Der vergangene Sonntag war hier bei uns schon echt ein Apriltag, wie er im Buche steht. Ich hatte berichtet, wie wir Silberdistels  zu nachtschlafender Zeit wachgetrommelt wurden. Okay, sicher gibt es Schlimmeres und wir würden in der Nacht zum Montag den versäumten Schlaf ganz einfach nachholen können, aber ein wenig ärgerlich war’s schon, so früh aus den Federn gerissen zu werden. Frohgemut kuschelten wir uns dann am Sonntagabend auch in die weichen Kissen, um das Versäumte nachzuholen und tatsächlich schliefen wir auch tief und fest und störungsfrei.

Montagmorgen – neuer Tag – neues Glück! Frisch erholt und ausgeschlafen gehe ich zum Fenster und schaue in den neuen Morgen. Was ist das? Ein Déjà-vu? Hab ich das nicht eben gerade gesehen? Aber es war doch am Ende alles weg! Wie kann es da jetzt wieder da sein?

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Einigermaßen verblüfft schaue ich aus dem Fenster und komme mir in den Sonntagmorgen zurückversetzt vor. War das möglich? So wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier„?

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Auch unten im Garten ist wieder alles voll mit diesen kleinen weißen Kugeln. Es ist so nass und ungemütlich, als hätten wir wieder gestern. Hatten wir so tief und fest geschlafen, dass wir dieses Mal nichts vom Trommelwirbel der Hagelkörner mitbekommen hatten? Wahrscheinlich wohl. Oder war es jetzt wirklich wieder Sonntag, nur dass er für uns dieses Mal erst nach diesem Prasselkonzert begann?

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Die Katzen schauen ähnlich irritiert wie ich in die Gartenwelt. Offensichtlich fühlen auch sie sich in den Tag zuvor zurückversetzt. Unsere graue Eminenz blickt kopfschüttelnd zur Tür hinaus, macht sich dann aber im Vergleich zum Sonntagmorgen, wo sie nur kurz die Nase zur Tür hinausgesteckt hatte, zu einem kurzen Reviergang auf. Wahrscheinlich kennt sie den Film mit dem Murmeltier auch, ziemlich sicher sogar als unsere langjährige Mitbewohnerin,  und versucht nun, diesen erneuten Sonntag etwas anders zu gestalten, denn im Film hatte der Sinneswandel Phil Connors (dargestellt von Bill Murray) ja letztendlich geholfen, wieder aus der Zeitschleife, in die er geraten war, zurück ins normale Leben zu finden. Aber sollen wir denn nun bessere Katzen und Menschen werden? Dabei dachten wir bisher, wir könnten so bleiben, wie wir sind. Ob der Herr April da irgendwie anderer Meinung ist?

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Keks jedenfalls macht nichts großartig anders, aber er kennt ja auch den Film noch nicht. Nach einer kurzen Sitzübung neben dem Gartenstuhl, die wie am Tag zuvor wieder mit Staunen einhergeht, folgt er der grauen Eminenz unauffällig. Zumindest das ist dieses Mal an Keksens Gartenmorgen dann doch anders als am gestrigen Sonntag.

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Auch Torty versteht die Welt nicht mehr und glaubt ein wenig an eine Klimakatastrophe und bei Klimakatastrophen bleibt man lieber im Haus. Sie versucht also, auch ohne Filmkenntnisse ihren Tagesablauf etwas zu variieren.

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Ihr Lieblingssonnenplatz beim Drachen ist eh vereist. Was spricht da also für einen netten Tag in den silberdisteligen vier Wänden? Aber eigentlich, ein bisschen Reviergang sollte eine Katze, die etwas auf sich hält, vielleicht auch dann hinter sich bringen, wenn das Klima sich gerade zu einer Katastrophe auswächst. Schließlich muss man sich auch an neue Gegebenheiten anpassen können, wenn man überleben will. Naja, und auf dem Rücken des Drachens sieht es doch irgendwie weniger eisig aus.

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Torty schaut und schaut und dann entsteht in ihrem Kopf ein Plan. Sie ist nicht nur groß im Denken, sie ist auch groß in Balanceakten und das könnte sie jetzt geschickt ausnutzen. Nach intensiver Tüftelei beschreitet sie den für sie einzig gangbaren Weg zum Drachen …

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… und der führt über die tönerne Katzenkollegin, weiter über das blumentopfige Hinterteil der Dame aus Ton und dann über einen Minischritt aufs eisige Bänkchen zum Ziel ihrer Wünsche. Und siehe da, schon ist Torty dem Drachen zu Kopfe gestiegen. Und bei dem ganzen Balanceakt hat sie kaum eines der eisigen Kügelchen betreten müssen. Das soll ihr jetzt aber mal einer nachmachen.

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Geschafft! Das war ein recht beschwerlicher Weg. Uups! Ganz schön wacklig auf so einem Drachenkopf. Aber kalt ist er auch irgendwie. Dabei dachte Torty, Drachen speien Feuer und sind deshalb schon von Natur aus eher feurig denn eisig kalt. Sicher sind diese Geschichten mit den Feuer speienden Drachen nur blöde Märchen. Alles erstunken und erlogen. Ja, erst das wirkliche Leben, die eigenen Erfahrungen machen uns schlau. Ach, die graue Oberkatze kommt schon vom Rundgang zurück – sicher mit urst kalten Pfoten. Dann wird ja Keks wohl auch gleich kommen.

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Torty als Torwächter harrt weiter auf ihrem Wackelposte aus, während die Oberkatze zügig ins Warme eilt. Keks jedoch dort hinten hat scheinbar noch etwas vor. Eine Verabredung gar? Und das in solcher Eiseskälte? Torty wirkt wegen Keksens Abstecher in noch weitere Teile der Gartenwelt aus unerfindlichen Gründen etwas ungehalten.

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Ah ja! Tatsächlich! Keks hatte wohl in der Tat noch etwas Unaufschiebbares zu tun.

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Musste er schnell noch den Sperlingsmädels einen guten Morgen wünschen oder hatte der Schelm etwa Appetit auf leckeren Sperlingsbraten? Aber nein, Keks doch nicht! Er wollte sicher nur nett mit den Mädels flirten oder mit ihnen über Gott und die Vogelwelt plaudern.

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Ach, da ist er ja endlich wieder. Wurde aber auch Zeit! Torty schaut ihm ungeduldig und schon ziemlich unterkühlt entgegen.

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„Na endlich kommst Du, Keks. Meine Pfoten sind mir fast am Drachen festgefroren.“

„Wer hat denn gesagt, dass Du auf mich warten musst, Torty, und warum bist Du so sauer?“

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„Na, Du hast doch gesagt, wir gucken nur kurz in den Garten und dann spielen wir noch eine Runde. Aber Du, Du rennst hier stundenlang herum, als hätten wir den tollsten Frühlingstag und ich steh‘ derweil dumm in der Gegend rum.“

„Ach ja? Ich hab‘ gesagt, wir spielen gleich noch eine Runde? Muss mir unterwegs irgendwie entfallen sein.“

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„Ja, Keks, wahrscheinlich ist Dir Dein Gehirn bei der Rumrennerei in der Kälte eingefroren und da hast Du überhaupt keinen Gedanken mehr an Deine Lieblingsschwester verschwendet. Natürlich hast Du vor dem Rausgehen versprochen, dass wir anschließend noch spielen! Nun los, beeil Dich, Keks, ich hab‘ die Mäuse und so schon mal bereit gelegt. Komm schnell, damit uns wieder warm wird beim Spiel!“

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Und das Ende der Geschichte? Wie das war? Wir können zum Glück wohl doch so bleiben, wie wir sind, und müssen nicht wie in dem Murmeltierfilm wieder und wieder denselben Tag durchleben, denn einen Tag später bekamen wir tatsächlich den ganz normalen Dienstag in unser Leben gesetzt und nicht erneut den Sonntag mit seinen kleinen Eiskugeln. Aber dennoch, der April fühlte sich immer noch sauwohl, pfiff grinsend um die Häuserecken, blies uns Eisluft ins Gesicht, schubste kurz die Sonne durch die Wolken, riss sie wenig später wieder rein in die graue Watteschicht und schüttete uns immer wieder eimerweise Wasser in den Tag. Wir Silberdistels hatten aber durchaus auch im Haus genug zu tun und die Katzen verlegten ihre Aktivitäten ebenso wie wir Menschen mehr nach drinnen, stellten dabei allerdings auch so allerlei Unsinn an. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Kommentare
  1. einfachtilda sagt:

    😊😀 die Katzen mögen den launischen April auch nicht und können hoffentlich bald mit anderen Vögeln ein Schwätzchen halten 😃

    LG Mathilda 🌞🌞

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    • Silberdistel sagt:

      Die Katzen mögen wie wir auch lieber Wärme und vor allem haben sie auch gern warme und trockene Füße, obwohl unser Keks ja durchaus auch mal im Wasser plantscht. Aber sicher macht es für ihn einen Unterschied, ob die Füße nur nass oder auch zusätzlich noch kalt und schmutzig werden, wie es bei diesem Aprilwetter momentan ja fast unvermeidbar ist.
      Naja, es ist ja gleich Mai und dann sicher besser 😉
      LG auch an Dich ❤

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  2. minibares sagt:

    Was für ein schöner Bericht über den eisigen Montag.
    Alle drei Katzen unterwegs. Und Spatzen waren auch da.
    Bei uns ist immer was los, uns stört das Wetter nicht.
    deine Bärbel

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  3. Zeilenende sagt:

    Die Geschichte wärmt doch gegen Frostbeulen. Aber da hatten die Gebäckkatzen ja ordentlich was zu staunen. Im ersten richtigen Winter können sie dann mit so viel Weiß ganz professionell umgehen.

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    • Silberdistel sagt:

      Ein bisschen Schnee und Eis hatten sie ja im Winter dann doch noch mitbekommen, aber das war ihnen wohl schon wieder entfallen. Die Jungspunde staunten jetzt regelrecht Bauklötzer, die wir dann fast zu den Hagelkörner auch noch dazu hatten 😉

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  4. Frau Hummel sagt:

    Deine Geschichten und Bilder sind echt zum lachen. Deine Miezekatzen benehmen sich wie Kinder *lach*. Liebe Grüße ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Naja, zwei von den Katzen sind ja auch noch beinahe Kinder 😉 Da dürfen sie sich auch noch so benehmen 😀
      Lachen soll doch gesund sein, also tu Dir keinen Zwang an 😀 😀 😉
      Liebe Grüße auch an Dich ❤

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  5. Gut, dass da nix mit der Zeitschleife à la Bill Murray war. ^^ Ich hoffe jetzt inständig, dass mit Abschluss des Monats April dieses Wetterdesaster ein Ende findet und der Frühling mehr Chancen hat.
    Die Mäusesammlung ist ja echt goldig!

    Liebe Grüße und baldigen Sonnenschein, liebe Silberdistel(s)!
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön für Deinen Kommentar, liebe Michèle. Doch, doch, der Mai wird ein suuuper schöner Monat. Wir haben bestes Wetter bestellt 😉
      Es gibt da sogar noch mehr Mäuse, aber die verschwinden immer mal wieder und plötzlich sind sie wieder da. Naja, so ist das eben mit Mäusen 😀
      Liebe Grüße und auch für Euch Hamburger baldigen Sonnenschein

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  6. federleicht2016 sagt:

    So jetzt habe ich mich getraut hier zu schreiben und ich find dein Blog toll, bin noch ein Frischling in der WordPresswelt!
    Wie deine Katzen da schauten was das wohl ist, es langt jetzt mit den Hagelkörner und auch ich hoffe dass es endlich wärmer wird. Morgens ist es noch ziemlich kalt hier an der Nordseeküste durch den Wind.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit viel Sonne !
    Lieben Gruss Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Hallo liebe Elke, herzlich willkommen und vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr über Deinen Besuch. Ja, sowohl die Katzen als auch wir haben ziemlich erstaunt geguckt, als es draußen noch einmal weiß aussah. Die ganze Woche über war es hier recht kalt und windig dazu, nahezu winterlich. Erst heute hat man wieder ein wenig vom Frühling erahnen können.
      Einen lieben Gruß zurück zu Dir

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  7. katerchen sagt:

    nah liebe Silberdistel wenn DU schönes Wetter für den Mai bestellt hast..dann klappt es auch und unsere Katzenkinder werden nicht in ihren dünnen HEMDCHEN frieren..grins
    LG zum Wochenende vom katerchen der DANKE für WORT und BILD sagt 😀

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    • Silberdistel sagt:

      Das muss einfach schön werden im Mai, liebes Katerchen, denn das schlechte Wetter dürfte doch inzwischen voll und ganz aufgebraucht sein 😉 😀
      Die Katzen drücken hier auch schon fleißig die Pfoten für einen schönen und warmen Mai 🙂
      Liebe Grüße und auch Euch, dem Paulimann und Dir, ein schönes Wochenende

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  8. annapos sagt:

    I u nás minulý týden podobný T R E S T S V A T É H O P E T R A.
    Všechno moc rychlé a to je návrtat k normám APRÍL,

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  9. Gudrun sagt:

    Eine feine Geschichte ist das wieder geworden. Weißt du, liebe Silberdistel, das macht mir viel Mut. Manchmal denkt man, dass man besonders weite Reisen machen muss, um etwas zu erzählen zu haben. Stimmt aber nicht, zu erzählen gibt es immer. Und das macht mir Mut. Ich lese gerne bei dir.

    Meine Penny ist eine ausgesprochene Schönwetterkatze. Die geht nicht mal auf den Balkon, wenn es ein bissel weht. Kleo genießt das dagegen sehr. Ich glaube, meine alte Atze träumt dann von der Freiheit, die sie mal hatte. 🙂
    Liebe Sonntagsgrüße aus dem Spinnstübchen

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    • Silberdistel sagt:

      Ach, Gudrun, um etwas zu erleben, muss man nicht gezwungenermaßen weite Reisen machen. Du bist doch selbst der beste Beweis dafür. Du hast sooo viel aus Deinem Spinnstübchen und Deiner unmittelbaren Umgebung zu erzählen. Wahrscheinlich kommst Du gar nicht dazu, alles zu erzählen, was Du gern erzählen möchtest. Weite Reisen mögen sicher schön sein, aber, ob man sie braucht, um glücklich zu sein? Glücklich und zufrieden kann man auch dort sein, wo man zu Hause ist und mit den Menschen und Tieren, mit denen man zusammenlebt. Und das ist es doch eigentlich, was zählt.
      Unsere drei Katzen gehen zwar auch raus, wenn es mal nicht so schön ist, aber trocken und warm mögen sie es dann doch lieber. Wasser ginge ja noch, aber matschige Pfoten mögen sie so gar nicht. Aber da kann ich sie durchaus verstehen 😉 😀
      Vielen Dank für Deinen Kommentar, ganz liebe Grüße an Dich und hab eine schöne neue Woche

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  10. Morgentau sagt:

    Es ist eine Freude, zu sehen und zu lesen, wie dich selbst so ein Murmeltiertag beflügelt, liebe Silberdistel.

    Die Auswahl an Spielmäusen ist auch nicht zu verachten.

    Ja, bei Silberdistels ist immer ne Menge los.

    Hab einen schönen Mai, liebe Silberdistel. Ich wünsch dir und den Zwei- und Vierbeinern um dich herum viele schöne Sonnenstunden …

    mit einem lieben Gruß zum Sonntag
    aus der Maiblumenwiese

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    • Silberdistel sagt:

      Naja, zum Glück wiederholte sich bei uns nur die Sache mit den Hagelkörnern, liebe Frau Morgentau. Aber wer weiß, wie sich die Tage gestalten würden, wenn man sie wirklich wieder und wieder erleben müsste. Der Film wirft da schon interessante Gedankengänge auf.
      Oh ja, Spielmäuse gibt es hier reichlich, aber mitunter sind sie plötzlich alle weg. Auf seltsame Weise tauchen sie jedoch in der Regel wieder auf.
      Lieben Dank für Deinen Besuch und Kommentar und hab eine schöne neue Woche – mit viel Sonnenschein

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  11. kowkla123 sagt:

    Liebe Silberdistel, einen schönen 1. Mai wünsche ich

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