen. Die gibt es doch sicher im Garten oder auf dem Balkon – mit einem bequemen Liegestuhl oder mit einer von der Lieblingsrose umrankten Bank, davor ein Tischchen, darauf ein Glas mit einem verlockend kühlen Getränk oder ersatzweise eine Tasse herrlich duftenden Kaffees oder ein Cappuccino mit einem Berg von leckerer Sahne. Wer sich auf Weltreise begibt, muss schließlich auch irgendwann die müden Geister wieder ein wenig aufwecken, damit das Abenteuer weitergehen kann. Und unser Abenteuer wird noch dazu ein ganz besonderes, ungewöhnliches werden. Da muss schon mal Energie nachgetankt werden.
Na, wie ist es? Alles parat? Die Sonne blinzelt auch ein wenig durch das Grün des Apfelbaums, unter dem unser Liegestuhl seinen Platz gefunden hat? Perfekt! Dann kann es also losgehen.

Vom Liegestuhl aus um die Welt

Um es gleich am Anfang zu sagen, unser Trip ist kein gewöhnlicher. Aber gewöhnlich kann schließlich jeder. Wir wollen die ganz große Welt erleben, wir wollen nicht nur hinein schnuppern in die Welt der Reichen und Schönen, wir wollen dort einen Platz finden und erleben, wie es ist, auf großem Fuße zu leben, nur zu genießen, ewig und immer auf Urlaub zu sein.
Tja, und um da hineinschnuppern zu können, brauchen wir natürlich Geld, denn ohne Geld geht da nichts, rein gar nichts. Da wir nun dummerweise für unser bisheriges normales und eher unaufgeregtes Leben Tag für Tag hart arbeiten mussten, dürfte unser Kleingeld wohl eher weniger für das große Leben von Welt reichen.

Aber ich weiß jetzt, wie es gehen könnte, denn ich habe gerade einen jungen Mann kennengelernt, an dessen Fersen wir uns gleich heften werden. Der scheint nämlich irgendwie den Dreh rauszuhaben, wie man zu genügend Kleingeld kommt, um sich unter die Reichen und Schönen mischen zu können. Ob uns seine Variante, durchs Leben zu gehen, gefallen wird? Folgen wir ihm doch ganz einfach auf seinem Weg durch sein etwas anderes  Leben und bilden uns dann ein Urteil darüber.

Aber zuvor klären wir vielleicht noch ein paar Fragen, damit wir am Ende auch richtig urteilen. Beginnen wir mit folgender Frage:
Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, ob es das mit dem Leben, so wie es bisher gelaufen ist, nun schon gewesen sein soll? Fehlt da nicht irgendwie noch etwas ganz Großes, ganz Besonderes? Sind da nicht immer noch Träume offen, die man gern erfüllt sehen würde, Träume, die sich fernab vom täglichen Einerlei, von Verpflichtungen und Verantwortung bewegen?
Also ich habe schon mehr als nur einmal von einem großen Lottogewinn geträumt, um endlich genau diese unerfüllten Träume schnell noch wahr werden zu lassen.
Und mal ehrlich, hat man nicht auch schon einmal im Geiste mit seiner besten Freundin oder seinem besten Kumpel eine Bank überfallen? Wie toll wäre es, den ganz großen Coup zu landen, nie wieder Geldsorgen zu haben und nie wieder von einem Arbeitgeber abhängig zu sein? Gibt es nicht immer wieder diese berühmten Beispiele, die besagen, dass der oder die Täter nie gefasst wurden?
Tja, und wer war nicht voll heimlicher Bewunderung für die Meisterdiebe in solchen Filmen wie „Über den Dächern von Nizza“ mit Carry Grant oder „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ mit Steve McQueen? Die Neuverfilmung des „Thomas Crown“ mit Pierce Brosnan, „Die Thomas Crown Affäre„, hat mich auch schwer begeistert. Okay, vielleicht hat ja auch der charmante Pierce Brosnan viel dazu beigetragen, dass ich Meisterdiebschwärmerin wurde.

Ja, diese schicken Diebe – intelligent, charmant, humorvoll und immer einen Tick klüger als die Polizei – konnten wohl nicht nur Frauen begeistern. Dieser junge Mann, den ich da gerade kennengelernt habe, der ist ebenfalls überaus begeistert von diesen cleveren, selbstsicheren und charmanten Gentleman-Dieben. Bei ihm allerdings bleibt es nicht beim Anhimmeln der locker und lässig daherkommenden Einbrecher von der Filmleinwand, er lässt Taten folgen, um genau dieses abenteuerliche Leben der filmischen Meisterdiebe zu seinem eigenen Leben zu machen. Wie es ihm letztendlich gelingt, habe ich erfahren, weil ich seinen Spuren ganz einfach gefolgt bin, und diese Spuren führten mich über den Roman „Ein Dieb – Bekenntnisse“ von Lucien DeLong zu ihm.
Na, Lust bekommen auf ein paar diebisch spannende Augenblicke? Also dann, den Liegestuhl noch einmal zurechtgerückt und los geht’s!

DeLong - Ein Dieb

Aber an wessen Fersen heften wir uns da eigentlich?

Diese Frage wollt Ihr sicher auch noch beantwortet haben. Man möchte ja schließlich wissen, mit wem man es zu tun hat.

Das Leben unseres Romanhelden lief zunächst wie das Leben vieler anderer Menschen ab – Grundschule, Abitur, Wehrdienst, Lehre. 23jährig verdient er seinen Lebensunterhalt schließlich  in einem Reprostudio. Das Geld reicht gerade so zum Leben. Aber so, wie sein Leben läuft, findet er es stinklangweilig, öde und trist. Unvorstellbar für ihn, auf ewig so weiterleben zu müssen. Der Alltagstrott, wie er ihn auch von seinen Eltern und Freunden kennt, kann doch nicht das Leben sein. Sollte man es nicht in vollen Zügen auskosten, alles mitnehmen, was nur geht? Alles oder nichts?

Und so kommt ihm genau im richtigen Moment ein Zufall zu Hilfe, um aus diesem Nichts alles zu machen, aus diesem öden täglichen Einerlei auszubrechen. In einem Gespräch mit seinem besten Kumpel erfährt er so ganz nebenher, dass die Tageseinnahmen eines Einkaufszentrums abends jeweils von einer einzelnen weiblichen Person zu einem Nachttresor gebracht werden. Welche Gelegenheit! Ist es nicht genau das, wovon er schon immer geträumt hat – die Gelegenheit für den ganz großen Coup?

Was zunächst nur als Gedankenspiel abläuft, wird dann doch bitterer Ernst. Er überfällt die Geldbotin und eignet sich unerkannt die Tageseinnahmen des Einkaufszentrums an. Und weil es so perfekt geklappt hat, wiederholt er den Überfall ein Weilchen später – ebenfalls erfolgreich. Danach setzt er sich mit seinem neuen Reichtum nach Jamaika ab. Und so beginnt ein neues und aufregendes Leben für ihn, ein Leben, wie er es sich schon immer erträumt hat:

„Mein neues Leben begann! Nie werde ich dieses Glücksgefühl vergessen, dieses dicke fette Grinsen auf meinem Gesicht, mit dem ich, den Koffer in der Hand in die Sonne trat. Diesen jubelnden Schrei, den ich innerlich ausstieß, diesen Sprung, den ich tat. YES! Das Leben lag vor mir, war groß und wunderbar. Das Paradies war hier!“ (S. 15)

Einmal Paradies – immer Paradies?

Na, war doch ganz einfach bis hierher, oder? Geht’s noch paradiesischer, wenn man weiten Strand, Meer, Sonne und Palmen vor sich hat? Und das Geld stimmt auch, um aus dem neuen Leben einen ewigen und immerwährenden Feiertag zu machen. Urlaub ohne Ende. Was kann schöner sein?

Für eine gewisse Weile mag sich ein solches Leben toll, wundervoll und erfüllend anfühlen. Ob aber nicht auch daraus irgendwann wieder so etwas wie Normalität wird und dann alles wie zuvor ist? Nur an einem anderen Ort?

Unserem Aussteiger aus dem normalen Leben wird genau das bald klar, denn tatsächlich verliert sein neues Paradies ganz heimlich, still und leise für ihn den Reiz. Das Neue ist weg, das tägliche Einerlei macht sich wieder breit, wenn auch auf einer anderen Stufe der Lebensleiter. Ernüchterung folgt dem Hoch. Nach gerade mal drei Monaten auf Jamaika, in denen unser Romanheld das Leben in vollen Zügen genossen und das Geld mit vollen Händen ausgegeben hat, hängt ihm diese paradiesische Insel, dieses paradiesische Leben voller Partys, Sex und Alkohol, dieser Dauerurlaub zum Halse heraus. Deprimiert und unzufrieden mit sich und der Welt durchstreift er die Insel und  bekommt dabei eine Ahnung von dem, was einen Wunschtraum vom einem endlich wahr gewordenen Traum unterscheidet:

„Nicht immer ist der Traum ein Traum, wenn er wahr wird, und manchmal ist der Preis zu hoch. Mancher Traum bleibt besser dort, wo er entstand – im Kopf, und nur dort ist er wunderbar. Der Realität hält er nicht stand.

Im Kopf steht ein Traum nur für sich, die Realität und das Umfeld sind ausgeblendet. Doch im wahren Leben füllen Palmenwipfel und Sonnenaufgänge nicht den Tag. Der Traum ignoriert die Schlangen, die Menschen, die Unwetter und Unbill.“ (S. 23 f.)

Und er merkt auch bald, dass ihm trotz allen Geldes etwas fehlt. Er fühlt sich einsam und erfährt, dass das noble Leben in vornehmen Hotels, schicke Anzüge und tolle Autos auch nicht das allein Seligmachende sind.

Als nach einem halben Jahr dann auch nur noch die Hälfte des erbeuteten Geldes übrig ist, muss er sich darüber klar werden, wie es weitergehen soll. Ursprünglich hatte er geglaubt, mit einem einzigen großen Coup für den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben. Weiter hatte er nie gedacht. Doch jetzt muss er darüber nachdenken, wie er sein Leben von dem Moment an gestalten soll, in dem das Geld aufgebraucht sein wird.

Wenn einem „normal“ nicht genug ist

In einem fremden Land das neu zu beginnen, vor dem unser Aussteiger aus seiner Heimat Deutschland geflohen ist, erscheint ihm undenkbar. Er will nach wie vor kein langweiliges normales Leben führen, keinem normalen Arbeitsalltag nachgehen. Es bleibt ihm eigentlich nur ein Weg übrig. Er wird als Dieb leben müssen. Und so findet er seine neue Bestimmung – in einem Leben als Dieb. Und dieser Dieb soll nach seiner Vorstellung zu einem Meisterdieb werden, ein Meisterdieb, wie ihn Cary Grant und Steve McQueen darstellten. Wie wundervoll aufregend würde dieses Leben werden?
Und da ohnehin die Geldvorräte irgendwie erneuert werden müssen, wird der nächste Diebstahl sogar zu einer Notwendigkeit. Nach diesem erneuten Coup muss unser Dieb Jamaika jedoch verlassen, denn gefasst werden möchte er natürlich auch dieses Mal nicht, und so beginnt sein Trip rund um den Globus.

Von Diebeszug zu Diebeszug wird er geschickter und cleverer, und das nötige Quentchen Glück ist ebenfalls immer an seiner Seite.
Während wir mit ihm von Nobelhotel zu Nobelhotel durch die Welt reisen, denn nur, wo Geld ist, kann man auch zu Geld kommen, lernen wir nicht nur etwas über das Handwerk unseres etwas anderen „Reisebegleiters“, wir lernen nebenher auch viele Orte und Landschaften rund um den Globus kennen. Wir verbringen interessante Tage auf Cuba, im Steuerparadies auf den Bahamas und reisen von dort aus weiter nach New York.
Wir wandeln in Havanna an kolonialen Prachtbauten, Festungen und Stadtpalästen vorüber und genießen die immer und überall gegenwärtige Musik. Wir staunen über den ungeheuren Luxus auf den Bahamas und verspüren die enorme Anspannung und Aufregung unseres Diebes beim Ausrauben diverser Zimmer in einem der teuren Luxushotels. In New York lernen wir schließlich, dass es den einen großen Coup wohl nicht gibt und dass auch Diebsein in Arbeit ausarten kann.

Während all dieser Reisen und Diebeszüge lernen wir gemeinsam mit unserem „Reiseführer“ auch viele Menschen kennen. Verwundert stellt er fest, dass auch der normale Alltag eines Menschen ungeheuer spannend sein kann. Nie hätte er das bis dahin für möglich gehalten. Hatte er doch sein eigenes „altes“ Leben als entsetzlich langweilig und öde empfunden. Er hatte ganz einfach von seinem eigenen tristen Leben auf das aller anderen geschlossen.

Während seiner Reisen, die ihm seine „Geschäfte“ immer wieder aufzwingen, begegnen ihm auch zwei Frauen, Frauen, an denen ihm erstmals wirklich etwas liegt. Doch lassen sein Wanderdasein, seine „Tätigkeit“ überhaupt eine ernsthafte Bindung zu? Ist sie nicht immer zum Scheitern verurteilt? Ihm wird schmerzhaft bewusst, dass er durch seinen „Beruf“ bedingt, als Einzelgänger durchs Leben läuft und wie schwierig es ist, ein ganzes Leben mit einer Lüge leben zu müssen.

Lesevergnügen? Oder eher nicht?

Ob unser Romanheld doch noch die berühmte Kurve zurück ins normale Leben kriegt? Oder wird er tatsächlich zu DEM Meisterdieb, wie es ihm die großen Filmhelden vorgemacht haben? Wie wär’s, wenn Ihr das selbst herausfindet? Ich schleiche mich jetzt ganz heimlich aus meinem Liegestuhl fort und lass Euch allein mit Euren Gedanken über den ganz großen Coup.

Aber bevor ich mich durch mein bücherstaubiges Türchen für heute davonmache, sollt Ihr schnell noch erfahren, wie mir diese abenteuerliche Reise im Schatten eines Diebes gefallen hat.

Um ehrlich zu sein, war ich zunächst etwas skeptisch, als mir vom Phantomverlag angeboten wurde, das Buch zu lesen und gegebenenfalls zu rezensieren. Würden mich die Bekenntnisse eines Diebes wirklich so brennend interessieren, dass ich dafür andere spannende Lektüren, die sich auf meinem Nachttischchen schon bis fast unter die Decke stapeln, erst einmal würde zur Seite schieben wollen? Aber als ich durch den Trailer zum Buch …

… und durch den Text auf dem Cover über den Vergleich mit „Über den Dächern von Nizza“ und mit „Thomas Crown“ erfuhr, wurde ich dann doch ein kleines bisschen neugierig. Ja, sie hatten mich am Haken, und ich blieb auch während der Lektüre am Haken. Der Schreibstil nämlich gefiel mir sofort und einmal angefangen, musste ich natürlich auch wissen, wie es weitergeht.

Und bald zog mich diese etwas andere Reise durch ferne Länder in ihren Bann. Schön und detailliert beschrieben sind die Besonder- und Eigenheiten einzelner Städte und die Lebensart der dort lebenden Menschen. In Teilen könnte das Buch einem Reiseführer durchaus alle Ehre machen. Wenn es nicht sogar fast das Zeug zu einem kleinen ReiseVERführer hat.
Wer weiß, vielleicht werde ich irgendwann sogar einmal dort wandeln, wo ich eben noch mit einem Dieb unterwegs war. Allerdings schweben mir eher keine Raubzüge vor. Ich bleibe dann doch lieber bei meinem normalen Leben. Ich brauche meine Vergangenheit, meine Familie, meine tierischen Mitbewohner, meine Freunde und ein eher unaufgeregtes Leben, das durchaus auch ohne Stress und Panik im Nacken spannend und unterhaltsam sein kann. Na, und meine vielen Bücher möchte ich auch nicht immer irgendwo zurücklassen müssen, denn ein Dieb kann immer nur mit kleinem Koffer reisen.

Ebenso bildreich wie Orte und Landschaften wird auch die Gefühlswelt des Protagonisten beschrieben. Es macht richtig Spaß, in diese Gefühlsbeschreibungen einzutauchen. Einzelne Szenen musste ich immer wieder lesen, sie mir förmlich auf der Zunge zergehen lassen.

Am Ende habe ich ein Buch aus der Hand gelegt, das ich nach anfänglichen Zweifeln gerne gelesen habe. Das Ende allerdings hatte ich mir etwas anders erhofft. Aber ich will hier nicht zu viel verraten. Ihr wollt ja schließlich noch selbst auf die Reise gehen.
Eines kann ich aber doch noch verraten, nämlich die Antwort auf die obige Frage: Lesevergnügen? Oder eher nicht?

Sie lautet: Und ob es ein Lesevergnügen für mich war!

Für diejenigen, die nun hoffentlich ganz neugierig geworden sind, hier noch die genauen Angaben zum Buch. Es kommt übrigens als richtig schön gebundenes Buch mit einem Hardcover daher und kostet 14,90 Euro.

DeLong, Lucien: Ein Dieb : Bekenntnisse ; Roman. – Berlin : Phantom Verl., 2017. – 143 S.
ISBN 13-978-3-927447-07-3

Es war irgendwann Anfang Juni, als ich in unserem Vorgarten meine Weigelie ein wenig beschnitten habe. Ein kleiner Ast ragte etwas störend in den Weg hinein. Da der vorwitzige Zweig weder den Postmann noch andere Besucher zu Fall bringen sollte, musste er notgedrungen weichen. Dummerweise schmückte sich die Weigelie gerade mit ihren herrlich roten Blüten.

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Das machte mir den Rückschnitt natürlich gar nicht so leicht, zumal auch dieser Zweig etliche Blüten trug. Entsorgen konnte ich ihn nicht. Das ließ mein Gärtnerherz einfach nicht zu. Da es gewöhnlich immer mitdenkt, unterbreitete es mir auch gleich einen Vorschlag.

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Der Weigelienzweig könnte uns Silberdistels doch noch eine Weile in einer Vase stehend Freude bereiten. Gute Idee, dachte ich mir. Und so wanderte er in eine Glasvase und auf den Tisch in unserem Wintergarten.
Da stand er nun und entfaltete nach und nach noch viele weitere Knospen zu wunderschönen Blüten. Er zeigte sich überaus dankbar dafür, dass er noch eine zweite Chance bekommen hatte.

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Seine Dankbarkeit ging sogar noch viel weiter. Eines Morgens, Herr Silberdistel und ich saßen gerade im Wintergarten beim Frühstück, fragte er mich, ob er das richtig sehen würde, dass unser Zweig sich anschickte, Wurzeln zu schieben.
Jetzt schaute auch ich genauer hin und tatsächlich sah es so aus, als würde der Zweig zu ganz neuem Leben erwachen wollen. Die Rinde des Teils, der im Wasser stand, war an einigen Stellen aufgeplatzt und kleine weiße Knubbelchen schoben sich daraus hervor.

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Der Zweig wurde in dem Teil, der im Wasser stand und nun offensichtlich wurzeln wollte, dicker und dicker, sodass wir es für klüger hielten, ihn in eine andere Vase, eine mit einer größeren Öffnung, umziehen zu lassen.

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Sicher ist sicher, denn wer weiß, ob wir ihn am Ende, würde er weiter so an Umfang zunehmen, noch durch den schmalen Vasenhals hätten herausziehen können.

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Um es besser zu veranschaulichen, wie sich der Teil des Weigelienzweiges, der im Wasser stand, im Laufe der Wochen verwandelt hat, habe ich ihn zum Fototermin kurz aus der Vase genommen. Auf dem rechten Bild hier oben sieht man oberhalb meines Logos ganz deutlich eine kleines Würzelchen.
Was sagt mir also mein Zweiglein? Es lebt und möchte weiterleben. Das soll es auch. Es bekommt natürlich einen extra schönen Platz in meinem Garten. Hätte der Zweig nicht in einer Glasvase gestanden, wäre uns dieses kleine Wunder der Natur sicher entgangen. Wir Silberdistels fanden es überaus spannend, dabei zuschauen zu können, wie der Zweig zu neuem Leben erwachte. Für mich war es durchaus erstaunlich, dass der Weigelienzweig trotz zahlreicher Blüten und voller Belaubung Wurzeln geschoben hat. Das muss ein ziemlicher Kraftakt für ihn gewesen sein. Er hat sich also allemal verdient, dass er bald wieder in den Garten und somit in nahrhafte Erde umziehen darf.

… könnte man vielleicht glauben, dass derjenige eventuell förmlich in Geld schwimmt. In diesem speziellen Fall, auf den ich hinaus will, ist der Begriff  „steinreich“ nicht übertragend zu sehen, sondern durchaus einmal wörtlich zu nehmen.
Das Katerchen aus dem Katerchen-Blog ist sicher dem einen oder anderen Besucher meines Blogs ein Begriff. Liest und kommentiert Katerchen hier bei mir doch bereits seit etlichen Jahren und noch dazu überaus fleißig. Na, und wenn ich noch hinzufüge, dass zum Katerchen der Pelzträger Paulimann gehört, dann sollte es doch wohl jetzt bei fast jedem klingeln und vielleicht hat der eine oder andere sogar schon beim Katerchen-Blog vorbeigeschaut.
Viele Jahre haben die beiden die Bloggerwelt mit ihren netten und oft sehr lehrreichen Erlebnissen erfreut. Nun schließen sie leider bald ihre Blogtür. Sie möchten endlich ihren wohlverdienten Ruhestand genießen und das bedeutet für sie zum Leidwesen all ihrer Fans auch Blogruhestand. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige, die das sehr bedauert, haben mir die Geschichten vom und um den Paulimann mit seinem Frauchen und die vielen interessanten Beiträge rund um die Natur doch immer viel Freude bereitet und bei mir sogar so manche Wissenslücke geschlossen. Die beiden werden mir fehlen. Andererseits gönne ich ihnen ihren Ruhestand, und sie haben ja versprochen, ab und zu einmal durch mein bücherstaubiges Türchen zu schauen und ein kleines Lebenszeichen dazulassen. Das ist zumindest ein Trost, wenn auch ein schwacher.

Aber was nun haben das Katerchen und der Paulimann mit diesem, meinem heutigen, Beitrag zu tun? Ganz einfach! Genau sie sind nämlich diejenigen, die von sich sagen können, dass sie steinreich sind. Und jetzt kommt es gleich noch viel schöner. Wir Silberdistels durften sogar an ihrem Reichtum teilhaben, wir bekamen, man lese und staune, sogar ein wenig davon geschenkt. Wie es dazu kam, möchte ich im Folgenden erzählen.

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Es begann im Jahre 2014. Ich berichtete hier im „Bücherstaub“ immer wieder einmal von meinen/unseren silberdisteligen Strandspaziergängen und dass ich eher selten einmal ohne ein steiniges Mitbringsel von diesen Wanderungen entlang der Ostseeküste heimkehrte.
Westlich von Warnemünde ist der Strand geradezu mit Steinen bedeckt. Wer einmal dort war, der hatte ganz sicher auch schnell ein steiniges Mitbringsel in der Tasche. Die Steilküste dort sorgt ständig für steinigen Nachschub. So erblickt nicht selten auch eine interessante Versteinerung nach vielen Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten oder mehr im Dunkeln wieder das Licht der Welt, indem sie bei Sturm und Regen bei einem Küstenabbruch mit in die Tiefe rauscht und später von der sie noch umgebenden Erde durch das Wasser der Ostsee freigespült wird. So mancher Fossiliensammler ist hier schon fündig geworden.

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Durch meine Beiträge aus der „Blauen Serie“ kamen das Katerchen und ich über solche Fossilienfunde und unsere gemeinsame Steinsammelleidenschaft immer wieder einmal ins Gespräch.

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Ein Hühnergott, den mir bei einem Strandspaziergang ein älterer Herr ganz stolz zeigte

So mancher Hühnergott und Donnerkeil sind von solchen Wanderungen entlang der Küste in meine Tasche und dann mit mir nach Hause gewandert. Edlere Funde waren schon eher selten dabei, dafür dann aber umso wertvoller und eine ganz besondere Bereicherung unserer kleinen Fossiliensammlung. Im Laufe vieler Jahre haben wir etliche Seeigel, Korallen, zu Stein gewordene Muscheln, versteinerte Reste von Kopffüßern und mehr gefunden. Eigentlich fand ich unsere Sammlung bisher durchaus recht  ansehnlich.

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Aber als ich dann erfuhr, wie riesig Katerchens Steinsammlung ist, war ich doch mehr als beeindruckt. Das obige Foto vom Katerchen zeigt nur einen bescheidenen Teil der gewaltigen Sammlung. Das ist doch wirklich etwas, das man wahrlich als steinreich bezeichnen kann. Oder?
Mit diesem Foto und einigen Fotos mehr kam auch eine Einladung an uns, den ganzen Reichtum einmal aus der Nähe, also in der Wirklichkeit, bewundern zu dürfen.
Bis es dann aber endlich soweit war, dass wir Silberdistels uns tatsächlich auf den Weg zum steinreichen Katerchen machten, vergingen noch einmal viele Monate, letztendlich gingen noch einmal fast zwei Jahre ins Land.
Dann aber war es endlich soweit. Jetzt im April diesen Jahres, in der Woche vor Ostern, fanden wir einen gemeinsamen Termin.

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Kater Paulimann – noch misstrauisch den Gästen gegenüber

Am frühen Nachmittag treffen wir beim Kater Paulimann und seinem Frauchen ein. Wir werden mit Kaffee und leckerem Kuchen empfangen und lernen neben Paulimann sein sehr sympathisches Frauchen kennen. Paulimann, der Star in so vielen Geschichten aus dem Katerchen-Blog, ist zunächst ein wenig misstrauisch den beiden Gästen gegenüber, …

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Dann siegt doch die Neugierde und Paulimann schaut die Gäste ein wenig näher an

… doch dann scheint er uns als harmlos einzustufen.  Vorsichtig werden wir ein wenig näher in Augenschein genommen und dann wohl als harmlos eingestuft. Wir dürfen also noch ein Weilchen bleiben und mit seinem Frauchen plaudern …

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Aber nicht nur Versteinerungen sind Gesprächsthema, auch die Fototechnik wird verglichen

… und das tun wir dann auch recht ausgiebig. Nicht nur die vielen Steine sind Gesprächsthema, es gibt noch viel mehr gemeinsame Interessen – zum Beispiel die Fototechnik, über die hier gerade unsere Gastgeberin Katerchen und Herr Silberdistel diskutieren.
Leider ist der Nachmittag viel zu kurz. Wir können längst nicht jeden einzelnen Stein bewundern und Gesprächsstoff gäbe es auch noch außerhalb von Steinen und Fotografie in Unmengen. Am Ende haben wohl nicht nur wir Silberdistels den Eindruck, wir würden uns schon ewig kennen.

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Leider ist unser Heimweg noch lang. Wohl oder übel müssen wir uns verabschieden. Es war schön beim Katerchen und dem pelzigen Blogstar Paulimann. Danke Euch beiden, wir haben uns bei Euch ausgesprochen wohlgefühlt.

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Und am Ende habt Ihr uns nicht nur einen schönen und interessanten Nachmittag geschenkt, nein, Ihr habt uns auch noch steinreich gemacht und habt uns von Eurem Reichtum ein mächtig großes Kistchen mit auf die Reise gegeben. So machten wir uns letztendlich schwer beladen auf den langen Heimweg und zu unserer kleinen Sammlung gesellte sich viel Neues.

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Inzwischen haben nun alle steinigen Geschenke vom Katerchen ihren Platz gefunden. Einige zieren ein Fensterbrett und die anderen machen sich sehr gut in unserem Wintergarten, und damit ich nicht immerzu mit dem Staubwedel jedes einzelne Steinchen entstauben muss, haben die Reliquien aus längst vergangenen Zeiten in dekorativen Gläsern Platz gefunden.

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Nachfolgend sind noch einmal einige besonders schöne Einzelstücke zu sehen.

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Da wollte ich doch neulich gerade in den Garten eilen, um dort vor dem Mittagessen  schnell noch ein paar Handgriffe zu verrichten, als ich auf meinem Weg durchs Wohnzimmer ein seltsam grünes Blatt auf dem Teppich entdeckte. Im ersten Moment dachte ich, eine der Katzen hätte ein Blatt von unserer Korkenzieherhasel im Pelz mit hineingeschleppt und dort verloren. Nicht selten ist der Weg vom Wintergarten quer durchs Wohnzimmer bis hin zum Katzenfressplatz in der Küche mit solchen Katzenmitbringseln förmlich gepflastert. Während ich noch so auf das vermeintliche Blatt starrte, bewegte es sich plötzlich, obwohl doch im Wohnzimmer totale Windstille herrschte. Je näher ich  dem Blatt kam, umso mehr verformte es sich in meinen Augen und schließlich verwandelte es sich in ein grünes Lebewesen. Wow! Da lag mir doch tatsächlich etwas Königliches zu Füßen.
Hatte mir etwa eine der Katzen diesen entzückenden Froschkönig ins Haus getragen? Oder war der königliche Besucher auf eigenen vier Füßen in unser Wohngemach gehüpft? Sofort fiel mir der Film „Ein Kuss mit Folgen“ ein, in dem ein in einen Frosch verwandelter Königssohn versuchte, wieder in seine menschliche Gestalt zurück verwandelt zu werden. In seiner Not suchte er krampfhaft nach einer Frau, die ihn küssen und damit die Verwandlung wieder rückgängig machen sollte. Hm, nun ja, eigentlich hatte ich meinen Prinzen ja schon vor sehr langer Zeit gefunden und was man hat, das weiß man. Was man bekommt, das ist doch irgendwie immer ungewiss – selbst bei einem König.
Vielleicht sollte ich der Sache lieber erst einmal auf den Grund gehen und erforschen, wie der kleine Froschkönig in unser Wohngemach kam.  Danach würden wir weitersehen. Vielleicht könnte dem grünen Gesellen ja auch ohne Kuss zu seinem Glück verholfen werden.
Ach, da ist ja unser Keks, mein Hauptverdächtiger in puncto Frosch-Kidnapping.

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„Heh, Keksilein, hast DU den Frosch in unser Wohnzimmer getragen?“
„Stör mich nicht, Silberdistel, ich meditiere gerade.“
„Du mediwas? Nee, also Sachen gibt es in diesem Hause … Also gut, befrage ich erst einmal die anderen Herrschaften?“

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„Graue Eminenz, weißt Du etwas über den Frosch in unserem Wohnzimmer?“
„Frosch? Ich? Damit gebe ich mich nicht ab. Frösche schmecken nicht.“

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„Ach Torty, wie schön, dass Du auch hier bist. Sag mal, weißt Du, wie der Frosch in unser Wohnzimmer gekommen ist?“
„Tja, Silberdistel, vielleicht gehüpft?“
„Tolle Antwort, Torty, danke! Weißt Du vielleicht auch noch, ob er auf den eigenen vier Beinen hinein ins Wohnzimmer gehüpft ist?“

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„Vielleicht auch auf denen von Keks? Aber nun lass mich schlafen, Silberdistel.“
„Du meinst auf den Beinen von Keks, Torty? Dachte ich es mir doch gleich. Dieser Schlingel!“

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Während ich noch mit meiner Befragung befasst war, hatte Herr Silberdistel schon mal verhindert, dass unser grüner Besucher auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen unseres Wohnzimmers verschwand. Und so hatte er dem Gast gegen unkontrolliertes Davonhüpfen ein Glas übergestülpt. Herr Silberdistel glaubt nämlich nicht an Märchen und stand somit meiner Variante mit dem verzauberten Königssohn eher skeptisch gegenüber. Aber vielleicht wollte er mich auch ganz einfach nur nicht in Versuchung führen.

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Derweil schaute ich, ob Keks zu Ende meditiert hatte. Ich wollte ihn nach Tortys Hinweis noch einmal befragen, ob er nicht doch seine Pfoten bei unserem grünen Gast im Spiel gehabt hatte. Doch der würdigte mich erneut keines Blickes und täuschte jetzt sogar tiefsten Schlaf vor.

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Herr Silberdistel hatte sich inzwischen des königlichen Fröschleins angenommen, ihm eine alte Katalogkarte unter den Froschpopo geschoben – wozu doch solche Bibliotheksüberbleibsel heutzutage noch nützlich sein können – und war mit dem Frosch im Glase in den Garten geschritten.

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Eines unserer drei kleinen Teichlein war das Ziel des tapferen Ritters Retters des kleinen verirrten Froschkönigs.

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Am Teichlein angekommen, durfte das Fröschlein seine gläserne Behausung wieder verlassen und auf einem Teichrosenblatt Platz nehmen. Scheinbar wusste der grüne Prinz im ersten Moment nicht, wie ihm geschah, denn er blieb ganz starr und steif auf dem Blatt sitzen.
Hatte er vielleicht doch allein den Weg in unser Wohnzimmer gefunden und nach einem weiblichen Wesen Ausschau gehalten, dass ihn würde retten wollen und ihm seine menschliche Gestalt zurückgab? Und nun sah er sich fortgestoßen und missverstanden?

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Ich blickte ihm noch einmal tief in die Augen und plötzlich … Was mochte er in meinen Augen wohl gesehen haben? Auf einmal nämlich …

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… machte er einen riesigen Satz und hechtete ins kleine Teichlein. Hm, war er nun doch kein Froschkönig? Oder was hatte er in meinen Augen gesehen, dass er doch lieber ein Frosch bleiben wollte?

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Doch plötzlich wurde ich ganz unsanft aus meinem Märchen mit dem Froschkönig gerissen. Etwas Pelziges drängelte sich an mir vorbei und starrte ebenfalls ins Teichlein. Irritiert erkannte ich Keks, der doch eben noch tief und fest im Wintergarten zu schlafen schien: „Silberdistel, wo, wo, wo ist mein Frosch? In welches Teichlein hast Du ihn getan? Das war mein Frosch, meiner ganz allein! Ich will ihn zurück!“
Aha, wegen Keksens Erscheinen war mein Froschkönig also geflüchtet, nicht, weil ICH so entsetzlich zum Fürchten aussah. Sicher hatte der grüne Geselle den pelzigen Jäger wiedererkannt und ein zweites Mal wollte er ihm nicht in die Fänge geraten.
Damit dürfte dann wohl geklärt sein, wie der grüne Gast in unser Wohnzimmer gekommen war.

Da war doch mein Märchen ganz einfach wie eine Seifenblase zerplatzt. Andererseits soll es ja wiederum auch nicht von Übel sein, wenn man nach einem solch märchenhaften Ausflug auch wieder auf dem Boden der Tatsachen landet.

Apropos märchenhafter Ausflug – hier geht’s entlang für diejenigen, die nun doch noch ein wenig weiterträumen möchten bei einem „Kuss mit Folgen„. Es lohnt sich – versprochen – besonders, wenn man Froschkönige und Märchen mag.

Also, als es zur Welt kam, das Übel, heute vor genau zwei Jahren, da ahnten wir Silberdistels noch gar nichts davon, dass etwa drei Monate später mehrere Übel über uns herfallen könnten.
ESONY DSCs gab auch so gar keine Veranlassung über irgendwelches Übel nachzudenken. Im Gegenteil, wir waren glücklich und zufrieden, hatten wir doch gerade einen 12. Geburtstag gefeiert, nämlich den unseres Katers Bärchen. Und natürlich hatten wir vor, mit ihm noch viele weitere Geburtstage zu feiern.
Aber irgendwie hatte das Schicksal etwas anderes mit uns und vor allem mit unserem Bärchen vor.
Dass wir damals an jenem Julitag, als unsere graue Eminenz ihrem langjährigen Begleiter ein liebevolles Geburtstagsküsschen zukommen ließ, noch nichts von alledem ahnten, war vielleicht auch gut so. Hätten wir sonst noch unbeschwert in die Zukunft schauen können? Sicher nicht.
Unser Kater Bärchen erlebte noch den Sommer mit uns und dann kam der Herbst und mit ihm auch ein Abschied für immer von unserem pelzigen Mitbewohner, ein Abschied, der uns unendlich traurig machte.

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Das kleine Übel – später Keks genannt

Aber heißt es nicht irgendwo, jedes Ende hätte auch einen neuen Anfang? So wagten auch wir, weil wir die Hoffnung hatten, über den Abschied von unserem vierbeinigen Freund besser hinwegkommen zu können, auch unsere graue Eminenz litt unter dem Verlust, einen neuen Anfang und beschlossen, noch einmal ein Kätzchen zu uns zu nehmen und damit nahm das Übel seinen weiteren Lauf. Ich hatte damals ausführlich darüber berichtet.
Der kleine Kerl, der im Oktober 2015 unser neuer Mitbewohner wurde, hatte stets viel Unsinn im Kopf und so kam er schnell zu dem Spitznamen „Das kleine Übel„.
Bei dem aber blieb es nicht. Die graue Eminenz plädierte bald für den Namen „Keks“, denn der kleine wilde Neuzugang ging ihr ziemlich auf selbigen. Er wollte rumtollen, sie aber gedachte, in Ruhe ihren Lebensabend zu genießen. Sie hatte einfach keine Lust auf Katzenkindbespaßung. Und das gab für uns schließlich den Ausschlag, diesem kleinen Übel ein Geschwisterchen hinzuzugesellen.

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Ein Übel kommt selten allein – Übel Nr. 2 – Torty

Dass wir damit das Übel verdoppeln könnten, befürchteten wir zwar irgendwo auch, aber Optimisten, die wir sind, hofften wir auf die gute Lösung für alle Seiten. Wir hofften, dass unsere alte Katzendame so ihre Ruhe zurückerhalten würde, da der kleine Jungspund nun einen entsprechenden, noch dazu gleichaltrigen, Spielkameraden hätte.
Letztendlich ging unser Plan auf, auch wenn Bruder und Schwester unser bis dahin doch recht geruhsames Leben ziemlich auf den Kopf stellten, denn sie verzapften einen Unsinn nach dem anderen an. Wir waren also auch weiterhin übel dran. Aber mochten wir dieses Übel im Doppelpack noch missen? Nein! Ganz sicher nicht! Wir brauchen es jetzt einfach irgendwie. Schon komisch, dass einem Übles so sehr ans Herz wachsen kann.

Heute nun jährt sich der Tag, an dem diese beiden Jungspunde das Licht der Welt erblickten, das 2. Mal. Sie feiern ihren 2. Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch, Ihr beiden inzwischen recht großen Übel!

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Einiges von dem, wie übel uns das pelzige Geschwisterpaar mitunter mitgespielt hat, durftet Ihr hier in unserem  bücherstaubigen Blog miterleben. In der folgenden Bilderschau gibt es noch einmal einen Rückblick auf die letzten zwei üblen Jahre in unserem Leben, die genau genommen gar nicht so übel waren, mit Ausnahme des Abschieds von unserem Bärchen natürlich und mit Ausnahme der Sorgen, die wir uns mitunter mal um Keks und dann auch wieder mal um Torty gemacht haben. Wer den Weg unserer zwei Jungspunde hier im Blog mit verfolgt hat, der wird sich sicher an die eine oder andere Begebenheit erinnern.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

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