Wie ein Katerchen seinen Horizont erweiterte

Veröffentlicht: 9. Dezember 2015 in Allgemein, Fotos, Geschichten, Leseabenteuer, Lesen, Tiere, Unterhaltendes
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Können ein Welttoilettentag und ein kleines gerade mal 5-Monate altes Katerchen in irgendeinem Zusammenhang stehen? Wenn das kleine Pelzwesen zum Beispiel zufällig am Welttoilettentag ins Klo gefallen ist? Naja, wenn … Aber besagter Klosturz fand zu Zeiten statt, als dieser getigerte Vierfüßler noch als kleines Übel durch unser Silberdistelhaus hüpfte und der Ehrentag des Klos noch weit entfernt von all dem Übel war. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und unser kleines Katertier hat einiges dazu gelernt, auch wie man solche Reinfälle ins Menschenklo möglichst vermeidet. Dieser Zusammengang war es also nicht. Gab es da nicht unlängst im Bücherstaub einen anderen Post, der in gewisser Weise auf den Welttoilettentag hindeuten könnte, dieser Post, wo genau dieses Katerchen ins Klo schaute? „Vornehm geht die Welt zugrunde“, so hieß es da doch. Das sollte doch wohl gut zum Welttoilettentag passen, oder? Aber weit gefehlt. Des Katers Klobetrachtung fand  am 11. November statt und da ahnten weder der pelzige Klointeressierte noch die Silberdistel, dass es einen Ehrentag für dieses hochwichtige Teil, das sich gerade noch im Zentrum des pelzigen Interesses befand, gibt. Vom Welttoilettentag, der am 19. November feierlich begangen wurde, erfuhr der kleine Pelzträger erst durch die Silberdistel. Die hatte nämlich über Frau Tonaris Blog erfahren, dass bereits seit einer ganzen Reihe von Jahren, nämlich seit 2001, ein Welttoilettentag begangen wird. Aber nicht nur das, die Silberdistel erfuhr noch viel mehr. Sie las voller Staunen von einem Büchlein mit dem Titel „Stille Örtchen“. Das fand die Silberdistel nun wiederum so interessant und witzig, dass sie zu dem Welttoilettentag-Post von Frau Tonari nahezu zwingend einen Kommentar hinterlassen musste. Und Frau Tonari machte aus diesem Post sogar noch gleich ein Gewinnspiel und versprach, ein Exemplar des so wunderbar von ihr angepriesenen Buches unter allen Kommentatoren des Tages zu verlosen. Spannung pur! Wer würde der glückliche Gewinner sein? Da die Silberdistels bisher eher selten einmal bei solchen Gewinnspielen auf der Gewinnerseite stand, machte sie sich natürlich kaum Hoffnung. Okay, ein winziges Schimmerchen Hoffnung sieht man immer am Ende des Tunnels. Schließlich gibt es kein Spiel ohne ein solches winziges Fünkchen Hoffnung. Und dieses Mal … Nein! Nicht zu glauben! Wirklich? Gewooooooonnen!!!!! Tatsächlich, bei Frau Tonari stand, dass die Silberdistel gewonnen hatte.

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Inzwischen ist die Kinnlade wieder oben und die Postfrau hatte nach aufregender Wartezeit für uns Silberdistels am vergangenen Donnerstag ein Päckchen für uns in ihrem Posttäschchen. Es war Post von Frau Tonari. Sogleich ging es bei uns Silberdistels, kaum dass die Tür wieder hinter der Postfrau geschlossen war, ganz aufgeregt ans Auspacken.

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Natürlich waren die pelzigen Helferlein sofort zur Stelle, d. h., eigentlich legte nur das männliche pelzige Wesen Pfote und andere wichtige Körperteile an das Päckchen.

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Er ist nämlich bei uns Silberdistels derjenige, der am neugierigsten ist und sich absolut nichts, aber auch gar nichts entgehen lässt. Nicht umsonst läuft der Bluebär neuerdings mit dem Spitznamen Keks durchs Haus. Überall hat er seine quirligen Pfoten im Spiel. Die pelzige junge Dame dagegen stellte hier eher nur das Publikum dar bzw. gab Anweisungen, was zu tun ist. Die graue Eminenz hingegen hielt sich vornehm von allem zurück und ließ sich nicht weiter in ihrer nachmittäglichen Ruhe stören. Päckchen auspacken war mehr etwas fürs Jungvolk.

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So rackerte sich der keksige Kater ab und las nebenbei noch ein wenig in der als Polstermaterial beigelegten Zeitung.

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Aber die Zeitungslektüre dauerte nicht lange, weil aus dem Publikum bereits Unmutsäußerungen in der Art an die großen Keksohren drangen, wie, er möge doch gefälligst erst einmal dieses bunte Zeugs da aus dem Karton werfen, damit man sich endlich den wichtigen Dingen zuwenden könne, was immer die sein mochten. Die Silberdistel nahm sich nach diesen Drohungen schnell höchst selbst der bunten Teile an und rettete sie, bevor da vielleicht noch eine Pfote Schlimmeres mit im Sinn hatte.

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Und kaum war das kleine Kartönchen geräumt, stürzte die bunte Dame aus dem Publikum, die zuvor immer wieder durch diese lauten Zwischenrufe aufgefallen war, auf die Bühne und besetzte diese … also den Karton. Aha, nun wurde klar, was sie die ganze Zeit im Schilde geführt hatte. Sie wollte selbst den hauptstädtischen Anzeiger studieren. Unser Provinzblättchen war ihr wohl nicht mehr gut genug. Egal, sollte sie ihren Spaß haben und studieren, was anderswo in der Welt geschah. Aber auf diesen Karton hatte sie es wohl auch irgendwie abgesehen, denn sie nahm auch ihn und nicht nur die Zeitung voll und ganz in Besitz.

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Der Kater hatte derweil der Silberdistel bei ihren weiteren Auspackaktionen auf die Finger geschaut und musterte nun aufmerksam den Inhalt des Päckchens. Während die Silberdistel freudig ihren Gewinn und die leckere süße Beigabe anschaute, hatte der Kater etwas entdeckt, das seine ganze Aufmerksamkeit beanspruchte.

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Als er endlich davon abließ, durfte die Silberdistel dieser weiteren Zugabe zu ihrem supertollen Gewinn „Stille Örtchen“ den Ehrenplatz aller Ehrenplätze im silberdisteligen Heim zuweisen – einen Ehrenplatz, der schöner nicht sein kann.

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Und so kam es dazu, dass unser kleiner Keks seinen Horizont wieder einmal ein wenig mehr erweitern konnte. Hatte er doch unlängst in die große weiße Menschenkloschüssel geschaut und dabei bereits viel Weisheit erlangt, wenn auch mit Hilfe seiner klugen Schwester Torty – wer so gern Zeitung liest, der muss einfach klug sein, so lernte auch der Keks nun erneut dazu, wenn auch irgendwie nur recht banale Dinge.

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„Also erst mal buddeln. Oder wie?“

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„Moment, ich muss noch mal nachschauen.“

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„Nee, also vom Buddeln steht da ja gar nichts.“

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„Ich frag mal Torty. Die kennt sich da aus, die sitzt nämlich immer sehr vorbildlich auf unserem Katzenklo. So ein Schild ist eben auch nicht vollkommen. Die wichtigsten Dinge stehen mal wieder nicht drauf.“

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„Oder ob vielleicht etwas vom Buddeln in dem Buch von der Silberdistel steht?“

„Ja, Kekschen, darin kann man tatsächlich auf Seite 9 etwas vom Buddeln lesen und zwar, dass im Alten Testament geschrieben steht: „Du sollst im Vorgelände des Lagers eine Ecke haben, wo du austreten kannst. In deinem Gepäck sollst du eine Schaufel haben, und wenn du dich draußen hinhocken willst, dann grab damit ein Loch, und nachher deck deine Notdurft wieder zu.“

„Also das mit der Ecke und dem Vorgelände vom Lager mag ja stimmen, Silberdistel, aber das mit der Schaufel … Nee, ich weiß nicht. Die, die wir hier haben, mit der gräbst Du doch unsere … unsere … hm … komisch … naja, also unsere Notdurft … wieder aus. Gräbst Du sie etwa woanders dann wieder ein – beim Nachbarn vielleicht?“

„Ähh, ja, Katerchen, d.h. nein, ich grab da nichts beim Nachbarn ein. Du kommst auf Ideen. Am Ende liest der das hier noch und dann gibt es Ärger, weil Du solche Gerüchte verbreitest. Mit Dir kann man wirklich noch in Teufels Küche kommen. Also das mit dem kleinen Übel damals war schon nicht so weit hergeholt.“

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At last but not least – ganz herzlichen Dank an Frau Tonari für die wundervolle Idee mit der Verlosung dieser feinen stillen Lektüre. Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass mir die Glücksgöttin einmal hold war. Ob’s vielleicht sogar an der Glückskatze gelegen hat, die hier neuerdings bei uns wohnt? Wie dem auch sei. Frau Tonari hat sogar beim Verpacken des „Stillen Örtchens“ auch noch an die anderen Silberdistels gedacht. Da gab’s zum Buch eine kleine Beigabe für die zweibeinigen Naschkatzen, damit das Lesen und Schauen noch mehr Vergnügen bereitet und die vielen abgebildeten stillen Örtchen eher einen Hauch von Marzipan verströmen als andere Düfte, die das Büchlein unter Umständen suggerieren könnte. Und dass Frau Tonari irgendwie auch die Verbeiner glücklich gemacht hat, das ist wohl niemandem entgangen. Die kleine Glückskatze wurde glücklich mit dem Karton und der Zeitung aus der Hauptstadt und der kleine keksige Bluebär konnte mit dem herrlich freches Blechschild wieder einmal seinen kleinen Kater-Horizont erweitern. Man lernt ja nie aus – auch auf dem stillen Örtchen nicht 😉 Wobei dieses Schildchen auch mir und meinem Herrn Silberdistel viel Freude bereitet hat. Passt es nicht wundervoll perfekt zum Buch und zu unserem silberdisteligen Katzen-Menschenhaushalt?

Ein ganz großes D A N K E S C H Ö N, liebe Frau T O N A R I  !!!

Kommentare
  1. einfachtilda sagt:

    Tolle Story und das Schild gefällt mir 😀
    Glückwunsch liebe Silberdistel.

    LG Mathilda ❤

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  2. Frau Hummel sagt:

    Mir war vollkommen klar, dass in Silberdistels Bücherstaub selbst die Katzen lesen können 😉 😀
    Herzlichen Glückwunsch auch von mir ♥

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  3. kowkla123 sagt:

    Wieder mal so toll geschrieben und bebildert, echt schön, danke, habe einen guten Tag

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  4. minibares sagt:

    Liebe Silberdistel, was für ein schönes Paket, mit liebevollen Herzen verpackt.
    Keks oder Bluebär ist echt belesen, lach.
    ein genialer Bericht. Die Fotos dazu sind richtig spannend.
    Das Schild ist sowas von passend, und beide haben das neue Schild beachtet, wie schön.
    Meine Glückwünsche zu diesem schönen Gewinn ❤
    Deine Bärbel

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  5. nixe sagt:

    😆 Klasse Schild!
    Schön, wenn man so ein pelziges Helferlein beim Auspacken hat.
    Liebe Grüße von der Nixe

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  6. kowkla123 sagt:

    toll wieder, wünsche einen guten Tag

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  7. Frau Tonari sagt:

    Gestern habe ich deinen tollen Beitrag nur schnell in der Bahn überflogen, aber nicht kommentiert.
    Heute hole ich das gerne nach, denn ich bin schwer begeistert, was Du aus einen klitzekleinen Buchgewinn mit augenzwinkernder Schilder-Beigabe so machst. So klasse geschrieben. Da möchte man Dich und die Fellnasen doch glatt wieder mal als Gewinner ziehen 😉
    Ich danke Dir für diese wunderbare Story.

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön 🙂 Das Lob ist ja wie noch ein zusätzlicher Gewinn obendrauf 😀 Es freut mich natürlich sehr, wenn ich Dir mit diesem Beitrag ein wenig von meiner/unserer Freude einerseits über den Gewinn eines so interessanten Buches und andererseits über das tolle Päckchen, dass ja doch noch ein wenig mehr enthielt, zurückgeben konnte.
      Liebe Grüße an Dich und hab ein schönes Wochenende und einen gemütlichen 3. Advent

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  8. Frau Spätlese sagt:

    Das Schild ist toll!
    Und die per Bild eingefangenen Momente sowieso auch. Danke für die schöne Geschichte!
    😊

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