… dann würden wir sicher spannende, interessante, lustige, aber auch so manche traurige Geschichte zu hören bekommen. Für uns Silberdistels ist neuerdings auch Trauriges dabei, Trauriges, wenn wir an ganz bestimmte Bäume denken – an die uralten Ivenacker Eichen.

Wieder einmal dort, dort wo die Uralt-Eichen stehen - in Ivenack

Wieder einmal dort, dort wo die Uralt-Eichen stehen – in Ivenack

Drei Jahre lag unser letzter Besuch bei den Tausendjährigen schon zurück. Es kam mir gar nicht so lange vor, als ich in diesem Jahr am 22. September erneut vor ihnen stand. Hatte ich diese prachtvollen Eichen doch noch in so guter Erinnerung, als wären wir erst gestern bei ihnen gewesen. Aber gemessen an ihrem so unwahrscheinlich langen Leben sind natürlich drei Jahre rein gar nichts, gemessen an einem Menschenleben sind 3 x 365 Tage schon ein nicht unbeträchtlicher Teil gelebte Zeit. Gemessen am Leben unseres Katers Bärchen waren 3 Jahre ein Viertel seines Lebens. Die Ivenacker Eichen und unser lieber Kater werden wohl für mich jetzt immer ein wenig zusammengehören. Der 22. September war für uns nicht nur ein Tag in Ivenack schlechthin, er war auch ein Tag voller Ruhe, ein Tag zum Ausspannen und Abschalten, ein Tag, der auch ein wenig nur uns beiden Silberdistels gehörte. Wie sich später herausstellte, war dieser Tag aber auch die Ruhe vor dem Sturm. Für einen kurzen Moment waren meine Sorgen um unseren damals schon sehr kranken Kater, unser Bärchen, dort in Ivenack ein ganz klein wenig in den Hintergrund getreten. Ich wollte auch einfach für einen kurzen Moment Abstand gewinnen, Kraft für das schöpfen, was da vielleicht allzu bald noch auf uns zukommen würde. Mir war so gar nicht wohl bei dem Gedanken an den nachfolgenden Tag. Vor mir lag ein Besuch beim Tierarzt mit unserem Kater. Das Antibiotikum, das ich unserem pelzigen Freund seit einigen Tagen verabreichen sollte, hatte für meine Begriffe so gar nichts zum Positiven bewirkt.  Wie würde die Diagnose des Tiermediziners lauten?
Dennoch war dieser Tag bei den Ivenacker Eichen  wieder erlebnisreich und entspannend zugleich. Es waren außer uns kaum andere Besucher unterwegs, fast hätte man glauben können, Ivenack und seine Eichen würden nur uns allein gehören. Die Bäume, in denen man so viele interessante und urige Gestalten entdecken konnte, schienen in der Tat Geschichten aus ihrem Leben erzählen zu wollen. Der leise durchs Geäst der Riesen flüsternde Wind tat sein Übriges, um die märchenhaft wirkenden Baumgestalten fast lebendig werden zu lassen.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Überall wird man von Baumgeistern beobachtet

Überall wird man von Baumgeistern beobachtet

Neben den vielen Baumgeistern, die fast überall im Ivenacker Tiergarten auf den Besucher herabblicken, wird man auch aus anderen, recht lebendigen Augen beobachtet. Der Wald mit seinen Tausendjährigen Eichen wurde während des Mittelalter als Hudewald genutzt, damals eine der vorwiegenden Landnutzungsformen. Man trieb das Vieh zur Futtersuche in den Wald hinein, nutzte den Wald quasi als eine Art Weide.

Damwild ist überall in dem großen Park mit den uralten Eichen zu finden

Damwild ist überall in dem großen Park mit den uralten Eichen zu finden

Durch die Einrichtung eines Damwildgatters, bereits im 18. Jahrhundert errichtet, konnte dieser ganz bestimmte Charakter des Hudewaldes bis heute erhalten werden. Im Moment leben im Ivenacker Tierpark über 100 Stücke Damwild, Muffelwild und etliche Turopolje-Schweine – eine alte Haustierrasse.

Was übrigens noch ganz lustig war, man konnte mit Hilfe einer Pumpe den Schweinen zu neuem Matsch verhelfen. Herr Silberdistel betätigte sich nicht nur fleißig, sondern auch begeistert am Pumpenschwengel, sicher sehr zur Freude des im knietiefen Schlamm stehenden gefleckten Turopolje-Schweines.

Einer der alten Riesen im Tierpark Ivenack - dicht am kleinen Café

Einer der alten Riesen im Tierpark Ivenack – dicht am kleinen Café

Natur und frische Luft machen gewöhnlich auch hungrig. So landeten wir natürlich bald in dem kleinen Café, von dem aus man nicht nur auf eine der uralten Eichen schauen kann, …

Vom Café aus kann man in aller Ruhe Damwild beobachten

Vom Café aus kann man aber auch in aller Ruhe Damwild beobachten

… man kann auch das Damwild von dort aus in aller Ruhe beobachten und sich nebenher Kaffee und Kuchen schmecken lassen.

Die Reuter-Torte - nicht nur was fürs Auge

Die Reuter-Torte – nicht nur was fürs Auge

Übrigens haben wir uns die recht originell anzusehende Reuter-Torte schmecken lassen – natürlich mit Eichenblatt und Eichel verziert, wie es sich für eine zünftige Torte im Wald der Tausendjährigen gehört. Das süße Teil mit Baumkuchenstückchen sieht nicht nur gut aus, es schmeckte auch ausgesprochen lecker.

Auf dem Rückweg geht es noch einmal an der ältesten Dame unter Eichen vorbei - 1000 Jahre soll sie sein

Auf dem Rückweg geht es noch einmal an der ältesten Dame unter den Eichen vorbei

Satt und zufrieden machten wir uns auf den Rückweg. Noch einmal ging es an der ältesten der Eichen vorbei. Beeindruckend nicht nur ihr Stammumfang, auch ihr gesamtes Erscheinungsbild.

1000 Jahre soll sie bereits zählen

1000 Jahre soll sie bereits zählen

Ehrfürchtig schauten wir noch einmal zu dem beeindruckenden Baumriesen auf. Wie lange mochte er hier noch stehen? Sicher würde er auch uns noch um viele, viele Jahrzehnte oder sogar mehr überleben. Ein schöner und interessanter Tag ging für uns zu Ende, ein Tag, der mich ein wenig neue Kraft und Stärke hatte tanken lassen, Kraft und Stärke, die ich am darauffolgenden Tag, als unser langjähriger treuer pelziger Begleiter für immer die Augen schloss, bitter nötig hatte. So werde ich mit den Eichen von Ivenack nicht nur Schönes, sondern nun auch Trauriges verbinden. Dennoch wird da auch immer eine liebe Erinnerung an einen langjährigen Freund bleiben, wenn ich an Ivenack denke.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. minibares sagt:

    Liebe Silberdistel, wie viele Gesichter ich entdecken konnte.
    Und in dem Stamm der uralten Eiche hockt ein Schwein.
    Der Hirsch und das Reh, die beiden auf einem Bild, herrlich! – Wie ein altes Ehepaar. Sie guckt vorwurfsvoll. Er weiß von nix.
    Beim ersten Bild sieht es aus, als breche der linke Teil bald ab.
    Der Holz-Teddy ist so niedlich.
    Der Kuchen mit Eichblatt und Eichel, sehr kreativ.
    deine Bärbel

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    • Silberdistel sagt:

      Toll, Bärbel, dass Du auch so viele Gesichter erkennen konntest. Ich finde es immer total spannend, was man mit etwas Fantasie so alles entdecken kann.
      Das „Reh“ ist übrigens auch ein Damhirsch, ein jugendlicher allerdings noch – ein Spießer, wie mir mein Herr Silberdistel erklären konnte – also sind die beiden mehr so wie Papa und Sohn 😉
      Der Baum im ersten Bild sah vor drei Jahren auch schon so aus, als würde da bald etwas abbrechen. Scheinbar ist es wohl doch noch ganz haltbar.
      Ich fand die Torte auch sehr hübsch. Da hat man sich etwas einfallen lassen.
      Liebe Grüße an Dich

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  2. kowkla123 sagt:

    es ist toll da und ja, sie können auch erzählen, herzliche Grüße am heutigen Tag

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  3. annapos sagt:

    Miluji staré stromy, ony se dívali na svět našich předků a ještě dlouho budou, až my již dávno nebudeme.

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  4. Charis sagt:

    Das sieht echt beeindruckend aus, danke für die tollen Fotos!
    Die Reuter Torte mit Baumkuchen, Eichblatt&Eichel ist auch beeindruckend 😀 :mrgreen:
    – und eine sehr passende Idee vom Cafebetreiber … 😉

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    • Silberdistel sagt:

      In der Wirklichkeit sehen diese Riesen natürlich noch viel gigantischer aus. Die vielen Jahrhunderte, die es sie bereits gibt – irgendwie ein bisschen unvorstellbar.
      Die Reuter-Torte hatte es uns sofort angetan, die gehörte ganz einfach für uns zu diesem Eichentag. Ich fand die Idee mit Eichel und Eichenblatt auch toll – sehr passend.

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  5. Liebe Silberdistel,
    es ist ein wenig schade, dass dieser Ort für dich nun zwangsläufig immer mit dem nachfolgenden traurigen Ereignis verknüpft sein wird, doch andererseits ist es ein schöner, ein sehr würdiger Ort, sich liebevoll zu erinnern. Die Fotos und auch deine Beschreibung vermitteln jedenfalls eindeutig diesen Eindruck.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Liebe Michèle, ich habe mir genau diesen Ort ausgesucht, weil ich gehofft habe, dort besonders gut abschalten zu können und genau DAS war mir wichtig. Sicher wäre das Meer auch eine gute Alternative gewesen, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Aber die Eichen waren, denke ich, eine gute Wahl. Es war wirklich noch einmal ein schöner Tag. Die folgenden Tage sind dagegen so ziemlich an mir vorüber gerauscht und waren alles andere als schön. Wie ich in meinem Post schon geschrieben habe, auch wenn ich die Ivenacker Eichen nun sicher immer mit diesem traurigen nächsten Tag verbinden werde, weiß ich ebenso, sie werden auch generell eine Erinnerung an unseren lieben vierbeinigen Freund sein. Ein wenig haben diese Bäume für mich auch etwas Tröstendes.
      Dankeschön für Deinen lieben Kommentar, liebe Grüße auch an Dich und ebenso auch Dir ein schönes Wochenende

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  6. Frau Tonari sagt:

    Ich danke Dir für diese tolle Reiseeinladung, die ich im kommenden Frühjahr bestimmt annehmen werde.

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  7. giselzitrone sagt:

    Oh ja das wäre schön ich glaube die könnten viel erzählen.Wünsche ein schönes Wochenende lieber Gruß Gislinde

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  8. kowkla123 sagt:

    ich stehe unter dem Eindruck der Vorgänge in Paris, einen guten Tag für dich

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  9. Frau Hummel sagt:

    Ja, liebe Silberdistel, Bäume sind schon grandiose Lebewesen. Welches Geschöpf auf unserer Erde kann schon so viele Lebensjahre aufweisen? Kürzlich las ich, dass sie untereinander kommunizieren und dafür ein umfangreiches Vokabular an „Duftwörtern“ besitzen. Außerdem stehen sie mit ihren Wurzeln untereinander in Verbindung. Sie sollen sogar mit Insekten kommunizieren können.

    Ich finde, man sollte einen Baum würdevoll behandeln.Ich möchte eines Tages einen Baum als Grabstein haben. Um es genau zu sagen, ich werde eines Tages in einem Friedwald beigesetzt werden. Ein wunderbare Gedanke für mich. Und gewissermaßen sind die Ivenacker Eichen für Dich ja nun auch ein Friedwald geworden. Ich finde, Du hast Dir einen schönen Ort zum Gedenken an Deinen lieben vierbeinigen Freund ausgesucht.

    Gefällt 2 Personen

    • Silberdistel sagt:

      Gegen die Lebensjahre mancher Bäume sind unsere nur ein Augenzwinkern. Wir trauen den Pflanzen generell immer viel zu wenig zu und sehen sie oft gar nicht als Lebewesen. Ich denke, sie können viel mehr, als wir uns in unseren kühnsten Träumen vorstellen können. Da gehe ich voll und ganz mit Dir mit, Bäume sollte man würdevoll.
      Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob ich meine letzte Ruhestätte einmal in einem Wald haben möchte oder vielleicht doch lieber im Meer. Ich hoffe, ein wenig Zeit habe ich noch, um darüber nachdenken zu können.
      Dankeschön für Deinen lieben und gefühlvollen Kommentar.
      Ganz liebe Grüße in Deine Heide ❤

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      • Frau Hummel sagt:

        Ohja, ich hoffe auch sehr, dass Dir noch sehr viel Zeit bleibt, um darüber nachzudenken.

        Lange Zeit schwebte auch mir, als letzten Ort der Ruhe, das Meer vor.
        Dann aber habe ich mich für eine Bestattung im Friedwald entschieden. Der Gedanke, das etwas von mir, durch meine Asche, in einem Baum weiterlebt, ist ein schöner Gedanke. Die Vorstellung in diesem Baum würden Vögel zwitschern oder brüten, erfreut mein Herz. Wer schon einmal morgens in der Früh einem Wald einen Besuch abgestattet hat, kann mich sicher verstehen. Der Friedwald, den ich mir für meine letzte Ruhe ausgesucht habe, liegt übrigens direkt an der Ostseeküste ♥

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  10. Morgentau sagt:

    Was für ein fantastischer Ort. So danke, dass du darüber berichtet hast, liebe Silberdistel, und natürlich für die grandiosen Aufnahmen, die ahnen lassen, welche gigantischen Bäume das sind.
    Wahrlich ein Ort, an dem ich auch Kraft tanken könnte. Schade, dass er soweit von uns entfernt liegt. Da wär ich ganz sicher öfter und könnte mich jedesmal kaum trennen …
    Herrlich diese Bäume … ich liebe sie.

    Auch ich möchte mal in einem Friedwald beigesetzt werden, wie das Hummelchen. Ihren Gedanken dazu kann ich mich deshalb nur anschließen.

    Ein lieber Gruß an einem nachdenklichen Abend
    von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Der Ivenacker Tiergarten ist schon ein beeindruckender Ort mit seinen uralten Bäumen. Wir müssen zwar auch ein Weilchen dafür fahren, um den Zauber dieser Baumriesen erleben zu können, aber es lohnt sich und ich denke, wir waren nicht das letzte Mal dort. Ich mag diese Giganten auch sehr und bin froh darüber, dass wir uns vor drei Jahren neugierig nach Ivenack auf den Weg gemacht haben. Wie man an unserem erneuten Besuch sicher erkennen kann, waren wir sehr beeindruckt von den alten Eichen. Wir mussten sie ganz einfach wiedersehen. In dem Park an sich herrscht auch eine sehr angenehme Atmosphäre. Man mag gar nicht mehr fort von dort. Für Dich als Waldliebhaberin wäre es ganz bestimmt auch ein wunderschönes Erlebnis.
      Einen lieben Gruß auch an Dich und Dir eine schöne und stressfreie neue Woche

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  11. Alexandra sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag, auch wenn er bei Dir leider auch mit einer sehr trauigen Geschichte verbunden ist. Aber wie Du schon selber schreibst, ist es dennoch schön, etwas Tröstendes an diesem schönen Ort zu finden.
    Einen guten Start in die neue Woche.

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön für den lieben Kommentar 🙂 Ich denke auch, es könnte Schlimmeres geben, als diese Bäume mit dem Andenken an unseren so lieben Kater zu verbinden.
      Auch Dir einen guten Start in die neue Woche und liebe Grüße an Dich

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  12. Oh, ich mag doch Bäume, Eichen speziell und dann noch die Ivenacker Eichen. Stell dir vor, sogar ein Landei aus Mitteleuropa kennt diese berühmten Bäume. Ein schöner Bericht Silberdistel, Chapeau !!!!
    Liebi Grüess…

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    • Silberdistel sagt:

      Ich weiß, dass Du Bäume magst 😉 Umso schöner, dass Du diese Bäume kennst. Die Ivenacker Eichen haben es aber auch verdient, dass sie über die deutschen Grenzen hinaus bekannt sind.
      Dankeschön für Dein Lob. Ich gebe das nächste Mal, wenn ich wieder bei ihnen bin, etwas davon an sie weiter, denn ohne sie kein schöner Bericht 😉
      Liebe Grüße auch an Dich – hier ist es frühlingshaft warm 🙂

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