… von der Rhön im September wurde von herrlichem Wetter begleitet und sie führte uns noch einmal in Richtung Thüringen. Da ich bei meinem Alleingang am Tag zuvor einen angenehm kurzen Weg von unserem Ferienhaus hinauf zum Buchschirmberg herausgefunden hatte, fanden wir die Idee nicht schlecht, einmal ein Stückchen über unser Lieblingsziel in Thüringen, das „Thüringer Rhönhaus“, hinauszuwandern und bis zum „Eisenacher Haus“ zu laufen. Was wir vorn an Weg eingespart hatten, konnten wir doch nun einfach einmal hinten anhängen und etwas weiter laufen.

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Das „Eisenacher Haus“

Das „Eisenacher Haus“ wurde 1928 vom Rhönklub erbaut. Es steht auf dem Ellenbogen, einem 813 m ü. NHN hohen Berg in der thüringischen Rhön und es blickt auf eine recht wechselvolle Geschichte zurück.
In den frühen DDR-Jahren wurde es als FDGB-Ferienheim genutzt, später diente es der STASI als Teil einer Abhöranlage, die in der Nähe des „Eisenacher Hauses“ entstand. Das Haus selbst beherbergte die technische Einrichtung dieser Anlage. Zu dieser Zeit, etwa Mitte der 1960er Jahre, entstand auch ein Anbau am Haus, das Gelände wurde eingezäunt und zum Sperrgebiet erklärt. Dieser Horchposten war quasi als Gegengewicht zu der ähnlichen Anlage auf westdeutscher Seite, zu der Anlage auf der Wasserkuppe, gedacht. Im Volksmund wurde dieses Sperrgebiet übrigens „Klein Sibirien“ genannt.
Heute ist das „Eisenacher Haus“ wieder Hotel und Gasthaus. Es wird für Tagungen und als Wanderhotel genutzt. Mit seinem schönen Biergarten bietet es sich aber auch für Tagestouristen als lohnenswertes Ziel an. Und dass man dort ausgezeichnet speisen kann, haben wir Silberdistels an unserem letzten Urlaubstag selbst in Erfahrung bringen können. Wer mehr über das „Eisenacher Haus“ wissen möchte, kann sich gern bei Wikipedia noch etwas genauer informieren. Ich habe mich nämlich genau dort auch gebildet und einiges davon in Kurzfassung hier wiedergegeben.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Vor einigen Jahren hatten wir uns in einem Urlaub schon einmal zum „Eisenacher Haus“ aufgemacht, waren aber kurz vorm Ziel wieder umgekehrt, da dort gerade ein großes Happening mit Blasmusik und einem enormen Menschenauflauf stattfand. Wir hatten damals eigentlich Ruhe gesucht und hätten sie zu dem Zeitpunkt dort so gar nicht gefunden.

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Der zweite Versuch jetzt endete wesentlich angenehmer. Der Biergarten bot eine entspannte und gemütliche Atmosphäre. Für uns gab es ein richtig schönes Abschiedsessen von der Rhön, denn am folgenden Tag würde es wieder in Richtung Heimat gehen. Mein Herr Silberdistel gönnte sich Pfifferlinge, dazu ein Schnitzel mit Serviettenknödeln und ich machte mich über ein richtig leckeres Würzfleisch mit Toast her. Dazu gab es einen äußerst schmackhaften Salat. Als Dessert leisteten wir uns schließlich noch gebackene Waffeln mit Erdbeeren, Eis und Sahne plus Kaffee bzw. Cappuccino. Satt war danach kein Ausdruck mehr.

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So kam uns auf dem Rückweg die eine oder andere Pause sehr gelegen, denn mit vollem Bauch ist man weniger beweglich und meistens auch ein bisschen fauler. Mikes Weitblickbank, wir waren derweil bereits wieder auf dem Buchschirmberg, lud uns  freundlich ein, einen Moment Platz zu nehmen. Der wirklich außerordentlich schöne Weitblick von dort aus ließ uns wieder Kraft tanken für das nächste Wegstück, das nicht sehr weit von Mikes Bank erneut endete. Wir hatten nämlich noch ein weiteres Bank-Rendezvous.

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Unsere „Deutsche Bank“

Dort, wo der Wanderweg vom Buchschirmberg wieder hinab zum „Thomas-Morus-Haus“, dem katholischen Jugendheim, führt, steht etwas abseits vom Weg unsere Lieblingsbank, die Bank, die wir vor einigen Jahren einmal auf den Namen „Deutsche Bank“ tauften, unsere „Deutsche Bank“. Es gehörte natürlich zu diesem Abschiedstag von der Rhön dazu, dass wir auch noch Abschied von unserer Bank nahmen. Und leider tröpfelte genau dort ein kleiner Wermutstropfen in meinen Tag hinein.

Während wir Silberdistels so auf der Bank saßen und in die Ferne blickten, kam uns die Idee, zur Erinnerung an diesen schönen diesjährigen Abschiedstag von der Rhön noch ein Selfie bzw. ein Selfie der eher alten Art, ein Selbstauslöserfoto mit meiner Kamera, zu schießen. Wir setzten uns also auf unserer geliebten „Deutschen Bank“ in Positur.

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Leider übersah ich in meinem Eifer den Stacheldraht, der den Koppelpfahl (Bildmitte) „schmückte“

Dann eilte ich zum gegenüber stehenden Koppelpfahl und hängte, weil draufstellen wegen der geringen Grundfläche des Pfahls nicht ging, die Kamera an den Pfahl. Leider kollidierte dabei mein Kameradisplay mit einem Stück Stacheldrahtzaun und zerkratzte das Display am oberen Rand. Ärgerlich, aber doch nicht mehr zu ändern. Den ansonsten so herrlichen Tag habe ich mir damit allerdings trotzdem nicht verderben lassen. Ich hab’s mit Fassung getragen und sehe diesen „Unfall“ ganz einfach als bleibende Erinnerung an einen Tag an, der einem wunderschönen spätsommerlichen Urlaub seinen Abschluss gab. Außerdem ist unser Selfie recht nett geworden – also erst recht kein Grund, sich lange über die eigene Dummheit zu ärgern.

Kommentare
  1. Charis {ma} sagt:

    Schöne Fotos von der Rhön … 🙂
    Im Gasthaus ‚Eisenach‘ waren wir noch nie – das müssen wir mal nachholen … 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön 🙂
      Das „Eisenacher Haus“ lohnt sich wirklich – hat uns echt gefallen. Das Essen war exzellent, kann man ohne wenn und aber weiterempfehlen. Auch der Biergarten macht einen sehr gemütlichen Eindruck. So Gott will, waren wir sicher nicht das letzte Mal dort. Auch zu erwandern gibt es dort noch so einiges.

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      • Charis {ma} sagt:

        Ja, glaube ich sofort! Wir wollen allerdings lieber im Frühling/Sommer in die Rhön. Jetzt ist es schon empfindlich kalt dort – ein eisiger Wind weht und auf der Wasserkuppe sind Temperaturen unter null. Ich bin eher ein ‚Schönwetterwanderer‘, da kann ich viele Pflanzen und Blumen aufblühen sehen und ohne Gebibber bewundern … 😉

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  2. kowkla123 sagt:

    einfach schön wieder, ein wunderschönes Wochenende wünsche ich

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  3. katerchen sagt:

    eine schöne Gegend hast du da etwas GENAUER vorgestell liebe Silberdistel.
    wenn die Umgebung passt und das FUTTEr auch gut mundet,dann ist man am richtigen Ort.
    DANKE mit einem LG zum Wochenende vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, Katerchen, da stimmten sowohl Gegend als auch Futter. Und wie wir dort gesehen haben, gibt es in der Natur auch noch viel zu entdecken. Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns beim nächsten Mal, so es eins gibt, dort wandermäßig einmal etwas genauer umschauen.
      Danke für Deine Zeilen und auch an Dich einen lieben Gruß zum Wochenende

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  4. Es freut mich immer wieder, dass ihr in der Zeit so schönes Wetter hattet! Wenn ich mir deine Fotos mit dem Weitblick ansehe und die herrliche Landschaft drumherum …. Stell dir mal vor, da wäre nur Nebel, Trübnis, Regen! Man kann es sich nicht aussuchen und selbst in so einem Schlechtwetterfall wird jeder das beste daraus machen und immer noch schöne Dinge erleben, doch blauer Himmel und Sonnenschein waren wirklich ein Sahnetüpfelchen auf dem Urlaub in der Rhön.
    War wirklich schön, dass du durch deine letzten Blogbeiträge wieder ein paar Mitspaziergänge möglich gemacht hast, liebe Silberdistel!

    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, dass wir genau in dieser einen Woche dort in der Rhön so schönes Wetter hatten, das war schon toll. Wir haben diese Tage richtig genossen. Danach fing es dann hier ja fast gleich mit dem Dauergrau an. So konnten wir wenigstens noch eine Weile von der schönen Urlaubswoche zehren.
      Aber wir kennen die Rhön natürlich auch anders, nämlich genau so, wie Du uns Deine Vorstellung von einer Schlechtwettervariante geschildert hast. Aber selbst da haben wir doch immer irgendwie einen schönen Urlaub draus gemacht. So lernt man dann auch einmal Museen kennen, die zuvor immer hinten runter fielen oder das Moor im Nebel-Look 😀 Wir waren sogar einmal bei dickem Nebel auf der Milseburg beim Riesen Mils – auch ein Erlebnis, das uns wohl doch noch länger in Erinnerung bleiben wird.
      Dankeschön fürs Wiederdabeisein und liebe Grüße auch an Dich

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  5. kowkla123 sagt:

    du pass auf dich auf, es ist kalt, sehr kalt, beste Grüße am Samstag von mir zu dir

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  6. kowkla123 sagt:

    einen schönen Sonntag wünsche ich

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  7. naturfreundin59 sagt:

    Oje, so ist deine Kamera für immer gezeichnet. Ich kann mir vorstellen, welch schrecklicher Moment das für dich gewesen sein muss, arme Silberdistel. Du hast mein volles Mitgefühl.
    Aber als der erste Schock nachließ, hast du dir auch gedacht, dass es Schlimmeres gibt und dich des Stracheldrahtes Schandwerk immer an diesen schönen Tag erinnern wird, was den Schmerz vergehen ließ, gell? So bin ich auch … immer das Beste daraus machen. Und es hat ja keinen Einfluss auf die Qualität der Fotos. Wenn der Risse auf jeden zu sehen wäre, wär es schlimmer, gell?

    Die Fotos und deine Erzählung ist wieder so schön, liebe Silberdistel. Welch wunderbare Erinnerungen. Danke, dass du sie mit uns teilst. An FDGB-Ferienheime habe ich auch Erinnerungen an meine Kindheit. Alles scheint schon Ewigkeiten her …

    Diese Weitblickbank hätte ich auch gern auf ihre Sitzfestigkeit und Namen getestet … hihi.

    Nun wünsch ich dir noch einen gemütlichen Sonntagnachmittag
    und schick einen lieben Gruß Richtung Norden,
    Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, liebe Frau Morgentau, die Kamera hat nun eine Narbe fürs Leben, es sei denn, ich würde sie in eine Kameraklinik zur Schönheits-OP schicken. Aber ich denke, mit dieser Narbe können wir beide leben – die Kamera und ich 😉 und die Fotos beeinträchtigt dieser kleine rein äußerliche Schönheitsfehler ja nicht. Im ersten Moment habe ich mich schon über meine eigene Unachtsamkeit geärgert, aber dann dachte ich, wie Du schon richtig erkannt hast, dass es Schlimmeres gibt.
      Als wir das „Eisenacher Haus“ so anschauten, rätselten wir gleich darüber nach, zu welchem Zwecke es wohl einst gebaut wurde. Es sieht ja, zumindest in seinem Ursprung, nicht wie ein Bau aus DDR-Zeiten aus. Natürlich hat uns auch interessiert, wie und wozu es während der DDR-Ära genutzt wurde. So sehr in Grenznähe lag es eigentlich fast nahe, dass es später nicht mehr den normal sterblichen Urlaubern zur Verfügung stand. Und wie ich dann bei meiner Recherche herausgefunden habe, war es auch so.
      Dankeschön für Deinen Kommentar, Deine Erinnerungen an alte Zeiten, die in ihn eingeflossen sind, und die lieben Sonntagsgrüße. Auch an Dich liebe Grüße und eine gute neue Woche für Dich

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  8. Vielen Dank Silberdistel für den schönen Beitrag. Liebe Grüsse Ernst

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  9. […] im September in der Rhön war im Grunde genommen mit dem Post über unseren Ausflug zum „Eisenacher Haus“ abgeschlossen. Dennoch schulde ich Euch noch eine Ergänzung. Am Ende meines Beitrags „Zum […]

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