… hat Herr Silberdistel sie doch tatsächlich noch an unserem letzten Urlaubstag in der Rhön Anfang Juni – die Stelle, wo der Hund begraben liegt. Bisher nahmen wir an, dass es sich dabei nur um eine Redensart handelt. Nun wissen wir es besser. Es gibt ihn tatsächlich, diesen Ort, an dem der Hund begraben liegt.

Im Biergarten des Klosters Kreuzberg

Im Biergarten des Klosters Kreuzberg

Obwohl …  zunächst dachte ich schon, Herr Silberdistel hätte etwas zu tief in den Krug mit dem dunklen Bier geschaut, das er dort oben auf dem Kreuzberg wonniglich Schluck für Schluck genossen hatte. Ganz schön heiß war der Tag auch noch. Wir hatten uns zwar ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen am Rande des Biergartens des Klosters Kreuzberg gesucht, aber vielleicht war die heiße Mittagssonne doch an einigen lichteren Stellen durch den Blätterwald über unseren Köpfen hindurchgedrungen und hatte bei meinem Herrn Silberdistel in fröhlicher Zusammenarbeit mit dem Bier ihre Spuren hinterlassen.

Herr Silberdistel auf dem Weg zu der Stelle, wo der Hund begraben liegt

Herr Silberdistel auf dem Weg zu der Stelle, wo der Hund begraben liegt

Zunächst verstand ich gar nicht, was mein Gatte mir da aus der Ferne zurief. Wir waren nach einem schönen Mittagessen, das bei Herrn Silberdistel wie erwähnt mit Kreuzbergbier einherging, wieder unterwegs zu unserem Autoparkplatz. Die wunderschöne Natur rundherum wollte ich mir keinesfalls entgehen lassen. Meine Kamera hatte Futter ohne Ende.

Vieles gab es wieder, das ich fotografieren musste

Vieles gab es wieder, das ich fotografieren musste

So sprang ich von einer Blumenschönheit zur anderen, von einem Insekt zum nächsten und somit trödelte ich wie gewöhnlich ein wenig hinter Herrn Silberdistel her. Die vielen Motive brauchten halt ihre Zeit. Was rief mein Gatte da schon wieder? Die berühmte Stelle mit dem Hund …? Was für ein Hund? War ihm jetzt doch noch das Bier zu Kopfe gestiegen? Oder brannte die Sonne zu sehr auf sein unbemütztes Haupt? Musste ich mir Sorgen um ihn machen? Ich sollte mich vielleicht doch etwas beeilen und schauen, wie es um sein Wohlbefinden stand.

Schnee noch ein Foto und dann schaue ich, was Herr Silberdistel entdeckt hat

Schnell noch ein Foto und dann schaue ich, was Herr Silberdistel gerade gerufen hat

Schnell noch ein Foto von diesem herrlichen weißen Blütentraum und dann musste ich aber schnell schauen, was Herr Silberdistel für Probleme hatte.

Wie schön gerade der Weißdorn blüht

Wie schön gerade der Weißdorn blüht

So, fertig, nun aber los! Hund und begraben … Seltsam irgendwie … Hm, ich konnte mir so gar keinen Reim auf seine doch etwas vom Winde verwehten Worte machen. Aber sicher hatte ich da etwas ganz falsch verstanden.

Das ist sie, die berühmte Stelle, von der ich nie dachte, dass man sie wirklich finden kann

Das ist sie, die berühmte Stelle, von der ich nie dachte, dass man sie wirklich finden kann

Dann endlich stand ich neben meinem Herrn Silberdistel und mir wurde langsam klar, wovon er gesprochen hatte. Er hatte sie entdeckt, die berühmte Stelle, von der wohl jeder schon einmal gehört hat, die Stelle, wo der Hund begraben liegt. Vor mir stand ein kleines Holzkreuz mit einem Namen und einer Jahreszahl drauf. Ich befand mich genau an der Stelle, die ich immer nur für eine Redensart gehalten hatte, an der Stelle, wo der Hund begraben liegt. Ein wenig beruhigt war ich nun doch, also wegen meines Herrn Silberdistel. Ihm wenigstens ging es gut, Bier und Sonne hatten ihn nicht verwirrt. Dem Hund zu unseren Füßen ging es wohl eher weniger gut oder jetzt vielleicht auch wieder doch. Wer weiß das schon? Es tat mir irgendwie leid um ihn.

Von der Stelle, an der der Hund begraben liegt, hat man einen wunderschönen Blick auf den Kreuzberg

Von der Stelle, an der der Hund begraben liegt, hat man einen wunderschönen Blick auf den Kreuzberg

Andererseits … Wer hat für seine letzte Ruhe schon einen so schönen Platz? Ein idyllisches Fleckchen Erde mit Blick auf den Kreuzberg. Irgendwie gefiel mir die Stelle, wo der Hund begraben liegt. Wenn es denn ein Hund ist. Aber vielleicht ja doch, eventuell  sogar der treue Begleiter eines Rhönschäfers. Vielleicht war er ja genau hier einst glücklich mit seinem Schäfer und seinen Schafen.

Ach, übrigens weiß man gar nicht so genau, woher dieser Ausspruch kommt mit dem begrabenen Hund. Es wird vermutet, dass es dabei gar nicht um einen Hund im heutigen Sinne geht, sondern um einen Schatz oder um eine gewisse Art von Beute. Wenn man das Wort Hund nämlich auf das Mittelhochdeutsche zurückführt, dann würde „Hunde“ nämlich Beute oder Schatz bedeuten. Dann ginge es um die Stelle, an der der Schatz begraben liegt. Das wäre eine von vielen Deutungen für diese Redensart. Ansonsten gibt es noch vielerlei andere Erklärungen und Vermutungen, aber die lassen wir hier lieber weg, sonst wird uns am Ende doch noch ganz wirr im Kopf und wir geben wieder Sonne und Bier die Schuld.

Wenig später verabschiedeten wir uns von Erhard und grübelten unterwegs noch ein Weilchen darüber nach, wie und warum er wohl dort hingekommen ist.
Es war an diesem Tag nicht nur ein Abschied von Erhard und dem idyllischen Fleckchen Erde, in dem er ruht, es war für uns auch das Ende unseres diesjährigen Frühjahrsurlaubs in der Rhön und die Bilder in der Diaschau hier unten zeigen, was mir an diesem letzten Tag außer dem kleinen Grabkreuz noch vor die Kamera kam.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    Danke für dieses Bildefutter liebe Silberdistel..:D
    so erfüllen sich manche Dinge,die man so ACHTLOS nachplappert..
    LG vom katerchen zum Wochenende

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    • Silberdistel sagt:

      Hallo, liebes Katerchen 😀 Schön, wieder von Dir zu lesen. Ich hab‘ Dich schon ganz schön vermisst, hab‘ immer wieder mal geschaut, aber bei Dir war noch Pause 😦
      Ja, mein Herr Silberdistel ist ein aufmerksamer Wanderbegleiter, der schon so manches entdeckt hat, was ich doch glatt übersehen hätte. Das dort die Stelle ist, wo der Hund begraben liegt, das wäre mir ohne ihn sicher auch total entgangen 🙂
      Danke für Deinen lieben Besuch und auch Dir liebe Grüße zum Wochenende

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  2. einfachtilda sagt:

    Danke für die feinen Bilder…Sommer pur, wie heute.
    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir von Herzen.

    Liebe Grüße von Mathilda ❤ ❤

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  3. kowkla123 sagt:

    alles schön beschrieben i Text und Bild, alles Gute, Klaus

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  4. Zeilenende sagt:

    Ich muss gestehen, diese Stelle auf Grund schwerwiegender Vorurteile eher in Hessen vermutet zu haben, aber so lernt man nie aus. Danke für die schönen Bilder und den wunderbaren Begleittext. 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Ich hoffe, sollte das jetzt jemand aus Hessen lesen, er liest über einen bestimmten Satzteil großzügig hinweg 😉 Aber nebenbei bemerkt, sooo weit war es gar nicht von Hessen entfernt. Uups, das ist mir jetzt so rausgerutscht *aufdenmundklopf* Aber jetzt muss ich mal eine Lanze für die Hessen brechen, sie sind uns nämlich in den vielen Jahren, in denen wir immer wieder ihre Gastfreundschaft genossen haben, sehr ans Herz gewachsen.
      Liebe Grüße an Dich und ein Dankeschön für Besuch und Kommentar

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  5. Morgentau sagt:

    Das ist wahrlich ein schöner Platz für einen toten Hund, wenn man das so sagen darf. Ich mag Gegenden, wo der Hund begraben liegt, aber so ein richtiges Hundegrab hab ich an solchen Stellen noch nie entdeckt.

    Auch hier wieder, schöne Fotos, liebe Silberdistel. Danke fürs Mitnehmen … und ein schönes Wochenende
    wünscht mit einem lieben Gruß,
    die aus der Morgenwiese

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    • Silberdistel sagt:

      Wir haben in der Pfalz vor einigen Jahren auch schon einmal eine solche Stelle, wo der Hund begraben liegt, gefunden. Es muss also wohl irgendwie mehrere davon geben. Da war es mitten im Wald an einem Straßenrand. Die Rhöner Stelle ist aber wesentlich hübscher.
      Dankeschön für Deinen lieben Kommentar und einen lieben Gruß zurück in Deine Morgenwiese 🙂

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  6. Charis sagt:

    Schöne Fotos und amüsanter Text, sehr hübsch!
    Auch die Rhönwiesen, wie ich sie kenne … nur – wieso ist da keine Silberdistel?
    Schließlich wächst gerade Nähe Kreuzberg diese (unter Naturschutz stehende Distel, aber fotografieren is ja nich verboten), die Herrn und Frau vom blog den Namen gab … 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Jetzt fühle ich mich dann doch ein wenig kritisiert 😉 😀 Nein, das kann ich einfach nicht auf mir sitzen lassen. Ich habe an dem Tag tatsächlich auch Silberdisteln entdeckt. Es standen dort außer Herrn Silberdistel und mir noch einige kurz hinter der besagten Stelle mit dem Hund in der Gegend herum. Leider blühten sie im Juni noch nicht und meine Fotos von ihrem rein grünen Outfit waren nicht so gelungen und meiner Meinung nach auch nicht zeigenswert. Aber jetzt MUSS ich wohl doch damit rausrücken. Aber mein Herr Silberdistel ist mitunter ein sehr vorausschauender Mann. Er war jetzt noch einmal für ein paar Tage in der Rhön und natürlich auch auf dem Kreuzberg. Die Silberdisteln … ähem … das Kreuzbergbier lockte 😉 und da traf er dann noch einmal auf unsere inzwischen recht aufgeblühte Verwandtschaft und da er wohl ahnte, dass er hier Kritik wegen fehlender Silberdisteln geben würde, hat er natürlich ein Foto mitgebracht 😀 Ich hatte selbstverständlich nun nichts Eiligeres zu tun, als das blühende Prachtstück in der Bildergalerie noch nachzureichen und mein dilettantisches Grünfoto natürlich auch.
      Dankeschön für den Besuch und den Kommentar und ich hoffe, ich konnte Deinen Kommentar nun zu vollster Zufriedenheit beantworten 😉

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  7. ann53 sagt:

    Fantastische Foto’s wieder liebe Silberdistel, vor allem auch die Falter einfach klasse und gut zu wissen wo der Hund begraben liegt gelle! 😀
    Liebs Grüßle von Herzen und ein richtig schönes Wochenende wünsche ich ❤

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  8. Kim sagt:

    Der Falter auf dem Löwenzahn sieht sehr toll aus 🙂

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  9. minibares sagt:

    Erhard also, aber 2010. Den Spruch kennen wir länger, da ist wohl deine andere Erklärung passender, lach.
    Deine Fotos sind wieder höchst interessant.
    deine Bärbel

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  10. Inspirierende Sujets und eine gekonnte Erzählung über den Hund, der scheinbar dort………..

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