Unheimliche Begegnung der pelzigen Art

Veröffentlicht: 9. Mai 2016 in Fotos, Garten, Geschichten, Natur, Tiere, Unterhaltendes, Vögel
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So ein Garten ist schon eine tolle Sache. Nicht nur für uns Menschen. Nein, auch für Katzen. Man kann dort so herrlich auf Bäume klettern, also, wenn man eine Katze ist, und man kann so ganz nebenbei auch gleich noch Schuppendächer erobern, Insekten fangen, Vögel beobachten oder jetzt, wo es so schön warm ist, kann man sich auch ein ruhiges Plätzchen im Grünen suchen. Und wenn man ein Mensch ist, dann kann man auch so dumm sein und noch im Garten arbeiten. Aber wenn man eine Katze ist, dann streicht man das mit dem Arbeiten. Da hat man anderes zu tun … wie unsere Torty zum Beispiel.

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Gerade hat sie ein reichhaltiges Frühstück genossen, Zeit also, um Ausschau nach dem idealen Ruheplatz zu halten. Dort hinten am Schuppen scheint das sonnigste Plätzchen zu sein. Es ist windgeschützt und an der Schuppenwand gibt es dank der Insektenhotels der Silberdistel unzählige dieser kleinen umhersirrenden Flieger zu beobachten und wenn man genug beobachtet hat, dann schläfert ihr Summen sicher ganz besonders gut ein. Hier im eigenen Garten kann nichts passieren. Hier fühlt sich Torty sicher. Wo, wenn nicht hier? So dachte sie jedenfalls bis eben noch.

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Und dann … was ist das? Warum springt Torty so plötzlich auf und sträubt ihr pelzig Gefieder? Sie wirkt auf einmal fast doppelt so groß als sie in Wirklichkeit ist. Ein tiefes Grollen entringt sich ihrer Brust, so, als stünde dort vor mir auf einmal ein gefährlicher Wolf im Katzenpelz.
„Oh Gott, Torty, was ist denn nur? Warum bist Du so eine große Katze geworden? Doch nicht etwa, weil ein Hund über unseren Gartenzaun gesprungen ist? Also dann, dann musst Du leider auf meine Hilfe verzichten. Da kann ich schneller laufen als Du und zur Not sogar höher auf Bäume klettern als Du. Außer natürlich, wenn es sich um einen von unseren lieben Knuddelhunden aus der Familie handelt. Nur vor fremdem Hunden … da habe ich einen Mordsrespekt.“

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„Och nee, Torty, das da vorn an der Gartentür ist aber eher kein Hund, mehr etwas von Deiner pelzigen Art. Mit dem werden wir zwei Frauen doch wohl fertig werden. Wenn wir ihn beide bedrohlich anstarren, dann verunsichern wir ihn bestimmt ungemein. Jedenfalls habe ich gelesen, dass das bei Katzen wirken soll. Oder stimmt das etwa nicht, Torty? Was, Torty? Jaja, ich starre ja schon. Ich starre ganz furchtbar und entsetzlich finster.“

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„Uups, was ist denn das da für eine Menschenfrau? Die guckt aber streng. Und dies kleine bunte Kätzchen, das guckt auch ganz schön angriffslustig. Hmm … Ob ich … ähh … ich glaube, …

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… ich geh‘ dann mal lieber wieder …

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… Vorsicht ist schließlich keine Feigheit. Komm ich eben später wieder.“

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„Puhhh, Silberdistel, ich glaube, wir können uns wieder entspannen. Es hat gewirkt, wie wir gestarrt haben. Wie gut, dass Du das irgendwo gelesen hast. Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen.“

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„Siehst Du, Torty, gemeinsam sind wir unausstehlich. Wir können fremde Kater einfach fortstarren.“

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„Oh, hier ist ja heute was los. Es wimmelt nur so von Katzen. Da muss ich meine Badezeit heute wohl etwas verschieben. Ich warte besser, bis sich diese Katzenansammlung wieder aufgelöst hat.“

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„Was war denn hier eben los, Mädels? Braucht Ihr meine Hilfe? Was? In meinem Garten ein fremder Kater? Das geht ja wohl gar nicht. Wartet nur, ich regle das gleich.“

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„Oh nee, ne, nix wie weg hier. Jetzt mischt der Keks auch noch mit. Das ist mir für ein kleines Vögelchen wie mich dann doch gerade viel zu gefährlich. Lieber ab durch die Mitte!“

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„Was sagt Ihr, Torty und Silberdistel, hier an der Tür war er eben noch? Ich schau mal, ob er noch irgendwo lauert?“

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„Hmm, so sehe ich erst mal nix.“

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„Ahhh, doch, da steht er noch, dort hinten auf dem Gartenweg.“

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„Bin gleich wieder da, Mädels, ich muss ihm mal kurz auf die Sprünge helfen und ihm erklären, wessen Revier das hier ist.“

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„Ohgottohgott, Silberdistel, diese Aufregung am frühen Morgen! Hoffentlich kommt Keks heil wieder zurück. Der andere Kater war doch viel größer als unser Keks.“

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„Wo bleibt er nur, mein lieber kleiner Bruder? Ich mache mir solche Sorgen.“

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„Puhhh, da kommt er endlich.“

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„Boahhhh, war das ein aufregender Morgen! Wer hätte gedacht, dass es hier noch andere Katzen gibt und vor allem solche riesigen und gefährlich aussehenden Kater? Ich glaube, ich schlafe jetzt lieber hier im Wintergarten. Da hinten am Schuppen hätte ich keine ruhige Minute.“

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„Hier ist es bestimmt sicherer. Wie müde doch solche Aufregung macht.“

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„Also dann, gute Nacht, Silberdistel! Hoffentlich träume ich nicht von dem gefährlichen Kater. Aber dann bekommt er von mir einfach eins auf die Nase. Was Keks kann, das werde ich doch wohl auch können. Oder, Keks?“

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„Hmm, jaja, Torty, gute Nacht. Bin auch müde. Revierkampf macht furchtbar katermüde.“

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„Brrrpuuuuhhh … brrrpuuuuhhh …“

Kommentare
  1. Zeilenende sagt:

    Was für eine Spannung. Und was für eine tolle Fotostory. Das erinnert mich an die BRAVO … Damals … Als ich jünger war. Aber die Protagonisten waren sehr viel sympathischer und unterhaltsamer und süßer und glaubwürdiger. 🙂 Und das Foto vom türmenden Kater: Zum Schreien gut!

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    • Silberdistel sagt:

      Dann kannst Du nun in Deinem fortgeschrittenen Alter ja noch einmal in BRAVO-ähnlichen Erlebnissen schwelgen 😉 Kleine Pelzwunder machen es möglich. Sie sind ganz stolz, dass sie viel sympathischer, unterhaltsamer, süßer und natürlich, was sonst, auch glaubwürdiger sind 😉 Sie danken für den dicken Blumenstrauß und die Blume für das Foto vom türmenden Kater nehme ich dann mal selbst 😉 Dankeschön!

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  2. einfachtilda sagt:

    😊😊😊 Danke für diese nette Geschichte ❤

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  3. Superschöne Story und tolle Fotos. Das Katzenfoto zwischen den beiden Baum-Vogelbildern gefällt mir besonders gut. LG und eine schöne Woche – Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön, liebe Elke 🙂 Ja, auf dem Foto guckt der Keks echt streng. Aber kein Wunder, wenn ein fremder Kater sich in sein Revier schleicht 😀
      Liebe Grüße zurück und auch Dir eine schöne Woche

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  4. giselzitrone sagt:

    Wie immer Super Fotos ich wünsche dir eine gute neue Woche lieber Gruß Gislinde

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  5. minibares sagt:

    Liebe Silberdistel,
    was Torty doch erleben muss…
    Aufregend, das macht müde.
    ich gehe jetzt auch schlafen
    deine Bärbel

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  6. Das ist aber auch ein grimmig guckender Kater, da müssen sich pelzige und nichtpelzige Silberdistels schon zusammenrotten. 🙂

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  7. jule1 sagt:

    Hui, der Keks hat sich aber auch ordentlich den Püschel toupiert, als er dem ängstlichen Kater hinterher schleicht…;o)
    Ich beneide Dich sehr um die Katzen, besonders um Torty…ich hatte auch mal so eine hübsche Glückskatze und sie war besonders lieb und anhänglich. Vielleicht auch weil ich sie mit der Flasche groß gezogen habe.
    Knutschies an die Pelzgurken :o*

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    • Silberdistel sagt:

      Na, ein ordentlich auftoupierter Püschel gehört schon dazu, wenn ein anderer Kater aus dem Revier vertrieben werden muss. Irgendwie muss doch der Rivale beeindruckt werden. 😉
      Vor vielen Jahren hatte ich auch mal einen Kater, den ich mit der Flasche aufgezogen habe. Ich glaube, solche Katzen hängen wirklich sehr an ihrem Menschen.
      Die Pelzgurken danken übrigens für die Knutschies 😀

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  8. Mensch, war das aufregend! Puh, Krimi ist ja nix dagegen…!
    Ich bin sehr froh, dass Katz und Kater und auch der Silberdistel nichts passiert ist! Ich glaube, ich hätte jetzt an eurer Stelle als Herrschaft echt Sorge wegen eines Katerkampfes gehabt. Aber es ging ja gut aus.
    Ob der fremde Kater sich wohl tatsächlich noch einmal auf euer Grundstück traut?

    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Der andere Kater kommt hier regelmäßig vorbei, eigentlich seitdem es unser Bärchen nicht mehr gibt. Er muss wohl angenommen haben, da ist ein Revier frei geworden. Es ist mitunter schon ganz schön aufregend, aber meistens gibt es nur viel Geschrei und Geknurre und in der Regel gibt der Klügere nach – im Moment noch unser Keks. In diesem Fall war unser Keks nur so mutig und rannte hinterher, weil er wohl meinte, ich hätte ihm mit meiner Anwesenheit Rückendeckung gegeben 😉
      Danke, liebe Michèle, für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  9. kowkla123 sagt:

    so mache ich es heute auch, schönen Dienstag für dich

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  10. Gudrun sagt:

    Hach, liebe Silberdistel, danke für deine Geschichte.
    Meine Kleo konnte früher keine fremden Kater ertragen in ihrem Garten. Sie war zwar klein, aber ein Biest. Sah sie wen schleichen, dann raste sie vorn aus der Katzenklappe, sprang hinten über den Zaun und dann gab es auch schon Haue und Geschrei.
    Später war lange Zeit nur noch ich im Revier und das tut mir sehr leid. Gut, jetzt ist Kleo alt und ich glaube, es reicht ihr, auf den Balkon aufzupassen. Schließlich gibt es hier manchmal Flugsauriere. Jawohl.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

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    • Silberdistel sagt:

      Wir hatten mal einen Kater, der auch keine anderen Kater in unserem Garten dulden konnte. Mit dem haben wir das ähnlich erlebt, wie Du es von Deiner Kleo schilderst, liebe Gudrun. Da gab es auch so manche Aufregung. Aber meistens klingt das Katzengeschrei schlimmer als es ist. Oft wird ja viel gedroht und der Klügere gibt am Ende nach und macht sich aus dem Staube.
      Ja, mit seinen Pelztieren kann man schon eine Menge erleben 😀
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich und Deine vierbeinigen Mitbewohnerinnen

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  11. katerchen sagt:

    gemütlich war NEULICH..nun wissen sie auch VOR dem Gartentürchen wohnen Katzenkinder.
    Danke für die SO NETTE Geschichte in Wort und Bild liebe Silberdistel
    mit einem LG vom katerchen der sich mit den Katzenkindern gefreut hat..weil alles gut abgelaufen ist..:D:D

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    • Silberdistel sagt:

      So ist es, Katerchen 😀 Aber auch das müssen die beiden Jungspunde lernen. Wobei sie ja auch schon gelernt haben, dass es Hunde gibt, die ihnen nicht so freundlich gesonnen sind wie unsere Familienhunde. Ja, das Leben ist gefährlich in der freien Wildbahn 😀 Und für uns ist es auch irgendwie spannend, wie die Katzenkinder so die Welt mit allem Drum und Dran entdecken. Immerhin finden sie bei Gefahr ganz schön schnell den Weg nach Hause und das ist ja dann auch irgendwie gut so.
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße an Dich und den Paulimann

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  12. Morgentau sagt:

    Bei so einer tollen Geschichte kommen mir wieder schier die Tränen, liebe Silberdistel. Ich stell mir alles so bildlich vor und kenne ja solche Szenen auch zur Genüge. Es ist immer wieder zu niedlich, dies zu beobachten. Für unsere Vierpfötler ist das immer sehr aufregend. Manchmal tun sie das auch mit ganz speziellen Maunzgeräuschen kund. Was uns amüsiert ist im Kätzischen sicher als höchste Anspannung zu werten.

    Danke für die herrliche Story und schönen Fotos dazu …

    liebe Grüße aus der Morgenwiese

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    • Silberdistel sagt:

      Ich denke schon, dass solche Situationen für unsere Vierpfötler durchaus sehr aufregend sind, liebe Frau Morgentau. Ich finde, man sieht es hier an den Bildern durchaus, wie sehr z.B. Torty in der Situation unter Spannung steht.
      Eben hatten wir gerade wieder eine ähnliche Aufregung. Da war der fremde Kater wieder da, aber unsere graue Oberkatze hat dieses Mal kräftig dagegen gehalten. Wenn sie sich mit ihrem dichten und langhaarigen Pelz aufrichtet, dann sieht sie schon recht bedrohlich aus. Dagegen ist unser Keks dann doch fast noch winzig. Aber dieser grauweiße fremde Kater ist selbst ein ganz schön kräftiges Exemplar. Der lässt sich nicht so schnell vom Gehöft schicken 😀
      Aber als ich plötzlich um die Ecke bog, war es ihm dann doch nicht mehr so ganz geheuer und er zischte ziemlich eilig davon. Ich muss ganz schön gruselig aussehen 😉
      Danke für Deinen Besuch und Kommentar und liebe Grüße auch an Dich

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  13. Christina sagt:

    Eine herrliche Katzengeschichte habt ihr da erlebt! Das Fortstarren habe ich auch schon angewendet und damit erfolgreich unerwünschten Besuch aus dem Keller entfernt… 😏
    So niedlich, wie sich der Keks mit dick gesträubtem Schwanz an die Verfolgung macht. Aber gut, dass ihr den fremden Kater schon vorher in die Flucht geschlagen habt, ihr Mädels! Der Keks wird sich noch früh genug prügeln…

    Liebe Grüße von Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, das Fortstarren klappt in der Regel ganz gut. Gerade hatten wir von einem rotgetigerten ebensolchen Prachtexemplar von Kater Besuch. Da haben wir unsere Taktik auch wieder erfolgreich anwenden können.
      Da wirst Du durchaus Recht haben, unser Keks wird sich noch früh genug mit anderen Katern um sein Stückchen Revier streiten müssen. Vorerst können wir ihm ja immer ein wenig helfen, damit sein Selbstbewusstsein etwas gestärkt wird 😉 Aber wir beiden Weibsen mit und ohne Pelz sind in der Beziehung, wie wir ja gerade bewiesen haben, ein ganz gutes Team 😉
      Dankeschön für Deinen Kommentar und liebe Grüße auch an Dich und Deine pelzige Rasselbande

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