Tüchtig süchtig!

Veröffentlicht: 10. Mai 2017 in Fotos, Geschichten, Katzen, Pflanzen, Tiere, Unterhaltendes
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Da sind wir Silberdistels wieder. Wir waren noch einmal für einige Tage ausgeflogen und flatterten fern unserer norddeutschen Heimat umher – in Franken. Unsere Katzen hatten derweil Ausgangssperre. Aber nun geht alles wieder seinen gewohnten Gang, und so können auch unsere pelzigen Mitbewohner wieder ihrem normalen Tagesgeschäft nachgehen. Doch wie ich merken sollte, lief es dann doch etwas anders als gewohnt. Es begann mit dieser dummen Einbildung von mir.

Ich hatte mir nämlich unlängst eingebildet, sie gut und katzensicher weggestellt zu haben, schließlich brauchten sie Erholung vom letzten Trip unserer pelzigen Mitbewohner.
Nichts Böses ahnend, ließ ich unsere Torty auch heute wieder einmal zur Vordertür hinaus. Meistens hält die pelzige Dame ihre Nase dort nur recht kurz in den Wind, nur, um irgendwie auf dem Laufenden zu sein. Schließlich muss sie wissen, was rund um ihr Heim so vor sich geht und welcher pelzige Fremdling vielleicht unerlaubt ihr Revier betreten haben könnte. Gewöhnlich ist unsere Torty aber schnell wieder im Haus, denn dort vorn promeniert auch öfter einmal ein Vierbeiner aus der Familie der Canidae, also aus der Familie der Hunde. Mit einem solchen Vertreter muss sich eine kluge Katze nicht unbedingt anlegen, auch wenn schon das kleinste Kätzchen weiß, dass Katzen von ihrer Kampfkraft her selbst dem größten Bello haushoch überlegen sind. Aber warum sollte man sich unnötigen Stress machen? Katzen hassen Stress. So auch unsere Torty und deshalb geht sie ihnen lieber aus dem Weg – dem Stress und dem Hund.

Dieses Mal aber tauchte unsere jungspundige Katzendame gar nicht so schnell, wie bisher gewohnt, wieder auf. Wo mochte sie abgeblieben sein? Was hielt sie so sonderbar lange dort draußen vor der Tür auf? Sollte ich vielleicht, nur der Ordnung halber, einen kurzen Blick hinaus werfen? Möglicherweise musste ich Nachbars Hundemädchen vor unserer Torty aus einer misslichen Lage retten.
Ich schaute also zur Tür hinaus und sah im ersten Moment nichts, was mir hätte Sorgen bereiten müssen – kein ängstlich winselnder Hund auf dem Baum vor unserem Haus, aber auch keine Torty weit und breit. Moment … Was wuschelte denn da rechts in meinem Augenwinkel?

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Ach nee! Mit verklärtem Blick hockte unsere Torty auf genau denen, die ich zur Erholung und vollständigen Genesung auf den Fenstersims gestellt hatte – katzensicher, wie ich meinte. Unsere Glückskatze hockte auf den Katzenminzen, die unlängst von zwei felinen Pelzwesen so höllisch gequält wurden. Ich hatte hier darüber berichtet.

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Als Torty meiner ansichtig wurde, schmuste sie verliebt mit der Minze, so, als wollte sie mir damit deutlich machen, wie glücklich sie war, den Stoff ihrer schlaflosen Nächte endlich wiedergefunden zu haben.

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Wonniglich drückte Torty die Minzen platt und platter, …

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… und meine Bitte, die armen Pflanzen nicht schon wieder schonplatzreif zu schmusen, verhallte ungehört. Tortys verklärter Blick sagte alles. Meine Bitte war auf taube Katzenohren gestoßen.

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Während Torty sich in den Minzen aalte, verströmten diese vor lauter Qual ihren katzenminzigen Duft. Der blieb natürlich nicht unerschnüffelt, und schwups … saß auch Keks auf dem Fenstersims.

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Auch seine Katzenminzenliebe entfaltete sich sofort ungebremst und hemmungslos. Verliebt biss er in die frischen grünen Blätter und schmatzte sie wonniglich in sich hinein.

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Und so nahm das erneute Leiden der Minzen seinen Lauf. Keks quälte das linke Pflänzchen und Torty das rechte. Immer, wenn ich versuchte, einzugreifen, um die Minzen vor dem Schlimmsten zu bewahren, bekam ich Katzenkrallen zu spüren.

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Aber irgendwann waren die beiden Drogensüchtigen ausreichend vollgepumpt mit dem minzigen Aroma und ließen ab von den gemarterten Pflänzchen.
Seltsamerweise ließen die beiden Junkies die Pflanzen im unteren Minzenkasten völlig in Ruhe. Wahrscheinlich brauchen unsere süchtigen Pelztiere bereits die härteren Drogen und die stehen nun mal oben auf dem Fenstersims. Aber einem Süchtigen ist natürlich kein Fenstersims zu hoch, um an den entsprechenden Stoff zu kommen. Man lernt doch nie aus. Nun weiß auch ich, wohin Drogensucht führen kann.

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Tja, etwas gequält schauen sie schon drein, die Minzen, oder? Aber ich hoffe, sie packen es auch dieses Mal wieder, schließlich sind sie starke Minzen, die sich nicht so schnell von zwei abhängigen Katzen unterkriegen lassen.

Kommentare
  1. Das muss ja unwiderstehlich sein … ^^ Ich lache immer noch über das zweite Bild von oben, auf dem Torty verdreht von unten um die Ecke schaut … :-)) Diese Rabauken! Keks eingeschlossen …

    Ich hoffe nun auch sehr, dass sich deine MInzen aus dem hochgestellten und belagerten Kasten langsam aber sicher wieder erholen. Doch womit willst du deine süchtigen Mitbewohner denn zukünftig fernhalten, liebe Silberdistel?

    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Katzenminze muss wirklich etwas Besonderes sein. Allerdings macht sich unsere graue Eminenz eher weniger aus diesem Kraut. Es gibt also da bei den Katzen auch unterschiedliche Vorlieben. Unser Kater Bärchen war allerdings auch ganz wild auf Katzenminze.
      Die Minzen erholen sich in der Regel von solchen Misshandlungen 😉 recht schnell und eigentlich habe ich sie für die Katzen gekauft. In unserem Garten, also direkt im Freiland, gibt es auch noch Minzen. Offensichtlich gibt es aber gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten. Diese beiden im Kasten machen unsere Pelzträger irgendwie besonders an 😀
      Da ich weiß, wie beliebt die Katzenminzen bei unseren Jungspunden sind, werde ich die beiden Drogensüchtigen auch nicht von den Minzen fernhalten. Ich hatte nur Angst, Torty rauscht mit dem ganzen Kasten in die Tiefe, so wie sie sich darauf geaalt hat. Wie gesagt, die Minzen an sich verkraften das eigentlich ganz gut. Falls nicht, gibt es im nächsten Jahr neue Pflanzen 😉
      Danke für Deinen Kommentar, liebe Michèle, und liebe Grüße auch an Dich

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  2. … allerliebst ….. ja wirklich allerliebst…
    aber ehrlich, du kannst ihnen nicht boese sein …
    wir haben auch eine Schildpattkatze … Loretta-Elise und
    eine Tigerin Janis-Marie Lynn ….
    Segen, Streicheleinheiten und Bussis
    M.M.

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  3. einfachtilda sagt:

    Nun ja, die Katzenminze ist ja die Droge Nr.1 bei Katzen.
    Du könntest sie auch auf die Dachrinne stellen….vorausgesetzt es ginge, aber dann hast du eventuell Dachhasen und das ist weniger prickelnd 😁😂😃.
    Eine lustige Story mit nicht weniger lustigen Bildern.
    Die Katzenminze wird diese Attacke hoffentlich gut überleben.

    Alles Liebe wünscht Mathilda ❤❤❤

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    • Silberdistel sagt:

      Bei unseren beiden Jungspunden trifft das zu mit der Droge Nr. 1, aber bei unserer grauen Eminenz ist es eher nicht der Fall. Sie probiert zwar auch schon mal, aber man hat immer den Eindruck, dass sie das nur tut, um festzustellen, warum die anderen so wild darauf sind. Meistens geht sie nach der kleinen Kostprobe kopfschüttelnd wieder ihrer Wege und fragt sich sicher, was daran wohl so toll sein soll.
      Die Jungspunde würden für Katzenminze wohl tatsächlich zum Dachhasen werden, darum lasse ich die Minzen mal lieber in erreichbarer Nähe 😉 In der Regel verkraften die Pflanzen solche Liebesbeweise ganz gut.
      Alles Liebe auch Dir, liebe Mathilda, und lieben Dank für Deinen Kommentar ❤ ❤

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  4. Smoky1972 sagt:

    Eine schöne Geschichte 🙂

    Und um die Katzenminze brauchst Du Dir keine Gedanken machen: Ich habe eine im Beet, die von unseren Nachbarskatzen heiß und innig geliebt wird. Würden die Katzen sie nicht regelmäßig begärtnern, wäre die Minze a) wahrscheinlich sparrig und b) wesentlich größer. So aber breitet sie sich nicht unbändig aus und bleibt jung (wie die Heidepflanzen, die nur überleben, weil sie von Heidschnucken regelmäßig zurückgestutzt werden).

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, ich weiß 😉 , die Katzenminzen kommen mit solchen Attacken in der Regel gut klar. Außerdem gibt es davon auch noch etliche weitere in unserem Garten. Aber scheinbar sind gerade diese beiden Sorten im Kasten etwas ganz Besonderes 😀 Die sind die Stars unter unseren Minzen bei den Katzen.
      Danke für Deine Zeilen und liebe Grüße an Dich

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  5. Gudrun sagt:

    Liebe Silberdistel,
    nach längerer Krankheit mache ich mich mal wiedr auf nach Bloghausen. Es wird aber auch Zeit.
    Dein Beitrag über die Katzenminze ist wieder richtig gut geworden. Man liest gerne und die Fotos dazu sind sehr schön. Gut, dass du mich an Katzenminze erinnert hast. In den nächsten Tagen werde ich mir die Pflanzen aus dem Gartencenter holen, die ich für meine Balkonkästen brauche. Katzenminze muss dabei sein.
    Herzliche Grüße von der Gudrun.

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für Deinen Besuch, liebe Gudrun, und Deine lieben Zeilen 🙂 Ja, Katzenminzen dürfen hier bei uns in keinem Jahr fehlen. Unser Kater Bärchen liebte Minzen schon sehr, aber unsere beiden Jungspunde übertreffen da doch alles. Sie sind kaum zu bremsen, wenn sie irgendwo mit Katzenminze in Kontakt kommen. Aber sollen sie ihren Spaß haben. Die Minzen überstehen das in der Regel gut und wenn einmal nicht, dann gibt es im nächsten Jahr neue 😀
      Liebe Grüße zurück und viel Erfolg weiterhin mit Deinem Balkongarten.

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  6. kowkla123 sagt:

    also, mutig sind sie ja schon, hoffe, es geht dir gut?

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  7. Frau Hummel sagt:

    Ich hoffe, Ihr hattet eine schöne Zeit in Franken.
    Da wird die Freude bei Euren Herrschaften aber groß gewesen sein, daß Ihr Euch endlich wieder nach Haus bequemt habt *lach*. Wie kann man so ein Ereignis als Katze richtig feiern? Na klar, mit einer Party im Blumentopf und reichlich „Stoff“. Torty hat es anscheinend sehr gefallen. Da sind Dir super Beweisfotos gelungen, liebe Silberdistel ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, es war wieder einmal sehr schön in Franken. Sogar mit dem Wetter konnten wir zufrieden sein, obwohl es recht kühl war.
      Sicher, unsere Herrschaft war froh, als wir wieder daheim waren und alle wieder Ausgang hatten. Kein Wunder also, dass sie das mit einer berauschenden Party feiern mussten 😉 😀 Ich glaube, da kam ihnen die Katzenminze gerade recht 😀
      Danke für Deine Zeilen und liebe Grüße an Dich ❤ ❤

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  8. Traudi sagt:

    Die Beiden hatten sicherlich Entzugserscheinungen und aalten sich nun genüsslich in der Katzenminze. 🙂

    Liebe Grüße
    Traudi

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, das könnte sein mit den Entzugserscheinungen, denn ihr letzter Trip war ja schon eine Weile her 😉 Aber ich denke, sie haben das jetzt voll und ganz ausgekostet 😀
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  9. kowkla123 sagt:

    wünsche eine gute Zeit ohne Stress und Sorgen

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  10. katerchen sagt:

    solche verdrehten Augen..schrill
    glücklicher können Katzen nicht aus dem Fell schauen liebe Silberdistel..
    Katzenminze in eine Hängeampel??? ob sie DA sicher ist??
    Euch ein wundervolles Wochenende mit einem LG vom katerchen der SEHR gelacht hat über diesen Beitrag in Wort und Bild

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    • Silberdistel sagt:

      Erstaunlich, wie glücklich doch Katzenminze machen kann, oder? 😀
      Eine Hängeampel 🙄 Hm, ich befürchte, Torty fände eine Lösung, auch noch die Hängeampel zu erklimmen 😉 😀 Aber andererseits dürfen die süchtigen Pelztiere sich gern mal an der Katzenminze laben. Ich habe ja mehrere Katzenminzen als Topfgarten. Da kann immer mal wieder etwas zur Erholung weggestellt werden 😉
      Danke für Deine Zeilen, auch Dir und dem Paulimann ein schönes Wochenende und liebe Grüße zu Euch ❤

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  11. Wusste gar nicht, dass es diese Droge Katzenminze gibt, obwohl wir ja auch von 1990 bis 2002 eine Kätzin hatten. Sie hiess ‚Toto‘, na ja, den Namen erhielt sie von Salvatore „Toto“ Schillaci, der Torschützenkönig bei der Fussball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien wurde, dem Jahr also, in dem sie geboren wurde. Eigentlich hätte sie Totine heissen müssen; aber Du weisst ja, Männer und Fussball 🙂 😉 😀

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    • Silberdistel sagt:

      Da siehst Du mal, man kann immer noch etwas dazulernen 😉 Aber wer weiß, vielleicht mochte Eure Toto keine Katzenminze. Unsere graue Eminenz steht, was Katzenminze betrifft, auch mehr über den Dingen.
      Schon lustig, wie Katzen mitunter zu ihrem Namen kommen 😀 Aber Toto klingt sowohl für eine Kätzin als auch für einen Kater gut 😉
      Danke für Deine Zeilen und liebe Grüße zu Dir in den Süden

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  12. kowkla123 sagt:

    ruhe dich aus und erhole dich

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  13. kowkla123 sagt:

    lasse es dir gut gehen.

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  14. kowkla123 sagt:

    möge es eine gute Woche werden

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  15. naturfreundin59 sagt:

    Oh, ich kann es mir vorstellen … lach … danke, dass du den Drogenrausch festgehalten hast, liebe Silberdistel. Ich hatte auch mal so ein Pflänzchen gekauft und konnte auch zuschauen, wie unsere Katze durchdreht. Leider hat das mein Pflänzchen damals nicht überlebt und so hab ich keines mehr gekauft. Aber das ist schon lange her und war unser Leo. Vielleicht geht ja das Tigerle sanfter damit um. Beim nächsten Gartenmarktbesuch werde ich eines mitnehmen und es austesten. Werde berichten.

    Danke für die bildhafte Erzählung nebst erzählenden Bildern … herrlich!

    Eine schöne Woche wünscht dir und den Drogensüchtigen
    mit einem lieben Gruß Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist schon lustig, dass sich die Pelzträger, wenn sie diesen Duft erst einmal wahrgenommen haben, auch absolut nicht bremsen können. Da wird geschmust, sich darin hin und her geschmissen, reingebissen und vor allem wird es mit spitzen Krallen verteidigt 😀
      Ja, gönne Deinem Tigerle ruhig einmal so ein Pflanzentauchbad. Ich bin gespannt, ob er darauf auch so abfährt wie unsere Jungspunde 😀 Ich habe inzwischen mehrere Pflanzen – u.a. auch in ebendiesen gezeigten Pflanzkästen – und so kann ich die gemarterten Minzen zwischendurch immer wieder mal auf Erholung „schicken“.
      Danke für Deine Zeilen, liebe Frau Morgentau, und liebe Grüße zurück in Deine Wiese

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