Die „Blaue Serie“ – Fortsetzung 49 – Apropos Gespenster

Veröffentlicht: 4. November 2015 in Fotos, Geschichten, Natur, Naturgewalten, Pflanzen, Reisen, Sehenswertes, Tiere, Unterhaltendes
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Erst lassen mich die Prinzen nicht los und dann habe ich es pausenlos mit den Gespenstern. Schlimm,  diese Silberdistel, oder? Aber ich stehe auf dem Standpunkt, was man tut, das sollte man schließlich auch mit Hingabe und möglichst intensiv tun. Also lasst uns noch einmal über Gespenster reden oder besser noch über den Wald, in dem sie leben. Im Grunde genommen sieht dieser Gespensterwald, über den ich mit Euch ein wenig plaudern möchte, ja eigentlich nur irgendwie gespenstisch aus und daher hat er auch seinen Name, so denkt man.

Gibt es hier tatsächlich Gespenster?

Gibt es hier tatsächlich Gespenster?

Ob aber wirklich Gespenster in ihm leben? Als moderner und aufgeklärter Mensch kann man das ja wohl eher nicht glauben. Obwohl … Also, wenn man das Bild hier oben betrachtet, dann könnte es vielleicht doch sein …

Baumgeister halte ich dann doch nicht für ganz ausgeschlossen

Baumgeister halte ich dann doch nicht für ganz ausgeschlossen

Oder dieses Foto hier oben … gespenstisch, oder? Wenn da mal nicht ein Baumgeist versucht, sich zumindest tagsüber in dieser etwas starren Haltung zu verstecken. Wer weiß, was er des Nachts oder wenn’s nebelt, alles treibt?

Oh, oh, ein wenig spukt es wohl tatsächlich - sogar am helllichten Tag

Oh, oh, ein wenig spukt es wohl tatsächlich – sogar am helllichten Tag

Aber bevor wir uns jetzt ganz im oder an den Wald der Gespenster verlieren, will ich noch ein wenig über ihn, und wie wir überhaupt auf ihn kamen, erzählen. Es handelt sich um ein Stückchen Küstenwald hier ganz in meiner Nähe, das ich, ich schäme mich auch ein wenig, vor gerade mal 1  1/2 Wochen das erste Mal überhaupt angeschaut habe. Die Rede ist vom Nienhäger Gespensterwald.

Nienhagen - das Ostseebad mit dem berühmten Gespensterwald

Nienhagen – das Ostseebad mit dem berühmten Gespensterwald

In Nienhagen selbst, einem Ostseebad westlich von Warnemünde, war ich bereits recht oft, schließlich wohne ich hier oben an der Küste schon fast mein ganzes Leben lang, aber bis zum Gespensterwald hatte ich es bisher noch nie geschafft. Warum? Fragt mich lieber, wie spät es gerade ist. Die Frage könnte ich sofort, und ohne lange in den Tiefen meines Hirns zu graben, beantworten. Vielleicht dachte ich bisher auch, Wald ist gleich Wald. Was sollte an dem in Nienhagen schon so Besonderes sein? Und andererseits, was man in seiner Nähe hat, das kennt man oft genug eh nicht so genau. Dafür hat man später immer noch Zeit. Es läuft schon nicht weg. Da schweift man lieber erst einmal in die weite Ferne, als sich zunächst vor der eigenen Haustür etwas intensiver umzuschauen. Dabei gibt es mitunter genau dort vor der eigenen Tür das zauberhafteste Stückchen Natur überhaupt. Nun ja, wäre da nicht meine liebe Leserin, Frau Hummel, gewesen, die unlängst genau dort für ein paar Tage Urlaub gemacht hat, wo ihr der Gespensterwald quasi zu Füßen lag, dann würde ich dieses herrliche Stückchen Natur an unserer Ostseeküste, an der Küstenstraße zwischen Warnemünde und Dad Doberan gelegen, vielleicht immer noch nicht kennen. Inzwischen weiß ich nun, was ich beinahe versäumt hätte.
In einem Teil des Nienhäger Holzes, so nennt sich dieses ca. 180 ha große Waldgebiet eigentlich, war ich bereits öfter einmal unterwegs, die skurrilen Bäume jedoch, die in einem etwa 100 m breiten Streifen entlang der bis zu 12 m hohen Steilküste dem Seewind trotzen, hatte ich bisher allerdings noch nicht gesehen. Dem Aussehen dieser Bäume mit ihren kahlen vom Seewind glattgeschliffenen Stämmen ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass der Volksmund hier vom Gespensterwald spricht. Besonders bei Nebel und Dunkelheit gaukelt der seltsam verdrehte, an Schlagen erinnernde, Wuchs der Bäume dem Betrachter gern einmal gespenstige Wesen vor. Ein rufendes Käuzchen dazu und  die gruslige Atmosphäre ist perfekt.

Da, wo der Wind das Gras mäht

Da, wo der Wind das Gras mäht

Übrigens sprechen die Einheimischen, wenn vom Gespensterwald die Rede ist, auch gern von „da, wo der Wind das Gras mäht“. Die Gräser des Waldes, dem ständig wehenden Seewind ausgesetzt, scheinen immer die gleiche Länge zu behalten. Auch ein wenig gespenstisch, oder? Vor allem sah man es sicher in früheren Zeiten so, als man viele unerklärliche Dinge gern einmal Gespenstern oder anderen übernatürlichen Wesen  zuschrieb. Da muss doch einfach jemand Geheimnisvolles umhergehen und stets und ständig die Sense schwingen. Wir Silberdistels waren an einem wunderschön sonnigen Herbsttag im Gespensterwald und natürlich auch am Meer, auf das man von der Steilküste aus weit, weit hinausschauen kann. Im Sonnenschein sah es rundum eher weniger gespenstisch aus, obwohl wir dann doch mitunter nicht so ganz sicher waren, als wir durch den Wald liefen und die doch irgendwie eigenartig geformten Bäume, übrigens vorrangig Buchen und Eichen, etwas genauer anschauten …

Die Ostsee vor Nienhagen

Die Ostsee vor Nienhagen

Aber genug von den Gespenstern! Werfen wir lieber noch einen Blick an den Strand vor Nienhagen mit seiner imposanten Steilküste. Der Blick hinunter aufs Wasser lohnt sich nämlich auch. Was soll ich sonst noch sagen? Natürlich! Danke, Frau Hummel! Danke für diese Inspiration! Wir hatten einen wundervollen Tag und wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal dort – im Nienhäger Holz und seinem Gespensterwald. Wir haben ein wunderschönes Stückchen Natur für uns hinzugewonnen, wofür wir sehr, sehr dankbar sind. Doch jetzt möchte ich Euch zu einem kleinen Spaziergang einladen, einem Spaziergang an einem einmal etwas anderen Stück Ostseeküste. Viel Spaß dabei!

Für Diaschau eines meiner Bilder anklicken!

Kommentare
  1. minibares sagt:

    Der Geisterwald ist echt von Geistern bewohnt.
    Tolle Aufnahmen hast du mitgebracht, auch der goldene Herbst findet hier statt.
    Die Steilküste ist höchst interessant. Und der Blick auf die See, herrlich.
    Sonnige Grüße deine Bärbel

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    • Silberdistel sagt:

      Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Wald zu jeder Jahreszeit seinen Reiz hat. Auf jeden Fall hat der Spaziergang jetzt im Herbst viel Spaß gemacht und es war auch nicht so überlaufen. Im Sommer wird es dort, wie fast überall hier an der Küste, sicher vor Menschen nur so wimmeln. Die Laubfärbung war auch einfach wunderhübsch. Da die großen Herbststürme bisher ausgeblieben sind, ist noch viel Laub an den Bäumen – sieht ganz fantastisch aus.
      Sonnige Grüße auch an Dich

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  2. einfachtilda sagt:

    Tjaaaaa, da wo der Wind das Gras mäht, da ist es wahrlich gespenstisch und jedes Bild hat etwas besonderes.

    LG Mathilda ❤

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  3. nixe sagt:

    Tolle Aufnahmen, liebe Silberdistel, hier nebenan gibts es ein zweites Nienhagen…lange nicht so schön wie das an der Ostsee.
    Liebe Abendgrüße von der Nixe

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  4. Alexandra sagt:

    Wunderschöne Eindrücke von der Ostsee, die in mir sofort das Fernweh wecken. Wir waren vor zwei Jahren das erste Mal in der Ecke und es hat uns so gut gefallen, dass wir bestimmt nicht das letzte Mal da waren. Wie toll muss es sein, dort zu leben *einbißchenneidischbin*

    Viele Grüße
    Alexandra

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön für das Lob 🙂 Naja, böse darüber bin ich nicht, dass ich hier leben darf. Ich mag die Gegend, die Landschaft sehr, auch wenn ich gern mal in den Bergen unterwegs bin. Aber wenn ich zwischen Bergen und See wählen müsste, dann würde wohl die See gewinnen 😉
      Liebe Grüße zurück

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  5. Flohnmobil sagt:

    Umwerfende Bilder!
    Herzliche Grüsse
    Bea

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  6. Frau Hummel sagt:

    Ich freue mich sehr, liebe Silberdistel, dass ich Dich auf diesen gespenstischen Wald aufmerksam gemacht habe. Als Dank dafür durfte ich mir nun Deine schönen Fotos anschauen und bin, wie immer, begeistert von Deiner Sicht auf die Dinge 😀 . Sei ganz lieb gegrüßt aus der herbstbunten Heide ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Wir hätten ganz sicher etwas sehr Schönes und Sehenswertes versäumt, wenn ich nicht durch Deinen Tipp auf diesen wundersamen Wald aufmerksam geworden wäre. Wie ich weiß, habt Ihr mehr die Nebelvariante kennengelernt. Ich hoffe, Ihr könnt Euch irgendwann noch einmal die sonnige Seite des Gespensterwaldes anschauen. Vielleicht sind ja meine Fotos ein kleines Lockmittel zum Wiederkommen 😉
      Ganz liebe Grüße zurück in Deine bunte Heide ❤ – heute von einer verregneten Küste

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  7. kowkla123 sagt:

    Liebe Silberdistel, bin wieder da, wünsche einen guten Tag

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  8. Gudrun sagt:

    Der Wald sieht wirklich gespenstisch aus, aber auch schön.
    Eine feine und ganz eigene Geschichte „spinnst“ du wieder, liebe Silberdistel.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

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    • Silberdistel sagt:

      Bei Sonnenschein betrachtet sah der Wald gar nicht einmal so sehr gespenstisch aus, ungewöhnlich auf alle Fälle. In der Art habe ich zuvor noch nie etwas gesehen. Da staunt man immer wieder, zu was die Natur doch fähig ist und welche Faktoren sie auf die eigenartigste Weise verändern können.
      Dankeschön für Deinen lieben Kommentar, liebe Gudrun, und herzliche Grüße zurück in DEIN Spinnstübchen 🙂

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  9. OceanPhoenix sagt:

    So wunderschön ist es dort ..seufz ..nun habe ich wieder Sehnsucht nach dem Meer 🙂 danke dir für die traumhaften Bilder – und die spannende Geschichte dazu!

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