Pelzige Überraschung

Veröffentlicht: 29. November 2016 in Fotos, Geschichten, Natur, Tiere, Unterhaltendes, Urlaub
Schlagwörter:, , , , , , , , , ,

Mein Bericht über unseren diesjährigen Wanderurlaub im September in der Rhön war im Grunde genommen mit dem Post über unseren Ausflug zum „Eisenacher Haus“ abgeschlossen. Dennoch schulde ich Euch noch eine Ergänzung. Am Ende meines Beitrags „Zum Herbstbeginn auf zum Fliegerberg“ hatte ich noch von einer weiteren Geschichte gesprochen.

Als wir an jenem Tag von unserer Wanderung zurück waren, haben wir uns den Nachmittag noch mit einem kleinen Sonnenbad auf der Terrasse unseres Ferienhauses versüßt. Später wieder im Haus, ich hatte mich gerade mit meinem PCli häuslich am Tisch eingerichtet und schaute mehr zufällig zum Terrassenfenster, bemerkte ich draußen eine Bewegung.

01-dsc02262-fliegerdenkmaltag-abends

Ein hübsches graues Kätzchen geisterte hinten am Terrassenrand umher und schaute vorsichtig zu unserem Fenster. Was mochte in dem kleinen Köpfchen vor sich gehen? Ob sich die Pelznase wohl von den neuen Ferienhausbewohnern eine kleine Futterspende erhoffte? Oder war sie einfach nur neugierig? Egal, wie es war, mein Herz schlägt immer und überall für Katzen und so konnte ich natürlich nicht anders, ich musste später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse legen.
Am anderen Morgen schaute ich voller Spannung nach, ob meine milde Gabe einen Liebhaber gefunden hatte. Sie hatte, denn es war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. So dachten wir jedenfalls einen Augenblick lang.

Lächelnd setzte ich mich an diesem Morgen an den Frühstückstisch und befasste mich  mit meinen Frühstücksbrötchen. Ich trank einen Schluck Tee, schaute, mit mir und der Welt zufrieden, zum Fenster hinaus und wollte gerade in mein Brötchen beißen, als draußen auf der Terrasse wieder Bewegung war. Ich vergaß mein Brötchen und schaute interessiert nach draußen. Mist! Warum nur hatte ich nicht gleich auch für unser Kätzchen etwas Wurst auf die Terrasse gelegt? Da war es wieder.
Doch…, doch  was war das? Hatte ich jetzt Sehstörungen? Irgendwie stand der Terrassentisch dort draußen auch noch im Weg und nahm mir die Sicht. Ich musste mich regelrecht verbiegen, weil das Kätzchen genau dort stand, wo mir ein Tischbein mächtig den Blick auf unseren morgendlichen Gast versperrte. Dumm, dass wir ihn abends nicht zur Seite gestellt hatten. Nur, wenn ich dichter ans Fenster gehen würde, würde ich das Kätzchen vielleicht verjagen.
Ich schaute und schaute und machte eine seltsame Entdeckung.

02-dsc02270

Entweder hatte unser Gast vom Vorabend mehrere Pelzmäntel im Schrank und trug nun zum Frühstück nicht den einfarbig grauen Mantel wie am Abend zuvor oder aber wir hatten hier einen zweiten pelzigen Mitesser vor uns.

03-dsc02275

Dieser trug nämlich einen Mantel im Tigerlook.   Inzwischen war ich mir ziemlich sicher, denn ich hatte die Kamera geschnappt und ihre Technik hatte mir das Kätzchen ein wenig näher herangeholt.

04-dsc02276

Es schnupperte und schnupperte immer wieder an der Stelle, an der ich den Abend zuvor meine Wurstspende zurückgelassen hatte.

05-dsc02277

Nur leider war davon kein einziges Krümchen mehr übrig, nur dieser herrliche Duft war auf den Steinen zurückgeblieben. So lecker roch es dort.
Das Tigerle machte sich wenig später auf in Richtung unserer Tür. Sicher schnupperte es auch dort noch nach frischen Wurstspuren. Irgendwie tat es mir leid. Sollte ich ganz vorsichtig die Tür öffnen und mit einer Wurstscheibe winken?
Ich war vorsichtig, übervorsichtig sogar, aber das Kätzchen war noch eine Spur vorsichtiger. Als es mich sah, ich muss wohl echt zum Fürchten ausgesehen haben, machte es sich in großen Sprüngen davon.
Da stand ich also mit meiner Wurst und sah nur noch Staub und Katzenhacken. Egal, vielleicht würde das Tigerchen ja zurückkommen. Ich zerteilte die Wurst in kleine Stückchen und legte alles dort nieder, wo das geflohene Kätzchen gerade so hingebungsvoll geschnuppert hatte. Dann ging ich wieder zu meinem Herrn Silberdistel hinein und widmete mich erneut meinem eigenen Frühstück.

06-dsc02284

Ich war gerade mit meinem letzten Restchen Tee befasst, als sich draußen auf der Terrasse wieder etwas tat. Unsere graue Schönheit vom Abend zuvor hatte sich nun doch noch eingefunden und sie hatte mehr Glück als das Tigerkätzchen von eben. In rasanter Geschwindigkeit schlang sie dann auch alles, was ich hingelegt hatte, weg.

07-dsc02290

Es muss ein kleines Festessen für das Kätzchen gewesen sein, denn es putzte auch noch das aller letzte kleine Wurstfitzelchen weg.

Als wir an diesem Tag von unserer Wanderung zurück waren, mussten wir für uns noch ein wenig neue Verpflegung einkaufen. Dabei wanderten auch ein paar Katzenfutterdosen mit in den Einkaufswagen. Wir wollten unseren beiden pelzigen Mitessern auch an den nächsten Tagen noch Gutes tun.
Die beiden Katzen kamen von nun an allmorgendlich in etwa einer Stunde Abstand zu ihrem neuen Futterplatz. Wir bildeten uns ein, dass beide jeweils das ihnen zugedachte Futter auch bekamen. Schließlich sollte keine der Katzen leer ausgehen. Aber irgendwie lief es dort draußen doch anders, als wir dachten.

Inzwischen war unser letzter Urlaubstag herangerückt. Wir hatten einen wunderschönen Tag verlebt und hatten uns zum Urlaubsabschluss noch ein leckeres Essen im „Eisenacher Haus“ gegönnt. Es war ein rundum schöner Tag gewesen.

Derweil war der Abend herangerückt. Ich war eben fertig mit dem Packen der Koffer und Taschen für die Abreise am nächsten Tag und wollte mich gerade dem Abendessen widmen. Von meinem Platz aus fiel mein Blick wieder einmal zum Terrassenfenster hinüber. Doch was sah ich denn da? Ich glaubte, meinen Augen nicht trauen zu können. Vor dem Fenster spielte sich etwas Erstaunliches ab.

dsc02768-eisenachertag-abends

Dort tummelten sich in trauter Dreisamkeit zwei unserer Mitesser und ein drittes Kätzchen – ein weiteres getigertes Kätzchen.

dsc02769

Hatte sich der neue Futterplatz in Katzenkreisen schon herumgesprochen oder hatten wir etwa die ganze Zeit bereits drei Katzen gefüttert? Wahrscheinlich war Letzteres der Fall, denn die beiden Tiger sahen sich zum Verwechseln ähnlich. Ich starrte mit offenem Mund auf das Schauspiel dort vor unserem Fenster.

dsc02773

Die drei Kätzchen schienen sich gut zu verstehen. Sie schmusten miteinander und putzen sich gegenseitig. Irgendwie hatten wir fast den Eindruck, als würde dort draußen extra für uns eine kleine Show abgezogen. Die pfiffigen Pelzbündel legten sich doch so ins Zeug, weil sie hofften, mit ihrer Vorführung der Menschen Herzen dort in dem Haus zu erobern und damit ein kleines Nachtmahl herauszuschlagen. Oder? Also ich bin überzeugt davon.

dsc02776

Und jetzt sah es nicht mehr so aus, als würde sich auch nur eine der drei Katzen vor uns fürchten. Sie lagen da und schauten immer wieder zum Fenster. Sie wussten also, dass wir jeweils ihren Frühstücks- und Abendbrotstisch gedeckt hatten und sie erhofften sich jetzt offensichtlich noch mehr von uns.

dsc02790

Dummerweise war das Katzenfutter inzwischen aufgebraucht und unsere eigenen Vorräte sahen auch nicht mehr so umfangreich aus, schließlich würden wir am anderen Tag nach Hause fahren. Wozu da noch Vorräte horten? Wurst hatten wir gar nicht mehr im Angebot, beim Käse sah es noch etwas üppiger aus. Und da ich all das Elend da draußen nicht mehr länger mit ansehen konnte, gab es als kleines Abschiedsessen noch eine ordentliche Portion Käse für die Drillinge. Wenn wir Menschen uns schon ein Abschiedsessen gegönnt hatten, sollten die drei Vierbeiner, die unserem Urlaub doch auf ihre Art etwas Besonderes gegeben haben, auch ihr Abschiedsessen bekommen. Wir vermuteten übrigens, dass es sich bei den drei Katzen um Geschwister handelte, denn sie schienen sich ausgesprochen gut zu verstehen.

Als ich dieses Mal ganz vorsichtig die Tür öffnete, liefen zwei der Katzen zum Ende der Terrasse und drückten sich dort in die am Rande stehenden Büsche. Das dritte Kätzchen, eines der Getigerten, blieb in respektvoller Entfernung sitzen und beobachtete, wie ich drei kleine Käsehäufchen auf die Terrasse schichtete. Als ich mich genauso langsam und vorsichtig, wie ich gekommen war, wieder entfernte, tauchten auch die beiden anderen Kätzchen wieder auf. Der Käse schien ihnen zu schmecken.

dsc02800

Ich musste sogar noch einmal Nachschlag reichen. An diesem Abend hatten wir noch lange drei pelzige Gäste auf der Terrasse zu Besuch. Wir hatten den Eindruck, sie waren endlich einmal satt und zufrieden.
Es tat mir fast ein wenig leid, dass wir wieder nach Hause mussten. Aber vielleicht würden ja auch unsere Nachfolger im Ferienhaus ein Herz für Katzen haben und ihnen ab und zu ein kleines Zubrot reichen.

Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    immer wieder niedlich deine Lieblinge, schönen Dienstag wünsche ich

    Gefällt mir

  2. Frau Hummel sagt:

    Holla die Waldfee. Gleich drei Stück, da habt Ihr Euch doch sicher (fast) wie zuhause gefühlt, oder?!
    Ist doch merkwürdig, wie schnell diese vierbeinigen Handschmeichler es raus haben, wer es gut mit ihnen meint :-). Silberdistel in ihrem Element 😉 😀 ❤

    Gefällt 1 Person

    • Silberdistel sagt:

      Nicht nur wegen der Katzen haben wir uns dort zuhause gefühlt. Die Rhön an sich ist schon fast so etwas wie ein zweites Zuhause für uns. Aber die drei Katzen dort haben uns den Urlaub natürlicher noch ein bisschen zuhausiger 😉 gemacht.
      Ja, Katzen wissen schon, wie sie uns umgarnen können, vor allem so, dass auch noch ordentlich etwas für sie dabei herausspringt 😀
      Einen lieben Gruß in Deine Heide

      Gefällt mir

  3. Da lässt man drei daheim, weil irgendwann auch mal eine Urlaubsreise angesagt ist und – zack! – haste wieder drei. 😀 Die beiden getigerten sind wirklich nicht auseinanderzuhalten – schon gar nicht, wenn sie einzeln erscheinen und kein Abgleich möglich ist.
    Nun, denen scheint die Fütterung sehr gefallen zu haben, liebe Silberdistel, und dafür haben sie sich für euch auf der Terrasse mächtig ins Zeug gelegt.^^

    LG Michèle

    Gefällt mir

    • Silberdistel sagt:

      Genau, nicht einmal im Urlaub ist man katzenfrei 😉 Als die drei Pelzbündel dort auf der Terrasse posierten, konnte ich ein Weilchen später die beiden Getigerten doch unterscheiden 😀 Der Tiger links im Bild, im vorletzten Foto vielleicht auch am etwas breiteren Kopf ein bisschen zu erkennen, war ein Katerchen. Die beiden anderen waren Mädels.
      Ja, diese nette kleine Abschiedsvorstellung der Katzen war schon witzig. Aber wahrscheinlich hatten sie sich das mehr als Einführungsveranstaltung für ein etwas weniger anstrengendes Dasein gedacht, denn täglich Futter serviert zu bekommen, ist schon wesentlich angenehmer, als selbst auf Jagd gehen zu müssen. Andererseits werden sie dort im Wald wohl ihr Auskommen gehabt haben, denn Mäuse und anderes Kleingetier gibt es dort sicher reichlich. Das Katerchen schaute auch immer ganz interessiert nach oben – in Richtung des Siebenschläferbaus.
      Danke für Deinen Zeilen und liebe Grüße auch an Dich

      Gefällt 1 Person

  4. einfachtilda sagt:

    Was für niedliche Kätzchen und wenn sie untereinander so gut harmonieren, dann sind es wohl Geschwister…die drei Musketiere 😊😊
    Auch so liebevoll geschrieben, wie ja immer bei dir ❤

    LG Mathilda

    Gefällt 1 Person

  5. naturfreundin59 sagt:

    Welch bezaubernde Ergänzung, liebe Silberdistel. Wenn du uns die vorenthalten hättest … nicht auszudenken! 😉 Da schmelze ich dahin … hach.

    Mir geht es auch so, dass, wo immer ich auch bin, die Begegnung mit „fremdländlichen“ Katzen eine ganz besondere ist. Plötzlich ist da ein Stück Vertrautheit … läuft oder liegt mir etwas über dem Weg, das sofort zu erkennen scheint, dass ich Katzen liebe und ihnen zugetan bin. Das spüren die schlauen Schnurris sofort.

    Dass sich die drei so gut verstanden, sieht man allerdings selten. Welch schönes Erlebnis.

    Danke, dass du es wieder mit uns geteilt hast.

    Ein lieber Gruß aus der glitzerenden Morgenwiese

    Gefällt mir

    • Silberdistel sagt:

      Ich vermute mal, dass Katzen immer wissen, bei wem was zu holen ist 😀
      Dass sich die drei so gut verstanden haben, das sollte eigentlich darauf hindeuten, dass es Wurfgeschwister waren. Die verstehen sich meistens ein Leben lang gut.
      Nein, dieses nette Urlaubserlebnis wollte ich Euch nicht vorenthalten. Ich dachte mir schon, dass sich einige sehr darüber freuen würden.
      Dankeschön für Deine lieben Zeilen und liebe Grüße zurück in Deine Glitzerwiese

      Gefällt mir

  6. kowkla123 sagt:

    einen guten Wochenteiler wünsche ich

    Gefällt mir

  7. katerchen sagt:

    die wisser wer etwas spendiert liebe Silberdistel..hoffen mal der nächste Gast hatte auch ein Herz für Katzen
    mit einem LG vom katerchen der DANKE für die nette Begebenheit in Wort und Bild sagt

    Gefällt 1 Person

    • Silberdistel sagt:

      Stimmt, Katerchen, Katzen sind sehr clever. Sie wissen sehr gut, bei wem es was zu holen gibt 😀
      Ich hoffe auch, unsere Nachfolger dort im Ferienhaus hatten ebenso ein Herz für Katzen.
      Danke für Deine Zeilen und liebe Grüße auch an Dich

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s