In meinem Beitrag über unsere Torty, die sich unlängst bei unserem Nachbarn versehentlich eine kleine Auszeit von uns nahm, erwähnte ich es bereits – wir Silberdistels haben endlich das Kloster Jerichow besucht.
Wie oft in unserem Leben sind wir schon an diesem beeindruckenden Bauwerk vorbeigefahren, wenn wir unterwegs zu einem Besuch bei Herrn Silberdistels Eltern oder von dort wieder auf dem Weg zu uns nach Hause waren? Der Ort Jerichow, nicht weit von Tangermünde entfernt (vielleicht ist ja Tangermünde etwas bekannter), liegt praktisch auf der Strecke, die wir immer gern benutzt haben, wenn wir uns zu einem Besuch Richtung Magdeburg auf den Weg gemacht haben.

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Kloster Jerichow

Nun endlich haben wir uns Kloster Jerichow auch ganz aus der Nähe angeschaut. Dieses Mal war unser Ziel direkt das ehemalige Kloster unweit der Elbe, denn seit Schwiegermutters Tod vor zwei Jahren zieht es uns eher selten noch in diese Richtung. Der Ausflug jedoch hat sich durchaus gelohnt. Kloster Jerichow hat uns nicht enttäuscht.

Es wurde übrigens 1144 als Prämonstratenserstift gegründet und vier Jahre nach seiner Gründung an seinen heutigen Standort verlegt. Um den Zeitpunkt seiner Verlegung wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Fertiggestellt wurde das gewaltige Bauwerk aber erst 1250.
Interessant ist vielleicht noch, dass Kloster Jerichow, auch wenn das gesamte Gebäude-Ensemble klösterlichen Charakter trägt, nie im eigentlichen Sinne ein Kloster war.  Die Prämonstratenser lebten und wohnten nicht ausschließlich im Kloster. Sie hatten sich vor allem der Mission und der Seelsorge verschrieben, waren also zum großen Teil außerhalb des Klosters tätig.

Während des 30jährigen Krieges hatte der Klosterbau arg zu leiden, z.T. wurde er regelrecht verwüstet. Auch während des 2. Weltkrieges erlitt der Bau erneut starke Beschädigungen.
Ab Mitte der 50er Jahre bis etwa 1960 begann man, erstaunlicherweise also bereits zu DDR-Zeiten, mit einer Instandsetzung der Kirche. Doch letztendlich waren die Schäden so gewaltig, dass man sich 1998 gezwungen sah, die Anlage vorerst baupolizeilich zu sperren.
In den Folgejahren wurden dann vom Land Sachsen-Anhalt nicht unerhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um das Kloster wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und dieser neue Glanz steht dem gesamten Kloster-Ensemble ausgezeichnet.
Gefunden habe ich diese geschichtlichen Eckpunkte über Kloster Jerichow übrigens hier. Wer also gern noch ein wenig mehr darüber lesen möchte, der kann gern auch dort noch einmal schauen.

Wir Silberdistels waren sehr angenehm überrascht von dem, was wir vorfanden. Aus Klosterkirche, dazugehörigen Gebäuden und dem Klostergarten ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Es lohnt sich, dort einmal reinzuschauen und sich mit eigenen Augen zu überzeugen.

Aber nun genug der Vorrede, ab ins Kloster! Wobei … erst einmal mussten wir natürlich einen kleinen Obolus löhnen, bevor wir wirklich hinein durften. Nebenher kam ich natürlich genau dort an der Kasse auch wieder einmal nicht an den angebotenen Büchern vorbei. So wanderte, wer hätte es gedacht, ein Kochbuch mit alten Rezepten in meinen Rucksack. Ich habe ja bisher auch kaum Kochbücher 😉

Aber nun wirklich los und auf ins Kloster!

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Was wandelt denn dort hoch oben auf einem der Hausdächer?

Auf einem der Dächer der Häuserreihe links von uns fallen mir unterwegs zum Eingangsbereich der Klosteranlage zwei witzige Figuren auf. Es ist zwar helllichter Tag, aber wahrscheinlich wandeln sie immer – unabhängig von Tages- oder Nachtzeit.
Wenig später stehen wir vor dem Eingang zum Klosterbereich – kein Kartenabreißer weit und breit, kein Chipkontrolleur. Selbst sind hier Mann und Frau und müssen Avtomat bedienen können.

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Dann also los – auf ins Kloster!

Herr Silberdistel hat zunächst ein kleines Problem mit dieser Automaten-Hürde, denn ohne die richtige Brille ist hier der Tastsinn gefragt. Man muss nämlich einen Chip, den wir an der Kasse bekamen und der mit mehreren Rillen versehen ist, in die richtige Position bringen, erst dann passt er in den Automaten, der schließlich die Eingangsschleuse zum Klosterbereich öffnet. Doch wir packen das Problem noch recht schnell, zumal von der anderen Schleusenseite hilfreiche Tipps kommen. Aber ich bin sicher, wir hätten es auch früher oder später allein geschafft 😉

Bevor wir uns nun zur allgemeinen Klostereinstimmung erst einmal ins Museum aufmachen, muss mein Gärtnerauge den hübschen Steingarten im Innenhof an der Geist-Brennerei bewundern. Aber dann geht’s hinein ins Museum. Dort gibt es allerlei Interessantes rund ums Kloster zu sehen – nicht nur Kirchenglocken und diverse Tonscherben. Vielleicht schaut Ihr ja irgendwann einmal selbst hinein. In der Bilderschau gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Museumsluft.

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Nach dem Museumsrundgang locken uns unsere Mägen mit unwiderstehlicher Gewalt in den Klostergarten. Ein Wegweiser sagt nämlich, dass es dort nicht nur Garten, sondern auch ein Café geben soll. Scheinbar können Mägen lesen und vor allem dulden sie keinen Widerspruch 😉

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Letztendlich sind wir rundum zufrieden. Kaffee, Cappuccino und Torte haben gehalten, was sie zu versprechen schienen. Sie waren äußerst lecker und der Klostergarten gab zu Speis und Trank mit dem buntem Vogelgezwitscher rundum aus all dem Grün und dem Blick aufs Storchennest hoch über uns auf dem Schornstein unseres urigen Cafés eine wunderbare Atmosphäre.  So ist Entspannung pur.
Und als ich im Gemüse- und Kräutergarten ein wenig später auch noch für meinen Garten zuhause fündig werde, könnte ich den Tag bereits als nahezu perfekt gelungen einordnen.
Aber wie es so ist, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber erst einmal war ich des Lobes voll und bereits wieder voller Tatendrang, denn dort hinten harrte unserer noch ein Backsteinmuseum.

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Nach dem Backsteinmuseum fehlt uns nun nur noch der Blick ins eigentliche Heiligtum – in die Klosterkirche. Mich interessiert zuvor natürlich noch einmal der Steingarten, den ich gleich zu Anfang unseres Rundgangs bewundert habe. Und während ich dort die Pflanzen anschaue, bemerke ich plötzlich gegenüber an der Hauswand einen Spatzen und ein Loch in der Wand, in dem Vater Haussperling kurz darauf verschwindet. Ich sehe gerade noch sein fedriges Hinterteil weghuschen und schon klingt lautes Babyvogelgeschrei von der Wand zu mir herüber. Da habe ich also eben den Eingang zu einer Spatzenkinderstube entdeckt. Wenig später taucht auch Mama Haussperling auf, um die Kinder zu versorgen. Was für eine nette Begebenheit nebenbei. Klosterleben kann doch so vielseitig sein.

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Zeit für den Kirchgang! Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Herr Silberdistel ist mir wieder einmal etwas voraus und wandelt bereits unter Gewölben dahin. Nur schnell hinterher, damit wir nichts verpassen!

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Beeindruckend, was wir zu sehen bekommen! Gewaltig, diese Höhe. Wie unscheinbar klein man sich doch vorkommt angesichts solcher unendlich erscheinender Höhe und wie spannend muss es gewesen sein, so etwas entstehen zu lassen.
Die Klosterkirche Jerichow gehört übrigens zu einem der ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Wie schön, dass man ihr mit viel Geld, Mühe und Liebe wieder zu ihrer alten Pracht verholfen hat.

Nicht nur uns hat es in Jerichow gefallen. Auch die Störche scheinen sich dort wohlzufühlen. Wir entdecken auf einem Gebäude noch eine weiteres Storchennest und das, so finden wir, ist ein guter Abschluss für unseren Klosterbesuch.

Glücklich und zufrieden mit den gelungenen Tag machen wir uns wieder auf den Heimweg und dort spuckt uns dann unsere Torty in die Suppe dieses ansonsten so schönen Tages. Unser pelziges Dreigestirn will nämlich noch einmal hinaus in den Garten, als wir wieder daheim aufschlagen. Natürlich gönnen wir ihnen das, mussten sie doch bis dahin den ganzen Tag im Haus ausharren.
Ja, und dann, dann, dann verschwindet Torty spurlos

Kommentare
  1. einfachtilda sagt:

    Tangermünde. Magdeburg, alles schnell erreichbar, aber Schloss Jerichow kannte ich noch nicht.
    Ausführlicher Bericht….ich kann mir nicht alles merken 🤔 herrliche Bilder.
    Ein Spatzennest entdeckt und einen Storch gesichtet und natürlich Torte schmecken lassen. Das ist wie bei uns 😂😋 jeder Ausflug ist ein Stück Torte wert und jetzt platze ich bald aus allen Nähten. Jetzt ist Schluss damit, zumal noch zwei Hochzeiten anstehen.
    Danke für die tollen Bilder, den super Beitrag.

    LG Mathilda 😊😎😍❤❤❤

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    • Silberdistel sagt:

      Na, dann macht Euch mal demnächst auf den Weg nach Jerichow. Es ist eine durchaus sehenswerte Anlage – übrigens eine Klosteranlage – kein Schloss 😉
      Wir haben ja gerade eine Diät gemacht 😉 Da durfte als Trost auch wieder einmal ein Stück Torte sein 😀 Bei uns ist so ein schönes Stück Torte oft auch der Ersatz fürs Mittagessen. Dann passt das am Ende von den Kalorien her wieder 😀
      Wow, zwei Hochzeiten stehen bei Euch an? Bei Euch wird aber viel geheiratet 😀 Du hast doch schon oft von Hochzeiten berichtet.
      Danke für Deine Zeilen und liebe Grüße auch an Dich ❤ ❤

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      • einfachtilda sagt:

        Ja, steht schon auf der Liste 😊
        Mein Mann hat noch nie eine Diät gemacht. Der kann immer und viel essen, wird nicht dicker 😂🤣 irgendwo spare ich auch Kalorien ein. Kein Mittag und Kuchen esse ich fast immer nur ein paar Gäbelchen, hab ja einen Resteverwerter.
        Habe 3 Neffen und 4 Nichten. Die Zwillinge sind nun verheiratet und jetzt heiratet mein jüngster Neffe und ein Baby gibt es im Dezember auch wieder 😊😊😊. Und am Wochenende feiern wir unseren Hochzeitstag nach. Ist aber nicht die goldene. Halt davor und eine Schnapszahl. Wer weiß, ob wir später noch fit sind.
        Liebe Grüße zum Abend und eine gute Nacht wünscht Mathilda ❤❤

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  2. kowkla123 sagt:

    schöner Bericht, kenne ich auch, ohne Stress und Sorgen ab bis Morgen

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  3. naturfreundin59 sagt:

    Mir scheint, ihr Silberdistels wart die einzigen Gäste an jenem Tag an diesem schönen und interessanten Ort. Das war sicher ein Genuss, sich alles in Ruhe ansehen und tolle Fotos schießen zu können. Dass sich auch Störche und andere Flügelwesen dort wohlfühlen, wundert mich nicht.

    Danke für den schönen Ausflug und noch einen schönen Tag
    wünscht mit lieben Grüßen
    Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast das genau richtig gesehen, liebe Frau Morgentau. An dem Tag waren wirklich sehr wenig Gäste dort unterwegs. Es war gerade deshalb ganz besonders schön und erholsam. Ich bin auch eher jemand, der sich im dichten Gedränge nicht so wohlfühlt.
      Aber die Dame, die dort das kleine Café führte, erzählte uns, dass sie am Tag zuvor kaum zum Luftholen gekommen wäre, soviel war da losgewesen. Da wäre dort wohl eine Reisegruppe nach der anderen aufgeschlagen.
      Ja, die Elbnähe ist natürlich auch für Störche ideal. KWunder also, dass sie sich dort ihre Sommerwohnung genommen haben.
      Dankeschön für Deine Zeilen, liebe Frau Morgentau, und liebe Grüße auch an Dich

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  4. kowkla123 sagt:

    hüte dich vor der Hitze, zuviel ist auch nicht gut

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  5. katerchen sagt:

    wie du es gezeigt hast liebe Silberdistel ..
    ein Ort welchen man wirklich mal in RUHE anschauen und erleben sollte..nur mit keinem Abschluss wie bei EUCH..
    Danke für diesen schönen Beitrag
    mit einem LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      An dem Tag, als wir dort waren, Katerchen, war es erstaunlich ruhig. Wir hörten aber von der Dame, die das Café führt, dass es am Vortag ganz anders gewesen war – wohl irre viel Betrieb. Wahrscheinlich hatten wir Glück bei der Wahl des Tages für unseren Ausflug. Wir haben die Ruhe dort auch sehr genossen. Es war ein richtig schöner Tag. Nur später dann … da wurde es unangenehm aufregend – mit unserer verschwundenen Torty. Aber zum Glück endete das ein paar Tage später ja dann doch gut.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße an Dich und den Paulimann zum Wochenende

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  6. kowkla123 sagt:

    ob Regen oder Sonnenschein, ein gutes Wochenende soll es sein

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