Der Oktober lässt sich in diesem Jahr wirklich sehr bitten, was den goldenen Herbst betrifft. Wahrscheinlich denkt er, der September hätte in der Hinsicht bereits fleißig für ihn vorgearbeitet. Warum sollte er sich da noch großartig ein Bein ausreißen?  Wir Silberdistels neigen fast dazu, dem Burschen seine Lustlosigkeit nachzusehen, zumal wir das große Glück hatten, nicht nur einen Teil dieser so herrlichen Septembertage, sondern auch den eigentlichen Herbstbeginn beim Wandern in der Rhön zu erleben. Ich berichtete hier bereits in einigen meiner Beiträge zuvor.

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Eine Panoramaaufnahme – von der Wasserkuppe aus aufgenommen

Auch für den ersten Herbsttag war zumindest für die Rhön wieder bestes Wetter versprochen. Einfach perfekt, nicht nur für den eigentlichen Herbstbeginn, auch für unseren Urlaub konnten wir uns nichts Besseres wünschen. Die Fernsicht schien wieder bestens zu sein. Auch wenn später ab und zu ein paar beeindruckend dunkle Wolkenberge am Himmel zu sehen waren, blieb es bei dem fantastischen Spätsommerwetter. Unsere Entscheidung, uns noch einmal auf zur Wasserkuppe zu machen, dieses Mal vom Guckaisee aus, erwies sich als gut und richtig.

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Hier haben wir den Guckaisee (mittig im Bild) bereits weit hinter uns gelassen

Wir schnürten also auch an diesem Tag unser Wanderränzlein und bemühten zunächst erst einmal, wie schon öfter in diesem Urlaub, unser Auto, denn übertreiben wollten wir es mit dem Wandern ja nun auch nicht.
Vom Parkplatz am nahen Guckaisee aus sattelten wir Silberdistels dann aber doch auf unsere je zwei Füße um.
Der Wanderweg führte uns zunächst rechts am Guckaisee vorbei. Für Badegäste war der See wohl schon zu kalt. Es waren nämlich weit und breit keine zu sehen. Wir hatten das schon ganz anders erlebt. Kurz hinter dem See krabbelt der Weg dann langsam, aber stetig in die Höhe. Da er aber einen großen,  fast s-förmigen, Bogen beschreibt, hält sich die körperliche Anstrengung durchaus in Grenzen.

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Immer wieder legen wir eine kleine Pause ein – für solche wundervolle Fernblicke wie diesen

Immer wieder laden herrliche Ausblicke zum Verweilen ein. Man pausiert also fast schon automatisch, um den Blick in die Ferne …

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Hier ein Blick hinauf zum nahen Pferdskopf

… oder auch hinauf zum nahen Pferdskopf schweifen zu lassen. Oft haben wir über diesem Berg schon Gleitschirme schweben sehen. An diesem Tag war über ihm nur blauer Himmel mit einigen wenigen Wolken zu sehen.

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Ist der Anstieg auf dem s-förmiger Weg geschafft, geht es ein ganzes Ende ohne nennenswerte Kletterpartien weiter. Erst kurz vor der Wasserkuppe mit dem großen „Fußball“ auf ihrem Gipfel geht es wieder steil den Berg hinauf. Wir sparten uns diesen letzten schweren Teil allerdings noch ein wenig auf, denn unser Interesse galt an diesem Tag zunächst einmal dem Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe und das befindet sich etwas unterhalb des berühmten „Fußballs“.

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Das Denkmal, eine Arbeit von August Gaul, wurde 1923 in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen Piloten errichtet. Es ist nicht, oft wird das nämlich fälschlich behauptet, ein Denkmal für alle beim Fliegen tödlich verunglückten Piloten. Heute ist das Fliegerdenkmal mit seinem imposanten Basaltsteinsockel und der bronzenen Adler-Skulptur nicht mehr von der Wasserkuppe wegzudenken. Es gilt inzwischen neben dem Radom, dem großen „Fußball“, als Wahrzeichen des Berges.
Wie man an den vielen, einem ständig vor der Kamera herumlaufenden, Menschen sehen kann, war und ist der stolze Adler auf seinem Steinwall nicht nur bei uns Silberdistels ein beliebtes Fotomotiv. Die großen Basaltbrocken rund um das Denkmal reizen noch dazu, und das nicht nur Kinder, die eine oder andere Kletterrunde darauf einzulegen. Na, und ein Foto, so direkt und fast hautnah unter dem Adler stehend, macht doch so einiges her. Als endlich auch wir Silberdistels unsere Fotos im Kasten hatten, meisterten wir noch das letzte steile Stück des Anstiegs und so standen wir dann, ein bisschen schnaufend, unterhalb des großen Balles am höchsten Punkt der Wasserkuppe und schauten in die nun fast unter uns liegende Rhön.

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Der Blick ganz oben von der Wasserkuppe aus ist durchaus beeindruckend

Von ganz oben war die Aussicht auf die Berge in der Ferne natürlich noch viel spektakulärer. Wie unendlich weit man schauen konnte. Auch wenn wir dieses Mal nicht über den Wolken schwebten wie im vergangenen Jahr, kamen mir beim Anblick der unendlichen Ferne wieder  die Zeilen „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ aus dem Song von Reinhard Mey in den Sinn.

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Dabei fiel mein Blick auf eine Gruppe am Hang sitzender und stehender Modellflugzeugfans. Ob ihnen auch jedes Mal, wenn sie ihre Modellsegelflugzeuge in den Himmel schicken, dieses Lied in den Ohren klingt?  Aber wenn schon nicht ihnen, dann doch sicher denen, die hoch über uns gerade in den beiden Fliegern saßen. Wie aufregend es dort oben ist, weiß auch ich seit unserem Rhönrundflug im vergangenen Jahr und wie berauschend es ist, den Wolken so nah zu sein.

Aber genug geschwärmt. Wieder mit den Gedanken und beiden Füßen auf der Erde, schlenderten wir weiter in Richtung Rhöner Bauerladen. Oben auf der Wasserkuppe gibt es nämlich einen Ableger des Lädchens am Freilandmuseum in Fladungen. Dort hineinzuschauen war uns schon fast Verpflichtung, auch auf die Gefahr hin, nicht mit leeren Händen wieder rauszukommen. Na, und so war es dann auch, 2 Keramiktassen von unserem Lieblingstöpfer, 4 leckere Rhöner Würste und ein Minigläschen mit Rhöner Fichtenspitzensenf wanderten schließlich wieder mit uns bergab.

Hinunter zum Guckaisee, an dem ja unser Auto auf uns wartete, wählten wir zur Abwechslung mal einen anderen Wanderweg als den, der uns hoch zur Wasserkuppe geführt hatte. Im letzten Jahr hatten wir einen für uns neuen Weg entdeckt.

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Der Pferdskopf – ein beliebter Berg bei den Gleitschirmfliegern

Er führt zunächst wie auch unser Hinweg am Pferdskopf vorbei und ganz kurz dahinter rechter Hand  recht steil hinab über eine Sommerweide bis hin zum Guckaisee. Der Pferdskopf ist übrigens bei den Gleitschirmfliegern sehr beliebt als Startposition hinauf in die luftigen Höhen der Rhön. Seine Hänge scheinen dafür geradezu gemacht.

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Vor dem Betreten von Hunden würde ich natürlich auch warnen. Das könnte unter Umständen gefährlich enden

Unterwegs zum Guckaisee gab es natürlich noch allerlei zu sehen und wenn’s nur das Schild am Einlass zur Sommerweide war, das einer gewissen Komik nicht entbehrte. Wer getraut sich schon, Hunde zu betreten? Na, jedenfalls wird man hier gewarnt, falls man doch so überaus todesmutig sein sollte.

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Aber auch sonst litt meine Kamera durchaus nicht an Futtermangel. Nicht nur Herbstzeitlose erfreuten unser Auge. Die Natur rundum hatte viel Schönes zu bieten. Und dass wir wirklich auf einer Weide waren, das blieb uns ebenfalls nicht verborgen, schauten wir doch immer wieder einmal in hübsche Kuhaugen.

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Der Guckaisee hat auch im Herbst seine Badegäste

Und da lag er schon vor uns, der Guckaisee. Menschliche Badegäste gab es noch immer nicht, aber Zweibeiner waren dennoch im See unterwegs – gefiederte Zweibeiner, die schnatternd miteinander plauderten und beim Wettpaddeln winzige Wellen auf das ansonsten spiegelglatte Wasser zauberten.

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Wir haben einen stillen Beobachter

Vom See bis zu unserem Auto war es dann nicht mehr weit. Wieder am Ferienhaus genossen wir auf der Terrasse noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ob wir da bereits heimlich beobachtet wurden? Es schien mir fast so, denn kaum waren wir wieder drinnen im Haus, nahm ich vor dem Fenster eine Bewegung wahr. Ein hübsches graues Kätzchen schaute vorsichtig und aus angemessener Entfernung zu unserem Fenster hinein. Was ging da wohl in dem kleinen Köpfchen vor? Egal, ich hatte den Blick auch so verstanden und legte später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse. Am anderen Morgen war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. Aber es kam noch ganz anders, als wir dachten. Doch das ist eine andere Geschichte.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    Stimmt liebe Silberdistel..die Kamera ist nicht verhungert…es gab REICHLICH Futter.DANKE für diese Bilder geschmückt durch deine Worte.
    Danke auch für den HINTERGRUND zu dem Denkmal mit dem Adler..im VOLK breiten sich oft komische Geschichten aus,die dann für die Masse die WAHREIT ist..leider.
    mit einem LG zum Wochenstart vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, Katerchen, da hast Du rundum Recht.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich und Dir eine schöne Woche. Hier hat heute der goldene Herbst vorsichtig den Finger gehoben und die Kraniche hatten wieder Großflugtag 😀

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      • katerchen sagt:

        etwas GOLD war hier auch liebe Silberdistel
        man soll die Hoffnung NIE aufgeben..ich warte noch auf ein paar verirrte Kraniche..
        mit einem LG zurück vom katerchen

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        • Silberdistel sagt:

          Ein paar Tage haben wir ja noch für die Hoffnung, dass der Oktober sich doch noch besinnt, Katerchen 😉
          Und zu den Kranichen: Ich gebe den Kranichen mal einen Tipp. Gestern und heute war hier wieder Flugtag. Sie könnten ja mal einen Bogen zu Dir fliegen 😉
          Einen lieben Abendgruß zu Dir

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  2. einfachtilda sagt:

    Mal wieder ein herrlicher und bunt bebildeter Beitrag. Sieht schon nach Herbst aus.

    Eine gute Woche wünche ich dir ❤ Mathilda

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  3. kowkla123 sagt:

    wäre ja gar nicht so weit für mich, oder?
    eine gute Woche ohne Stress wünsche ich

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  4. minibares sagt:

    ein super tag für euch

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  5. naturfreundin59 sagt:

    Wie schön und auch irgendwie beruhigend ist es doch, zu wissen, dass es auf unserer Erde so viele wunderbare Plätze gibt, und dass nicht wenige der schönsten davon sogar ganz in unserer Nähe sind. Orte, an denen man die Seele baumeln lassen kann … Orte, die gottseidank noch unbebaut sind und ganz viel Naturgenuss bieten.
    Deine Erinnerungen sind wunderbar, liebe Silberdistel. Ich kann verstehen, dass es euch immer wieder dorthin zieht.
    Mir geht es auch so, in Orte, in die ich mich verliebt habe, zieht es mich immer wieder zurück. Natürlich ist das nicht in jedem Fall möglich, aber viele davon sind zum Glück erreichbar, wofür ich von Herzen dankbar bin.

    Ein ganz lieber Gruß zu dir
    aus der herbstlichen Wiese

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    • Silberdistel sagt:

      Die Rhön hat uns gleich das erste Mal, als wir dort waren, begeistert, liebe Frau Morgentau. Wir fahren seit vielen, vielen Jahren immer wieder hin, mitunter waren wir sogar zweimal im Jahr dort. Für uns ist die Rhön eine tolle Gegend und nicht nur die, auch die Menschen dort sind uns sehr sympathisch. Es stimmt schon, wir haben uns in diese Gegend verliebt und ich denke, es ist durchaus eine Liebe fürs Leben. Aber ich entnehme Deinen Worten, dass Du uns verstehst 🙂 Du kennst so etwas also auch.
      Danke für Deinen Kommentar und ganz liebe Grüße zurück in Deine Wiese

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  6. giselzitrone sagt:

    Schöne Landschaftsbilder war bestimmt schön die Wanderung lieber Gruß Gislinde

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  7. kowkla123 sagt:

    einen schönen Restdienstag, Klaus

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  8. Fichtenspitzensenf? Da bin ich jetzt aber neugierig.

    Und das Kätzchen wird sich doch wohl nicht bei der Abreise im Kofferraum versteckt haben. 😉

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  9. kowkla123 sagt:

    alles Gute für die Wochenmitte

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  10. Frau Hummel sagt:

    Was für ein herrliches Stück Erde. Wirklich wunderschön.

    Sommerweidebetrieb – Betreten von Hunden nur auf eigene Gefahr *lach*. Dazu sollen die armen Vierbeiner auch noch angeleint werden. Da haben es die Kühe mit den hübschen Augen aber besser getroffen. Ein nettes Kätzchen habt Ihr da, hoffentlich war es auch der Nutznießer Deiner f(w)ürstlichen Gaben. Bei uns wären solche Wurststückchen nicht sicher vor Marder, Igel, Maus oder Waschbär *lach*.
    Danke für den netten Wandertag. War schön ♡ . Liebe Grüße aus meiner diesigen Heide ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Das ist es – ein herrliches Stück Erde, ein Stück Erde zum so richtig Wohlfühlen – wahrscheinlich aber nicht wirklich für Hunde 😉

      Ob die nächtlichen würstlichen Gaben wirklich im Kätzchenmagen gelandet sind, ist natürlich fraglich. Da magst Du schon Recht haben mit Marder und Co. Ich würde es nicht ausschließen wollen. Bei den Tagesgaben haben wir es allerdings einige Mal beobachten können, dass sie dem richtigen Vierbeiner zugute kamen.
      Schön, dass Dir unser Wandertag gefallen hat 🙂 Danke fürs Mitkommen und liebe Grüße zurück in Deine Heide ❤

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  11. gageier sagt:

    Liebe Silberdistel komme wenig zum schreiben denn meine Frau ist schwer krank und sie braucht meine ganze Aufmerksamkeit,sei ganz lieb gegrüßt und danke für deinen Kommentar und deine Fotos erfreuen einem und das tut gut Klaus in Freundschaft

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, Klaus, dass Du trotz Deiner Sorgen bei mir reinschaust und sogar noch einen Kommentar zurückgelassen hast. Ich weiß, dass Du es zur Zeit nicht leicht hast, aber ist auch schön, dass Gislinde jemanden wie Dich hat, der ihr zur Seite steht und ihr Mut macht.
      Alles Liebe für Euch beide und herzliche Grüße

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  12. […] Haus“ abgeschlossen. Dennoch schulde ich Euch noch eine Ergänzung. Am Ende meines Beitrags „Zum Herbstbeginn auf zum Fliegerberg“ hatte ich noch eine weitere Geschichte […]

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