Nach dem Geisteransturm zu Halloween im vergangenen Jahr hatte ich fast schon Panik, was da wohl dieses Mal auf uns zukommen würde. Wir häuften im Supermarkt unseres Vertrauens einen gewaltigen süßen Berg auf das Laufband an der Kasse und ernteten wohlwollende Blicke von der Dame hinter der Kasse. Der Umsatz für den Tag stimmte durch unser großzügiges Zutun und ließ sie sicher vertrauensvoll in die Zukunft und auf einen sicheren Arbeitsplatz schauen. Vielleicht würden wir ja noch öfter unser Konto plündern, um süße Berge zu erstehen. Aber da sieht man mal wieder, dass Panikkäufe auch ihr Gutes haben, wenn auch nur für Supermärkte und Co.

Was gibt es nun zu berichten über unseren gestrigen Gruseltag? Im Grunde genommen …
Ach, lasst mich am besten von vorn beginnen. Also, es fing zunächst einmal wider Erwarten sehr betulich an.

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Es wurde dunkler und dunkler und nichts, aber auch gar nichts tat sich, nicht einmal der Mond war zu sehen, obwohl, wie mir Herr Silberdistel erzählte, der in diesem November ganz besonders groß erscheinen soll. Aber weder am Himmel noch an unserer Tür tat sich etwas. Kein Lichtschein oben, kein Hämmern unten, kein Schellen, kein schauriger Gesang.
Als in uns bereits vorsichtig die Hoffnung keimte, wir könnten all unsere Süßigkeitenberge  allein verzehren und wir bereits interessiert in das für Halloweengeister gefüllte Körbchen schauten, da schellte es plötzlich schrill an unserer Tür. Fast erschrocken sprang ich auf, eilte zur Tür, öffnete selbige vorsichtig und dann prallte ich erst einmal zurück. Der Schock war mir in die Glieder gefahren. Was stand denn da vor der Tür? Ein schauerlich-weißes Gespenst, das über dem Boden zu schweben schien und neben ihm ein Geist, dem ein fürchterlich großes Messer in den Kopf gerammt worden war. Über dem einen Ohr schaute gerade noch so der Messergriff heraus und an der anderen Seite blitzte die glänzende Stahlspitze im kümmerlichen Licht unserer Haustürleuchte. Ich rang noch um Fassung, als schon der Ruf ertönte: „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ Wer ist da nicht geneigt, diesem Ruf schnellstens nachzukommen? Zitternd reichte ich Süßes durch den schmalen Türspalt und schlug eilends die Tür wieder zu. Nur langsam beruhigte sich mein Herzschlag. Bebend sank ich neben Herrn Silberdistel auf die Couch nieder.

Glücklicherweise kamen zunächst keine weiteren Geister. Ein paar Stücken Schokolade beruhigten dann endgültig meine kurzzeitig ausgerasteten Nerven und richteten die Glückshormone in meinem Körper wieder auf. Schließlich war ich für die nächste Runde Geister gewappnet, die allerdings noch ziemlich auf sich warten ließ.

Doch dann schellte es erneut. Da ich dieses Mal etwas zögerlicher als zuvor zur Tür ging, hatten sich die Geister bereits fröhlich plaudern auf der Treppe vor unserem Haus niedergelassen und kauten an diversen Süßigkeiten herum. Fast hätten sie mich, als ich vorsichtig zur Tür hinausschaute, nicht bemerkt, so intensiv waren sie mit ihren Geschmackstests von verschiedenen Riegel- und Schokoladensorten beschäftigt. Ich musste ihnen mein Süßes förmlich aufdrängen. Ein besonders kleines Geistlein mit schokoladig verschmiertem Gesicht drehte mir, weltentrückt an einem Schokoriegel kauend, den Rücken zu und nuschelte mir etwas zu wie: „Wirf in meinen Rucksack!“ So stopfte ich, in der Hoffnung, ihn richtig verstanden zu haben, zu den anderen Schokoriegeln noch einen weiteren und ein paar Schoko-Bons hinzu und weg waren die Geister.

Ab und zu pochten etwas später noch einige einzelne irgendwie versprengt wirkende Geister an unsere Schlosstür, aber allesamt sahen diese dann doch eher gnädig gestimmt denn schaurig aus. Wahrscheinlich hatten sie bereits genug schokoladige Stimmungsheber intus. Und so war plötzlich und unerwartet bereits das Ende vor dem Schluss da. Ich war fast so etwas wie ein wenig enttäuscht… Aber diese Enttäuschung hielt sich nicht lange in meinem Gesicht. Sie wich recht schnell einem Lächeln, denn nicht nur vor meinem inneren Auge erschien dieser riesige Schikoladenrestberg, den wir Silberdistels nun ganz für uns allein haben würden.

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So haben wir nun für den Rest des Jahres ausgesorgt, was Schokolade und Co. betreffen. Und vielleicht bleibt von all diesen Vorräten sogar noch etwas für die diesjährigen Weihnachtsteller übrig, denn das, was hier oben auf dem Bild zu sehen ist, das ist nur das, was von dem für die Geister randvoll aufgefülltem Körbchen am Ende noch übrig war. In unserem stillen Futterkämmerchen lagern noch enorme Reserven. Aber, wie wir von höherer Stelle vor noch gar nicht so langer Zeit vernahmen, sollen wir uns ja für eventuelle Vorfälle bevorraten. Ich denke, wir sind da auf einem guten Weg. Da hätten wir also gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen 😀 Ja, es hat was, sich rechtzeitig zu bevorraten und vor allem, auch rechtzeitig auf Weihnachten vorbereitet zu sein 😉

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Ach ja, hier noch zur diesjährigen Halloween-Statistik:

dsc03391Unsere gestrige Geisterzählung ergab: 14 (vierzehn) Geister

Es pochten also 50 Geister weniger als im letzten Jahr an unsere so schöne Schlosstür. Das ist ein Abfall von, von … von  …von ganz schön vielen Prozenten (ähem … ich fand Prozentrechnung schon immer doof). Auf jeden Fall sind wir nach dem Hoch vom letzten Jahr jetzt wieder gaaaanz,  gaaanz, ganz tief gefallen, so tief, wie wir es 2013 schon einmal hatten. Was soll ich sagen? Die Geister sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Und darauf essen wir jetzt einen Schokoriegel … und noch einen … und noch einen …

… und natürlich noch einen 😉

Sie leben hoch, die Schokoriegel!!!

Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    wir hatten keinen Besuch, hast es ja überstanden, beste Grüße und alles Gute für die kurze Woche

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    • Silberdistel sagt:

      Da hattet Ihr es gut 🙂 Aber wir hatten es in diesem Jahr ja auch ein wenig gut und jetzt dürfen wir den Riesenrest allein essen. Das hat irgendwie auch was 😀
      Auch Dir eine gute Woche und herzliche Grüße

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  2. Ich finde es nicht schlimm, wenn der Halloween Boom abflaut. Vielleicht habe ich ja das Spiesserhütchen auf, wenn ich die Meinung vertrete, daß dieser Brauch in unserer Kultur nie einen Platz hatte und ich das auch nicht als Mangel empfunden habe. Dafür freue ich mich jetzt schon auf St. Martin. Lasst es Euch schmecken! LG Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Unter uns gesagt, ich fände es auch nicht schlimm, wenn dieser Boom sich am Ende in nichts auflösen würde 😀
      Irgendwie haben wir uns vor einigen Jahren einfach in unser Schicksal ergeben, als die Halloweenära hier plötzlich und unerwartet ihren Anfang nahm. Ich wusste da im ersten Moment gar nicht, was die Stunde geschlagen hatte, kannten wir doch hier diese Art von Brauch bisher so gar nicht. Ich musste da tatsächlich irgendwelche Kekse aus den hintersten Ecken des Schrankes zusammensuchen. Wie wir später erfahren haben, gab es in dem Jahr fast überall nur trockene Kekse, die ganz hinten in den Schränken auf eine Verwendung warteten.
      Aber letztendlich haben wir gemerkt, dass die Kinder viel Spaß an der Sache hatten und haben und in solchem Falle bin ich kein Spielverderber, also gibt es hier bei uns zum Reformationstag 😉 für die kleinen Geister etwas Süßes.
      Einen lieben Gruß zurück und danke für Deinen Kommentar und Deine Meinung zum Halloweenwahn 😉

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  3. Frau Hummel sagt:

    Geisterflaute im Bücherstaub? Wo sind nur all die Hexen, Zombies, Untote, Vampire und Gespenster hin? Hier hat es nur ein einziges Mal ganz zaghaft geklingelt. Ich habe mich aber nicht getraut, die Tür zu öffnen 😉

    Nun kannst Du das beglückende Gefühl eines Schokoriegels im Mund immer und immer wieder erleben. Das sind wahre Stimmungsaufheller in der dunklen Jahreszeit. Außerdem soll dieses Hüftgold auch ein wunderbarer Seelentröster sein. Es kann also nicht falsch sein, alles allein zu essen, liebe Silberdistel. Äh, na gut… zu zweit 😉 . Dann ist der Zuckerschock auch nicht gleich lebensbedrohlich 😀 . Es ist immer gut Vorräte zu haben. Lasst es Euch schmecken. LG ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, genau, Flaute 😀 Aber wir waren nicht direkt böse oder gar traurig drüber und gekauft haben wir eh nur, was wir auch selber mögen 😉 Aber durch diesen Ansturm im vergangenen Jahr hatte ich schon Furcht, es könnte noch schlimmer werden. Dass es dann einen solch gewaltigen Absturz gab, das war nun auch wieder erstaunlich. Aber dadurch hatten wir natürlich andererseits einen wesentlich ruhigeren Abend, noch dazu mit lauter leckeren Süßigkeiten 😉 😀 Also, selbst wenn es draußen bis zum nächsten Frühjahr grau und trist sein sollte, wir haben etwas dagegen – in unserem süßen Vorratsschrank 😉 😀
      Dein armes kleines Geistlein hättest Du ruhig beköstigen können. Vielleicht hat nirgends jemand aufgemacht und es saß später traurig und ohne Schokolade in seinem kleinen Geistkämmerlein und weinte still vor sich hin 😦 😉
      Danke für Deine aufbauenden Worte und liebe Grüße auch an Dich ❤

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  4. suzy sagt:

    Bei uns haben auch nur 2 geklingelt. Aber vielleicht solltest Du die Reste für St. Martin aufbewahren? Die Umzüge stehen quasi auch schon vor der Tür 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      St. Martin hat uns bisher noch keinen einzigen Besucher beschert. Da gibt es hier bei uns nur einige wenige kleine Umzüge. Ich glaube, die Süßigkeiten können wir getrost allein essen – sprach’s und konnte sich zu St. Martin kaum vor Süßigkeitenliebhabern retten 😉 😀
      Danke fürs Reinschauen und den Kommentar 🙂

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  5. Zeilenende sagt:

    Bei mir standen nur zwei Geister herum, allerdings in der Wohnung. Und die wollten Bier und Jägermeister haben … Zum Glück hatte ich Bier und Jägermeister da, um die Geister zu besänftigen. Aber gut, dass es nur zwei waren, 14 wären mir zu anstrengend.
    Aber herzallerliebst die Nummer mit dem Rucksack. Manche Kinder sind echt großartig pragmatisch. 🙂

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  6. katerchen sagt:

    hier war kein Geist unterwegs liebe Silberdistel..wohl doch eher ALTMODISCH was so im Norden wohnt…:D
    mit einem LG vom katerchen

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  7. kowkla123 sagt:

    mache es gut und hab eine gute Zeit

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  8. Gudrun sagt:

    In der großen Stadt klingelt gar keiner. Ich glaube, hier sind keine Geister unterwegs. Im Dörfchen ist meine Freundin immer heimlich und leise mit gegangen, damit den kleinen Geistern nichts passiert.
    Liebe Silberdistel, ich schick dir liebe Grüße.

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    • Silberdistel sagt:

      Hier waren bei den kleineren Geistern auch immer Erwachsene dabei. Ich glaube, ich würde meine kleinen Geister, wenn ich denn noch welche hätte, auch nicht allein im Dunkeln herumstolpern lassen.
      Auch an Dich liebe Grüße zurück, liebe Gudrun 🙂

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  9. naturfreundin59 sagt:

    Eine Geisterflaute hatte ich nicht, da zwei kleine Geisterlein bei mir zu Gast waren über das Wochenende. Dafür gab es eine Besuch-und-Kommentar-Flaute … tut mir leid.
    Wie ich sehen kann, hab ich hier mal wieder eine ganze Menge verpasst, liebe Silberdistel.
    Aber ich hole das nach. Der Moment wird sich finden, in dem ich dann in Ruhe alles nachlesen kann. Aber jetzt muss ich erst einmal zur Arbeit. Wollte nur wenigstens ein kleines Grüßlein hierlassen, dass du nicht glaubst, du seist vergessen. Niemals nicht.

    Bis ganz bald …
    liebe Grüße aus der frostigen (zum ersten Mal) Morgenwiese

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    • Silberdistel sagt:

      Kleine Geisterlein als Wochenendbesuch sind ja auch nicht schlecht. Ich denke doch, Ihr hattet viel Spaß miteinander 🙂 Und die Betreuung eines lieben Besuches ist doch wichtiger als eine kleine Flaute bei Kommentaren oder sonstigen virtuellen Besuchen. Wer das nicht versteht, ich finde, dem könnte man dann auch nicht helfen.
      Danke für Dein kleines Grüßlein und einen ganz lieben Gruß zurück in Deine Wiese, die sicher auch am Abend ein ganz bezaubernder Ort ist – ob mit oder ohne Frost 😀

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  10. Siehst Du, ein so grosser prozentualer Rückschritt hat auch sein Gutes! Pass aber beim ‚aufessen‘ auf deine Linie auf…

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