Die“Blaue Serie“ – Teil 38 – Gold an der See – ein Herbstspaziergang

Veröffentlicht: 17. November 2014 in Fotos, Geschichten, Natur, Pflanzen, Reisen, Unterhaltendes
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Wieder einmal war ich in Wismar – Anfang der vorigen Woche. Als ich von zuhause losfuhr, lag ziemlich dichter Nebel über dem Land. Meine Mutter, der mein Besuch gelten sollte, befürchtete schon, ich wäre bei diesem Wetter gar nicht erst aufgebrochen. Aber da ich in den Tag hinein fuhr, war zu hoffen, dass sich der Nebel langsam verflüchtigen würde. Außerdem kann man sich den Gegebenheiten mit seinem eigenen Fahrverhalten durchaus anpassen. Aber Eltern bleiben wahrscheinlich immer Eltern, auch wenn ihr Kind schon ganz schön doll erwachsen ist und so machen sie sich auch noch mit über 90 Jahren um eine Tochter Sorgen, die inzwischen selbst schon Enkelkinder hat. Ich hatte während der Fahrt ständig die Worte im Ohr: “ Kind, fahr nur ja vorsichtig!“ Ich fuhr vorsichtig. Unterwegs tauchte ich immer wieder durch dicke, die Landschaft und somit auch die Straße vor mir verschlingende, Nebelschwaden. Da war also ohnehin Vorsicht geboten. Der Nebel hielt sich vor allem in den etwas tiefer gelegenen Landschaften und dort, wo es feuchte Wiesen gab. In anderen Gegenden, die sich über den Rest der Umgebung ein wenig mehr erhoben – ich will sie vielleicht nicht gerade Berge nennen, schließlich sind wir hier in Mecklenburg, dessen höchste Erhebung nicht über  179 Meter hinauskommt – hatte es die Sonne bereits geschafft, die dicke und undurchsichtige feuchte Luftschicht zu durchdringen. Dann schien mir der helle Sonnenball sogar angenehm warm ins Gesicht. Wenn sich die Nebelschicht jedoch erneut vor die Sonne schob, spürte ich sofort wieder die neblige und feuchte Kälte des Novembers – selbst im warmen und gut geheizten Auto. Eben noch hatte sich Herr November in meinem Garten von einer so überaus freundlichen und farbenfrohen Seite gezeigt. War dieser Elan nun verpufft?
In Wismar selbst sah es dann bei meinem Eintreffen doch etwas freundlicher aus, sodass wir beschlossen, nach dem Mittagessen noch einen kleinen Herbstspaziergang zu unternehmen. Es war bereits gegen 14.30 Uhr, als wir endlich in Richtung Wismarer Seebrücke aufbrachen. Über der Ostsee lag immer noch eine dichte Dunstschicht, sodass wir uns direkt am Wasser nicht lange aufhielten. Der Park mit seinem bunten Laub bot da schon mehr fürs Auge. Eine angenehme Stille umgab uns hier, nicht einmal das Meer hörte man rauschen. Auch die Schreie der allgegenwärtigen Möwen blieben irgendwo in der undurchsichtigen Luftschicht über dem Wasser hängen. Unser kleiner Herbstspaziergang dauerte zwar nicht lange, trotzdem war er angenehm entspannend und erholsam – vielleicht gerade wegen der wunderbaren Stille, die nur ab und zu durch das leise Rascheln fallender Blätter durchbrochen wurde und einmal durch das Klappern der Stöcke einer kleinen Nordic-Walking-Gruppe, die uns in scharfem Tempo überholte. Sie hatte es eilig, sicher um den Kreislauf ein wenig auf Trab zu bringen. Meine Mutter trauerte sogleich den Zeiten hinterher, als sie auch noch so flott unterwegs war. Dass sie für ihr Alter aber noch enorm gut zu Fuß sei, wie ich ihr versicherte, tröstete sie wenig.
Wie schon so oft habe ich während unseres kleinen Spaziergangs wieder einige  Fotos gemacht – wenige dieses Mal und nichts Spektakuläres. Die Ostsee hatte einfach keine Lust, vor mir mit glitzernden blauen Wellen zu posieren. Ihre Farbe ließ mich später beim Betrachten der Fotos am PC sogar hin- und herschwanken. Sollte dieser Herbstspaziergang überhaupt einen Platz in meiner „Blauen Serie“ finden? Blau war ja hier nun wirklich nichts, höchstens die Farben, die die Sprayer an den tragenden Pfeilern der Seebrücke hinterlassen hatten, ansonsten passte sich die Ostsee mehr der Lieblingsfarbe des Novembers, dem Grau des Nebels, der über der See schwebte, an. Letztendlich siegte das hübsche in Gold getauchte Stückchen Natur nahe der Ostsee dann doch, denn schließlich gehört  es zum Meer dazu. Und das Meer selbst? Nun, es ist eben nicht immer nur blau. Je nach Stimmung und Jahreszeit verändert sich auch seine Farbe und dieses Mal war halt ein dezentes Grau angesagt. Doch die goldenen Farben, in die der Park am Bad Wendorf in Wismar getaucht war, milderten den grauen und besucherunfreundlichen Farbton seiner Nachbarin, der See, und versöhnten uns so mit dem trübsinnigen Gebaren der sonst so blauen salzigen Schönheit. Damit sollte sich auch das an die Ostsee angrenzende Land einmal einen Platz in der „Blauen Serie“ verdient haben. Ab und zu hatte es hier ja ohnehin schon den einen oder anderen kleinen Auftritt. Heute jedoch darf es ausnahmsweise einmal die Hauptrolle übernehmen und uns zeigen, dass man am Meer auch Gold entdecken kann.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. arabella50 sagt:

    Ich mag dezentes grau und deine Fotos sehr.
    Liebe Grüße zu dir 🙂

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  2. Frau Hummel sagt:

    Deine Bilder erinnern mich an ein buntes Bonbonglas 😉 🙂

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  3. Frau Hummel sagt:

    Ich finde Deine Bilder äußerst farbenfroh, zumindest die auf denen Laub zu sehen ist ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Ganz herzlichen Dank für die Blu… Bonbons 😀 Ich fand den Park so im Herbstkleid auch sehr hübsch. Ich hätte dort durchaus noch länger ausgehalten, aber da es jetzt schon keinen Spaß mehr macht, lange auf Bänken zu sitzen, war das leider nicht möglich. Dennoch war es ein sehr schöner kleiner Ausflug.
      LG an Dich ♥

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  4. kowkla123 sagt:

    Wismar kenne ich sehr gut, die Umgebung ehrlich gesagt weniger, vielen Dank für die Eindrücke, super Woche wünsche ich, Klaus

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  5. Morgentau sagt:

    Ach, weißt du, liebe Silberdistel,

    ich denke, das „Blau“ steht allgemein für Wasser. So gesehen, passt auch dein heutiger Eintrag wieder ganz wundervoll zu deiner Serie. Ich wohne ja an der sogenannten blauen Donau, aber du ahnst es sicher schon, blau gefärbt sah ich sie noch niemals.

    Jedenfalls hat so ein Tag ja auch seine Reize. Wenn man dann noch im „Seeblick“ einkehren kann, ist doch die Welt in Ordnung, gell? Herrlich finde ich auch die Blätterteppiche …

    Danke für deine lieben Kommentare bei mir und den Filmtipp. „Der Duft von Lavendel“ ist mir zwar bekannt, aber gesehen hab ich den Film noch nicht. Danke, liebe Silberdistel, das ist nun vorgemerkt.

    Ich wünsch dir noch einen gemütlichen Nachmittag und Abend
    mit lieben Grüßen,
    Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für Deinen lieben Kommentar, liebe Frau Morgentau. Ja, so ist es, das „Blau“ steht für Wasser, nur dieses Mal ist ja auch davon recht wenig zu sehen 😉
      Diese Blätterteppiche faszinieren mich auch jedes Mal wieder neu. Da überkommt es mich immer wie in Kindertagen. Da möchte ich gern durchs Laub rascheln. Aber wenn das zwei doch ziemlich erwachsene Frauen tun … Nun ja, wir haben’s gelassen 😀

      Ich habe den „Duft von Lavendel“ einmal rein zufällig gefunden – auf der Suche nach einem Buch. Weil mir der Titel so gut gefiel, musste ich die DVD auch gleich kaufen. Ich bin nicht enttäuscht worden.

      Liebe Grüße auch an Dich und auch Dir einen schönen Nachmittag und Abend

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  6. ann53 sagt:

    So schöne Bilder, teils auch herrlich goldfarben und wieder sehr schön erzählt liebe Silberdistel!
    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche wünsche ich dir von Herzen ❤

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    • Silberdistel sagt:

      In dem Park war wirklich sehr viel Goldfarbenes. So mag ich den Herbst. In diesem Jahr haben wir erstaunlich lange das Laub an den Bäumen. Erst jetzt in den letzten Tagen rieselt es vermehrt auf die Erde. Im Wald sehen diese goldenen Teppiche einfach fantastisch aus 🙂
      Danke für Deinen lieben Kommentar, auch Dir eine schöne neue Woche und ganz liebe Grüße an Dich ❤

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  7. annapos sagt:

    Goldene Blätter ersetzt die Sonne für eine lange Zeit, die sonne habe es nicht gesehen, und ich lebe in den Bergen. Ich habe Angst um unsere Kinder und Enkel, den Nebel „, Ich mache Sorgen ?

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  8. minibares sagt:

    Nebelfotos haben was mystische.
    Und deine Fotos sind ne Wucht, liebe Silberdistel.
    deine Bärbel

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  9. kowkla123 sagt:

    Liebe Silberdistel, bin schon wieder da, danke für deinen Besuch, beste Grüße, Klaus

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  10. Ja, es hat sich sehr gelohnt Silberdistel, deine tollen mystischen Bilder passen in die BLAUE sehr gut.
    PS: Ich weiss gar nicht, warum die Bilder immer nur mit „Sonne und blauem Himmel“ daherkommen sollen. Das Leben lebt sich auch nicht nur in BLAU, sondern manchmal auch in GRAU.
    Liebe Grüsse Ernst

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, sicher lebt sich das Leben nicht nur in Blau, auch das Grau gehört mit dazu. Aber Sonne und blauer Himmel lassen uns halt doch mehr Energie auftanken als ein grauer und dunkler Tag 😉
      Danke für Deine Worte und liebe Grüße in den frühlingshaften Süden 😉

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  11. Ruthie sagt:

    Scho schee. Sehr sogar!

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  12. katerchen sagt:

    wenig BLAU aber wunderschöne Herbstfarben (Blätter)die auch am Wasser liegen .D
    LG vom katerchen der sich auch über diese wundervollen Bilder gefreut hat.

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