Wenn es minzig aus der Küche duftet …

Veröffentlicht: 3. November 2017 in Essen und Trinken, Fotos, Garten, Natur, Pflanzen, Unterhaltendes
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… dann braut die Silberdistel möglicherweise wieder etwas zusammen. Kocht sie Pfeffitee? Schließlich ist es Herbst. Ein wärmender Tee sollte in dieser Jahreszeit gar nicht so übel sein. Hmmm … Und wie das duftet …

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Okay, der Tee ist vielleicht gar nicht soweit hergeholt. Aber er ist nichts Außergewöhnliches und fast jeder kann ihn kochen. Das ist nun wahrlich keine große Kunst und dafür braucht es sicher keine silberdistelige Brauanleitung.
Natürlich könnte es auch wundervoll minzig duften, weil in diesem Jahr die Minzenernte überaus reichlich war und überall im Hause Minze zum Trocknen aufgehängt ist. Welch  herrlich frischen Duft so ein Sträußchen Minze ins Heim zaubern kann.

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Zum Trocknen aufgehängte Apfelminze

Und nebenher entsteht sanft vor sich hin trocknend auch noch die Grundlage für die nächste Generation eines rundum wärmenden Gebräus, eines Gebräus, das graue Herbst- und kalte Wintertage in wohlige Gemütlichkeit zu verwandeln vermag.

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Und tatsächlich trocknet so manches Minzesträußchen – momentan vorwiegend Apfelminze – in unserem Hause dem nächsten Teeabend entgegen. Die Apfelminze duftet nicht nur wundervoll, ihre Blüten ziehen im Sommer auch magisch die verschiedensten fliegenden Insekten an. So haben nicht nur wir Menschen Freude an der Minze aus unserem Garten.
Apropos Apfelminze … Da habe ich doch gleich die passende Überleitung gefunden, denn heute geht es nicht nur um Minzen, es geht AUCH um Äpfel.

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Die Apfelernte war in diesem Jahr in meinem Gärtchen im Vergleich zur Ernte der minzigen Kräuter eher mäßig. Ein paar Äpfel waren es am Ende aber dennoch, die unsere beiden U-Bäumchen schmückten.
Und da ich beim Roh-Verzehr der leckeren Früchte von meinem Herrn Silberdistel so gar keine Hilfe habe – seine Allergie macht ihm hier einen Strich durch die Rechnung – waren es letztendlich doch mehr, als ich allein schaffen konnte. So musste der Rest irgendwie verarbeitet werden.
Mein „Schneller Apfelkuchen“ war die eine Variante, die immer wieder sehr lecker daherkommt. Aber immer nur Apfelkuchen, selbst mit Sahne, ist auf die Dauer auch langweilig.

Für den Frühstückstisch habe ich allerdings schon lange nichts mehr geköchelt. Hatte ich nicht in grauen Vorzeiten in meiner Küche schon einmal Minze und Apfelsaft miteinander verheiratet? Richtig! Und das daraus entstandene „Minzgelee“ war damals ein richtiger Frühstücksknüller geworden und fast schneller verspeist als hergestellt. Soooo gut hatte es uns Silberdistels gemundet. Dieses Rezept sollte sich doch durchaus gut als Anregung für eine neue Marmeladenkreation eignen. Also, nichts wie ran an die Arbeit!
Und so machte ich mich auch gleich voller Elan ans Werk, schälte und schnitzelte Äpfel und pflückte diverse Stängel Apfelminze in meinem Garten für eine:

Minzige Apfelmarmelade

Zutaten:
1 kg Äpfel – geschält und geschnitzelt
3/4 l Apfelsaft
Blätter von etwa 10 Stängeln frischer Minze
Saft von zwei Zitronen
etwas abgeriebene Orangenschale
etwas Vanillearoma oder Vanillemark
etwa 10 Gewürznelken
1 Teel. Zimt
3 Hände voll Rosinen
1 doppelter Calvados
1 doppelter brauner Rum
2 Pck. (je 500 g) Gelierzucker 2:1

Zubereitung:
Nachdem die Äpfel geschält und in kleine Stückchen geschnitten waren, durften sie in einen Kochtopf wandern.

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Hinzugefügt wurden Apfelsaft, Zitronensaft, Rosinen, Gewürze und Aromen. Anschließend wurde alles gut miteinander vermischt und zum Kochen gebracht.

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Das Ganze sollte drei bis fünf Minuten vor sich hin köcheln – bis die Äpfel glasig sind. Wer möchte, kann die Apfelstückchen nach diesem ersten Kochvorgang noch mit dem Mixstab pürieren, damit unsere Marmelade nicht ganz so stückig wird.

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Nun kommt die Apfelminze, oder welche Minze auch immer, ins Spiel. Ich habe die Blätter der frischen, also nicht der getrockneten, Minze abgezupft und von meinem elektrischen Küchenhelfer zerkleinern lassen.
Auch wenn es auf dem Foto oben wie Spinat aussieht, es ist kein Spinat. Der frische Duft weist den „Spinat“ unverkennbar als Minze aus. Bitte tief einatmen! Na, Minze, oder?

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Die so malträtierte und dadurch ganz besonders prächtig duftende Minze darf nun ebenfalls zu den Äpfeln und den anderen Zutaten, die bereits im Topf auf ihr weiteres Schicksal warten.

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Der Minze folgt noch der Gelierzucker, und schon kann das Ganze erneut zum Kochen gebracht werden. Unsere Minze-Apfel-Mischung sollte nun noch einmal je nach Anleitung auf der Gelierzuckerpackung gekocht werden. In der Regel sind das drei bis vier Minuten. Kurz vor Ende des Kochganges geben wir noch Calvados und Rum hinzu.

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Zugegeben, es sieht hier fast wie ein Gemüseeintopf aus, es duftet aber wesentlich frischer – minzig frisch. Und so minzig frisch schmeckt es auch. Versprochen!
Nach erfolgreicher Gelierprobe darf unsere „Minzige Apfelmarmelade“ in die vorbereiteten Schraubgläser gefüllt werden.

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Ein Kilo geschnitzelter Äpfel und ein 3/4 Liter Apfelsaft ergaben am Ende acht Gläser einer überaus leckeren Frühstücksmarmelade.

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Natürlich mussten wir Silberdistels sie zum nächsten Frühstück sofort probieren.

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Wir wurden nicht enttäuscht. Der minzige Apfel-„Eintopf“ schmeckt überaus lecker. Es lohnt sich, ihn nachzukochen.

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Bleibt mir also nur noch, gutes Gelingen und GUTEN APPETIT zu wünschen.

Kommentare
  1. Ein feiner Bericht über die Minze und ihre Verwendung hin zu Köstlichkeiten. Kennst du die marokkanische Minze. Die gibt es seit einiger Zeit zu kaufen. Sie schmeckt fantastisch gut.
    Liebe Grüsse aus dem Süden. Ernst

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  2. Hört sich richtig gut an. Kannte ich noch nicht. Wird fürs kommende Jahr gespeichert. Danke! Schönes Wochenende – Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Minze in Marmelade oder Gelee war für mich vor einer ganzen Weile auch ein ganz neues Geschmackserlebnis. Ich bin erst durch eine Freundin darauf gekommen, Minze auch zu Marmeladen oder Gelees hinzuzugeben.
      Zum Frühstück muss bei mir zum guten Abschluss immer etwas Süßes sein und da machen sich diese minzige Marmelade oder auch das Minzgelee ganz ausgezeichnet.
      Danke für Deinen Kommentar und auch Dir ein schönes Wochenende

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  3. kowkla123 sagt:

    ja, die Minze, ist für Vieles gut, wünsche das beste Gelingen für alles, was du dir vorgenommen hast, Klaus

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  4. Mhmmm …. das duftet ja bis hierhin! Kllingt auch extrem lecker (und dann noch mit „Schuss“!). Ich habe eine Englische Minze, die würde sich dafür sicher auch verwenden lassen – und einen ähnlichen Spinat ergeben. ^^ Das Rezept merke ich mir vor, vielleicht minimal abgewandelt (Rosinen- und Alkoholanteil) .
    Wie dein Herr Silberdistel, kann mein Gemahl hier daheim leider auch keine frischen Äpfel vertragen, mag aber durchaus deren Geschmack sehr gern. Verarbeitet (gekocht, gebacken etc.) ist beim Apfelverzehr zum Glück alles okay.

    Liebe Grüße und schönes Wochenende!
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Ich glaube, mit dem Rezept kann man fröhlich herumprobieren. Ich habe es inzwischen ganz ohne Alkohol probiert, mit Rosinen allerdings trotzdem und außerdem habe ich noch eine Charge gekocht mit wesentlich mehr Calvados. Ausnahmslos alles ist sehr lecker geworden, vorausgesetzt natürlich, man mag Minze.
      In meinem Garten wachsen alle möglichen Minzen. Ich habe auch eine Pfefferminze (Mentha × piperita), die ganz toll schmeckt und einen sehr intensiven Minzgeschmack hat. Die eignet sich ebenfalls ausgezeichnet für Gelees und Marmeladen, aber auch als Tee mag ich sie ganz besonders. Ich denke, jede Minze lässt sich für diese minzige Apfelmarmelade verwenden.
      Mein Herr Silberdistel verträgt kaum irgendeine Obstsorte in rohem Zustand, gekocht ist aber alles kein Problem. Er mag Äpfel eigentlich sehr und so zu Marmeladen, Kompott oder auch im Kuchen verarbeitet hat er wenigstens auch etwas von all dem, was im Garten wächst. Aber wie ich Deinen Worten entnehmen kann, kennst Du das Problem.
      Danke für Deinen Kommentar, auch Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße auch an Dich

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  5. Frau Hummel sagt:

    Da warst Du aber fleißig. Ich kann mir gut vorstellen, dass das schmeckt. Ich habe eine Apfelminze im Garten. Die ist auch sehr lecker. Apfelsaft mit Minze ist auch zu empfehlen, sehr erfrischend mit Suchtfaktor. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende 💕

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    • Silberdistel sagt:

      Stimmt, Apfelsaft mit Minze ist ein leckeres und erfrischendes Getränk. Ich habe es auch schon getrunken.
      Ich habe inzwischen noch andere Apfelmarmeladen mit Minze gekocht. Die sind alle recht lecker geworden. Minze ist überhaupt etwas mit Suchtfaktor 😉
      Danke für Deine Zeilen, auch Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße zurück

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  6. kowkla123 sagt:

    alles Gute wünsche ich, Klaus

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  7. Das klingt ja wirklich lecker. Schade, dass ich so gar kein Talent zum Kochen habe und das Ganze wahrscheinlich bloß anbrennen würde, oder irgendwas mit dem Gelierzucker falsch machen, auch wenn man da garnichts falsch machen kann. 🙂

    Gegen Äpfel Natur bin ich leider auch allergisch. Apfelkuchen und Co. vertrage ich aber.

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    • Silberdistel sagt:

      Ich denke, dafür braucht man kein großes Kochtalent zu sein. Alles stur nach der Anleitung zusammenschütten und aufkochen – fertig ist etwas sehr Leckeres für das Frühstücksbrötchen 😀
      Mit rohen Äpfeln haben wohl viele ein Problem. Ich kann sie roh auch nicht in großen Massen essen, aber ab und zu mal einer, das geht ganz gut.

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  8. kowkla123 sagt:

    heute sollte man zu Hause bleiben in de warmen Stube, Klaus

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  9. naturfreundin59 sagt:

    Oh, das dürfte ein ganz neues Geschmackserlebnis sein. Deine wunderbare Erklärung dazu und die Fotos machen großen Appetit, liebe Silberdistel. Leider sind unsere Geschmacksnerven heutzutage schon ziemlich verdorben durch die vielen künstlichen Aromen oder eben dem Zuviel an Süßem oder Gewürzen. So ein neuer Geschmack, das ist das wie eine Offenbarung … 😉
    Minze liebe ich auch, kannte es aber bisher nur im Zusammenhang mit heißem Wasser … also als Tee. Danke für das tolle Rezept!

    Ich wünsch dir einen gemütlichen Sonntag
    mit lieben Grüßen,
    Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Wir mögen Gelee oder Marmelade mit Minze sehr gern. Mich hat vor einigen Jahren eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, wie lecker so ein Brotaufstrich sein kann. Also für uns Silberdistels war diese Geschmacksrichtung bei Marmelade oder Gelee wirklich eine Offenbarung. Es wurde jetzt auch wieder Zeit für Nachschub 😀
      Danke für Deinen Kommentar, liebe Frau Morgentau, auch Dir noch einen gemütlichen Rest vom Sonntag und liebe Grüße zurück

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  10. Gudrun sagt:

    Schön, was du aus der Minze zauberst und wie liebevoll du dann deine Beiträge schreibst. Man hat das Gefühl. den Kuchenduft und den frischen Tee bis hierhin zu riechen.
    Ach, liebe Silberdistel, so kommst du gut über die Kühlen Tage des Herbstes.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

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    • Silberdistel sagt:

      Du bist ja mehr der Teespezialist, liebe Gudrun. Aber Du weißt auch, dass man aus all diesen Kräutern noch andere heilsame oder auch leckere Dinge zaubern kann. Die Marmelade mit Minze oder auch das Minzgelee sind für uns echte sehr schmackhafte Zugewinne für den Frühstückstisch. Und Du hast recht, sie machen die kalte Jahreszeit um einiges schöner 😀
      Danke fürs Reinschauen und Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  11. kowkla123 sagt:

    komme gut durch die Woche, Klaus

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