… und wir Silberdistels sind doch tatsächlich derweil auch im Advent angekommen.

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Kekse habe ich zwar noch nicht gebacken, aber gemütliche Nachmittage bei Kaffee und Kerzenschein gehörten dennoch in unsere Adventswoche und irgendwie gehörte trotz null Backaktivität auch immer ein Keks dazu. Was wäre ein Advent ohne Keks? Wohl dem also, der immer einen Keks im Hause hat – auch ohne aufwendige Backkunst.
Mein Keks ist allerdings von etwas anderer Natur als der gewöhnliche Weihnachtskeks, mein Keks ist etwas pelzig wie guter Rotwein auf der Zunge, andererseits auch recht fusselig und daher würde ich eher davon abraten, diesen Keks wie Rotwein zu behandeln und gar zu verkosten. Unter Umständen könnte das Pelzige schnell in Kratziges umschlagen und wer will das schon?
Mein Keks leistet mir übrigens überall Gesellschaft. So auch, als ich mich jetzt in der Woche mit den restlichen Gartenarbeiten beschäftigte, von denen mich das bis dahin vorwiegend unangenehme nasse und nebelgraue Wetter abgehalten hatte. Plötzlich und unerwartet gab es nun noch einmal eine Schönwettergelegenheit, um endlich die restlichen Gartenarbeiten abschließen zu können.
Mein kleines Moorbeet schrie förmlich nach Winterfestmachung. Die pflanzlichen Fleischfresser waren zum Glück schon vor unserer kleinen Schneekatastrophe hier in meinem Teil des Nordens in den Wintergarten umgezogen, denn nicht alle sind frosthart und es hätte mir in der Seele wehgetan, wenn sie Schaden genommen hätten.

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Und genau bei dieser Winterfestmachung warf sich mir besagter Keks förmlich vor die Füße – pelzig, im dezenten grauen Tigerlook.
Er bot sich mir als Gartenhelfer an und er hatte auch gleich eine durchreißende Idee, als ich davon sprach, das Wasser aus dem Pflanzenfresserbottich schöpfen zu wollen, damit es nicht bei Frost zu Eis gefriert und evtl. dadurch am Ende den Bottich zerstört. Der geniale Keks meinte, er würde das Wasser ganz einfach austrinken und schon wäre mir und dem Moorbottich geholfen.

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So trank er und trank und trank, aber dann stürzte er plötzlich eilig davon und begann kurz darauf, im Freiluftkatzenklo zu scharren.
Er wollte es zwar später nicht zugeben, aber ich denke, er hatte sich mit seinem kühnen Vorhaben dieser Art von Bottichentleerung wohl doch ein wenig übernommen, denn dass aus ihm das viele Wasser auch wieder raus musste, das hatte er wohl nicht bedacht.
Da mein Keks nun erst einmal anderweitig beschäftigt war, musste ich die weiteren Arbeiten am Moorbottich allein ausführen. Ich vermutete, dass mir das mit dem Austrinken des Bottichs wohl auch nicht ganz problemlos gelingen würde und so schöpfte ich das Wasser schließlich lieber mit einem Topf per Hand aus.

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Die beiden vierbeinigen Damen beschäftigten sich, während sich der pelzige Keks im Freiluftkatzenklo amüsierte und ich schwer schöpfend bis zur Erschöpfung arbeitete, mit einer anderen Art von Gartenarbeit. Sie befassten sich schon mal mit der Vogelzählung – gewissenmaßen als Vorübung für die nächste „Stunde der Wintervögel“.

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Über diese Blaumeise gab es allerdings Meinungsverschiedenheiten unter den pelzigen Damen und zwar darüber, wer sie in seiner Zählliste erfassen dürfe.

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Unsere Torty behauptete, die Blaumeise dort an der Hängetasse zuerst entdeckt zu haben. Unsere graue Eminenz war da ganz anderer Ansicht, denn sie hätte die Meise bereits viel früher gesehen. Sie hätte die Blaumeise bereits entdeckt, als diese noch im Roten Hartriegel saß und sich einbildete, sie wäre dort für Katzenaugen unsichtbar.

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Torty müsse sich also für ihre Vogelzählung eine neue Meise suchen.
Wie der Streit ausging, ist mir leider irgendwie entgangen, denn ich ärgerte mich derweil mit meinem Moorbottich herum, den ich nach dem Ausschöpfen mit einer Folie gegen Regen und Schnee abzudecken gedachte.
Als ich nach Herrn Silberdistel rief und um Hilfe beim Festbinden der Abdeckung bat, tauchte der zwischenzeitlich verschollen gewesene Keks plötzlich wieder auf und ging mir mit seiner erneuten Hilfsbereitschaft auf selbigen.

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Er setzte sich nämlich kurzentschlossen mitten auf die Folie und erklärte mit, wir könnten das allein, wir bräuchten den Herrn Silberdistel nicht. Wenig überzeugt von dieser Variante, machte ich mich an die Arbeit. Wenn doch Keks nur hätte stillsitzen können. Aber das gelang ihm irgendwie nicht. Wahrscheinlich drückten die im Bottich verbliebenen Steine zu schmerzhaft auf seinen zarten Katerpopo. Nebenher pfötelte er mir auch noch ständig zwischen den Fingern und am Bindfaden herum, weil er angeblich besser wusste als ich, wie man einen Bindfaden bändigt.
Schließlich musste ich doch Herrn Silberdistel um seine freundliche Mithilfe ersuchen. Keks zog da allerdings beleidigt davon. Er jedenfalls hätte alles im Griff gehabt, nur ich wäre zu ungeschickt gewesen. Aber wenn ich seine Hilfe nicht wollte …
Nun ja, dass mein keksiger Helfer alles im Griff gehabt hatte, das muss ich schon zugeben, aber … aber … Naja, lassen wir das lieber.

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Irgendwann jedenfalls war der Bottich endlich verpackt und damit Keks bei seinen nächsten Sitzversuchen darauf nicht wieder blaue Flecken am pelzigen Hinterteil  bekommt,  wurde er noch mit einer Drahtgeflechtabdeckung versehen – also der Bottich, nicht der Keks. Torty, hier gerade als pelzige Gutachterin tätig, fand unser Gesamtkunstwerk sehr gelungen.

Ach und neben der Arbeit am Moorbottich habe ich es sogar noch geschafft, den Garten vom größten Teil des Laubes zu befreien. Das war eine Arbeit, die erneut das Interesse des keksigen Gartenhelfers weckte, und so war er schnell wieder zur Hilfe bereit. Und während ich harkte und mein Helfer die Blätter, die sich heimlich davonmachen wollten, geschickt wieder einfing, legten wir unseren Bindfadenstreit ganz unauffällig bei.
Sogar unseren Geräteschuppen haben wir noch in schöner Eintracht aufgeräumt. Obwohl wir auch hier mitunter etwas unterschiedliche Ordnungsvorstellungen hatten. Aber man darf nicht immer alles so verbissen sehen. Schließlich ist gleich Weihnachten – das Fest von Friede, Freude, Keks und Gänsebraten. So durfte dann auch Keks ab und zu gern wieder etwas nach unten werfen stellen, dem ich gerade oben einen Platz zugeteilt hatte. Und so haben wir schließlich alles geschafft – irgendwie. Weihnachten darf also kommen.

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In diesem Sinne wünschen wir zwei- und vierbeinigen Silberdistels Euch allen einen schönen und besinnlichen 2. Advent und passt beim Verzehr der Kekse auf – nicht die falschen in den Mund nehmen 😉

Kommentare
  1. Christina sagt:

    Es ist sehr schön zu lesen, dass du so diensteifrige Unterstützung bei der Gartenarbeit genießt! Und nicht mal die Vogelzählung brauchst du allein in Angriff zu nehmen, die pelzigen Damen laufen sich schon warm… 😉 Es ist nun mal nicht selbstverständlich, dass die Herrschaft selbst mit Hand anlegt – ich sehe es ja hier bei uns. Die alte Herrschaft hatte immer ein pelziges Pfötchen im Einsatz, um mir Hilfestellung zu geben – aber die jungen Herrschaften? Soifz. Ich werde bestenfalls beobachtet und mit einem aufmunterndem Maunzen zu schnellerem Arbeiten angehalten… 😏
    Einen herrlichen 2. Advent bei Keks und Kerzenschein wünscht euch
    Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Unser Keks ist ein ganz besonderer Unterstützer. Er muss immer und überall dabei sein. Mitunter vermutete ich bereits, dass es sich bei ihm um einen Hund im Katzenpelz handelt, weil er mich kaum einmal aus den Augen und irgendwo allein werkeln lässt. Er ist immer bei Fuß. Es sei denn, er muss gerade mal auf Reviergang 😀 Das allerdings ist sein alleiniges herrschaftliches Privileg. Da darf ich nämlich nicht mit 😉
      Das aufmunternde Maunzen und Antreiben zum schnelleren Arbeiten kenne ich hier allerdings auch von unseren beiden pelzigen Damen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass sie pfotenwerklich nicht ganz so begabt sind wie unser Keks und sich daher eher aus solchen Basteleien raushalten. Immerhin unterstützen sie mich bei solchen Projekten wie der Vogelzählung 😉
      Danke für die Adventswünsche und auch Euch einen schönen 2. Advent

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  2. naturfreundin59 sagt:

    So köstlich die selbstgebackenen Kekse auch schmecken mögen, es geht doch nichts über die Sorte „Fellkeks“ … gern auch Vierpfötchen-Keks genannt. Wenn man so einen im Haus hat, kann man getrost auf die gebackenen verzichten. Außerdem gibt es so viele andere Leckereien in der Vorweihnachtszeit.

    Liebe Silberdistel, danke für deine lustige Beschreibung mal wieder, habe mich köstlich amüsiert. Wie sie überall mitmischen wolln, gell?

    Ich wünsche dir und deinen Lieben … zwei- und vierbeinig …einen gemütlichen 2. Advent …
    mit lieben Grüßen von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Unser Keks mischt besonders gern überall mit, liebe Frau Morgentau. Ich kann selten einmal einen Schritt ohne ihn tun. Es ist schon lustig, wie neugierig Katzen doch sind und wo sie überall dabei sein müssen.
      Danke für die lieben Adventswünsche 🙂 Auch ich wünsche Dir und Deinen Lieben einen schönen und gemütlichen 2. Advent und schicke Dir liebe Grüße

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  3. Ich wünsche Dir auch von💕 einen schönen 2. Advent!! LG Elke

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  4. kowkla123 sagt:

    vielen Dank, wünsche einen wunderschönen 2. Advent

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  5. giselzitrone sagt:

    Wünsche dir von Herzen einen schönen zweiten Advent lieber Gruß Gislinde

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  6. einfachtilda sagt:

    Ein Keks, der einem auf den Keks geht….😂😃😄 da braucht man wohl keine Weihnachtskekse mehr und wie schön er mit aufgeräumt hat…ist echt toll. Dieser Keks ist Gold wert 👍
    Ich wünsche euch noch einen entspannten Abend…natürlich mit Keks, aber eventuell auch noch andere Kekse 😊😊

    LG Mathilda 🎅👼❤🎄🎄

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    • Silberdistel sagt:

      Na, ein paar richtige Weihnachtskekse werde ich wohl auch noch backen 😉 Nicht, dass sich am Ende jemand vor lauter Appetit auf Keks doch noch an unserem pelzigen Keks vergeht 😉
      Danke für Deine lieben Wünsche. Euch eine schöne neue Woche und Dir hoffentlich langsam Schmerzfreiheit ❤

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      • einfachtilda sagt:

        Ja Danke. Die Woche war schlimm. Morgen gibt es die letzten 2 Spritzen…ich bin gespannt 😯
        Kekse backe ich nicht. Bei uns wird lieber Lebkuchen gegessen und das war schon immer so.

        Liebe Grüße und eine schöne neue Woche ❤ Mathilda

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        • Silberdistel sagt:

          Wir lieben Kekse, egal ob pelzig oder diese richtigen Weihnachtskekse 😉 und so backe ich gewöhnlich zur Weihnachtszeit welche. Kekse müssen irgendwie einfach sein. Da kann ich schon eher mal auf Lebkuchen verzichten, nur auf Dominosteine nicht. Die nun wieder gehören auch zum Muss 😀
          Wenn Du morgen die letzten beiden Spritzen bekommst, dann müsste ja wohl bald eine Wirkung zu spüren sein, oder? Ich drücke Dir die Daumen, dass sich diese Kur gelohnt hat.
          Alles Gute und liebe Grüße ❤

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  7. Ich habe auch erst dieses Wochenende angefangen zu backen. Normalerweise fange ich schon viel früher an…. Aber ich mache mir keinen Stress, die Backerei soll ja auch noch Spass machen und nicht in Stress ausarten.
    Einen schönen zweiten Advent wünsche ich Dir!
    LG,
    Bibi

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    • Silberdistel sagt:

      Bei mir geht es diese Woche mit der keksigen Backerei los. Nein, Stress möchte ich dabei auch nicht haben. Aber nun ist alles andere erledigt, da kann es also auch mit dem Backen losgehen.
      Danke für Deine lieben Wünsche und natürlich auch für den Kommentar überhaupt und liebe Grüße auch an Dich

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  8. katerchen sagt:

    ..herrlich liebe Silberdistel
    KEKSE haben was ..grins BESONDERS diese Sorte mit Fell und der Fähigkeit zum SCHURREN..
    DANKE für diese nette Geschichte von FRIEDE FREUDE EIERk….grins
    einen LG zum Wochenstart vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Wenn man’s genau nimmt, liebes Katerchen, haben wir hier ja sogar drei Kekse. Allerdings gehen sie uns unterschiedlich arg auf eben diesen Keks. Jeder hat da so seine eigene Marotte, die wir aber jeweils mit Fassung tragen. Wenn man das nicht alles auch mit Humor trägt, dann wäre man wohl ohne diese pelzige Herrschaft besser dran. Aber wir halten das immer noch gern aus 😉 😀
      Auch Dir/Euch einen guten Wochenstart und liebe Grüße

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  9. kowkla123 sagt:

    genau, eine gute Woche wünsche ich

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  10. […] Das nächste Lichtlein brennt … […]

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