Insektenhotel XXL

Veröffentlicht: 17. Juli 2015 in Fotos, Garten, Insekten, Natur, Sehenswertes, Tiere, Unterhaltendes
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Gibt man ihnen den kleinen Finger, nehmen sie doch glatt die ganze Hand. Wer? Die Insekten natürlich. Noch dazu solche, vor denen wir gewöhnlich eine Menge Respekt haben.

Unsere Hotelanlage

Die eine Wand unseres Geräteschuppens im Garten, die sonnige Südwand – versteht sich, erfreut unser silberdisteliges Auge nicht nur mit unserem hauseigenen Wein und einer nicht blühen wollenden Kiwi, sondern sie fungiert seit einigen Jahren auch als begehrtes kleines Hotel, als Insektenhotel. Diverse unterschiedliche Modelle von Häusern haben dort im Laufe der Zeit ihren Platz gefunden.

Xaver rauschte wutentbrannt einst auch durch unseren Garten

Nach einem Sturm vor nicht ganz zwei Jahren, wenn ich mich recht erinnere, war es Xaver, hatte ein Nistkasten einen kleinen Betriebsunfall. Er war von seinem Platz in luftiger Höhe von dem windigen Gesellen gnadenlos auf die Erde geschmettert worden. Zum Glück war es mitten im Winter und es war nicht gerade Brutsaison in der Vogelwelt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Vogelvilla mit kleinem Vogelnachwuchs besetzt gewesen wäre. Jedenfalls grübelte ich ob dieses Vorfalls, wo man das kleine Vogelwohnhaus sicherer unterbringen könnte. Irgendwann landete es dann an der so hübsch gestalteten Hotelwand unseres Geräteschuppens.

An der Hotelwand fand sich auch noch ein Plätzchen für die Vogelvilla

An der Hotelwand fand sich auch noch ein Plätzchen für die Vogelvilla

Es war gerade noch ein schöner Platz frei. Normalerweise sollte man meinen, die Vogelvilla würde auch nach ihrer Umsetzung wieder ihrer eigentlichen Bestimmung entsprechend von einer Vogelfamilie genutzt werden. Tatsächlich schauten auch diverse interessierte Federbälle das in wundervoller Wohnlage hängende Häuschen an, blickten hinein, machten Sitzprobe. Wenn man gemein wäre, könnte man sogar sagen, sie würden doch glatt mitten im Schlaraffenland wohnen – überall rundherum Insekten. Vogelherz, was willst Du mehr? Aber irgendwie kam es zu keinem Neubezug durch die kleinen flauschigen Federbälle. Wer weiß, vielleicht überlegten sie auch einfach zu lange und plötzlich, plötzlich war das Haus besetzt. Andere Interessenten waren schneller. Eine königliche Hoheit hatte erkannt, dass hier endlich einmal ein Hotel eröffnet hatte, das auch für eine etwas größere Familie ausreichend Platz bot. So fackelte sie nicht lange, zog ein und begann sich häuslich einzurichten. Ich bemerkte ihren Einzug erst, als die Hoheit bereits eine kleine Familie um sich geschart hatte und am Nistkasten reger Flugverkehr herrschte – Wespenflugverkehr. So hatte ich mir das zwar nicht gedacht, aber okay, sollten sie ihren Nachwuchs großziehen.

Eine spannende Zeit begann

Eine spannende Zeit begann

Eine spannende Zeit begann für mich, denn immer wieder stand ich vor dem Wespennest und beobachtete den Fortgang der Bauarbeiten. Inzwischen ist das Einflugloch des Nistkastens fast ganz zugebaut. Eine Wächterin sitzt meistens am Eingang und beobachtet das Geschehen rund um das Wespenzuhause. Wir kommen gut miteinander aus. Nur, wenn ich den Rasen unmittelbar unterhalb ihres Nestes mähe, dann werden sie unruhig, verlassen ihr Nest und suchen nach dem Störenfried. Wahrscheinlich vibriert der Boden durch den Motor des Rasenmähers und somit auch der Schuppen mit dem daran hängenden Nistkasten der Wespen. Natürlich habe ich den Rasenmäher sofort ausgeschaltet, entfernte mich vorsichtig etwas vom Nest und schon war wieder alles in Ordnung. Die Wespen gingen wieder ihrem Tagesgeschäft nach und ich wusste, dass der Rasen unterhalb des Nestes erst einmal eine Wiese werden darf – sehr zur Freude der Katzen, die nun ihre eigene Ecke mit Katzengras haben.
Nun bin ich gespannt, wann unsere Sommergäste ihr Domizil verlassen. Nach ihrem Auszug können wir sicher ihren kunstvollen Papierbau noch etwas genauer betrachten. Aber erst einmal ist dort noch reger Betrieb, den ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. nixe sagt:

    Guten Morgen liebe Silberdistel 😉
    Wem du so alles ein Plätzchen zum Niederlassen anbietest…toll!
    Ja..bald beginnt auch wieder die „lästige“ Wespenzeit. Man kann sie auch dressieren, las ich.
    Sie lieben Weintrauben, und wenn man nicht beim Kuchenessen gestört werden will sollte man einige angeschnittene Weintrauben entfernt platzieren..das hält sie fern.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich dir.
    Deine Nixe

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    • Silberdistel sagt:

      Hallo liebe Nixe, tja, ich bin großzügig, oder? 😀 Mit einer solchen Einnistung hatte ich zwar nicht gerechnet, aber nun sind sie da. Was soll’s? Wie ich gelesen habe, ist diese Wespenart nicht von der bösartigen Sorte. Sie wird uns also nicht unseren Kuchen streitig machen. Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe sollen wohl die sein, die im Herbst so gern vom Kuchen naschen und uns die Weintrauben streitig machen. Zu dieser Art gehören unsere Hotelgäste wohl aber nicht. Warten wir es also ab.
      Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende 🙂

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  2. kowkla123 sagt:

    ich liebe deine schönen Naturberichte in Bild und Text, pass auf, es wird heute heiß, Klaus

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  3. minibares sagt:

    Wow, was für gute Aufnahmen von den Wespen.
    Wenn die Zeit gekommen ist, bitte nicht das Nest mit Feuer ausräuchern, denn damit sind schon etliche Häuser abgebrannt.
    deine Bärbel

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  4. Gudrun sagt:

    Ich finde das toll, liebe Silberdistel, dass die Wespen bei dir wohnen dürfen. Wir hatten jetzt hier mit Minierfliegen zu kämpfen. Die legen ihre Brut in die Blätter der Pflanze und man sieht, wie sie Gänge durch das Blatt graben. Dass die Fliegen so umgehen, liegt daran, dass ihre natürlichen Feinde fehlen, die Wespen.
    Feine Fotos zeigst du wieder und so, wie du das Treiben an der Schuppenwand beschreibst, merkt man, wie sehr du die Natur liebst. Mit allem, was sie so hervorbringt.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist oft gar nicht bekannt, dass Wespen auch zu den nützlichen Insekten gehören. Wenn man sie nicht direkt stört, dann hat man von dieser Art, die bei uns wohnt, auch nichts zu befürchten. Die kleinen Giftnudeln sind die Gemeine und die Deutsche Wespe. Ich habe mich vor einigen Jahren schon einmal belesen, als ich in einem Sommer an meinem Arbeitszimmerfenster in meiner Bibliothek ein Wespennest beobachten konnte.
      Liebe Grüße von der Silberdistel und herzlichen Dank für Deinen Kommentar, liebe Gudrun

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  5. Das ist ja eine 5-Sterne-deluxe-Hotelanlage, liebe Silberdistel, wow, wie nobel … 😉

    Dass sich die größeren Flugwesen den kleinen gegenüber solidarisch zeigen und ihnen mal das Feld .. bzw. das Häuschen überlassen, ist allerdings erstaunlich, und hab ich so noch nie gesehen.

    Danke für diese überaus interessante und wunderschöne Dokumentation, liebe Silberdistel.

    Ja, auch das ist Sommer … lauter wundbare Geschichten, wie schön!!! 🙂

    Ein schönes Wochenende voller interessanter Beobachtungen
    wünscht Frau Morgen (der Tau ist mir leider abhanden gekommen) 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Hallo, liebe Frau Morgen, ja offensichtlich haben die Gäste im gestreiften Outfit den Luxus unserer Hotelanlage erkannt. Vor allem handelt es sich ja um kostenlosen Luxus – dumm, wer da nicht zuschlägt 😉
      Ich habe allerdings auch das erste Mal jetzt so etwas in natura gesehen. Gelesen hatte ich schon öfter darüber, dass vor allem auch Hornissen gern Vogelnistkästen beziehen. In einem meiner Bücher ist ein Foto, das zeigt, dass Hornissen sogar einen Anbau an den Nistkasten gesetzt haben, weil er für den vielen Nachwuchs am Ende offensichtlich zu klein war.
      Liebe Grüße an Dich und ein bisschen *daumendrück*, dass Du bald wieder wenigstens zu einem winzigen Tautröpfchen kommst. Hier hat es heute kräftig geregnet und die Natur hat das belebende Nass dankbar angenommen

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  6. Sternenstaub bin ich, liebe Silberdistel, die Frau Morgentau-Waldameise. Musste mich jetzt bei WP anmelden, da einige Bloggerin dorthin wechselte. Hab es nicht beachtet, sonst hätte ich es dir gleich dazu geschrieben.

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    • Silberdistel sagt:

      Wer könnte es auch anders sein, liebe Frau Waldameise Morgentau 😀 Bei so einem hübschen Namen wie Sternenstaub liegt es fast auf der Hand, dass nur Du es sein konntest 😉
      Trotzdem ein Dankeschön für die Aufklärung ❤ und liebe Sonntagabendgrüße an Dich

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  7. Frau Spätlese sagt:

    Oh – bei Wespen wäre ich nicht so entspannt. Wir haben uns hier auf Hummeln spezialisiert. LG Frau Spätlese

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    • Silberdistel sagt:

      Hummeln haben sich einen der Lüftungsschlitze an unserem Haus für ein Zuhause ausgesucht. Du siehst also, wir sind völlig umzingelt von allem, was summt und brummt und fliegt und zwitschert 😀
      Auch Wespen sollen gutartige und nützliche Insekten sein, auch wenn viele glauben, sie sind ein lästiges und hinterhältiges Volk. Nur zwei Arten unter ihnen zählt man zu den weniger angenehmen – die Gemeine und die Deutsche Wespe. Das sind auch die, die uns im Herbst schon lästig werden, wenn nur reiner Kaffeeduft durch die Luft schwebt. Ich vertraue jetzt einfach mal auf unser liebes Wespenvolk 😉
      LG auch an Dich

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  8. kowkla123 sagt:

    liebe Silberdistel, wünsche einen superschönen Sonntag, Klaus

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  9. Frau Hummel sagt:

    Eure Schuppenwand sieht sehr einladend aus 🙂 . Aber da fehlt ja noch ein Hummelhotel *lach*. Wir hatten auch ein riesiges Wespennest im Balkonboden. Da war ein ständiges Kommen und Gehen aber gestochen worden sind wir nicht. Sie reagierten allerdings allergisch auf Licht. Wenn morgens unsere Terrassenbeleuchtung anging, summten hunderte dieser wehrhaften Insekten um unseren Terrasseneingang herum. Dann waren wir auch sehr vorsichtig und benutzten einen anderen Eingang. Vielleicht bin ich aber auch selber schuld an dieser Reaktion? Weil ich neugierig war, habe ich öfters spät abends mit der Taschenlampe den Wespenstaat ausspioniert. Ich meinte, dann würde ich sie nicht stören 🙄 . Aber es saßen immer ein oder zwei Wächter vor dem Einflugsritz. Vielleicht habe ich sie mit dem Lichtstrahl der Taschenlampe geärgert? Sie blieben aber immer ganz ruhig, wenn ich schaute. Komisch, ich werde es wohl nie erfahren ob ich schuld an ihrer Lichthysterie war. Deine Bilder sind toll 🙂 .

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    • Silberdistel sagt:

      Ein Hummelhotel haben wir natürlich auch 😀 Das Hummelhotel ist direkt am Haus 😀 Unsere Klinkerwand hat an einigen Stellen Lüftungsschlitze. In einen davon fliegen Hummeln, meiner Meinung nach sind es Baumhummeln, ein und aus. Du siehst also, liebes Hummelchen, auch an Deine Art ist hier bei uns gedacht 😉
      Also unsere Wespen lassen sich durch mich auch nicht stören. Ich stand beim Fotografieren nicht einmal einen Meter entfernt. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht gerade in ihre Einflugschneise stellt. Ansonsten fanden sie das Rasenmähen direkt unter dem Nistkasten wohl störend, denn da kamen doch etliche aus dem Nest und summten davor herum. Aber ich denke, daran waren die Bodenvibrationen, die der Rasenmäher verursachte, schuld.
      Tja, ob Du Deine Wespen mit dem Licht gestört hast? Möglich wäre es durchaus. Hast Du schon mal Google befragt?
      Danke für Deinen so ausführlichen Kommentar und liebe Grüße an Dich

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  10. […] Weise ein Bleiberecht erkämpft. Es war dann auch den ganzen Sommer über viel Betrieb in unserem Insektenhotel XXL – ich berichtete hier über den Baufortschritt. Die in unseren Breiten heimischen Wespen […]

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