Wunder der Natur

Veröffentlicht: 18. Juli 2017 in Fotos, Garten, Geschichten, Natur, Pflanzen, Unterhaltendes
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Es war irgendwann Anfang Juni, als ich in unserem Vorgarten meine Weigelie ein wenig beschnitten habe. Ein kleiner Ast ragte etwas störend in den Weg hinein. Da der vorwitzige Zweig weder den Postmann noch andere Besucher zu Fall bringen sollte, musste er notgedrungen weichen. Dummerweise schmückte sich die Weigelie gerade mit ihren herrlich roten Blüten.

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Das machte mir den Rückschnitt natürlich gar nicht so leicht, zumal auch dieser Zweig etliche Blüten trug. Entsorgen konnte ich ihn nicht. Das ließ mein Gärtnerherz einfach nicht zu. Da es gewöhnlich immer mitdenkt, unterbreitete es mir auch gleich einen Vorschlag.

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Der Weigelienzweig könnte uns Silberdistels doch noch eine Weile in einer Vase stehend Freude bereiten. Gute Idee, dachte ich mir. Und so wanderte er in eine Glasvase und auf den Tisch in unserem Wintergarten.
Da stand er nun und entfaltete nach und nach noch viele weitere Knospen zu wunderschönen Blüten. Er zeigte sich überaus dankbar dafür, dass er noch eine zweite Chance bekommen hatte.

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Seine Dankbarkeit ging sogar noch viel weiter. Eines Morgens, Herr Silberdistel und ich saßen gerade im Wintergarten beim Frühstück, fragte er mich, ob er das richtig sehen würde, dass unser Zweig sich anschickte, Wurzeln zu schieben.
Jetzt schaute auch ich genauer hin und tatsächlich sah es so aus, als würde der Zweig zu ganz neuem Leben erwachen wollen. Die Rinde des Teils, der im Wasser stand, war an einigen Stellen aufgeplatzt und kleine weiße Knubbelchen schoben sich daraus hervor.

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Der Zweig wurde in dem Teil, der im Wasser stand und nun offensichtlich wurzeln wollte, dicker und dicker, sodass wir es für klüger hielten, ihn in eine andere Vase, eine mit einer größeren Öffnung, umziehen zu lassen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Sicher ist sicher, denn wer weiß, ob wir ihn am Ende, würde er weiter so an Umfang zunehmen, noch durch den schmalen Vasenhals hätten herausziehen können.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Um es besser zu veranschaulichen, wie sich der Teil des Weigelienzweiges, der im Wasser stand, im Laufe der Wochen verwandelt hat, habe ich ihn zum Fototermin kurz aus der Vase genommen. Auf dem rechten Bild hier oben sieht man oberhalb meines Logos ganz deutlich eine kleines Würzelchen.
Was sagt mir also mein Zweiglein? Es lebt und möchte weiterleben. Das soll es auch. Es bekommt natürlich einen extra schönen Platz in meinem Garten. Hätte der Zweig nicht in einer Glasvase gestanden, wäre uns dieses kleine Wunder der Natur sicher entgangen. Wir Silberdistels fanden es überaus spannend, dabei zuschauen zu können, wie der Zweig zu neuem Leben erwachte. Für mich war es durchaus erstaunlich, dass der Weigelienzweig trotz zahlreicher Blüten und voller Belaubung Wurzeln geschoben hat. Das muss ein ziemlicher Kraftakt für ihn gewesen sein. Er hat sich also allemal verdient, dass er bald wieder in den Garten und somit in nahrhafte Erde umziehen darf.

Kommentare
  1. einfachtilda sagt:

    Das ist wunderbar und ich bin gespannt, ob er nach dem Einpflanzen auch gut angeht.

    LG Mathilda 😊😍❤❤

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  2. Wundervolle Natur-Erlebnisse.
    Segen dir von Herzen!
    M.M.

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  3. Gudrun sagt:

    Für den Beitrag danke ich dir.
    An meinem Haus stand immer eine Weigelie. Ich werde das mit einem Zweig probieren. Wurzelt es, dann nehme ich sie mit in den Garten. An den Blüten der Weigelie habe ich mich immer sehr ergreut.
    Liebe Silberdistel, ich schick dir liebe Grüße.

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    • Silberdistel sagt:

      Den Strauch, von dem ich diesen Zweig abgenommen habe, die Urmutter sozusagen, habe ich mal aus einem Steckling gezogen, also kleine verholzte Stückchen eines Zweiges gleich in Erde gesetzt und immer etwas feucht gehalten. Das hat bestens geklappt. Also, ich denke, da könntest Du durchaus Glück haben. Ich wünsche Dir viel Erfolg!
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  4. kowkla123 sagt:

    echt gut, was bei euch alles wächst und gedeiht, alles Gute wünsche ich dir

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  5. Sehr schön, dass sich von der hübschen rotblühenden Weigelie nun ein weiteres Pflänzchen entwickelt. Sie ist sehr willig, den Eindruck habe ich bei meiner auch. Wobei die rote Sorte glücklicherweise auch wesentlich robuster und wachsfreudiger ist, als eine mit dunklem Laub und rosa Blüten, die ich an anderer Stelle habe.
    Was meinst du, wenn du sie einpflanzt, ob es dann ratsam wäre, doch ein wenig die sich bereits entwickelten Zweiglein einzukürzen? Die Wurzeln habe ja doch schon einiges oberirdisch zu versorgen. Nicht, dass sie nach der Versorgung mit reichlich Wasser in der Vase, im Erdreich plötzlich nicht mehr hinterherkommen … Aber ich lese gerade, du hast auch schon Erfahrung mit einem Steckling gesammelt, das ging ja offensichtlich ohne große Probleme. Die Natur ist schon toll, oder? ^^
    War schön, die Entwicklung auf deinen Fotos mitzuverfolgen, liebe Silberdistel! Viel Glück weiterhin mit dem Nachwuchs!
    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast Recht, es wird sicher besser sein, den Zweig vor dem Einpflanzen ein wenig einzukürzen, damit er nicht auch noch die zahlreichen Blätter mit versorgen muss. Den Tipp werde ich beherzigen.
      Ja, die Vermehrung über Stecklinge ging ganz einfach. Ich hatte damals an einem Parkplatz einen Strauch mit diesen hübschen roten Blüten entdeckt – die Farbe gefällt mir persönlich ganz besonders. Da war ich dann so frei und habe mir einige Zweiglein abgeschnitten, sie in einen Topf mit Erde gesetzt und daraus haben sich schöne Pflanzen entwickelt. Das ging wirklich völlig problemlos.
      Hätte der Zweig jetzt nicht in einer Glasvase gestanden, hätten wir dieses Schauspiel gar nicht verfolgen können. Das war doch irgendwie ein schöner Zufall.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße an Dich

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  6. naturfreundin59 sagt:

    Das ist wahrlich faszinierend, liebe Silberdistel, und sicher wie ein Wunder. Ja, da wollte jemand am Leben bleiben, eindeutig.

    Danke, dass wir daran teilhaben durften. Du zeigst uns doch von Zeit zu Zeit, was aus deinem Schützling bzw. Setzling geworden ist, gell?

    Ein lieber Gruß zu dir
    von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, ich denke, so ist es, da wollte jemand am Leben bleiben. Und wer so zäh darum kämpft, der muss auch belohnt werden. Da findet sich noch ein schönes Plätzchen in meinem Garten.
      Natürlich werde ich berichten, wenn es klappt, dass aus dem Schützling ein Setzling geworden ist 😉 😀
      Danke für Deinen Kommentar und einen lieben Gruß auch zu Dir

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  7. Frau Hummel sagt:

    Das ist eine supertolle Idee. Ich habe vor einiger Zeit erst zwei neue Pflanzen gekauft. Werde das auch mal testen. Vor einigen Jahren habe ich einige Zweige von einer Korkenzieherweide als „Füllstoff“ mit in eine Blumenvase gesteckt. Innerhalb kurzer Zeit waren sie bewurzelt. Inzwischen ist aus einem Zweiglein eine wundervoller, 4 Meter hoher Baum geworden.

    Ich hoffe, dass sich Dein Naturwunder in Deinem Garten wohl fühlen wird. Alles Liebe schickt Dir eine ausgepowerte und müde Frau Hummel ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Ich habe die Urmutter dieses Zweiges auch einmal aus einem Steckling gezogen. Dass es prinzipiell geht, wusste ich, aber so, wie jetzt habe ich das noch nie beobachten können, weil man ja in der Regel nicht in die Erde schauen kann 😀 Mit Weidenzweigen habe ich auch schon solche Erfahrungen gesammelt, dass sie recht schnell auch in der Vase Wurzeln bilden.
      Ist doch schön, wenn man einen Baum einmal aus einem kleinen Zweiglein gezogen hat, oder?
      Hast Du soooo viel gearbeitet, dass Du so k.o. bist oder gab es viel Stress? Auf jeden Fall gute Erholung und liebe Grüße an Dich ❤ ❤

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  8. katerchen sagt:

    der Versuch steckt sicher an liebe Silberdistel
    Danke für’s ZEIGEN dieses WUNDERS
    mit einem Lg vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, Katerchen, ich lass mich von solchen Versuchen auch immer gern anstecken. Und wie schön ist es dann, wenn man Erfolg hat 😀
      Einen lieben Gruß an Dich und den Paulimann und ein Dankeschön fürs Reinschauen und Kommentieren

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  9. Ich mache das schon erfolgreich seit vielen Jahren mit mehrjährigen Pflanzen so, habe sogar schon Sukkulenten vermehrt.

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, Ernst, von Dir als fleißigem Gärtner hätte ich auch nichts anderes erwartet 😉 Ich vermehre im Grunde auch schon seit vielen Jahren durch Stecklinge – auch Sukkulenten 😉 Aber hier war es so ein Zufallstreffer, den ich so eigentlich nicht erwartet hatte. Und wann kann man das Geschehen unter der Erde schon einmal so wie hier in der Vase mitverfolgen? 😀
      Ich finde, es macht viel Freude, wenn aus so einem Steckling dann neues Leben sprießt – ganz anders, als wenn man eine fertige Pflanze kauft.
      Einen lieben Gruß zu Dir in den Süden

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