Die Lösung des Rätselhaften …

Veröffentlicht: 3. Oktober 2016 in Fotos, Garten, Geschichten, Natur, Tiere, Unterhaltendes
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… zu meinem vorherigen Beitrag „Traum- und Rätselhaftes“ hatte fachfrauisch das Frauchen vom Blog Katerchen zur Hand. Oder muss ich vielleicht eher ‚fachkaterlich‘ und zur Pfote sagen, weil wieder einmal der allwissende Kater Paulimann sein kluges Köpfchen erfolgreich angestrengt und die Lösung zu meinem kugelrunden Rätsel herausgefunden hat?

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Mein Rätselbild

Egal wer von den beiden letztendlich auf meinem Rätselbild erkannt hat, was ich da aufgenommen hatte. Erkannt ist schließlich erkannt. Das kleine kugelrunde Etwas kugelte in unserem Wintergarten umher. Im ersten Moment glaubte ich, eine schwarze Perle vor mir zu haben. Wo mochte sie abgefallen sein? Hatte ich eine Kette mit schwarzen Perlen, die auf mysteriöse Weise in die Pfoten der Katzen gekommen war und hier irgendwo durch wildes Pelztierspiel ihr Leben ausgehaucht hatte?  Aber natürlich hatte ich eine derartige Kette. Nur … weit und breit konnte ich keine weiteren Perlen entdecken. Nach näherer Betrachtung des hübschen kleinen Kügelchens ging mir dann endlich ein Lichtlein auf.

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Eine perfekt zusammengerollte Assel – eine gemeine Rollassel  (Armadillidium vulgare)

Das war gar keine Perle. Vor mir hatte sich ein kleines Lebewesen zusammengerollt – eine der im Garten fast allgegenwärtigen Asseln.

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Das Kügelchen vor mir öffnet sich auf einmal an einer Seite

Das erkannte ich in dem Moment, als sich das Kügelchen, vor dem ich hockte, auf einmal ganz zaghaft entrollte.

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Beinchen und Fühler werden sichtbar

Beinchen und Fühler wurden sichtbar und zeigten mir, dass das, was ich eben noch für eine  Perle gehalten hatte, ein kleines Lebewesen war. Wie ich ein wenig später herausfand, handelt es sich in diesem speziellen Fall nicht um die sicher allen bekannte Kellerassel, sondern um eine Rollassel.

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Hier zum Vergleich eine Kellerassel

Ganz so kugelrund und vor allem so schön glänzend wie die Assel vor mir hatte ich eine Kellerassel bisher nämlich noch nicht gesehen und so hübsch gezeichnet erst recht nicht. Diese Erkenntnis, dass meine Kellerassel vielleicht doch keine Kellerassel war, ließ mich dann ein wenig in klugen Büchern und im Internet recherchieren und so fand ich heraus, dass ich es mit einer Rollassel zu tun hatte – wahrscheinlich mit der Gemeinen Rollassel (Armadillidium vulgare).
Dabei lernte ich außerdem, dass diese Asselart im Vergleich zu den Kellerasseln, die sich ja gern dort aufhalten, wo es ein wenig feucht ist, recht trockenheitsresistent sind. So besiedeln sie auch andere Bereiche als die Kellerasseln, nämlich vergleichsweise trockene.
Woher die Rollassel ihren Namen hat, dürfte klar sein, wenn man sieht, wie sich dieses Krebstierchen zu einer perfekten Kugel zusammenrollen kann. Und Krebstierchen ist hier nicht nur so dahingesagt, sie gehören in der Tat zu den Höheren Krebstieren. Ihr ursprünglicher Lebensraum war nämlich das Meer. Eine Gruppe der Asseln hat im Laufe der Zeit das Wasser verlassen und sich an Land angesiedelt, trotzdem aber die Kiemenatmung beibehalten. Diese Kiemen befinden sich an den Hinterleibsbeinen der Asseln. Wegen der Kiemenatmung sind diese kleinen zu Landasseln gewordenen Krebstierchen in der Regel auch eher auf feuchte Lebensbereiche angewiesen. Für die doch recht trockenheitsresistenten Rollasseln hat sich die Natur ein besonderes Feuchtigkeitsleitsystem zu den Kiemen ausgedacht, damit sie auch in trockeneren Bereichen überleben können. So wird jeder Tropfen Feuchtigkeit, egal wo er auf den Asselkörper trifft, durch eine Art Rohrsystem zu den Kiemen geleitet.
Im Garten sind die Rollasseln durchaus recht nützlich, räumen sie dort doch ein wenig auf, denn sie fressen Moose, Pilze, herunter gefallenes Laub, Holzreste und andere organische Stoffe wie tote Insekten, Tierkot und mehr. Sie sind ein bisschen so etwas wie eine Gartenpolizei und die hat man doch gern in seinem grünen Reich. Schließlich kann man sich nicht um alles selbst kümmern. Da sind solche winzigen Helferchen gar nicht so übel.
So habe ich also wieder einmal durch Zufall einen neuen kleinen und interessanten Bewohner meines Gartens kennengelernt. Wie viele solcher kleinen fast unsichtbar arbeitenden Gartenbewohner es wohl noch geben mag, die ich überhaupt noch nicht entdeckt habe? Ich habe die Vermutung, dass es ganz schön viele solcher heimlichen Tierchen gibt.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    so lernt man seine TIERCHEN kennen liebe Silberdistel
    ein feines Rätsel und nun VIEL Info und schönen Bildern(denn so ganz einfach sind solche Bilder nicht)zu diesen Helferlein,die man fast NICHT beachtet.
    mit einem LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      So ist es, Katerchen 🙂 Es ist schon erstaunlich, was alles so um uns herum wohnt und leise wichtige Aufgaben erledigt. Ist es nicht schön, dass man diese winzigen Gartenhelfer dank Kamera noch viel genauer anschauen kann, als man das mit bloßem Auge könnte?
      Danke für Besuch und Kommentar und liebe Grüße zu Dir und dem Paulimann

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  2. Frau Hummel sagt:

    Toll! Wieder etwas dazu gelernt. Ich kannte diese Lebewesen bisher auch nicht. An eine Assel hätte ich beim Anblick dieser hübschen Kugel niemals gedacht. Danke für dieses hübsche Rätsel, liebe Silberdistel ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Also habe nicht nur ich etwas dazugelernt 🙂 Das freut mich natürlich, wenn auch der eine oder andere meiner Blogbesucher wieder einmal ein wenig klüger geworden ist.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße an Dich ❤

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  3. Ja, die sind toll. In Südfrankreich gibt es diese Asseln sehr häufig. Die Hunde liegen dann immer auf einem Beobachtungsposten und können sich gar nicht satt sehen. LG und schönen Feiertag – Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Unser Katzen haben diese Kügelchen bestimmt auch schon entdeckt. Könnte ich mir gut vorstellen. Ich kannte diese Art der Asseln bisher nicht. Jedenfalls habe ich sie nicht bewusst wahrgenommen. Keller- oder Mauerasseln findet man dagegen ja doch recht häufig.
      Dankeschön für Deinen Besuch und Kommentar und Dir noch einen schönen Abend

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  4. Habe noch nie ein solches ‚Ding‘ gesehen, interessant, aber irgendwie gruusig… 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Bewusst wahrgenommen habe ich diese Asselart bisher auch noch nicht. Ich würde also auch behaupten, ich habe dieses Ding jetzt auch das erste Mal gesehen.
      Naja, nicht alles, was so rumkrabbelt entspricht unserem menschlichen Schönheitsideal 😉 Obwohl es als Kügelchen ja sooo hässlich nicht ist 😉
      Danke fürs Reinschauen und für Deine Zeilen und liebe Grüße an Dich

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  5. einfachtilda sagt:

    Doll, die kannte ich auch noch nicht.
    Bei mir krabbeln ab und zu mal Asseln im Wohnzimmer über den Teppich. Ist aber alles trocken. Kommen die von draußen oder muß ich mir jetzt Sorgen machen 😯

    LG Mathilda

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  6. chaoslady sagt:

    ach, genial! das hätte ich nie erraten…

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  7. Charis {ma} sagt:

    … wieder was gelernt … 😉
    Asseln mag ich gar nicht, seit sie zu Millionen unseren {geschlossenen} Kompostbehälter als Hauptstadt gewählt haben. Sie sind nützlich, ja, aber in solchen Massen irgendwie unheimlich und für mich auch etwas eklig … :/
    Das ist jedes Jahr gleich:
    sobald es stärker regnet, gründen sie eine Millionenstadt im Komposter …

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, so ein Gewimmel sieht sicher nicht so nett aus. Aber im Komposter finden sie, was sie zum Leben brauchen – nicht nur Futter, auch Feuchtigkeit, die sie zum Atmen brauchen. Ist schon spannend, wenn man sich mal etwas genauer mit solchen kleinen Gartenbewohnern beschäftigt.
      Danke für Deine Zeilen und liebe Grüße an Dich

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  8. kowkla123 sagt:

    toll, dazu gelernt, aber mögen mag ich die nicht, alles Gute wünsche ich für die Woche

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  9. Christina sagt:

    Ich wußte gar nicht, dass diese kleinen Heinzelmännchen so hübsch sein können… Ich mag es nicht besonders, wenn Asseln durch irgendwelche Türritzen ins Haus kommen – aber jetzt werde ich sie sicherlich mit anderen Augen sehen.
    Liebe Grüße von Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Nein, im Haus mag ich die Asseln auch nicht. Trotzdem schleichen sich mitunter mal welche ein. Im Wintergarten sind diese Tierchen hier bei uns sicher gar nicht zu vermeiden, da die Tür zum Garten hin in der warmen Jahreszeit fast den ganzen Tag über auf ist – wegen unserer kätzischen Herrschaft, die das eingefordert hat 😉
      Ich fand es auf jeden Fall interessant, so ein Tierchen mal ganz aus der Nähe betrachten zu können. Als Kugel machen sie durchaus etwas her 😀
      Danke für Deinen Besuch und liebe Grüße auch an Dich

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  10. Danke für die Auflösung und das Fotografieren unterschiedlicher „Stadien“. Ich habe auch schon einige Assel-Kügelchen hier gehabt, doch nie bewusst gesehen, dass sie Muster haben. Das und die Nähe hat die Aufnahme für mich in dem Moment komplett verfremdet. Sieht klasse aus!

    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Das geht mir oft auch so, wenn ich plötzlich etwas so ganz nah und scheinbar groß sehe. Das kann man schon wer weiß wie oft gesehen haben und trotzdem erkennt man es dann nicht.
      Ja, doch, das Kügelchen hat irgendwie etwas 😀
      Danke für Besuch und Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  11. naturfreundin59 sagt:

    Da bin ich echt baff. Darauf wäre ich nie gekommen, zumal ich gar nicht wusste, dass es solche Asseln gibt, die sich zu so einer Kugel formen. Genial und wiedermal ein Beweis, dass die Natur lauter Wunder hervorbringt.

    Danke dafür, liebe Silberstel!

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    • Silberdistel sagt:

      Ich war ja auch ein wenig verwundert, dass es solche Rollasseln, die fast wie eine hübsche kleine Perle aussehen, gibt, liebe Frau Morgentau. Die Natur bringt in der Tat viele erstaunliche Wunder hervor. Von vielen ahnen wir wahrscheinlich nicht einmal etwas. Ich habe mich richtig über die Entdeckung dieses einen kleinen Wunders gefreut.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße an Dich

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