Archiv für die Kategorie ‘Sehenswürdigkeiten’

… haben wir Silberdistels uns am ersten Sonntag im wunderschönen Wonnemonat Mai gemacht. Und bisher machte der Mai seinem Beinamen ja wirklich alle Ehre. So auch am Tag unseres Ausflugs zum Kloster Rühn.
Mehr zufällig haben wir auf dem Rückweg von einem Besuch des Freilichtmuseums Groß Raden vor einigen Jahren diese hübsche Klosteranlage entdeckt. Zu DDR-Zeiten diente der Gebäudekomplex lange Zeit als Jugendwerkhof, d.h. hier waren sogenannte schwererziehbare Jugendliche untergebracht.

1995 ging das Kloster in Privatbesitz über. In den Folgejahren wechselten die Besitzverhältnisse mehrmals. Seit 2008 gehört die Klosteranlage dem „Klosterverein Rühn e.V.“

Zwischen unserem ersten und dem jetzigen Besuch hat sich viel an der Klosteranlage getan. Der Verein scheint sehr rührig zu sein. An den Gebäuden ist viel restauriert worden. So langsam findet das ehemalige Zisterzienserkloster zu seiner einstigen Schönheit zurück. Wer ein wenig mehr zur Geschichte des Klosters erfahren möchte, kann sich hier belesen. Dort habe auch ich mich klug gemacht. Außerdem habe ich hier im „Bücherstaub“ bereits mehrmals von unseren Besuchen dort berichtet.

Inzwischen finden auf dem Klostergelände regelmäßig Veranstaltungen statt, die viele Besucher anlocken. So sind auch wir speziell zu den Klostermärkten immer wieder gern dabei. Es gibt viel zu sehen, zu essen, überall Spielspaß für die Kleinen unter den Klosterbesuchern und natürlich auch viel zu kaufen. Die Stände muten alle ein wenig mittelalterlich an und unterstützen somit zumindest ein wenig diese besondere Atmosphäre innerhalb der geschichtsträchtigen alten Mauern.
Natürlich bin auch ich nicht davon verschont geblieben, eine kleine Erinnerung von unserem Klostermarktbesuch mit nach Hause zu tragen. Einem Buch konnte ich nicht widerstehen und ohne einige Pflanzen für meinen Garten ging es natürlich auch nicht.
Aber genug der Vorrede. In der folgenden Bilderschau ein kleiner Eindruck von unserem diesjährigen Besuch im Kloster Rühn.

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Die drei Pflanzen haben inzwischen ihren Platz in meinem Garten gefunden. Ich hatte ja bereits berichtet, dass ich in meinem kleinen grünen Reich ein wenig umgestalten möchte.
Mein Kräuterbeet hat nun einen kleinen Steingartenanbau erhalten. Noch sieht es dort etwas ärmlich aus, aber das wird sich sicher schnell ändern, wenn die drei Mitbringsel und die drei kleinen Ableger aus meinem Vorgarten erst angewachsen sind.

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Im vorangegangenen Beitrag habe ich von unserem erlebnisreichen Wochenende in Sömmerda berichtet. Damit war unser Ausflug gen Süden allerdings noch lange nicht beendet. Nach einem gemütlichen Frühstück in unserer Pension an der Stadtmauer machten wir uns, da wir gar nicht sooo weit weg waren von unserem bayerischen Familienableger, am letzten Sonntag des April von Sömmerda aus auf nach Franken. Die Gelegenheit war günstig, denn Tochter und Schwiegersohn wollten den Montag vor dem 1. Mai als Brückentag nutzen. Schade war nur, dass unsere Enkelin keinen solchen Brückentag zur freien Verfügung hatte. Sie musste am Vormittag noch die Schulbank drücken. Trotzdem oder gerade deshalb sollte der Montag noch zu einem besonders schönen Tag werden. Wir nutzen ihn für einen Familienausflug zum Schloss Thurn in Heroldsbach, einem Schlossbesuch der etwas anderen Art.

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01-Mit diesem schönen Anblick werden wir auf Schloss Thurn empfangen

Das Wetter hätte nicht besser sein können und die Wahl des Tages ebenso nicht. Wie wir später immer wieder hörten, hatte es am Vortag nur so von Besuchern gewimmelt. Wir dagegen hatten rundum freie Bahn.

Bevor wir aber genau erkundeten, was Schloss Thurn alles für Attraktionen zu bieten hat, mussten wir uns stärken, schließlich wollten wir möglichst schadlos über die Runden kommen. Also nahmen wir zunächst auf der Sonnenterrasse des Restaurants Platz und ließen uns ein leckeres Mittagessen munden.

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02-Zunächst ist auf der Sonnenterrasse des Restaurants Mittagessen angesagt

Gut gestärkt durch Speis und Trank machten wir uns auf zu unserem Erkundungsgang.

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03-Gut gestärkt durch Speis und Trank soll unser Erkundungsgang beginnen

Weit kamen wir aber erst einmal nicht, denn die Kinder stürmten, kaum, dass wir uns vom Tisch erhoben hatten, den Spielplatz neben der Sonnenterrasse und testeten ihre  Kondition für die weiteren Unternehmungen. Sie hatten enorm Spaß dabei, von ihrer Ausdauer ganz zu schweigen.

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04-Uups, was haben wir denn dort für ein langes Kind?

Eltern und Großeltern saßen derweil schwatzend auf einer Bank und staunten plötzlich nicht schlecht. Dieser Spielplatz musste Zauberkräfte besitzen. Oder handelte es sich gar um eine Streckbank? Das Kind sah auf einmal so erstaunlich überlang aus. Diese ungewöhnliche Überlänge erwies sich allerdings nicht als lange haltbar. Gerade als wir nach dem zweiten Kind, das uns irgendwie beim Plaudern aus dem Augen geraten war, Ausschau halten wollten, hatten wir wieder zwei von diesen Frechdachsen. Als das vermeintlich überlange Kind hinten am Tunnel wieder zum Vorschein kam, zerfiel es doch tatsächlich in zwei Teile – in einen weiblichen und einen männlichen Teil. Unser Problem war also gleich in doppelter Hinsicht gelöst – beide Kinder waren wieder da. Und so machten wir uns auf ins weitere Schlossvergnügen.

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05-Ein Drache verschlingt uns …

Und schon gab es das nächste Horrorszenario. Ein Drache drohte mit weit aufgerissenem Maul, uns verschlingen zu wollen. Und hast Du nicht gesehen, waren die Kinder bereits in seinem Rachen verschwunden. Was war das nun wieder? Die Kinder wie gewonnen, so zerronnen? Was blieb uns Erwachsenen anderes übrig, wir mussten uns ebenfalls in den Rachen stürzen – die Kinder vor dem Ungeheuer retten. Kaum waren wir durch den Drachenschlund gerutscht, legte das Untier auch schon ab und entführte uns auf den hinter ihm liegenden See.

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06-… und entführt uns auf den See

Aber irgendwie müssen wir dem Wasserdrachen schwer im Magen gelegen haben, denn nachdem er uns von der Fontäne im See ordentlich hatte benässen lassen, er umkreiste das sprühende Nass ganz nah, spuckte er uns wieder an Land und gleich auf den nächsten Spielplatz.

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07-Puhh, ging nochmal gut, der Drache hat uns wieder an Land gespuckt

Die Kinder waren nach dem Drachenerlebnis auf hoher See sofort wieder obenauf und tollten umher. Einige Erwachsene kämpften jedoch noch mit den Auswirkungen der sie ereilten Seekrankheit, wie man deutlich an dem mühsam auf allen Vieren kriechenden Papa erkennen kann.

Noch gar nicht wieder richtig bei Sinnen, zumindest wir Erwachsenen nicht, schrien die Kinder nach der Achterbahn.

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08-Und nun auf zur Achterbahn!

Oma und Papa, es ist eh schon alles egal, opfern sich und treten mit den Kindern eine aufregende Reise an. Achterbahn fahren ist so schon aufregend genug, aber im Erlebnispark Schloss Thurn wird die Fahrt sogar noch ein bisschen aufregender und spannender.

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09-Und schon sitzen wir in der Achterbahn …

Wenn man mutig genug ist, bekommt man eine VR-Brille (Virtual-Reality) aufgesetzt und dann geht es ab in ein buntes Märchenland. Man begegnet einem Ritter und vielen anderen aufregenden Gestalten. Man holpert und poltert über sich drehende und windende Wege, rauscht in Tiefen und unsagbare Höhen. Sogar eine riesige Fledermaus taucht plötzlich auf und zieht den Wagen, in dem man sitzt, hinter sich her.

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10-…und rasen durch ein aufregendes Wunderland

Das folgende Video, das ich mir bei YouTube ausgeliehen habe, gibt einen kleinen Eindruck von unserer so erlebnisreichen und abenteuerlichen Reise durch eine fantastische virtuelle  Welt.

Die Wagen standen noch gar nicht wieder richtig, da riefen die Kinder bereits nach einer Wiederholung der Fahrt. Okay, Oma stieg mutig ein zweites Mal mit ihnen in die Bahn – dieses Mal ohne Brille – aber mit ist es viel schöner. Man hat hier eine relativ alte Familienachterbahn durch dieses tolle virtuelle Erlebnis mächtig aufgepeppt.

Inzwischen dürfte nun jeder Leser mitbekommen haben, dass es sich bei Schloss Thurn um einen Erlebnispark für die ganze Familie handelt. Es gibt neben der Achterbahn noch viele andere aufregende Erlebniswelten zu erkunden, beispielsweise eine Wildwasserbahn, einen Freifallturm und vieles mehr. Aber auch Tierisches hat im großen Schlosspark eine Heimat gefunden. Man kann das Gelände per Eisenbahn, mit einer Schwebebahn oder zu Fuß erkunden. Wir waren zu Fuß unterwegs, wenn wir nicht gerade irgendwo durch die Lüfte flogen oder übers Wasser dahinschwebten.
Wer mag, kann uns nun noch ein wenig auf unserem Weg durch einen schön gestalteten Erlebnispark folgen. Vielleicht habt Ihr genauso viel Spaß dabei wie wir. Unsere Enkelin sagte am Ende zu mir: „!Oma, das war heute ein richtig schöner Tag!“  Dem habe ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen 😀

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In meinem vorangegangenen Beitrag hatte ich kurz erwähnt, dass wir Silberdistels uns am letzten Aprilwochenende auf in Richtung Thüringen gemacht hatten.
Mit dem Wetter hatten wir unwahrscheinlich viel Glück, sodass unser Ausflug einem kleinen Urlaub gleichkam.

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01-Uns erwartet ein wundervolles Frühlingswochenende

Mein Herr Silberdistel hatte wieder einmal eine Verabredung in dem kleinen Städtchen Sömmerda, in dem wir bereits im letzten Jahr einige Tage verbracht hatten. Stammleser erinnern sich vielleicht an das arme verlorene Püppchen, das uns bei einem Stadtrundgang durch Sömmerda begegnete.
Dieses Mal fanden wir zum Glück kein traurig auf einem Abfalleimer liegendes Puppenkind. Zu sehen gab es dennoch eine Menge Interessantes.

Während mein Herr Silberdistel seinen Termin wahrnahm, schlenderte ich ein wenig durch die frühlingshafte Natur am Rande des Städtchens.
Ein kleiner Trampelpfad rechts der Straße, an der ich zunächst entlang lief, machte mich neugierig. Mit seinem so leuchtend hellen Grün, wie es nur im Frühling zu finden ist, zog mich der Weg geradezu magisch an.

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02-Verlockend – dieser Pfad ins Grüne

Was mochte dort hinten alles verborgen sein? Ich wollte es herausfinden und folgte dem schmalen Pfad, der auf mich fast wie ein Wildwechsel wirkte. Ob am Ende wilde Tiere auf mich lauern würden?
Links und rechts vom Weg umfing mich ein wahrer Blütentraum in Weiß und Rosa, Vögel zwitscherten ihre Frühlingslieder, Bienen und Hummeln ließen ihr gemütliches Summen hören. Herrliche Düfte umwaberten mich und auch viel gelber Blütenstaub. Und der rührte mich doch tatsächlich immer wieder zu Tränen. Aber sollte ich mir einen solch herrlichen Frühlingstag von einem Heuschnupfen verderben lassen? Keine Chance, da bin ich eisern. Und natürlich hatte ich vorausschauend schon einige Gegenmaßnahmen ergriffen, damit der Spielverderber bei mir wirklich keine Chance haben würde.

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Hinter einer Wegbiegung wurde das Grün wieder etwas lichter und ganz hinten im Gras schien es seltsam zu glitzern. Als ich etwas näher trat, wurde aus dem silbernen Glitzern ein fließendes Gewässer. Ich stand, oh Wunder, an der Unstrut, die ich hier gar nicht erwartet hatte. Sie entspringt westlich von Kefferhausen und schlängelt sich von ihren insgesamt 192 km 20 km lang durch den Landkreis Sömmerda. Ein Stückchen davon konnte ich gerade bewundern – ein herrlich romantisches Stück. Wie ich später unter obigem Link nachlesen konnte, wird die Unstrut heute nicht mehr wirtschaftlich genutzt. Mit Sportbooten darf sie aber befahren werden. Sicher ist auch der Unstrutradweg etwas für passionierte Radler.

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10-Ein leuchtendes Glitzern lässt mich vom Weg abweichen und eine kleine Böschung hinunter steigen

Eine ganze Weile schaute ich dem eilig davonfließenden Wasser hinterher. Um mich herum flatterten tänzelnd zahlreiche Kohlweißlinge. Im warmen Ufersand tankten sie Sonne und an den vielen gelben Blüten des Löwenzahns in der Wiese süßen Nektar.
Wilde Tiere im Sinne von wild waren mir am Ende auf dem grünen Trampelpfad nicht begegnet, aber allerlei anderes Getier schon.  Das trug allerdings mehr zur Entspannung und Erholung bei, zum Fürchten eher weniger 😉

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Eigentlich würde jetzt nur noch ein Liegestuhl fehlen, um mein Entzücken vollkommen zu machen. Aber inzwischen war es auch soweit, dass ich meinen Herrn Silberdistel zu einem kleinen Stadtspaziergang abholen konnte. Der durfte natürlich auch dieses Mal nicht fehlen. Sömmerda ist nämlich ein hübsches kleines Städtchen, wie wir bereits aus dem vergangenen Jahr wissen und sicher würde es für uns noch Neues zu entdecken geben.

Was wir bei unserem Stadtbummel zunächst erlebten, glich mehr einem Déjà-vus-Erlebnis.

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17-Auch dieses Mal findet im Zentrum der Altstadt wieder ein Gartenmarkt statt

Wieder fand, wie bei unserem Besuch vor fast genau einem Jahr, im Zentrum der Altstadt ein Gartenmarkt statt. Nicht hinschauen ging beim besten Willen nicht. Am liebsten hätte ich einen Großeinkauf getätigt. Da wir aber nach unserem Sömmerdabesuch noch weiter in Richtung Franken wollten, versuchte ich, mich in Beherrschung zu üben. Ganz gelang mir diese Übung am Ende dann doch nicht. Eine Mittagsblume rief so heftig nach mir, dass ich einfach nicht widerstehen konnte.

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Zuhause warteten auf diese Neuerwerbung mit den leuchtend gelben Blüten zwei Mittagsblumen, die in unterschiedlichen Rottönen blühen. Sicher würden sie zusammen mit der in Gelb blühenden Schwester ein hübsches Bild ergeben.

Mit meinem Einkauf im Tütchen schlenderten wir weiter – zunächst Richtung Museum, in dem auch die Bibliothek untergebracht ist. Leider würde das Museum erst wieder nach dem 1. Mai geöffnet haben. Doch da würden wir bereits in Franken sein. Also setzten wir unseren Bummel fort, bewunderten nebenher den hübsch angelegten Garten vor der Bibliothek und beobachteten in dem kleinen Springbrunnen in eben diesem Garten eine kleine gefiederte Badetruppe. Ich lernte sogar etwas dazu. Spatzen können auch schwimmen.

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Weiter ging es über die Dreyse-Mühle in den dahinter liegenden Stadtpark, der uns mit einem wundervollen alten Baumbestand empfing. Viele Bänke luden  an lauschigen Plätzen zum Verweilen unter frühlingshaftem Grün ein.

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Ein wenig pflastermüde kehrten wir nach unserem Stadtparkbesuch in ein kleines Straßencafé ein. Frisch gestärkt mit einem Stückchen leckerster Torte und einem Tässchen Kaffee bzw. Cappuccino widmeten wir uns dem Höhepunkt unseres Stadtbummels durch das alte Sömmerda – der Stadtmauer mit ihrem ganz besonderen Flair.

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38-Wir schlendern einmal außen, dann wieder innen und noch einmal außen an der alten schön restaurierten Stadtmauer entlang

Die Stadtmauer in Sömmerda ist ein kleines Highlight für sich. Und für uns in diesem Jahr sogar einmal mehr. Wir wohnen nämlich während unseres Aufenthaltes in dem kleinen Städtchen im wahrsten Sinne des Wortes an der Stadtmauer. Das kann man nicht überall haben, in Sömmerda schon.

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Als ich nach meiner Sommerpause hier wieder meine Tür öffnete, versprach ich, demnächst darüber zu berichten, was wir Silberdistels während dieser scheinbaren Ruhepause so getrieben haben. Ich denke, es wird so langsam Zeit dafür.
Gestern zeigte sich der November zwar ausnahmsweise einmal nicht von seiner grauen Seite. Nein, er hatte ein sonniges Lächeln in seinem erstaunlich blauen Himmelsgesicht. Damit wir jedoch angesichts seines sonnigen Strahlens nicht gleich übermütig werden, zeigte uns der Schelm neben dem sonnigen Lächeln auch seine kalte Schulter.
Soll er nur, wir schlagen ihm ein Schnippchen und erinnern uns einfach an den einen oder anderen schönen und warmen Tag des vergangenen Sommers. Auch wenn der nun nicht gerade übermütig mit solchen Tagen geprotzt hat. Egal, wir picken uns einfach die schönsten heraus. Die schönsten müssen nicht gezwungenermaßen die sonnigsten Tage gewesen sein, schöne Tage sind auch solche, die uns nette Erlebnisse beschert haben.
Und von solchen Erlebnissen hatten wir Silberdistels während des hinter uns liegenden Sommers eine ganze Menge. Es begann damit, das unsere Enkeltochter einige ihrer Ferientage bei uns verbrachte. Natürlich sollte unsere kleine Bayerin auch wieder erleben dürfen, in welcher landschaftlich hübschen und interessanten Gegend ihre Mutti ihre Kindheit und Jugend verbracht hat.
So haben wir, wie auch schon im vorigen Jahr, wieder den einen oder anderen Ausflug unternommen. Einer davon führte uns in das kleine Städtchen Ribnitz-Damgarten. Vielleicht ist dem einen oder anderen dieser Ort von einem Urlaub an der Ostsee bereits bekannt, vielleicht aber auch wegen des „Deutschen Bernsteinmuseums„.  Und genau dieses Museum war an einem Tag Anfang August unser Ziel. Damit dürfte sich nun wohl auch der Titel des heutigen Beitrags erklären:

Bernstein, ein fossiles Harz, wird gern auch als Gold des Meeres bezeichnet. Es entstand ursprünglich aus dem Harz von Nadelbäumen, die vor 40 bis 50 Millionen Jahren im Gebiet der heutigen Ostsee zu finden waren. Bernstein begeisterte die Menschen schon immer, und so entstanden aus ihm viele faszinierende Dinge, nicht nur Schmuck, auch Pommes, wie wir sehen konnten 😉
So mancher Künstler zauberte fantastische Kunstwerke aus diesem besonderen Gold. Eine klitzekleine Auswahl davon ist in der folgenden Bilderschau zu sehen. Es lohnt sich, in Ribnitz-Damgarten vorbeizuschauen und sich selbst von all den goldenen Wundern, die im Laufe der Zeit aus diesem harzigen Material entstanden sind, zu überzeugen.

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Das Bernsteinmuseum befindet sich übrigens in einem interessanten historischen Gebäude – im „Klarissenkloster„. Bekannt geworden ist das Kloster durch eine seiner Äbtissinnen – Beatrix von Ribnitz, die als einzige heilige Frau Mecklenburgs gilt.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster in „Mecklenburger Landeskloster Ribnitz“ umbenannt. Es bot von da an als Damenstift unverheirateten adligen Damen Unterkunft.

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Heute befindet sich im Klostergebäude nicht nur das „Deutsche Bernsteinmuseum“, es beherbergt unter anderem auch die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und das Standesamt.

Nach unserem Museumsbesuch war natürlich ein Eis nahezu Pflicht. Das kleine Café, mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, lockte uns unwiderstehlich an.

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Links das Café mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, rechts das Klostergebäude

Schau’n wir doch mal, welche Eissorten im Angebot sind. Unsere Enkeltochter findet die Eiskarte ungeheuer spannend.

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Eine Eiskarte ist durchaus eine spannende Lektüre

Mich dagegen interessiert der Baum schräg gegenüber unseres Sitzplatzes viel mehr. Ein Baumliebespaar – das sieht man nicht alle Tage, Eis dagegen schon 😉
Aber letztendlich widme auch ich mich meinem Eisbecher. Dabei muss ich aber immer wieder schmunzeln, wenn ich zu dem lustigen Baumpaar hinüberschaue.

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Gestärkt und mit kühlem Kopf Bauch machen wir uns schließlich wieder auf den Weg zu unserem Auto, das wir in der Nähe der Ribnitzer „Stadtkirche St. Marien“ geparkt haben. Auf dem Marktplatz befindet sich übrigens ein sehr hübscher Brunnen – „Bernsteinfischer mit Familie“. Er ist eine Arbeit von Thomas Jastram. Im Zuge einer Neugestaltung des Marktplatzes wurde der Brunnen 2007 zur Eröffnung des Bernsteinfestes der Öffentlichkeit übergeben. Wir konnten uns sogar davon überzeugen, dass die Öffentlichkeit diesen Brunnen nun auch rege nutzt. An dem Tag unseres Besuches in Ribnitz-Damgarten fischten dort nicht nur der Bernsteinfischer und seine Familie. Es übten sich noch andere Fischer in der Kunst des Bernsteinfischens oder vielleicht auch nur in der Kunst des Wasserspiels …

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Und wer nun glaubt, wir haben im Bernsteinmuseum oder bei den Bernsteinfischern nur geschaut und gestaunt, der irrt. Wir beiden Mädels konnten nämlich nicht widerstehen, als wir am Museums-Shop vorbeikamen. Wir fühlten uns plötzlich auch zum Bernsteinfischer berufen. Zu unserem Leidwesen Glück ging es auch ohne Kescher. Unsere Fischerutensilien bestanden aus kleinen runden Teilchen mit eingeprägten Ziffern drauf, die wir gegen Bernsteine in Gestalt netter kleiner Andenken oder einer riesigen Auswahl an Schmuck eintauschen konnten. Das Kind verliebte sich in ein Igelchen und ich mich in herzige Ohrstecker.

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In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Ich hatte unlängst über ein armes Puppenkind berichtet, das uns bei einem Ausflug am letzten Aprilwochenende ins Thüringische vor die Kamera kam. Wir Silberdistels waren zu dem Zeitpunkt für drei Tage in Sömmerda, einem Ort, der etwa 20 km nördlich von Erfurt im Thüringer Becken zu finden ist.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sömmerda 876. Ursprünglich war es einmal eine kleine unbedeutende Ackerbürgerstadt. Das fruchtbare Thüringer Becken legte eine intensive landwirtschaftliche Nutzung nahe. Durch einen Sohn der Stadt, Johann Nicolaus Dreyse, und seine Erfindung, das Zündnadelgewehr, verwandelte sich der Ort ab 1817 von seiner bis dahin fast ausschließlich landwirtschaftlichen Prägung immer mehr zu einer Industriestadt. Dreyse gründete zunächst zusammen mit dem Fabrikanten Kronbiegel eine Metallwarenfabrik. Später entstand in Dreyses Auftrag eine Gewehrfabrik und nach und nach siedelte sich immer mehr Industrie an. Es gab beispielsweise auch eine Handstrichziegelei, die sich bald zu einer hochmodernen Ziegelei weiterentwickelte.
Aus DDR-Zeiten dürfte noch das Büromaschinenwerk Sömmerda bekannt sein.
Wer noch mehr über die Stadt wissen möchte, der kann sich gern hier etwas intensiver belesen. Dort habe auch ich mich für meine kurze Zusammenfassung über Sömmerda und seine Geschichte schlau gemacht, schließlich wollte ich Euch wenigstens eine kleine Vorstellung von dem Ort, in dem wir Silberdistels gerade ein paar spannende und interessante Stunden verlebt haben, vermitteln.
Wenn man Thüringen hört, denkt man sofort an den Thüringer Wald und damit an ausgedehnte Waldflächen. Das Thüringer Becken kommt jedoch weitestgehend waldfrei daher und somit gab es für uns auch keine ausgedehnten Waldspaziergänge. Aber ein bisschen Natur haben wir, wie die folgenden Bilder zeigen, dennoch bewundern können.

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Na, nach all dem Grün noch Lust auf einen kleinen Stadtrundgang bekommen? Dann also los!
Ich finde, Sömmerda ist durchaus hübsch anzusehen. Auf uns hat es zudem noch einen recht gemütlichen Eindruck gemacht. Wir haben uns dort ausgesprochen wohlgefühlt. Es war Entspannung pur.
Unser Rundgang führte uns zunächst ins Zentrum der Altstadt. Auf dem Platz vor der St. Bonifatius Stadtkirche muss gerade Markttag gewesen sein. Zahlreiche Blumen und andere Pflanzen wurden gerade wieder in die Fahrzeuge geräumt. Schade eigentlich, denn mein Gärtnerherz hüpfte sofort in ungeahnte Höhen, als ich das viele frühlingshafte Bunt sah. Aber wer weiß, was ich alles gekauft hätte, obwohl ich eh keinen Platz mehr für Neuzugänge in meinem Garten habe.
Andererseits gab es außer den Blumen auch so viel Schönes anzuschauen. Die Kirche allein hatte schon viele interessante Details zu bieten. Aber schaut selbst!

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An der Stadtmauer angekommen, waren wir nun doch ein wenig fußlahm und der kleine Hunger meldete sich auch irgendwie. Ob wir irgendwo ein ruhiges Sitzplätzchen entdecken würden?
Und siehe da, ein Stückchen weiter fand mein Herr Silberdistel für beides Abhilfe …

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… Abhilfe für die lahmen Füße und etwas gegen den knurrenden Magen ebenso. Sogar dafür, dass wir es beim Ausruhen auch ordentlich bequem hatten, sorgte mein Herr Silberdistel. Da fehlte eigentlich nur noch die Füllung für den hungrigen Magen.

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Aber mein Gatte kümmerte sich sofort auch darum, während ich es mir schon mal in der Sonne bequem machte und von meinem Sitzplatz aus die beschauliche Straße entlangblickte. Viele Gäste saßen nicht draußen. Trotz Sonne war es nämlich recht kühl. Aber wir Silberdistels sind nun mal Freiluftfanatiker.

So, satt und zufrieden? Dann könnte es doch jetzt noch ein Stückchen weitergehen, oder? Zum Trost – es ist gar nicht mehr soweit bis zu unserem Hotel. Langweilig wird es uns bis dahin ganz sicher nicht werden.
Da ist vor uns auch schon wieder das Erfurter Tor, an dem unser Stadtrundgang begann.  Lasst uns noch ein wenig an der alten Stadtmauer entlangschlendern!
Mein Herr Silberdistel weiß übrigens zu berichten, dass die alte Mauer zu DDR-Zeiten einst abgerissen werden sollte. Zum Glück ist es nicht dazu gekommen. Ob es Geldmangel war oder andere Gründe eine Rolle spielten, wusste mein Stadtführer nicht. Wichtiger ist, sie ist immer noch da und heute ein kleines und gepflegtes Prachtstück. Es wäre in der Tat schade um diese alte Zierde der Stadt gewesen. Wenn solche Zeugen längst vergangener Zeiten verschwinden, blutet mir jedes Mal das Herz. Andererseits jubelt es, wenn solche alten Gemäuer auch der Nachwelt erhalten geblieben sind und ich darüber sinnieren kann, was sie wohl alles erlebt haben mögen.
Die Stadtmauer in Sömmerda wurde um 1368 errichtet. Ursprünglich war sie einmal 1300 m lang und 4 m hoch. Das Erfurter Tor, durch das wir Silberdistels den Altstadtbereich betreten haben, und durch das wir ihn gleich wieder verlassen werden, war einst das eigentliche Stadttor. Außer diesem Tor gab es noch weitere Stadtmauertürme, von denen heute noch sechs erhalten sind.
Heute befindet sich im Erfurter Tor ein Museum. Um das noch anzuschauen, fehlte uns dann doch die Zeit.

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Wir haben am Abend noch etwas vor und müssen uns dafür so langsam vorbereiten. Es wird also Zeit, um ins Hotel zurückzugehen. Aber bis dorthin sind es vom Erfurter Tor aus nun wirklich nur noch wenige Schritte.

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… ist das „Miniland MV“. Bevor hier nun der Frühling ausbricht und wir lieber den Blick nach vorn denn zurück wandern lassen wollen, will ich Euch noch einmal in den August des letzten Jahres entführen, in die Zeit, als unsere achtjährige Enkelin unser silberdisteliges Leben ein wenig durcheinanderwirbelte und frischen Schwung in unser Leben brachte. Damit sich das Kind bei uns nicht langweilen und wir am Ende gar noch schlechte Haltungsnoten für unsere Pflicht- und Kürübungen als Großeltern erhalten würden, hatten wir uns mächtig Gedanken darüber gemacht, wie wir ein rundum interessantes und spannendes Ferienprogramm für unsere kleine Bayerin gestalten könnten. Natürlich  war unter einem Programmpunkt auch das „Miniland MV“ zu finden und wir dachten, genau das wäre sogar ein guter Abschluss unserer kleinen Rundreise mit Enkelkind durch unser schönes Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

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Erreicht haben wir die Miniaturausgabe unseres Heimatlandes über die A 19 und die A 20 aus Richtung Rostock. Verlässt man dann die Autobahn an der Ausfahrt Dummerstorf und fährt auf der B 103 weiter in Richtung Laage, hat man, so man sich weiter Richtung Schlage, bekannt durch sein Tierheim, orientiert, auch bald das „Miniland MV“ erreicht.

2012 waren wir Silberdistels das 1.Mal in diesem 4,5 ha großen Naherholungspark mit den liebevoll gestalteten Modellbauten bekannter und berühmter Bauwerke aus Mecklenburg-Vorpommern. Nicht nur Minischlösschen, Miniherrenhäuser und Minikirchen kann man in dem weitläufigen Parkgelände entdecken. Weder Kinder noch Erwachsene kommen hier zu kurz. Bereits nach unserem ersten Besuch vor vier Jahren hatte ich hier im „Bücherstaub“ über die hübschen kleinen Gebäude in der auch landschaftlich äußerst sehenswerten Gegend berichtet. Wer mag, kann sich gern unter den folgenden Links noch einmal ein Bild über unseren damaligen Ausflug machen:

https://buecherstaub.com/2013/01/05/unterwegs-im-miniland-mecklenburg-vorpommern/
https://buecherstaub.com/2013/01/07/ein-detail-schoner-als-das-andere-miniland-mv/
https://buecherstaub.com/2013/01/11/modell-oder-original-miniland-mv/
https://buecherstaub.com/2013/01/18/was-es-sonst-noch-im-miniland-mv-zu-entdecken-gab/

Inzwischen hat sich im „Miniland“ durchaus schon wieder einiges verändert, sodass es uns Silberdistels auch dieses Mal nicht langweilig wurde. Es gab so viel Neues zu entdecken. In der Märchenecke z. B. hatte sich einiges getan und so blieben wir dort gleich ein Weilchen hängen.

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Und dann eilte unser Feriengast weiter – von den Zwergen zu etwas Großem. Es gab nämlich als Gegensatz zu all dem Kleinen auch Riesiges zu bewundern und sogar zu erklimmen – wie einen überdimensional großen Stuhl und einen dazugehörigen Riesentisch. Die Kletterpartie hinauf auf den Stuhl war gar nicht so einfach, wie wir an den Anstrengungen unserer Enkeltochter erkennen konnten. Aber Tisch und Stuhl waren nicht das einzige Riesenhafte.

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Auch das Riesenschachspiel war eine spannende Entdeckung, egal, ob man nun ein Schachexperte oder nur ein einfacher Figurenrücker ist.

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Genug Schachfiguren herumgeschoben, jetzt geht es endlich los mit dem eigentlichen „Miniland MV“.
Wie bereits bei unserem ersten Besuch fiel mir wieder auf, wie liebevoll und detailgetreu die einzelnen Modelle gestaltet sind. Was die Details betrifft, habe ich dieses Mal die Burg von Neustadt-Glewe und noch einmal das Schloss aus Ludwiglust etwas genauer in Augenschein genommen – zwei Gebäude oder Gebäudeanlagen, die ich richtig zum Verlieben schön fand.

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Den Rundgang durch das kleine Mecklenburg-Vorpommern beendeten wir mit einem interessanten Ratespiel. Es ging um optische Täuschungen – eine faszinierende Sache – nicht nur für unsere Enkeltochter.

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Obwohl inzwischen schon der Magen nach einer Erfrischung bzw. nach Kaffee und Kuchen rief, gab es noch einmal einen Zwischenstopp an der Schatzinsel und wenig später am Piratenschiff. Wer kann an solchen Attraktionen schon vorbeigehen, ohne einen Blick hinein- oder hinaufzuwerfen? Aber dann lockten endgültig Kaffee, Kuchen und Eis. Also, Anker geworfen, runter vom Piratenschiff und dann immer der Nase nach – der Kaffeeduft war der perfekter Wegweiser.

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Und dieses Mal waren wir auch mit der Hafenkneipe Gastronomie des „Minilandes“ zufrieden. Mussten wir uns vier Jahre zuvor noch wegen einer geschlossenen Veranstaltung in der Miniland-Gaststätte hungrig und dadurch auch etwas verärgert wieder auf den Heimweg machen, wurden wir dieses Mal sehr freundlich und zuvorkommend bedient.

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Und Eis, Torte, Kaffee und Cappuccino waren sehr lecker, die Torte sogar so lecker, dass ich fast vergaß, ein kalorienreiches Erinnerungsbild mitzunehmen. Naja, das ganze große Stück hätte eh nicht aufs Bild gepasst 😉

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Der Eisberg im bestellten Eisbecher war auch riesig, sogar ein wenig zu riesig fürs Kind, …

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aber lieber zu viel und glücklich als gar nichts und somit hungrig und damit am Ende ärgerlich 😉
So waren wir zwar nach diesem Minilandbesuch auch wieder recht müde und erschöpft vom vielen Gucken, Bestaunen, Raten und Spielen, aber letztendlich auch glücklich und zufrieden über den rundum gelungenen Tag, zu dem dieses Mal  für jeden von uns sogar noch ein überaus leckeres und die Hüften stärkendes i-Tüpfelchen gehörte.