… am rauschenden Bach, klipp, klapp …

01-Mühlbach

Ja, einen kleinen rauschenden Bach, wie in dem bekannten alten Kinderlied, gab es tatsächlich auch, einen Bach, der das Mühlrad einer Mühle in Schwung versetzte, das Mühlrad einer alten Getreidemühle. Ob allerdings bei den Mühlrädern etwas klapperte? Ich würde sagen, da klapperte nichts, da plätscherte nur das Wasser lustig und angenehm glitzernd über die hölzernen Schaufelräder. Naja, vielleicht hat sich der Schulmeister Ernst Anschütz, als ihm dieser Liedtext in den Sinn kam, doch ein wenig künstlerische Freiheit gegönnt oder „seine“ Mühle klapperte tatsächlich irgendwo. Also hier, würde ich sagen, bei „unserer“ Mühle, klapperte nichts. Vielleicht jedoch lag es auch daran, dass nicht mehr das ganze geräderte Mühlenkraftwerk in Aktion war oder aber das seichte Wasserrauschen übertönte ganz einfach das Mühlenklappern.

02-Mühle Unterschlauersbach

Getreidemühle – Baujahr 1576

Ursprünglich stand diese uralte Schönheit einmal in Unterschlauersbach, das derweil zur Gemeinde Großhabersdorf im heutigen Landkreis Fürth gehört. Ist es nicht lustig – „Unterschlauersbach“ und „Großhabersdorf“? Da möchte man doch am liebsten noch weiter nachforschen, wie diese Orte einst zu diesen kuriosen Namen kamen, oder? Aber vielleicht würde das hier dann doch zu weit führen, bleiben wir also bei der hübschen Getreidemühle an sich. Sie steht nämlich heute im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim und lässt immer noch die Mühlräder klappern – zumindest das eine oder andere für den Museumsbesucher – zur Anschauung.

02-Bauernaus von 1367

Eines der ältesten noch erhaltenen Bauernhäuser – Baujahr 1367

Doch bevor wir bei unserem Urlaubsausflug ins Fränkische Freilandmuseum im letzten August, ich hatte ja am vergangenen Montag eine Fortsetzung versprochen, das rauschende Bächlein und die klappernden Mühlräder entdeckten, bestaunten wir noch zwei besonders interessante Bauten des Museums und zwar eines der ältesten in Europa noch erhaltenen Bauernhäuser überhaupt und ein Bauernhaus, das der spätmittelalterlichen Bautradition zuzuordnen ist. Ersteres stammt aus dem Jahre 1367 und stand ursprünglich in Höfstetten (Landkreis Ansbach, Stadt Heilsbronn) …

03-Schwedenhaus von 1554

Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1554

… und Letzteres, als „Schwedenhaus“ bezeichnet, ist ein Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1554, das aus Almoshof (Stadt Nürnberg) ins Freilandmuseum umziehen durfte und so zum Glück der Nachwelt nicht verlorenging.

04-Schwedenhaus

Fenster des sogenannten „Schwedenhauses“

Ganz besonders gefielen mir beim Schwedenhaus die hübsch gestalteten Fenster.

Unterwegs von den uralten Bauernhäusern zu dem schicken Mühlengebäude gab es wieder viel Natur zu erleben und nicht zum ersten Mal staunten wir über die ungeheure Weite des Bad Windsheimer Freilandmuseums. Aber so  hatte man zwischen den einzelnen Gebäudekomplexen des Museums immer wieder Zeit, das eben Gesehene erst einmal auf sich wirken zu lassen, bevor man in die Geschichte des nächsten Hauses und seiner Bewohner abtauchte.

Mühle und hinten rechts Stadel aus dem Jahre 1680

Mühle und hinten rechts Stadel aus dem Jahre 1680

… und dann lag sie vor uns, die Getreidemühle aus Unterschlauersbach. Erbaut wurde sie 1576. Im Jahre 1601 erfuhr der Bau sogar noch eine Erweiterung.

Ich finde es immer wieder interessant, das Innere einer Mühle anzuschauen, das gewaltige Räderwerk, das letztendlich die Wasserkräfte auf die Mühlsteine überträgt und das Mahlen des Getreides überhaupt erst möglich machte. Welch imposantes Bauwerk doch so eine Mühle ist, egal, ob sie mit Wind- oder Wasserkraft angetrieben wird.

Während mein Herr Silberdistel und unsere zwei Begleiter, wir waren mit lieber Verwandtschaft unterwegs, von einer Bank vor dem Mühlengebäude aus einem umherspazierenden Pfau zuschauten, …

… konnte ich es natürlich nicht sein lassen, mir auch noch die riesigen wasserangetrieben Mühlräder auf der Rückseite der Mühle anzuschauen.

Dabei entdeckte ich in dem den Mühlenbach speisenden Teich mehrere Stockenten bei einer fröhlichen Tauchrunde. Nicht nur die Enten hatten ihren Spaß, auch mir gefiel dieser Badespaß außerordentlich gut und er soll hier heute auch den Schlusspunkt setzen. Wem aber unser Museumsausflug in Franken gefallen hat, der darf sich noch auf eine weitere Fortsetzung freuen. Bis dahin aber erst einmal viel Vergnügen  zwischen den uralten Bauernhäusern, in der hübschen alten Getreidemühle, mit dem stolzen Pfau und den fröhlich plantschenden Enten.

Zum Schluss noch ein Tipp für diejenigen, die es noch nicht oder nicht wissen, ein Klick auf die Bilder in den Collagen lässt die Fotos ein wenig größer und in einer Diaschau erscheinen.

Kommentare
  1. Arabella sagt:

    Das ist ein sehr schöner Artikel, der wirklich Lust auf den Sommer macht.
    Ich habe die Bilder sehr genossen.
    Liebe Grüße

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön, liebe Arabella 🙂 Ein Weilchen werden wir uns mit unseren Sommerwünschen wohl noch gedulden müssen. Aber wenn man derweil auf den letzten Sommer per Foto zurückgreifen kann, dann ist das ja so schlecht auch nicht, oder?
      Liebe Grüße auch an Dich und hab einen schönen Abend 🙂

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  2. Dina sagt:

    Ein ganz wunderbarer Artikel, so toll bebildert!
    Ein schönes Wochenende von uns Vier,
    Dina

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  3. Dina sagt:

    So süß. 🙂

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  4. kowkla123 sagt:

    ich warte auf den Sommer und dann nichts wie hin, super Wochenende wünsche ich, Klaus

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  5. einfachtilda sagt:

    Toller Beitrag, herrliche Bilder.
    Wir haben ein Mühlenmuseum in unserer Nähe, da war ich ein paar mal, immer wieder schön.

    LG Mathilda ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön, Mathilda 🙂
      Mühlen in jeder Form haben es mir angetan. Hier im kühlen Norden gibt es ja eher die Windmühlen, aber auch die mit Wasserkraft betriebenen Mühlen haben ihren Reiz. „Dein“ Mühlenmuseum müssen wir uns wohl irgendwann auch noch einmal anschauen. Ich erinnere mich, Du hattest da irgendwann einmal eine tolle Bilderserie.
      Liebe Grüße auch an Dich ❤

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  6. katerchen sagt:

    hier im Dorf steht auch eine Mühle..aber NUR durch den Wind wird sie angetrieben,und sie arbeitet auch noch 😀
    Eine Wassermühle war hier auch,leider ist sie vor 2 Jahren abgebrannt..
    Schön wenn solche Schätze im Freilichmuseum erhalten werden
    DANKE liebe Silberdistel für den BEBILDERTEN Rundgang.
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Hier bei uns in der Nähe gibt es auch mehrere Mühlen, aber auch die für den Norden wohl üblicheren Windmühlen. Ich finde es immer schade, wenn solche alten Zeitzeugen verfallen oder gar wie bei Euch abbrennen. Das ist sooo schade darum. Da ist es echt eine schöne Sache, wenn die Mühlen dort, wo sie nicht mehr gebraucht und auch nicht mehr erhalten werden können, ein neues Zuhause in so einem Freilandmuseum bekommen.
      Es freut mich, dass Dir mein Rundgang gefallen hat, liebes Katerchen 🙂
      Liebe Grüße zurück und ein schönes Wochenende für Dich und den Paulimann

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  7. Ich. Will. Sommer. 😀
    Toller Bericht, besonders die Entenbilder haben es mir angetan. 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Dankeschön 🙂 Das freut mich sehr, dass Du Spaß an meinem Bericht und den Bildern hattest. Den Enten hätte ich stundenlang zuschauen können. Das war ein spaßiges Völkchen 😀
      Ja, ich könnte auch schon glatt Sommer gebrauchen 😉
      Liebe Grüße an Dich

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  8. nixe sagt:

    Sehr unterhaltsam dein Beitrag, liebe Silberdistel.
    Mühlen schau ich mir auch gern von innen an. Die letzte sah ich in Schwerin…..sehr schön.
    Danke für die Sommerbilder…das lenkt vom Dauergrau bestens ab.
    Grüßle und einen schönen Abend wünsch ich dir.

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, liebe Nixe 🙂 Ich bin ein richtiger Mühlenfan – nur diese großen neuen Windräder mag ich nicht 😦
      Ja, der Sommer musste jetzt mal her und das Grau ein wenig verscheuchen 😉
      Liebe Grüße und auch Dir einen schönen Abend

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  9. annapos sagt:

    Díváme se rádi do minulosti, jako na obraz života, který je pryč. Často si myslím, že rychost jakou se tradiční způsob života ztrácí, je zbytečná a návrat ke kořenům, je nutný.

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  10. minibares sagt:

    Ein wundervolle Bericht über die Mühle, die uralten Bauernhäuser
    Die Mehlsäcke herrlich.
    Der Pfau hat sich nicht einer schönen Pfauin zeigen wollen, dass du sein Rad festhalten konntest?
    Schade.
    Aber die Enten, so vielbeschäftig, toll aufgenommen.
    deine Bärbel

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für den lieben Kommentar, liebe Bärbel. Nein, der Pfau war leider allein und gerade nicht in Stimmung, ein Rad zu schlagen 😉
      Dafür waren die Enten umso mehr in Aktion. Sie tauchten so heftig, dass immer wieder große Wasserfontänen durch die Gegend spritzten. Ich stand da eine ganze Weile und konnte mich gar nicht so recht trennen.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für Dich

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  11. Morgentau sagt:

    Und weiter gehts … gottseidank!!! Wie freu ich mich über diesen wunderschönen Eintrag, liebe Silberdistel. Hach, da kann einem ja nur das Herz aufgehen. Danke dafür, du Liebe.

    Ich wünsch dir ein traumhaftes Wochenende voller Erinnerungen und Vorfreude … 😉

    mit lieben Grüßen
    von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für Deine lieben Worte, liebe Frau Morgentau. Dieser Tagesausflug ins Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim hat uns schon im letzten Sommer viel Spaß gemacht. Jetzt kam die Begeisterung für all die schönen Dinge, die wir dort gesehen und erlebt haben, für mich natürlich noch einmal zurück, als ich den Beitrag vorbereitet und die zahlreichen Bilder noch einmal angeschaut habe. Es war ein sehr interessanter Tag, an dem wir viel Neues gelernt haben, der uns aber auch die schöne Natur ringsum sehr genießen ließ.
      Liebe Grüße an Dich und auch Dir ein wunderschönes Wochenende

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  12. giselzitrone sagt:

    Einen schönen Samstag liebe Silberdistel,ein schöner Beitrag und Fotos war damals eine schwere Arbeit bei und in Köln schneit es heute wollte noch mal Krokuse und Schneeglöckchen Fotografieren weil viele nicht glauben das sie hier schon blühen,aber der Schnee bleibt ja nicht lange liegen.Wünsche dir ein gutes Wochenende liebe Grüße Gislinde

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, damals war noch schwere körperliche Arbeit angesagt. Dank der modernen Technik haben wir es doch heute ein ganzes Ende leichter. Auf viele Dinge mag man ganz einfach heute auch gar nicht mehr verzichten. Ich denke, es ist schon wichtig, dass man sich ab und zu einmal vor Augen führt, wie gut wir es doch heute eigentlich haben. Vieles ist uns manchmal ganz einfach schon zu selbstverständlich geworden.
      Hier soll es heute auch noch Schnee geben. Ich bin gespannt. Bei uns sind Schneeglöckchen und Krokusse aber noch nicht ganz so weit wie bei Euch. Hier schaut von ihnen bisher nur ein wenig vom Grün aus der Erde.
      Liebe Grüße und auch Dir ein gutes Wochenende

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  13. kowkla123 sagt:

    Liebe Silberdistel, beste Grüße, Klaus

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  14. Ein sehr schöner Ausflug mit sehr sehens- und wissenswerten Details! Vielen Dank, liebe Silberdistel. Du weißt ja, dass du mir mit Mühlen(fotos) immer eine besondere Freude bereitest.

    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Es freut mich, dass Dir der Ausflug gefallen hat, liebe Michèle. Ja, ich weiß, dass auch Dich Mühlen ganz besonders interessieren. Ich habe auch die Mühlenbesuche mit und bei Dir sehr genossen 🙂
      Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche

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