Als ich nach meiner Sommerpause hier wieder meine Tür öffnete, versprach ich, demnächst darüber zu berichten, was wir Silberdistels während dieser scheinbaren Ruhepause so getrieben haben. Ich denke, es wird so langsam Zeit dafür.
Gestern zeigte sich der November zwar ausnahmsweise einmal nicht von seiner grauen Seite. Nein, er hatte ein sonniges Lächeln in seinem erstaunlich blauen Himmelsgesicht. Damit wir jedoch angesichts seines sonnigen Strahlens nicht gleich übermütig werden, zeigte uns der Schelm neben dem sonnigen Lächeln auch seine kalte Schulter.
Soll er nur, wir schlagen ihm ein Schnippchen und erinnern uns einfach an den einen oder anderen schönen und warmen Tag des vergangenen Sommers. Auch wenn der nun nicht gerade übermütig mit solchen Tagen geprotzt hat. Egal, wir picken uns einfach die schönsten heraus. Die schönsten müssen nicht gezwungenermaßen die sonnigsten Tage gewesen sein, schöne Tage sind auch solche, die uns nette Erlebnisse beschert haben.
Und von solchen Erlebnissen hatten wir Silberdistels während des hinter uns liegenden Sommers eine ganze Menge. Es begann damit, das unsere Enkeltochter einige ihrer Ferientage bei uns verbrachte. Natürlich sollte unsere kleine Bayerin auch wieder erleben dürfen, in welcher landschaftlich hübschen und interessanten Gegend ihre Mutti ihre Kindheit und Jugend verbracht hat.
So haben wir, wie auch schon im vorigen Jahr, wieder den einen oder anderen Ausflug unternommen. Einer davon führte uns in das kleine Städtchen Ribnitz-Damgarten. Vielleicht ist dem einen oder anderen dieser Ort von einem Urlaub an der Ostsee bereits bekannt, vielleicht aber auch wegen des „Deutschen Bernsteinmuseums„.  Und genau dieses Museum war an einem Tag Anfang August unser Ziel. Damit dürfte sich nun wohl auch der Titel des heutigen Beitrags erklären:

Bernstein, ein fossiles Harz, wird gern auch als Gold des Meeres bezeichnet. Es entstand ursprünglich aus dem Harz von Nadelbäumen, die vor 40 bis 50 Millionen Jahren im Gebiet der heutigen Ostsee zu finden waren. Bernstein begeisterte die Menschen schon immer, und so entstanden aus ihm viele faszinierende Dinge, nicht nur Schmuck, auch Pommes, wie wir sehen konnten 😉
So mancher Künstler zauberte fantastische Kunstwerke aus diesem besonderen Gold. Eine klitzekleine Auswahl davon ist in der folgenden Bilderschau zu sehen. Es lohnt sich, in Ribnitz-Damgarten vorbeizuschauen und sich selbst von all den goldenen Wundern, die im Laufe der Zeit aus diesem harzigen Material entstanden sind, zu überzeugen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Das Bernsteinmuseum befindet sich übrigens in einem interessanten historischen Gebäude – im „Klarissenkloster„. Bekannt geworden ist das Kloster durch eine seiner Äbtissinnen – Beatrix von Ribnitz, die als einzige heilige Frau Mecklenburgs gilt.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster in „Mecklenburger Landeskloster Ribnitz“ umbenannt. Es bot von da an als Damenstift unverheirateten adligen Damen Unterkunft.

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Heute befindet sich im Klostergebäude nicht nur das „Deutsche Bernsteinmuseum“, es beherbergt unter anderem auch die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und das Standesamt.

Nach unserem Museumsbesuch war natürlich ein Eis nahezu Pflicht. Das kleine Café, mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, lockte uns unwiderstehlich an.

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Links das Café mit Freiluftsitzplätzen im Klosterhof, rechts das Klostergebäude

Schau’n wir doch mal, welche Eissorten im Angebot sind. Unsere Enkeltochter findet die Eiskarte ungeheuer spannend.

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Eine Eiskarte ist durchaus eine spannende Lektüre

Mich dagegen interessiert der Baum schräg gegenüber unseres Sitzplatzes viel mehr. Ein Baumliebespaar – das sieht man nicht alle Tage, Eis dagegen schon 😉
Aber letztendlich widme auch ich mich meinem Eisbecher. Dabei muss ich aber immer wieder schmunzeln, wenn ich zu dem lustigen Baumpaar hinüberschaue.

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Gestärkt und mit kühlem Kopf Bauch machen wir uns schließlich wieder auf den Weg zu unserem Auto, das wir in der Nähe der Ribnitzer „Stadtkirche St. Marien“ geparkt haben. Auf dem Marktplatz befindet sich übrigens ein sehr hübscher Brunnen – „Bernsteinfischer mit Familie“. Er ist eine Arbeit von Thomas Jastram. Im Zuge einer Neugestaltung des Marktplatzes wurde der Brunnen 2007 zur Eröffnung des Bernsteinfestes der Öffentlichkeit übergeben. Wir konnten uns sogar davon überzeugen, dass die Öffentlichkeit diesen Brunnen nun auch rege nutzt. An dem Tag unseres Besuches in Ribnitz-Damgarten fischten dort nicht nur der Bernsteinfischer und seine Familie. Es übten sich noch andere Fischer in der Kunst des Bernsteinfischens oder vielleicht auch nur in der Kunst des Wasserspiels …

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Und wer nun glaubt, wir haben im Bernsteinmuseum oder bei den Bernsteinfischern nur geschaut und gestaunt, der irrt. Wir beiden Mädels konnten nämlich nicht widerstehen, als wir am Museums-Shop vorbeikamen. Wir fühlten uns plötzlich auch zum Bernsteinfischer berufen. Zu unserem Leidwesen Glück ging es auch ohne Kescher. Unsere Fischerutensilien bestanden aus kleinen runden Teilchen mit eingeprägten Ziffern drauf, die wir gegen Bernsteine in Gestalt netter kleiner Andenken oder einer riesigen Auswahl an Schmuck eintauschen konnten. Das Kind verliebte sich in ein Igelchen und ich mich in herzige Ohrstecker.

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Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    ja, da ist es richtig toll, beste Grüße von mir zu dir, Klaus

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  2. Ich liebe Bernstein, die wunderschöne, warme Farbe! Danke für den schönen Eintrag, liebe Grüße
    Monika.

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    • Silberdistel sagt:

      Ich habe gestaunt, in wie vielen Farben es Bernstein gibt. Bis dahin war mir das gar nicht so bewusst. Am besten gefällt mir aber dieser schöne Goldton und ja, gerade der strahlt eine besondere Wärme aus.
      Dankeschön für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  3. naturfreundin59 sagt:

    Welch wunderbaren Tag ihr erleben konntet, liebe Silberdistels nebst Distelchen. Oh, ich kann mir vorstellen, wie beeindruckend es in dem Museum war. Und das Drumherum war nicht minder faszinierend. Da gab es wahrlich wieder viel zu sehen.
    Und Eisbecher oder Kaffee und Kuchen sind ja immer in der Nähe, bei all euren Ausflügen, das ist mir schon aufgefallen … 😉
    Süß auch die Mitbringsel, die immer an diesen Tag erinnern werden.

    Danke für diesen tollen, bildreichen und informativen Bericht, liebe Silberdistel. So wandelt sich das triste Grau des Novembers ein wenig in Bernsteingold.

    Liebe Grüße von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Es war rundum ein schöner Ausflug, liebe Frau Morgentau. Ich kannte das Bernsteinmuseum bis dahin noch nicht, wollte es mir aber schon immer gern anschauen. Nun haben wir es endlich geschafft, und ich glaube, auch unserem Distelableger hat es gut gefallen. Besonders interessant fand sie die in Bernstein eingeschlossenen kleinen Tierchen.
      Dankeschön für Deine lieben Zeilen und liebe Grüße zurück in Deine Wiese

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  4. kowkla123 sagt:

    wünsche einen guten Tag ohne Kummer und Sorgen, Klaus

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  5. katerchen sagt:

    die Ohrstecker sind auch mein Geschmack liebe Silberdistel..nur für mich nicht geeignet..da keine Löcher in den Ohren für die HERZCHEN da sind.. aber ein Kettchen mit einem Bernstein habe ich,einen Wanderschuh,auch so zierlich gearbeitet..werde mal ein Bild schicken.
    mit einem LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, Katerchen, für mich muss Bernstein klein und zierlich sein. Nur so finde ich ihn als Schmuckstück für MICH hübsch. Aber das ist sicher eine Geschmacksfrage. Es gibt dort im Museum auch mächtige Klunkerketten zu sehen. Im dortigen Shop konnte man natürlich auch ähnliche Ketten und mehr kaufen. Die wären für mich allerdings nichts. Aber es ist schon beeindruckend, was alles aus Bernsteinen gezaubert wurde. Es war insgesamt ein sehr interessanter Tag.
      Danke für Deine Zeilen. Ich bin gespannt auf Dein Wanderschuhkettchen 🙂
      Einen lieben Gruß auch an Dich und den Paulimann

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  6. Frau Hummel sagt:

    Hier war es auch schon richtig kalt. 3.6 Grad *bibber*. Wie schön, dass Du Dich an einen so wundervollen Tag in den herrlichsten Goldtönen erinnern kannst. Und wie schön, dass Eure Enkelin wieder für einige Tage bei Euch war.

    Oh, die Bernsteinstadt wollten wir uns auch schon lange ansehen. Leider ist daraus bis jetzt nichts geworden. Danke also für die schönen Bilder und Deinen Erlebnisbericht. Besonders witzig fand ich die Pommes *lach*, aber den Igel mit seinen vielen Funkelsteinchen und besonders Deine Ohrstecker gefielen mir auch sehr gut. Die hätte ich mir sicher auch gekauft. Das Schiff ist der Hammer und den Elefanten und die Spinne hätte ich auch gern 😉 . Die Inklusen haben mich schon immer fasziniert. Meine Omi hatte eine Fliege in einem ziemlich großen Stein.

    Küssende Bäume *staun*, was es bei Euch an der See alles gibt. Ist das süß. Sind das Linden? Toll was Dir so vor die Linse kommt. Das ist sicher ein unvergesslicher Tag für Euer bayrisches Enkelkind gewesen und sicher wird sie sich einmal sehr liebevoll daran zurück erinnern.

    Liebe Grüße und habt noch einen schönen Abend ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Wir hatten hier sogar schon Nachtfrost und wie ich eben gelesen habe, soll nun wohl schon der Winter über uns herfallen. Na, warten wir’s mal ab. Aber dann habe ich noch so einige Sommererinnerungen, bei denen mir wieder warm ums Herz und im Gemüt wird 😉 😀
      Die Pommesbernsteine fand ich auch witzig, aber auch die Steine mit den Einschlüssen sind faszinierend. Davon gibt es dort eine richtig schöne Sammlung 🙂 Da hättest Du sicher Freude dran.
      Die beiden Bäume – ja, es sind Linden – hatten es mir auch angetan. Es ist mitunter schon lustig, was die Natur so zaubert.
      Danke für Deine Zeilen und ganz liebe Grüße zurück ❤

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  7. kowkla123 sagt:

    lass es dir gut gehen, Klaus

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  8. einfachtilda sagt:

    Toller Beitrag mit herrlichen Bildern und so wie es aussieht, auch schönem Wetter.
    Das Bernsteinmuseum ist ja etwas sehr interessantes. Der kleine Igel ist putzig und die Ohrringe mag ich auch, da sie nicht zu groß sind.
    Bernsteinketten sollen Kleinkindern beim Zahnen helfen.
    Selber habe ich auch einen Stein, der Sonne liebt und auch immer wieder aufgeladen wird…in der Sonne. Ein Stein für Fröhlichkeit, der unter meinem Kopfkissen liegt.
    Bin wieder zu Hause. Ohne OP.
    Vielleicht kommt morgen ein kleiner Beitrag.

    Eine gute Nacht wünsche ich dir ❤❤ Mathilda

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, Mathilda, für Deine Zeilen. Das Bernsteinmuseum hat uns sehr gefallen. Ich habe viel Neues über Bernstein erfahren, was ich bis dahin gar nicht wusste. Das war ein richtig interessanter Tag. Und die kleinen Mitbringsel sind eine schöne Erinnerung daran.
      Schön, wieder von Dir zu lesen. Aber ohne OP wieder zu Hause klingt im ersten Moment nicht so gut für mich. Ich hoffe, es gibt dennoch eine Lösung für Dein Problem?!
      Einen lieben Gruß zu Dir ❤ ❤

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  9. Ein interessanter feiner Bericht über Bernstein…
    Liebe Grüsse aus dem Süden Ernst

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  10. Ich habe auch so einiges an Bernsteinschmuck von diversen Ostseereisen. Ein paar besonders schöne Stücke – einschließlich eines kleinen Schiffsmodels – habe ich mir aus Klaipeda mitgebracht. Und so eine ähnliche Spinne wie auf dem Bild besitze ich auch. Mit Fliege im Körper, was ich besonders witzig finde . 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Ein kleines Segelschiff aus Bernstein könnte mich auch noch reizen. Aber ich war von all dem schicken Schmuck im dortigen Shop so überwältigt, dass ich gar nicht geschaut habe, ob es auch kleine Schiffe aus Bernstein zu kaufen gab. Das wäre auch ein nettes Mitbringsel gewesen 🙂 Na, vielleicht waren wir nicht das letzte Mal in Ribnitz-Damgarten 🙂
      Danke für Deinen Kommentar und herzliche Grüße an Dich

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