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Was uns Silberdistels blüht? Etwas Schönes blüht uns. Etwas mit gaaanz vielen roten Blüten. Bis eben wusste ich nicht einmal seinen Namen. Ich habe das, was uns da nun so unverschämt reichhaltig blüht, nämlich vor einer ganzen Weile als kleine namenlose Ableger geschenkt bekommen. Ich habe die Winzlinge gehegt und gepflegt, ohne zu wissen, welche Ansprüche sie haben. Scheinbar habe ich intuitiv alles richtig gemacht. Aber vielleicht war es auch nur unsere Abwesenheit während zweier Wochen im September. Da fiel meine Pflege nämlich schlichtweg aus. Diese seltsamen Phänomene gab es in meiner Zimmerpflanzenwelt schon öfter. Nämlich die, dass sich meine Lieblinge dankbar zeigten, ließ ich sie für eine Weile in Ruhe. Sie belohnten mich sogar für diese „Lieblosigkeit“ mit wundervollen Blüten. Nun ja, wer will auch immerzu geknuddelt werden? Ab und zu braucht man vielleicht doch eine Pause davon.
Der Katzenpfleger, dem ich, so wir fernab unseres Heims urlauben, neben den Katzen auch gern die Pflanzenpflege aufs Auge drücke, entschuldigt sich jeweils damit, dass er nicht über den berühmten grünen Daumen verfügt. Aber wer weiß, vielleicht ahnt er nur noch nichts von seinem Glück. Möglich, dass er seinen Daumen total unterschätzt.
Aber egal, ob unser Katzenersatzpfleger meine „Columnea“ oder „Rachenrebe“ zum Blühen animiert hat oder ob die kleine Bewässerungskugel, die ich ihr vor unserer Reise verpasst habe, dieses Zauberkunststück mit den schicken roten Blüten vollbracht hat. Wichtig ist, dass sie blüht. Und das tut sie über und über. Aber seht selbst!

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Dabei soll sie ein richtiges Sensibelchen sein, wie ich nun gelesen habe. Aber wer weiß, vielleicht gefällt es dem Sensibelchen bei uns Silberdistels.
Sie mag angeblich hohe Luftfeuchtigkeit, einen hellen Platz und Zugluft ist so gar nicht ihr Ding. Die hohe Luftfeuchtigkeit bringt vielleicht unsere Küche mit sich. Wo man kocht, dort lässt sich vielleicht nicht nur der Mensch gern nieder, möglicherweise auch gern das eine oder andere Pflänzchen. Nur hat es beim Pflänzchen wohl weniger mit gutem Essen zu tun. Vielmehr mag es im Pflänzchenfalle mit der etwas höheren Luftfeuchtigkeit als an anderen Örtlichkeiten im Hause zu tun haben. Direkt vor dem Fenster, vor dem sie hängt, dürfte es hell genug sein und zugig ist es dort eher selten. Scheinbar passte rein zufällig alles.
Ich will nur hoffen, dass sie mir nicht auf einmal übel nimmt, dass ich jetzt all ihre Ansprüche kenne und nun nichts mehr nur rein intuitiv tue, was ihre Behandlung betrifft. Aber wenn ich es ihr nicht verrate, merkt sie eventuell gar keinen Unterschied zur Pflege zuvor. Und vielleicht, vielleicht erfreut sie uns dann ja sogar noch öfter mit ihrer roten Blütenpracht.

„Herr Silberdistel, das Mittagessen ist fertig!“, rufe ich durchs Haus. Wenig später poltert mein Gatte die Treppe hinunter und steht kurz darauf in der Küche. Er greift die beiden bereits gefüllten Teller und trägt sie zu unserem Essplatz in den Wintergarten hinaus. Leicht stöhnend steht er fast sofort wieder hinter mir. Sein Stöhnen erklärt sich mir mit dem Satz: „Ich muss schon wieder eine Maus entsorgen.“ Mit einer alten Zeitung, die er aus unserem Zeitungsständer greift, eilt er zurück ins Tatortzimmer Wintergarten. Ob die Maus noch lesen kann? Sicher nicht, oder? Herr Silberdistel braucht wohl nur einen Papiersarg für das arme Mäuschen.

Dieses Mal hat unser keksiger Mausetod eine graue Hausmaus erwischt. So langsam lernen wir durch ihn die gesamte Mäusepopulation rund um unser Haus kennen. Unser Mauserkater wird von Tag zu Tag geübter. Oder laufen ihm die Mäuse von ganz allein in selbstmörderischer Absicht ins Maul? Vielleicht leiden wir sogar unter einer von uns Menschen bisher unbemerkten Mäuseplage? Und in dem Mäusegedränge suchen einige von ihnen in Panik gar den Freitod?

Nein, nein … das kann ich mir nach genauerer Überlegung dann doch nicht vorstellen –  also das mit dem Freitod der Mäuse. Das mit der Mäuseplage schon eher. Und auch die Möglichkeit, dass unser getigerter Vierbeiner Keks genau dieser Plage entschlossen den Kampf angesagt hat. Wenn dem mit der Mäuseplage tatsächlich so sein sollte, können wir sicher froh sein, über gleich drei dieser lebenden Mausefallen zu verfügen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Obwohl … zwei der Lebendfallen der besonderen Art scheinen doch mehr auf anderes, denn auf Mäuse spezialisiert zu sein …

Nach getaner Bestatterarbeit kümmert sich mein Herr Silberdistel wieder um unseren Mittagstisch. Das Dessert will schließlich auch noch in den Wintergarten getragen werden. Ich räume, während mein Gatte mit dem Vanillepudding davoneilt, schnell noch Töpfe und Pfanne vom Herd und folge dann Herrn Silberdistel zum Mittagsschmaus.

Als ich den Raum betrete, fällt mein Blick auf unsere beiden Katzendamen. Sie stehen auf der Fußmatte vor der Tür zum Garten und knabbern an einer … hm … nein, nicht schon wieder … an einer Maus. Das sieht eher wie … wie ein Stückchen Leber aus, ein recht großes sogar.

Etwas strafend schaue ich zu Herrn Silberdistel hinüber und sage: „Hättest Du ihnen das nicht auf einen Teller legen können? Sie schmaddern doch so alles voll. Und warum hast Du ihnen gleich so ein großes Stück gegeben? Wenn sie es am Ende doch nicht fressen, können wir es nur noch in den Müll werfen.“
Der Gerügte schaut mich verständnislos an: „Wovon sprichst Du überhaupt?“
„Na, von dem Stück Leber dort auf der Fußmatte.“
„Ich hab‘ den Katzen nichts gegeben!“, sagt mein Gatte und schaut verwundert zu den beiden Katzendamen.

Ich blicke Herrn Silberdistel an, dann auf unsere Teller. Da hat sich doch eine der beiden pelzigen Damen, während unser Essen für einen Moment wegen der sterblichen Mausüberreste unbeaufsichtigt war, frech von einem unserer Teller bedient. Herr Silberdistel vermutet, dass auf seinem ein Stückchen Hähnchenleber fehlt.
Die graue Eminenz saß nämlich zuvor genau an der Seite des Tisches, an der sein Mittagsteller immer noch steht – nur mit einer Lücke im Hähnchenleberabteil.

Ich fasse es nicht! Sollte etwa die graue Eminenz die Diebin gewesen sein? Ausgerechnet die Katze, die immer als Vorzeigekatze herhalten muss, wenn es um gute Erziehung, um gute Manieren geht?
Meine Fassungslosigkeit hält sich allerdings nur kurz, dann bahnt sich aus meinem Innern glucksend ein Lachen den Weg nach draußen. Herr Silberdistel kann nicht anders und muss ebenso loslachen.
Die Katzen fühlen sich durch unseren Heiterkeitsausbruch nur noch in der Rechtmäßigkeit ihres Diebstahls bestätigt und nagen weiter an ihrem Anteil an unserem Mittagsmahl herum. Aber irgendwie scheint Hähnchenleber mit Sherry-Essig angerichtet, doch nicht so ganz nach ihrem Geschmack zu sein. Die graue Eminenz tritt zur Seite und lässt Torty kosten. Die leckt nur ein wenig halbherzig daran herum und lässt das Stück dann ebenfalls liegen.

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Die graue Eminenz ist derweil auf ihren Lieblingsstuhl gesprungen und rollt sich, als wäre nichts geschehen, zu einem Nickerchen zusammen.

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Torty huscht zur Wintergartentür hinaus und macht sich zu einem Gartenrundgang auf. Na toll, so hatte ich mir das fast vorgestellt – erst stehlen und dann nicht einmal auffressen.

Unser Keks war nach der erfolgreichen Mäusejagd hungrig in die Küche geeilt. Er musste nun erst einmal seinen Futterteller inspizieren. Die mausigen Mitbringsel können gewöhnlich wir Silberdistels essen. Keks steht nicht so auf Mausbraten. Er mag lieber einen ordentlichen Berg Thunfisch.
Oh, schon fertig? Da steht unser Mausetod ja schon wieder neben uns. Den Magen voll, ist er nun bereit für den nächsten Jagdausflug.
Doch was ist das? Mit geübter Nase erfasst er sofort das von den Damen verschmähte Stückchen Leber auf der Fußmatte. Jagen macht hungrig. Offensichtlich passt noch ein wenig mehr als ein Berg von Thunfisch in den Katermagen hinein. Gierig stürzt sich Keks auf das im wahrsten Sinne des Wortes gefundene Fressen. Ratz Batz ist das Diebesgut verspeist.

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So hat die gestohlene Leber am Ende doch noch die ihr gebührende Aufmerksamkeit gefunden, wenn auch nicht durch die eigentliche Diebin.

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Sicher wollte unsere graue Eminenz dem Jungvolk nur zeigen, dass auch sie es noch immer faustdick hinter ihren pelzigen Ohren hat.

… den Mäuse-Sensenmann. In meinem Beitrag zuvor, „Die Leiche im Keller“ war er unversehens in unserem Hause aufgetaucht und er hat dort sogar ganze Arbeit geleistet.  Screenshot 2017-10-08 19.00.45 - KopieUnd da einige über meinen Mäuse-Sensenmann leicht lächelten, muss ich jetzt wohl doch erst einmal einiges richtigstellen. Der Bursche ist nämlich keine Erfindung. Nee, nee, es gibt ihn wirklich.  So wirklich wie man bei Terry Pratchett von wirklich sprechen kann.
Okay, der vierbeinige Bursche mit der Sense ist etwas größer als eine Maus, mehr von der Größenordnung einer Ratte. Das aber sollten wir wohl als nebensächlich abtun. Wie wir Silberdistels selbst erfahren haben, kümmert sich der schwarze Rattenmann auch um die etwas kleineren Nager – um die Mäuse und auch um Spitzmäuse. Aber am besten ist es, Ihr lest das einfach selber nach. Manch einer mag es vielleicht erst glauben, wenn er es mit eigenen Augen in der Fachliteratur gelesen hat.

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Terry Pratchett ist immer noch DER Spezialist unter den Spezialisten. In seinen „Scheibenweltromanen“ schreibt er unter anderem über die Arbeit des Sensenmannes. Speziell in „Alles Sense“ lernen wir neben dem großen Bruder mit der Sense auch den kleineren Kollegen, den Rattenaugenschließer, kennen. Ich denke, „Alles Sense“ ist Beweis genug für die Existenz dieses kleinen vierbeinigen Sensenmannes.

So, das musste jetzt ganz einfach zum vorherigen Beitrag noch gesagt werden. Nicht, dass hier jemand meint, ich erzähle Märchen 😉

Angeblich hat jeder seine Leiche im Keller. Hätte das jemand von uns Silberdistels behauptet, wäre ich wahrscheinlich bis eben noch zutiefst beleidigt gewesen. Inzwischen muss leider auch ich zugeben, wir haben uns eingereiht in die Schlange all derer mit ihren Kellerleichen. Obwohl … bei uns lag sie nicht im Keller. Unsere Leiche hatte es wärmer und irgendwie auch gemütlicher. So sind wir Silberdistels eben. Wenn schon eine Leiche, dann soll sie es auch gut haben.
Aber vielleicht lag es auch ganz einfach nur in der Ermangelung eines Kellers im Hause Silberdistel. Da wollen wir vielleicht doch lieber ehrlich bleiben und uns nicht über den grünen Klee loben.

Zunächst jedoch ahnten wir noch gar nichts von unserer Leiche, schließlich hatten wir ein reines Gewissen. Mit unserer „Keller“-Leiche ist es nämlich etwas anders als mit den Kellerleichen all der anderen, die krampfhaft versuchen, sie unter den Teppich zu kehren. Unsere wurde uns ohne unser Wissen einfach untergeschoben. Ja, untergeschoben. Was? Das behaupten die Täter in den Krimis auch immer? Nein, wir sind wirklich ganz, total und völlig unschuldig. Sie war plötzlich einfach da – ohne unser Zutun.

Wie gesagt, wir ahnten zunächst noch gar nichts von ihr. Dann aber machte sie sich bemerkbar – erst langsam und dann immer heftiger. Herr Silberdistel und ich saßen in trauter Zweisamkeit vor dem Fernseher und schauten diese „Lucifer-Serie“, in der ja nun in einer Tour auch Leichen vorkommen. Ich glaubte schon, dass die Technik wieder einmal in einem enormen Weitsprung zu neuen Möglichkeiten gehüpft war. Konnte man jetzt schon nicht nur Geräusche so hautnah miterleben, als würde man selbst in der jeweiligen Filmszene agieren, konnte man neuerdings etwa auch schon die jeweiligen im Film vorherrschenden Gerüche wahrnehmen?
Warum sollte man nicht die Gerüche wahrnehmen können? Unlängst hatten wir während eines Kurzurlaubs in Franken die Cadolzburg im Landkreis Fürth besucht. Dort lernten wir, wozu Technik und Fantasie in der Lage sind.

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Die Burg an sich war schon mehr als sehenswert. Ihr Erlebnis-Museum jedoch war das berühmte Sahnehäubchen auf unseren Ausflug – ein Museum nicht nur zum Anfassen, An- und Ausprobieren.

Genau dort nämlich sollten wir sogar miterleben, wie die Cadolzburg einst brannte. Wir sahen UND rochen, wie sich das Feuer durch die Burg fraß. Warum also sollten nicht auch die „Lucifer“-Macher über diese Kunst verfügen und die Düfte aus der Serie in unser Wohnzimmer zaubern können?

Jedenfalls schien es, während wir gespannt auf den Fernsehschirm starrten, als würde ein leichter Verwesungsgeruch durch unser Wohngemach wabern. Zunächst wollte ich noch den Katzen die Schuld daran geben. Hatte sich eine von ihnen irgendwo mit diesem ekligen Geruch parfümiert? Katzen sind ja mitunter etwas seltsam drauf.
Eine Geruchsprobe aus der Nähe ließ jedoch nichts in dieser Richtung erkennen. Kam es doch vom Fernseher und dieser teuflischen Serie? Oder schlug meine Fantasie bei all dem Grusel wieder einmal Purzelbäume?
Herr Silberdistel war sich derweil auch nicht mehr ganz sicher, ob ich ihn nur mit meiner Hysterie angesteckt hatte oder ob er selbst tatsächlich auch etwas roch, das nicht in unser Wohnzimmer gehörte.

Wir beschlossen, zunächst einmal gründlich durchzulüften. Dann gingen wir beruhigt zu Bett. Die Luft schien nun wieder rein zu sein.

Anderntags, ich trat frisch geduscht und wohlparfümiert in unser Wohnzimmer. Das bettelnde Katzenvolk wollte schleunigst hinaus in den Garten. Wir hatten für den Geschmack unserer pelzigen Mitbewohner wieder einmal viel zu lange geschlafen. Ungehalten sprangen sie mir vor den Füßen herum und mauzten mir zu, mich gefälligst etwas mit dem Türöffnen zu beeilen.
Ich hatte das Zimmer noch nicht einmal ganz durchstolpert, als mir das Frischgeduschte und Wohlparfümierte abhanden zu kommen schien. Erneut wehte mir statt meines eigenen Wohlgeruchs diese Duftwolke vom Abend vorher um die Nase.
Irritiert blickte ich zum Fernseher. War Lucifer … ? Doch der Bildschirm war dunkel. Dennoch schien dieser Ekelgeruch stärker geworden zu sein. Hatte uns hier vielleicht doch jemand eine Leiche in den Keller ins Wohnzimmer gelegt? Ich würde der Sache auf den Grund gehen müssen.

Nachdem wir im Wintergarten, in dem glücklicherweise angenehme Frischluft herrschte, gefrühstückt hatten, machte ich mich ans Werk. Ich kroch in alle Ecken und Winkel unseres Wohngemachs. Am stärksten schien mir der fiese Geruch in der Nähe unserer Sitzmöbel  spürbar.

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Die Sitzecke musste also weg und alles gründlich durchforstet werden. Dumm nur, dass die Sessel auch als Stauraum dienen und so allerlei beherbergen, was man braucht oder auch nicht.
Ich musste Klarheit haben. Also rückte ich Möbel hin und Möbel her. Letztendlich immer noch nicht fündig geworden, baute ich Stück für Stück auseinander und inspizierte zugleich jeden einzelnen Sesselinhalt. Überall konnte die vermutete Leiche versteckt sein. Gründlichkeit war angesagt. Dabei kamen ungeahnte Schätze zum Vorschein, Schätze, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass wir sie jemals hatten. Eine Leiche brachte meine Inspektion allerdings nicht zutage. Wie hätte sie auch da hineinpassen sollen? Obwohl … klein und zusammengerollt …

Bei meiner Aktion musste mir immer wieder Herr Silberdistel zur Hand gehen. Er befüllte die Mülltonne mit Dingen, die wir einst dringend zu brauchen glaubten, die aber bald aus unserer Erinnerung verschwunden sein mussten. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Vermisst hatten wir davon kaum etwas. Wie konnte besser bewiesen werden, dass wir all den Kram nicht mehr brauchten? Also weg damit!

Endlich war ich im Schweiße meines Angesichts am letzten Sessel angelangt. Irgendwie war ich derweil schon ein wenig verzweifelt. Meine Suche nach der Herkunft dieser eigenartigen Duftnote war bisher erfolglos gewesen. Egal, auf zum Endspurt!

Bereits etwas entmutigt, hoben wir Silberdistels gemeinsam das letzte Sesselteil hoch. Und da waberte schlagartig eine unverdünnte Wolke dieses „edlen“ Geruchs zu uns empor. Fast hätte ich vor Entsetzen den Sessel wieder fallen lassen.
Unsere „Keller“-Leiche war gefunden. Winzig und ein wenig spitz im Gesicht lag sie dort – mausetot.

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Und wir beiden Silberdistels, wir schwören es hoch und heilig, haben wirklich nichts mit ihrem Tod zu tun. Diese Leiche wurde uns von fremder Hand oder vielleicht auch von bekannter Pfote untergeschoben. Wir sind ziemlich sicher, dass mehr eine Pfote denn eine Hand im Spiel war. Lebt doch in unserem Hause ein recht geschickter getigerter Mauserich, der uns oft schon mit derartigen Mitbringseln  „beglückte“.

Das kleine Spitzmäuschen muss wohl noch gelebt haben, als es von dem vierbeinigen Jäger und von uns unbemerkt ins Haus getragen wurde. Sogar die Flucht unter besagten Sessel ist ihm offensichtlich noch gelungen. Dann jedoch muss der Stress wohl doch zu gewaltig gewesen sein und der Mäuse-Sensenmann hat dem armen Opfer still und leise unter unserer Sitzecke die Augen zugedrückt.

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Bei der Befragung des Hauptverdächtigen konnten allerdings keine Beweise für seine Schuld erbracht werden. Er schwieg sich einfach aus.

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Weitere Befragte wuschen ihre Pfoten laut Mauzsage ebenfalls in Unschuld.

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Mangels an Beweisen mussten am Ende alle in Frage kommenden Verdächtigen freigesprochen werden.

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Weitere Untersesselfundstücke konnten nicht als Beweisstücke für die Untat mit herangezogen werden. Sie schienen nicht mit dem Mordopfer und dieser Tat in Zusammenhang zu stehen. Mit den Verdächtigen aber wohl schon. Immerhin beweisen diese Stücke, dass bereits öfter Mäuse & Co. unter Sessel gehetzt wurden. Dieser Tatbestand könnte also durchaus auf einen Wiederholungstäter hinweisen. Nur konnten wir weder diese, noch die vorherigen Taten einem konkreten Täter zur Last legen. Wahrscheinlich aber stecken sie alle unter einer Decke – organisiertes Verbrechen gewissermaßen. Schwer gegen anzukommen. Wer traut sich da schon?

Ein Gutes jedoch hatte die ganze Sache. Endlich ist das kleine hölzerne Schaukelpferdchen wieder aufgetaucht. Gewöhnlich schmückte es zum Weihnachtsfest gemeinsam mit anderen Figuren unseren Christbaum. Vorletztes Weihnachten verschwand es plötzlich spurlos und ließ mich traurig zurück. Wie konnte es mir das antun und einfach davonschaukeln? Jetzt weiß ich, dass es ganz unfreiwillig verschwand, ich nur seine Hilferufe nicht gehört habe.

Ende gut, alles gut. Naja, nur für die arme kleine Spitzmaus nicht.

 

… ist es wieder ruhig geworden.

Die Urlauber sind bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Die Möwen haben sich den Strand zurückerobert und bald werden auch die letzten Strandkörbe wieder in ihre Winterquartiere einziehen.

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In Warnemünde ist es ruhig geworden, doch hier im Bücherstaub soll nun wieder etwas mehr Leben einkehren.

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Es wurde Zeit, aus unserem Winterschlaf Sommertraum zu erwachen und Zeit, ein wenig über unseren Traumsommer zu berichten.

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Obwohl … traumhaft war der Sommer wohl eher weniger. Was er uns von seiner Wetterseite her zugemutet hat, das war in der Tat eher eine Zumutung. Wir Silberdistels haben uns vom übellaunigen Sommer aber nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihn nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet.
Als ich mit meiner Enkeltochter im August in Warnemünde am Strand war, sah es dort nämlich gar nicht so übel aus, ganz anders jedenfalls als auf den Bildern, die ich jetzt Ende September von dort mitgebracht habe. Damals war der Strand voller Menschen. Dicht an dicht drängten sich Strandkörbe, Strandlaken und so mancher Wind- und Sonnenschutz. Es roch genau wie der Sommer am Meer riecht – ein wenig salzig und nach Sonnencreme. Und Kaffeeduft waberte auch durch die Luft – vom nahen Strandkiosk zu uns herüber.
Die Sonne war übrigens ausnahmsweise auch einmal mit von der Partie. Sie sorgte mit ihrer Wärme für einen angenehmen Badetag. Obwohl … das Wasser war ar…kalt. Hätten wir doch bloß unseren Tauchsieder mitgenommen 😉

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Die Steilküste westlich von Warnemünde verschwindet im Dunst

Inzwischen ist es Herbst, und irgendwie habe ich den Verdacht, dass der auch keine Lust auf eine gute Zusammenarbeit mit Frau Sonne hat. Der Bursche meint wohl, sein feuchter Atem tut’s auch. Als ich in der vergangenen Woche in Warnemünde am Strand stand, waberte ganz schön viel vom herbstlichem Atem durch die Luft. Von der Steilküste, westlich von mir, war kaum etwas zu erkennen.

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Auch die Warnemünder Westmole ist nur schemenhaft zu erkennen

Die Mole, in östlicher Richtung, erschien ebenso mehr wie ein Geisterbild.

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Dennoch war es ein angenehmer Tag. Der Strand strahlte Ruhe pur aus – eine besondere Art von Ruhe – Ruhe mit PEP … sprich : Wellenrauschen. Und daneben gab es noch etliche hübsche Strandperlen zu bewundern.

Die Bilder sind übrigens alle mit dem Handy aufgenommen. Als ich zu meinem Strandspaziergang aufbrach, nieselte es noch leicht. Die Feuchtigkeit wollte ich meiner Kamera dann doch nicht zumuten.

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… werden wir Silberdistels jetzt – wir machen Blogpause …

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… und sind dann also mal fort, weil … der Sommer hat noch einiges mit uns vor. Oder war es die Enkeltochter, die uns wieder einmal so allerlei Beschäftigung angedroht hat? Nun, wer auch immer, das wirkliche Leben meint, es gibt auch fernab von Schreibtisch und PC so allerlei Interessantes zu tun und zu entdecken. Und wenn wir jetzt nicht endlich zu unserer sommerlichen Entdeckungsreise aufbrechen, ist dieser ohnehin sehr schwächelnde Sommer vielleicht still und leise an uns vorüber gegangen und wir haben es noch nicht einmal gemerkt.

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Wir machen uns denn mal auf die Socken, um zumindest das Wenige, was der Sommer in diesem Jahr im Gepäck zu haben scheint, noch mitzunehmen.

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Unsere graue Eminenz hat sich schon mal den besten Platz gesichert – im Grünen, wie man sieht, noch dazu äußerst gemütlich gepolstert und für alle Fälle trocken. Man weiß ja nie, zumal der Sommer momentan sehr tränenreich unterwegs ist. Andererseits ist sie mit ihrem regensicheren Plätzchen dennoch dicht an der Natur – an Vogelgezwitscher, summenden Insekten und bunter Blumenpracht. Was will man mehr als Katzendame im fortgeschrittenen Alter?

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Andere aus der Familie Silberdistel schauen vielleicht lieber den Rotschwänzen bei ihrer Arbeit zu.

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Und sollte der Sommer doch noch heiß werden, dann wissen wir Silberdistels auch für Abhilfe zu sorgen.

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Dann machen wir es wie unsere Kröte Arni, wir springen ins kühle Nass. Nur keine Angst, wir bringen nicht Arnis kleines Gartenteichlein zum Überlaufen. Das lassen wir ihm. Wir springen lieber in die große Badewanne vor unserer Haustür – in unsere Ostsee.

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Und die silberdisteligen Familienmitglieder, die es nicht so gern nass mögen, die baden voller Vergnügen in der Katzenminze.

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Und noch wieder andere baden einfach in Glückseligkeit.

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Kurz und gut, jeder von uns wird den Sommer auf seine Weise genießen und am Ende hoffentlich ganz erholt und fit hier wieder in unser bücherstaubiges Stübchen zurückkehren. Ja, da dürfte es fast schon Herbst sein. Bis dahin aber alles Liebe für Euch, habt eine schöne Zeit und genießt auch Ihr den Sommer und lasst Euch nicht von seiner eventuellen kalten Schulter beeindrucken! 😉

… unsere graue Eminenz, denn sie hat heute …

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Geburtstag

Und so, wie auf dem Bild hier oben, sah sie aus, als sie am 23. September 2003 zu uns kam. Auch wenn sie auf dem Foto so unschuldig und vielleicht auch ein wenig ängstlich schaut, …

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… das täuschte gewaltig, denn sie war ein enormer Wirbelwind und sie ging nicht nur über Tische und Bänke, sie machte auch vor uns Silberdistels nicht halt. Jeans tragen wurde plötzlich für uns geradezu zur Pflicht, denn unser Katzenkind krabbelte mit wahrer Begeisterung und in rasanter Geschwindigkeit an unseren Hosenbeinen hoch, um Tische, Regale und Schränke zu erreichen, auf die sie noch nicht springen konnte. Wir dienten als Ersatzkletterbaum.

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Einen Tag später brachten wir ihr einen Spielkameraden mit – einen 12 Wochen alten Maine Coon Kater, der sie an Größe nahezu mächtig überragte. Ich hatte später immer Angst, er würde unser kleines Katzenmädchen eines Tages beim Spiel erdrücken. Aber der kleine graue Wirbelwind ließ sich nie unterkriegen. Schnell wurden die beiden zu engen Freunden.

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Viel Schönes, Lustiges und mitunter auch Aufregendes haben wir mit ihr und natürlich auch mit ihrem und unserem langjährigen Begleiter Bärchen erlebt. Etliche Geschichten habe ich hier im Blog festgehalten. Für mich sind es wundervolle Erinnerungen.

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Inzwischen ist unsere nun schon 14 Jahre alte graue Lady nicht mehr ganz so aktiv. Sie schläft gern und viel. Ihr allerliebster Schlafplatz ist schon eine ganze Weile mein Schreibtischsessel. Und wenn ich ihn gerade besetze, weiß sie sehr wohl, wie sie mich nötigen kann, aufzustehen und den Sessel ihr zu überlassen.

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Wer kann diesem Blick schon widerstehen? Aber wenn ich das dann doch einmal kann, fuscht sie mir auch mal ordentlich ins Handwerk und übernimmt mal schnell die Arbeit am PC  – ganz nach dem Motto:  Wenn die Arbeit getan ist, wird die Silberdistel ja wohl den Sessel freigeben.

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Da zeigt sie mir, was eine Katze in ihrem Alter noch alles kann. Ganz flink klimpert sie mit ihren flauschigen Zehen über die Tastatur und …

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… schon hat sie ein Screenshot geschossen und gleich noch gut abgespeichert.

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Katze müsste man sein. Ich grüble jedes Mal neu, wie das noch war mit den Screenshots. Aber wozu habe ich schließlich meine kluge graue Eminenz?

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Und da ich nun eh schon wieder einmal vor meinem Schreibtischstuhl stehe, kann ich auch gleich die obligatorische Thunfischgeburtstagsfrühstücksdose öffnen und dann wird ordentlich Katzengeburtstag gefeiert.

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