Ich hatte unlängst über ein armes Puppenkind berichtet, das uns bei einem Ausflug am letzten Aprilwochenende ins Thüringische vor die Kamera kam. Wir Silberdistels waren zu dem Zeitpunkt für drei Tage in Sömmerda, einem Ort, der etwa 20 km nördlich von Erfurt im Thüringer Becken zu finden ist.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sömmerda 876. Ursprünglich war es einmal eine kleine unbedeutende Ackerbürgerstadt. Das fruchtbare Thüringer Becken legte eine intensive landwirtschaftliche Nutzung nahe. Durch einen Sohn der Stadt, Johann Nicolaus Dreyse, und seine Erfindung, das Zündnadelgewehr, verwandelte sich der Ort ab 1817 von seiner bis dahin fast ausschließlich landwirtschaftlichen Prägung immer mehr zu einer Industriestadt. Dreyse gründete zunächst zusammen mit dem Fabrikanten Kronbiegel eine Metallwarenfabrik. Später entstand in Dreyses Auftrag eine Gewehrfabrik und nach und nach siedelte sich immer mehr Industrie an. Es gab beispielsweise auch eine Handstrichziegelei, die sich bald zu einer hochmodernen Ziegelei weiterentwickelte.
Aus DDR-Zeiten dürfte noch das Büromaschinenwerk Sömmerda bekannt sein.
Wer noch mehr über die Stadt wissen möchte, der kann sich gern hier etwas intensiver belesen. Dort habe auch ich mich für meine kurze Zusammenfassung über Sömmerda und seine Geschichte schlau gemacht, schließlich wollte ich Euch wenigstens eine kleine Vorstellung von dem Ort, in dem wir Silberdistels gerade ein paar spannende und interessante Stunden verlebt haben, vermitteln.
Wenn man Thüringen hört, denkt man sofort an den Thüringer Wald und damit an ausgedehnte Waldflächen. Das Thüringer Becken kommt jedoch weitestgehend waldfrei daher und somit gab es für uns auch keine ausgedehnten Waldspaziergänge. Aber ein bisschen Natur haben wir, wie die folgenden Bilder zeigen, dennoch bewundern können.

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Na, nach all dem Grün noch Lust auf einen kleinen Stadtrundgang bekommen? Dann also los!
Ich finde, Sömmerda ist durchaus hübsch anzusehen. Auf uns hat es zudem noch einen recht gemütlichen Eindruck gemacht. Wir haben uns dort ausgesprochen wohlgefühlt. Es war Entspannung pur.
Unser Rundgang führte uns zunächst ins Zentrum der Altstadt. Auf dem Platz vor der St. Bonifatius Stadtkirche muss gerade Markttag gewesen sein. Zahlreiche Blumen und andere Pflanzen wurden gerade wieder in die Fahrzeuge geräumt. Schade eigentlich, denn mein Gärtnerherz hüpfte sofort in ungeahnte Höhen, als ich das viele frühlingshafte Bunt sah. Aber wer weiß, was ich alles gekauft hätte, obwohl ich eh keinen Platz mehr für Neuzugänge in meinem Garten habe.
Andererseits gab es außer den Blumen auch so viel Schönes anzuschauen. Die Kirche allein hatte schon viele interessante Details zu bieten. Aber schaut selbst!

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An der Stadtmauer angekommen, waren wir nun doch ein wenig fußlahm und der kleine Hunger meldete sich auch irgendwie. Ob wir irgendwo ein ruhiges Sitzplätzchen entdecken würden?
Und siehe da, ein Stückchen weiter fand mein Herr Silberdistel für beides Abhilfe …

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… Abhilfe für die lahmen Füße und etwas gegen den knurrenden Magen ebenso. Sogar dafür, dass wir es beim Ausruhen auch ordentlich bequem hatten, sorgte mein Herr Silberdistel. Da fehlte eigentlich nur noch die Füllung für den hungrigen Magen.

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Aber mein Gatte kümmerte sich sofort auch darum, während ich es mir schon mal in der Sonne bequem machte und von meinem Sitzplatz aus die beschauliche Straße entlangblickte. Viele Gäste saßen nicht draußen. Trotz Sonne war es nämlich recht kühl. Aber wir Silberdistels sind nun mal Freiluftfanatiker.

So, satt und zufrieden? Dann könnte es doch jetzt noch ein Stückchen weitergehen, oder? Zum Trost – es ist gar nicht mehr soweit bis zu unserem Hotel. Langweilig wird es uns bis dahin ganz sicher nicht werden.
Da ist vor uns auch schon wieder das Erfurter Tor, an dem unser Stadtrundgang begann.  Lasst uns noch ein wenig an der alten Stadtmauer entlangschlendern!
Mein Herr Silberdistel weiß übrigens zu berichten, dass die alte Mauer zu DDR-Zeiten einst abgerissen werden sollte. Zum Glück ist es nicht dazu gekommen. Ob es Geldmangel war oder andere Gründe eine Rolle spielten, wusste mein Stadtführer nicht. Wichtiger ist, sie ist immer noch da und heute ein kleines und gepflegtes Prachtstück. Es wäre in der Tat schade um diese alte Zierde der Stadt gewesen. Wenn solche Zeugen längst vergangener Zeiten verschwinden, blutet mir jedes Mal das Herz. Andererseits jubelt es, wenn solche alten Gemäuer auch der Nachwelt erhalten geblieben sind und ich darüber sinnieren kann, was sie wohl alles erlebt haben mögen.
Die Stadtmauer in Sömmerda wurde um 1368 errichtet. Ursprünglich war sie einmal 1300 m lang und 4 m hoch. Das Erfurter Tor, durch das wir Silberdistels den Altstadtbereich betreten haben, und durch das wir ihn gleich wieder verlassen werden, war einst das eigentliche Stadttor. Außer diesem Tor gab es noch weitere Stadtmauertürme, von denen heute noch sechs erhalten sind.
Heute befindet sich im Erfurter Tor ein Museum. Um das noch anzuschauen, fehlte uns dann doch die Zeit.

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Wir haben am Abend noch etwas vor und müssen uns dafür so langsam vorbereiten. Es wird also Zeit, um ins Hotel zurückzugehen. Aber bis dorthin sind es vom Erfurter Tor aus nun wirklich nur noch wenige Schritte.

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Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    Wir waren auch schon dort, echt schön, danke für die Erinnerung durch Text und Fotos, möge dir dieser Tag Freude bereiten

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  2. einfachtilda sagt:

    Den Beitrag habe ich in drei Etappen lesen müssen, ist so lang.
    Die Bilder ganz wunderschön und wenn man sich die Gemäuer anschaut, dann sieht man, dass es in Deutschland ist, denn ich dachte zuerst an Schweden…wegen des ausgefallenen Namen und die Naturbilder hätten dann auch gepaßt 😀
    Ganz lieben Dank und noch einen schönen Nachittag wünscht Mathilda ❤ ❤ ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für Deine Zeilen, Mathilda ❤ Stimmt, ist etwas länger, aber man kann es ja so machen wie Du und es in mehreren Etappen anschauen und lesen oder halt nur Bilder anschauen. Danke, dass Du so tapfer durchgehalten hast – trotz Rücken ❤
      Einen lieben Gruß an Dich und auch Dir einen schönen Nachmittag und Abend ❤ ❤

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  3. Frau Hummel sagt:

    Mir ging es wie Mathilda, ich dachte auch zunächst an Schweden *lach*. Ein schöner beschaulicher Ort. Sicher hätte es mir dort auch gefallen. Liebe Grüße vom Waldrand aus meiner Lüneburger Heide ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, so kann man sich mitunter irren 😉 Nix da – Schweden. Das Gute liegt so nah, also auf jeden Fall etwas näher als Schweden 😀
      Liebe Grüße zurück in Deine Heide von der Ostseeküste, die heute mit Dauerregen „gesegnet“ ist ❤

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  4. Das ist aber ein schönes Städtchen mit ein paar recht interessanten Details! Freut mich, dass du es so ausführlich vorstellst und auch jede Menge und sehr vielseitige Fotos mit zur Verfügung stellst, liebe Silberdistel.
    Das war ein richtig entspannt-spannender Ausflug und dafür sage ich danke schön!

    Liebe Grüße sendet Michèle.

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    • Silberdistel sagt:

      Das freut mich sehr, liebe Michèle, dass Dir der virtuelle Ausflug durch Sömmerda gefallen hat. Ich schrieb es bereits im Beitrag, wir haben uns dort ausgesprochen wohlgefühlt. Der Ort macht einen urgemütlichen Eindruck. Leider war unsere Zeit dort recht knapp bemessen. Sicher gibt es noch viel mehr zu entdecken. Aber wer weiß, vielleicht führt uns irgendwann der Weg noch einmal dorthin und dann gehen wir richtig auf Entdeckungsreise.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  5. naturfreundin59 sagt:

    Welch schöner Ortsname, liebe Silberdistel, allein er lässt schon der Fantasie freien Lauf. Und ja, es erinnert irgendwie an Schweden … hihi.

    Dass es auch waldfreie Gebiete in Thüringen gibt, hätte ich mir in der Tat nicht vorstellen können. Es ist immer wieder eine große Freude, einen Ort kennenzulernen, der einem bisher gänzlich unbekannt war.
    Für diesen schönen und interessanten Ausflug nebst wunderbaren Impressionen danke ich dir sehr! Man kann sich richtig hineindenken … und das liebe ich.

    Ich wünsch dir einen schönen Tag und sende liebe Morgengrüße
    aus der Wiese 🙂

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    • Thüringen auch als Acker- und nicht nur Waldland kenne ich durchaus von meinen Kurzreisen, und den Namen Sömmerda hatte ich schon mal gehört, aber ich wußte nicht, dass das so ein hübsches Städtchen ist. Noch eins für die lange Reiseliste. 🙂

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      • Silberdistel sagt:

        Bis zu unserer Kurzreise jetzt kannte ich Sömmerda auch nur vom Namen her. Inzwischen kenne ich nun etwas mehr. Ich muss sagen, ich war angenehm überrascht – sehr gemütlich und wirklich nett anzuschauen.

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, ich finde den Ortsnamen auch hübsch, liebe Frau Morgentau, und er passt auch irgendwie zu dem netten Ort.
      Es freut mich sehr, dass Du durch meinen Beitrag sogar etwas dazulernen konntest. Ja, das Thüringer Becken sucht man sich vielleicht nicht vordergründig für eine Urlaubsreise aus. Wenn schon Thüringen, dann möchte man in den Thüringer Wald. Ich kannte Sömmerda bisher auch nicht, aber mein Herr Silberdistel war irgendwann im Leben schon einmal dort. Und jetzt war ich eigentlich auch nur die mitreisende Ehefrau. Aber am Ende konnte ich sagen: Sömmerda war die Reise durchaus wert – ein freundlicher und gemütlicher Ort an dem Fluss Unstrut.
      Danke für Deine Zeilen und liebe Abendgrüße in Deine Wiese

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  6. katerchen sagt:

    und ich hatte dachte liebe Silberdistel
    ..es ist der Ausspruch eines Kindes ,welches sich über die erste Sonnenstrahlen auf SEINE Art gefreut hat..
    wirkt so nett dieser Ort..und dann die ausgesetzte Puppe..man
    mit einem Lg vom katerchen

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  7. kowkla123 sagt:

    alles Gute wünsche ich dir für das Wochenende

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  8. Vielen herzlichen Dank Silberdistel für die tollen Aufnahmen und schönen Sujets von Sömmerda, ein eindrücklicher und interessanter Ort…

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