Wenn man hoch hinaus will

Veröffentlicht: 30. Juni 2016 in Fotos, Garten, Geschichten, Natur, Tiere, Unterhaltendes, Vögel
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Dem einem reicht dazu schon ein ordentlich bequemer Schreibtischsessel – möglichst mit hoher und natürlich die Wirbelsäule stützender Rückenlehne. Dem anderen schwebt da vielleicht doch  irgendwie noch Höheres vor. Aber es wäre andererseits auch eigenartig, wenn wir alle den gleichen Weg zur Erfüllung unserer höchsten Wünsche und Träume würden beschreiten wollen. Und wer so naturverbunden ist wie unsere Torty, der wird eher unter freiem Himmel aufwärts streben wollen. Aber seht und lest selbst, was einem bei solchem Streben so alles in die Quere kommen kann.

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Unserem Keks ist, gemessen an seinem noch recht jugendlichen Alter, der Aufstieg zum Höheren bereits ganz gut gelungen. Das Foto sollte das durchaus eindrucksvoll beweisen.

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Wen wundert’s, dass ausgerechnet er den Schreibtischsessel für seinen Aufstieg gewählt hat? Schließlich sind der PC und vor allem Bücher sein Metier – auch, wenn’s bei den Büchern manchmal nur Backbücher sind. Andererseits gehört, wie wir unlängst erfuhren, als es um unser neues Teichlein ging, auch Jules Verne zu seiner Lieblingslektüre. Vielleicht haben gerade diese Abenteuerbücher seine Fantasie angeregt und er möchte nun Schriftsteller werden. So mag solch ein Schreibtischsessel für ihn höchste Freude und höchstes Glück bedeuten.

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Kein Wunder, dass er uns voller Stolz auf seine hohe Position vor Tastatur und PC aufmerksam machte.
Aber was war das? Hörte ich da irgendwelche unqualifizierten Zwischenrufe, war da gar Neid im Spiel?

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„Pfffffffff …. Du Angeber! Dass ich nicht lache! Das nennst Du hoch? Da bin ich aber schon viel höher hinausgekommen.“

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„Du sitzt doch da unten, Torty. Was soll daran schon hoch sein? Also darüber könnte ich ja jetzt auch lachen. Aber ich bin ein Gentlekater und lache nicht.“

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„Stimmt doch, nicht wahr, Silberdistel? Ich war schon viel höher hinaus als Keks.“

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„Hm, Torty, meinst Du das, als Du auf unserem Gartenzaun balanciert bist? Also das ist wohl auch nicht höher, wenn überhaupt, als die Sessellehne, auf der unser Keks gerade sitzt.“

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„Ach, Silberdistel, Du willst mich ärgern oder Du bist total vergesslich oder ver … Na, Du weißt schon. Ich meine das, als ich auf dem Hollerbusch in unserem Garten saß – hoch und frei wie ein Vogel.“

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„Ach ja, jetzt erinnere ich mich, Torty. Als Du hinter der Elster herfliegen wolltest und kurz vor dem Absturz noch gemerkt hast, dass Du doch kein Vogel bist?“

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„Na, das mit dem Absturz hast Du jetzt aber dazu gedichtet, Silberdistel. Ich und abstürzen! Nee, ne!“

„Dein sehnsuchtsvoller Blick, Torty, sagte mir aber, Du wärst sooo gern hinterhergeflogen.“

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„Nein, Silberdistel, ich hatte mich voll im Griff und auch den Ast. Mich hat nur diese dreiste Elster geärgert und da habe ich so getan, als könne ich fliegen. Sie hat sich auch mächtig erschrocken, als ich zum vorgetäuschten Flug ansetzte, und ist ganz verdattert im Apfelbaum hängen geblieben.“

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„Ich natürlich hinterher, Silberdistel. Ihr lautes Gekreische war ja echt Nerv tötend. Was die sich so einbildete. Wie konnte sie mich von meinem Hollerbusch vertreiben wollen. Aber so ärgert man keine Torty.“

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„Und das war eine recht gefährliche Kletterei, Silberdistel. Da ist so ein lockeres Sitzen auf der Schreibtischsessellehne rein gar nichts dagegen. Schließlich musste ich durch dornigen Sanddorn und stachelige Kletterrosen.“

“Ah ja, Torty, jetzt wird mir auch endlich die Bezeichnung Kletterrose klar. Ohne Dich wäre ich noch ewig dumm herumgelaufen.“

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„Aber sag, warst Du erfolgreich mit der Verteidigung Deiner hohen Hollerbuschposition? Oder hat die Elster gewonnen?“

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„Naja, als ich fast am Apfelbaum war, ist sie plötzlich aufgeflogen und wollte sich erneut auf mich stürzen.“

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„Und? Hat sie Dich gepackt und ins Nest getragen, um Dich ihren Jungen zum Fraß vorzuwerfen? Aber dann hast Du bestimmt plötzlich Flügel bekommen und konntest Dich gerade noch mit Müh‘ und Not vor den spitzen Schnäbeln der Elsterfamilie retten, oder? Wie aufregend, Torty!
Aber das zeigt andererseits auch mal wieder, dass, wer hoch hinaus kommt, mitunter auch wieder tief fallen kann.“

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„Boahhh, Silberdistel, das ist ja wohl die dollste Lügengeschichte, die ich bisher in meinem Leben gehört habe. Gerade wurde hier behauptet, ich würde angeben. Dabei ist Tortys Geschichte viel mehr als Angabe – sie ist das reinste Jägerlatein. Ob mir für mein erstes Buch so etwas auch einfällt?“

„Naja, Keks, auf jeden Fall sah die Elster furchtbar entschlossen aus. Zumindest das ist echt aus dem Leben gegriffen. Also ich hätte an Eurer Stelle schon mächtig Respekt vor einer Elster.“

Kommentare
  1. Zeilenende sagt:

    Ich finde, der Keks macht das auch toll mit dem „hoch hinaus“. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste auf solch einer Sessel-Lehne balancieren … Uiuiui! Mir würde schwindelig werden und dann fiele ich herunter und es gäb einen hässlichen Fleck auf dem Boden. Aber Torty … Torty qualifiziert sich ja mindestens als Trapezkünstlerin für den Zirkus, wenn nicht gar für die Fremdenlegion. 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Auf der Sessellehne möchte ich auch nicht so gern balancieren, zumal es noch ein Drehsessel ist – also doppelt erschwerte Bedingungen 😀 Da potenziert sich auch gleich noch das mit dem Schwindel 😉 Aber Katzen werden wohl schwindelfrei sein. Das haben sie uns sicher voraus. Torty liebt diesen Hochsitz im Holunder. Da sitzt sie neuerdings öfter und bewundert die Gegend. Aber mir soll es lieb sein, wenn sie dort sitzt, denn Vögel kann sie von da aus eher nicht aus dem Hinterhalt anfallen. Ich hoffe allerdings auch für Torty, dass nicht einmal ein Raubvogel des Wegs kommt, der sich über die große Beute für seine Jungen freut 🙄

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön, Alois 🙂 Ja, das war schon spannend mit unserer Torty und der Elster. Die Elster versuchte tatsächlich, die Katze dort vom Baum zu jagen. Die Elstern waren zu der Zeit damit beschäftigt, ganz in der Nähe in einem anderen Baum ein Nest zu bauen. Ich glaube, da war ihr die Katze ein gewaltiger Dorn im Auge.
      Liebe Grüße an Dich

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  2. federleicht2016 sagt:

    klasse wie die ihr Gleichgewicht halten können auf so schmalen Sessellehne!
    lg Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, da staune ich auch immer, wo Katzen überall drauf entlangbalancieren können. Der Zaun, auf dem unsere Torty mühelos umherkletterte, ist ja doch noch um einiges schmaler, aber eben auch kein Problem für sie. Da würden wir uns wohl wesentlich schwerer tun 😀
      Liebe Grüße auch an Dich und ein Dankeschön für Deinen Kommentar

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  3. katerchen sagt:

    SO können sich NUR Geschwister streiten..grins
    fein wie du alles behalten und per Bild festgehalten hast liebeSilberdistel..sonst wäre eine so schöne Begebenheit NIE an die Öffentlichkeit gedrungen..DANKE mit einem LG vom katerchen dem es SEHR gefallen hat

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    • Silberdistel sagt:

      *grins* Stimmt, nur Geschwister können so miteinander herumzicken 😉 Ja, das ist nur eine der vielen schönen Begebenheiten mit unseren Fellmonstern, die ich wieder einmal festhalten konnte. Oft genug verpasst man ja leider auch die schönsten Bilder, weil man erst zur Kamera rennen muss und wenn man wiederkommt, ist schon alles gewesen. Aber das kennst Du sicher auch.
      Liebe Grüße und danke für den lieben Kommentar

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  4. kowkla123 sagt:

    immerhin, gewagt, alles Gute wünsche ich dir

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    • Silberdistel sagt:

      Aber ja doch, Katzen sind sehr waghalsig 😉 Aber nicht immer geht es gut. Neulich kam unsere Torty recht nass wieder, obwohl es nicht geregnet hatte. Sie putzte und putzte sehr gewissenhaft alles trocken. Ich weiß nicht, ob sie vielleicht ein kurzes Bad im neuen Teichlein genommen. Wäre sicher ein hübsches Foto geworden. Nur …. ich war nicht dabei.
      Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende für Dich

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  5. minibares sagt:

    Hoch hinaus!
    Schöne Fotos und eine gute Story
    LG

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  6. Gudrun sagt:

    Eine feine Tiergeschichte. Die hätte meinen Hortkindern von damals sicher sehr gefallen. Denen musste ich immer von Nero und Nelly erzählen. das waren meine damaligen Katzen. Und wenn mit den beiden Katzen gerade nicht so viel passiert war, dann habe ich mir das ausgedacht.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, liebe Gudrun 🙂 Da, wenn man Katzen hat, doch immer irgendwie etwas los ist, muss man sich gar nicht großartig etwas ausdenken, oder? Ich glaube, Du hattest bestimmt genug Katzengeschichten, die Du Deinen Hortkindern erzählen konntest.
      Liebe Grüße zu Dir in Dein Spinnstübchen und hab ein schönes Wochenende

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  7. Frau Hummel sagt:

    Ich glaube, dieser Keks überlegt sich den ganzen Tag, was er wohl machen kann, um bei Dir das reine Verzücken auszulösen *lach*. Was für ein fotogener Clown er doch ist. Allein sein schelmischer Blick ist die Fotos wert 🙂
    Auch Torty ist ja echt eine hervorragende Kletterkünstlerin. Eine tolle Geschichte mehr aus dem Hause Silberdistel. Liebe Grüße und ein schönes Wochende ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Unser Keks ist ein kleiner Spaßvogel. Da hast Du Recht und vor Ideen strotzt er nur so. Seitdem er bei uns eingezogen ist, gibt es hier keine Sekunde Langeweile mehr.
      Torty kann allerdings, was den Ideenreichtum betrifft, auch nicht klagen. Sie ist eine äußerst neugierige Katze und wie man sehen kann, ist ihr kein Baum zu hoch. Von so hoch droben hat man ja auch einen viel besseren Überblick über alles, was rundum so geschieht.
      Liebe Grüße auch an Dich und Dir ebenso ein schönes Wochenende und danke für den Kommentar ❤

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  8. Morgentau sagt:

    Elstern sind wahrlich nicht ohne. Insofern kann ich Torty hier sehr gut verstehen, dass sie ihre naturgegebenen Kletterkünste gern nutzt, um der gefederten Krawallmacherin mal zu zeigen, wo der Barthel seinen Most holt …
    und Keks gäbe einen guten Schiri ab. So auf gehobenem Posten hat er ja die totale Übersicht, was im Hause Silberdistel abgeht.

    Deine Katzen sind wirklich taff, liebe Silberdistel, alle Achtung!

    Dann wünsch ich euch ein schönes bzw. abenteuerliches Wochenende … je, nach Geschmack …
    mit einem lieben Gruß
    von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Die Elstern hatten im Baum gegenüber mit ihrem Nestbau begonnen. Ich denke, da war es Frau Elster doch etwas unheimlich, als sie unsere Torty so fast auf gleicher Augenhöhe sah. An Frau Elsters Stelle hätte ich auch Bedenken gehabt und vielleicht sogar in Erwägung gezogen, einen anderen Bauplatz für die künftige Kinderstube zu wählen.
      Keks als Schiri 😀 Da fällt mir gleich der Schiri beim Tennis ein, der doch auch in so erhabener Position sitzt. Ich glaube aber, unser Keks könnte nicht still auf seinem Schiriplatz sitzen, wenn vor seiner Nase ein Ball hin und her pendelt 😀
      Dankeschön für Deinen Kommentar, liebe Frau Morgentau und einen lieben Gruß zurück in Deine Waldwiese

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  9. Der Dialog zwischen Tortys und Keks hast Du schön erzählt. Ja, Elstern, Raben und Raubvögel (z.B. Bussarde) sind ganz schön aggressiv und während der Nistzeit ist mit ihnen nicht zu spassen. Liebe Grüsse in den Norden. Ernst

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, dass mit Rabenvögeln während der Nistzeit nicht zu spaßen ist, das haben wir hier in letzter Zeit öfter erlebt. Die Elstern sind übrigens umgezogen und haben ein Stückchen weiter erneut mit dem Nestbau begonnen. Dort gab es allerdings recht oft heftige Luftkämpfe zwischen den Elstern und Nebelkrähen und einmal auch mit Möwen. Ich habe gestaunt, wie aggressiv und erfolgreich die Elstern ihre Brut verteidigt haben. Ich denke, sie wären im Ernstfall auch für Katzen nicht so ganz ungefährlich.
      Dankeschön für Deinen Kommentar und liebe Grüße zurück in den Süden

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  10. Charis sagt:

    Tolle story und gelungene Fotos {also wie immer} … 😉 😀
    Meine Frage: Torty hat ein Band mit Kapsel (in dem wohl die Heimatadresse geschrieben steht} um den Hals, Keks aber nicht ?! Bedeutet das, daß Keks seltener draußen ist und besser zu finden?

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    • Silberdistel sagt:

      Danke fürs Lob, liebe Charis 🙂 Torty ist mit ihrer Baumkletterei logischerweise gerade draußen unterwegs und Keks sitzt drinnen auf dem Sessel. Die Katzen tragen die Halsbänder in der Regel nur, wenn sie draußen sind. Natürlich geht es tagsüber immer mal hin und her zwischen drinnen und draußen. Da haben sie die Halsbänder natürlich zeitweilig auch drinnen um. Aber wenn die Katzen nicht mehr rausgehen sollen, nehmen wir ihnen auch die Halsbänder ab. An dem Tag, als Keks dort auf der Sessellehne saß, wollten wir noch weg und wenn wir nicht zuhause sind, hat unsere Pelzbande auch keinen Ausgang.

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  11. Wolfram sagt:

    Mein Büchergeist (wenn sich die Bücher im Ivar bewegen, steckt der Kater dahinter) wird langsam etwas ruhiger. Ihm ist wohl bewußt, daß, wer hoch hinaufsteigt, auch wieder herunter muß, und bei Keramikböden geht das auf die Gelenke. Auf das Klavier steigt er aber gern, da kann man ja auch über die Tastatur wieder absteigen. Und zwischendurch eine Katzenmusik spielen.
    Heute Nacht hat er im Hochstuhl der Jüngsten geschlafen. Gern liegt er auch auf der Rückenlehne des Sofas; einige Spuren im Leder zeigen aber, daß er da im Schlaf auch schon mehrfach heruntergefallen sein muß.

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    • Silberdistel sagt:

      Unsere Büchergeister sind oft nicht ganz so langsam unterwegs. Da springen die Bücher schon mal recht zügig und gleich reihenweise aus dem Regal. Sehr gespenstisch sieht es mitunter aus, wenn die Bücherreihe plötzlich eine Beule bekommt, weil sich der Büchergeist am Ende des Regals umdreht, damit er nicht rückwärts wieder hinaus muss.
      Unsere Katzenmusik läuft hier mangels Klavier per Radio. Torty stellt gekonnt die Sender hin und her. Aber sie verstellt auch gern mal die Lautstärke oder schaltet das Radio ganz aus. Ja, mit Katzen im Haus kann man schon einiges erleben 😀
      Danke für Deine Zeilen und herzliche Grüße an Dich und Deinen Büchergeist

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