Geistvolle Auswertung

Veröffentlicht: 1. November 2017 in Allgemein, Fotos, Geschichten, Katzen, Tiere, Unterhaltendes
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Oder heißt es geistliche Auswertung? Nein, das klingt nicht gerade nach Halloween, das klingt mehr nach dem Martin mit seinen Thesen. Aber der, der war gar nicht dabei – also gestern am Reformationstag. Naja, doch am Reformationstag war er wohl irgendwie schon dabei. Aber nicht an unserem völlig entarteten. Da hätte sich ihm bestimmt das Hirn gesträubt. Hier gaben sich weniger Geistliche den Türklopfer in die Hand, vielmehr waren es Geister, viele Geister, die nahezu pausenlos an unsere Tür hämmerten. So sollte ich vielleicht eher von geisterhafter Verschwörung Auswertung sprechen. Obwohl … geisterhaft sind die uns vorliegenden Geisterzahlen nun auch wieder nicht. Sie stehen nämlich mit schwarzen Schrift- … ähem … Strichzeichen fest auf ein weißes Kärtchen gemeißelt – ganz real, so gar nicht geisterhaft.
Egal wie, jedenfalls war es hier nicht nur gruselig am gestrigen Abend, es war auch eine hochgeistige Anstrengung, sich nicht bei der Geisterzählung zu vertun. Manchmal, so schien es mir, standen ganze Kindergartengeistergruppen vor unserer Tür. Ich hatte in solchen Momenten fast Mühe, diese Ansammlung von Geistern überhaupt noch überblicken, geschweige denn zahlenmäßig erfassen zu können.
Da fällt mir ein: Gehen Geister eigentlich auch in Kindergärten? Sicher, oder? Selbst große Geister müssen doch einmal klein angefangen haben. Wie sonst sollte so manch großer Geist entstehen können?
DSC05285Aber zurück zu, zu  … ach nennen wir es einfach zu meiner … meiner Geisterstatistik. Ich hoffe, ich habe mich beim Zählen nicht vertan. Aber wenn, dann habe ich eher zu wenige denn zu viele Geister auf meinem Kärtchen erfasst. Möglich, dass ich bei all der Aufregung das eine oder andere Strichelchen vergessen habe, weil es gleich schon wieder an der Tür pochte und ich höchst erschrocken sofort den Stift von mir warf, um dem nächsten Geist zu öffnen, bevor er vielleicht noch einfach so an unserer Haustür kleben blieb. Die Gefahr bestand durchaus. Ich hörte immer wieder, dass Geister gern Kleber fressen, und wenn sie nicht sofort Süßes bekämen, würden sie einfach vor unserer Tür kleben bleiben. Also, da rückte ich dann doch lieber etwas von dem gehorteten Süßen heraus, um die Geister schnell wieder loszuwerden.
Aber jetzt endlich zu meinem Statistikzettelchen:

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Na, was habt Ihr zusammengerechnet? Ich bin auf 57 Striche, also 57 Geister, gekommen. Das war gar nicht einmal so übel, obwohl wir damit nicht den bisherigen Rekord gebrochen haben. 2015 sind nämlich sogar 64 Geister nach Süßem schreiend über uns hergefallen. Aber aufregend war es auch dieses Mal enorm und Kräfte zehrend. Ich habe gestern wohl so einige Meterli zurückgelegt. Naja, Bewegung soll ja gesund sein.

Die Katzen übrigens erwiesen sich nicht wirklich als Hilfe bei der Bewältigung des gestrigen Geisterandrangs. Torty verkrümelte sich gleich nach dem ersten Hämmern an der Tür von ihrem Fensterplatz nach hoch oben auf den Kratzbaum.

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Sie hatte wohl die irre Hoffnung, dass Geister nicht fliegen können und sie dort kurz unterhalb der Zimmerdecke vor ihnen sicher wäre. Ich weiß ja nicht …
Sie hatte Glück, aber auch nur, weil ich mich jeglichem Geist tapfer in den Weg gestellt habe und alle, ausnahmslos alle Hexen, Geister, Gespenster, Vampire und auch den gruseligen alten Mann mit Süßem besänftigen und somit wieder zum Abzug bewegen konnte. Der Gruselalte hätte auch einem Gruselclown alle Ehre gemacht. Ich war in dem Falle echt erschrocken, zumal er mich um einiges überragte. Zuvor ging mein Blick nach dem Öffnen der Tür gewöhnlich nach unten, weil die Masse der Geister mehr Kleingeister (oder sagt man kleine Geister?) waren. Doch auf einmal stand dieser Alte vor mir – mit wirrem Haar und einem extrem faltenreichen Gesicht. Gruselige Augen starrten zu mir hinunter. In diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher herbei als die Bratpfanne, die ich eben gerade abgetrocknet und in den Schrank zurückgestellt hatte.
Doch auch der Gruselalte wollte nicht mein Leben oder/und unsere Wohnungseinrichtung, sondern nur Süßes. Dass er mir, als er ging, noch einen schönen Abend wünschte, nahm ich mehr zitternd denn erleichtert zur Kenntnis. Die Bratpfanne spukte nach dieser Aufregung noch eine Weile in meinem Kopf herum. Oder wie gern hätte ich neben einer Bratpfanne doch wenigstens noch eine Katze mit scharfen Krallen und spitzen Zähnen an meiner Seite gehabt – besser noch drei. Doch die, die fürchteten sich wohl noch mehr als ich vor jedem Klopfer an unserer Haustür. Torty hatte es vielleicht doch gar nicht so schlecht dort oben auf dem Kratzbaum.

Keks war natürlich auch weit von der Haustür und mir entfernt. Er glaubte, ein Karton mit viel Verpackungsmüll sei der sicherste Platz vor Geistern. Dort könnte er sich in Windeseile völlig unsichtbar machen.

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Und unsere graue Eminenz verschwand unter meinem ihrem Schaukelstuhl. Der Platz war gar nicht einmal so schlecht gewählt.

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Fast hätte ich selbst sie übersehen. Sie verschmolz nahezu mit dem Schaukelmöbel. Da sieht man mal wieder, dass ein langes Leben auch mächtig erfahren macht.

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Erst als mich zwei Augen anleuchteten, erkannte ich unsere graue Plüschlöwin. Tja, also die Hilfe und Unterstützung der Katzen hatte ich mir für den gestrigen Gruseltag doch etwas anders vorgestellt.

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Und unser Körbchen wurde mehrmals geleert. Einmal verfiel ich der dummem Idee, die Tür mit dem Körbchen in der Hand zu öffnen. Ich konnte gar nicht so schnell schauen und schon war nichts mehr drin. Zahllose Geisterhände hatte sich rasant schnell bedient und nichts mehr übrig gelassen – nur mich – mit offenen Mund dastehend.

So, und nun brauch ich Erholung von all dem Stress. Ich esse jetzt den Schokoriegel, den ich mir gestern noch in einem lichten Moment schnell in die Tasche gesteckt habe, damit ich mich wenigstens nach all der Aufregung etwas stärken kann, denn es bestand schon früh die Gefahr, dass von dem Süßen nichts übrig bleiben könnte.

Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    diese schönen Augen vertreiben alle Geister, wünsche trotz des Wetters Spaß und Freude, Klaus

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    • Silberdistel sagt:

      Tja, das taten die schönen Augen eben nicht, wenn Du die der grauen Eminenz meinen solltest. Die waren recht weit von den Geistern entfernt. Aber auch meine schönen Augen 😉 schauten wohl eher ängstlich denn Geister abschreckend 😦

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  2. einfachtilda sagt:

    Da war ja ganz schön was los bei euch. So etwas habe ich noch nie erlebt.
    Die Katzen fürchteten sich auch 😂😂😂
    Haben ja alle gute Plätze gefunden.

    Alles Liebe von Mathilda 😊😊💕💕

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    • Silberdistel sagt:

      Ich schrieb es ja gestern bereits, wir hatten 2015 schon einmal solchen enormen Ansturm von Geistern. Im vergangenen Jahr dagegen waren es erstaunlich wenige. So hatte ich dieses Mal eher mit wenigen gerechnet. So kann man sich irren 😀
      Den Katzen war das alles recht unheimlich – das ständige Gebimmel an der Tür. Die sahen schnell zu, dass sie möglichst weit weg von all dem Lärm waren 😀
      Danke für Deinen Kommentar und alles Liebe auch für Dich ❤ ❤

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  3. naturfreundin59 sagt:

    Das klingt echt alles ziemlich gruselig, liebe Silberdistel. Du scheinst in einer geistreichen Gegend zu wohnen … hihi.

    Aber vor dem Altgeist hätte es mich auch am meisten gegruselt … fast wie vor Michael Myers …

    Nächstes Jahr deponierst du die Bratpfanne lieber in Haustürreichweite.

    Ich hoffe, inzwischen konntest du dich von der Zuckerwarenplünderung erholen. Hab noch einen gemütlichen Abend!

    Nochmals liebe Grüße von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Die meisten Geister sahen durchaus recht nett oder sogar niedlich aus, aber dieser Alte, der hatte schon echtes Gruselpotential. Da habe ich mich für einen Moment wirklich ein wenig geängstigt, zumal er fast wie ein Erwachsener wirkte. Andererseits stand er einen ganze Weile nur da und sagte gar nichts. Mit einer Bratpfanne in der Hand hätte ich mich durchaus etwas sicherer gefühlt 😉 😀
      Danke für Deine Zeilen und auch an Dich noch einmal einen lieben Gruß zum Abend

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  4. katerchen sagt:

    GEISTER..huhh da haben auch die PELZIGEN etwas ANGST..grins. Fremde Leute sind NIE geheuer.
    Hier gab es keine Geister die es SÜSS oder sauer wollten liebe silberdistel.
    mit einem LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      So langsam habe ich wirklich den Eindruck, dass sich genau hier bei uns alle Geister 👻 versammelt hatten 😉 Seltsam, dass wir sie so anziehen. Das gibt mir schon irgendwie zu denken 😉 😀
      Die Katzen flitzen auch sonst schon immer nach oben, wenn es klingelt. Und bei solchem Ansturm haben sie natürlich erst recht das Weite gesucht.
      Danke für Besuch und Kommentar und einen lieben Gruß auch an Dich

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  5. Frau Hummel sagt:

    Man könnte Dich also als Geistseherin bezeichnen *lach*. Sooo viele Klopfgeister, nein, da kann man wirklich schon von Quälgeistern sprechen. Wie wäre es denn, wenn Du nächstes Jahr Deine Geistesgaben in einer Bratpfanne anbieten würdest? Sollte dann wirklich ein Angriffsgeist vor Deiner Tür stehen, könntest Du geistesgegenwärtig Deinen Kampfgeist zeigen. Statt eines Schokoriegels hättest Du besser einen Melissengeist trinken sollen, nach all der Aufregung 😉😎😀

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  6. Silberdistel sagt:

    Ja, doch, das trifft es. Ich war sogar kurzzeitig eine Geistervielseherin.
    Gute Idee, Süßes aus der Bratpfanne zu servieren. Ich habe da noch irgendwo ein Rezept für Karamelbonbons 🙂
    Mit Melissengeist wären mir vielleicht all die Geister 👻 👻 👻 noch zu Kopf gestiegen und hätten meinen eigenen Geist total verwirrt. Ich glaube, der Schokoriegel war besser. Der machte wieder ruhig und glücklich 😀
    Einen lieben Gruß an Dich ❤ ❤

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  7. kowkla123 sagt:

    beste Grüße von mir zu dir, Klaus

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