Wie ich hier bereits am vergangenen Mittwoch berichtet hatte, waren wir Silberdistels am letzten Oktober-Wochenende auf der Insel Rügen. Zu Beginn unseres Rügener Herbstausflugs ging es über einen Baumwipfelpfad durch den Wald der Prora und schließlich hoch in einen Riesenadlerhorst, einen 40 Meter hohen hölzernen Aussichtsturm, von dem aus wir nicht nur auf die Baumwipfel um uns schauen konnten, sondern auch auf die herrliche Boddenlandschaft vor uns. Nach diesem Höhenflug landeten wir nach einem leckeren Mittagessen in der „Kleinen Försterei“ in Hagen endlich auf dem golden beblätterten Waldboden des Nationalparks Jasmund, dem für mich eigentlichen Ziel unseres Ausflugs auf die Insel Rügen. Der Herbst ist nicht nur die Zeit der Laubfärbung und des Blätterfalls, er ist nicht nur  eine Zeit des Abschieds, des Abschieds von vielen unserer gefiederten Freunde oder des Abschieds von der blühenden Natur, er ist auch eine Zeit des Neubeginns, eine Zeit wilder Kämpfe im Tierreich, eine Zeit, in der der Stärkste den Grundstein für neues Leben legen darf.  Wir Silberdistels und einige andere mehr wollten erleben, wie dieser Grundstein bei den Tieren des Waldes gelegt wird, speziell beim Damwild. Ein geführter Streifzug durch die herrlichen Buchenwälder des Rügener Naturschutzgebietes sollte uns zu einem der bevorzugten Brunftplätze des Damwildes führen – eine spannende und aufregende Unternehmung. Natürlich musste es bei diesem Ausflug so leise, wie nur irgend möglich, zugehen, um das Wild nicht vorzeitig aufzuschrecken und zu vertreiben. Ganz geräuschlos ging es natürlich trotzdem nicht. Der Waldboden war fast völlig mit dem knisternden und raschelnden goldenen Laub seiner Buchen bedeckt. Er machte es uns also gar nicht so leicht, möglichst lautlos bis zum Brunftplatz zu kommen. Aber dennoch, trotz des sanften Laubgeraschels, das jeder unserer Schritte verursachte, hörten wir bald, erst leise, dann immer deutlicher, das Damwild miteinander „sprechen“. Schon diese Geräusche allein ließen unsere Augen leuchten. Die letzten Meter ging es nur äußerst vorsichtig voran – nur ja nicht auf einen Zweig treten, der uns mit seinem Knacken verraten und das Wild vertreiben könnte. Immer wieder suchten wir hinter Bäumen Deckung, schauten noch vorsichtiger als vorsichtig dahinter hervor, schlichen zum nächsten Baum, lauschten erneut, um uns anhand der Laute über den Standort des Damwildes zu vergewissern … bis … ja, bis sich plötzlich zwischen den Bäumen unterhalb eines Hanges, an dem wir standen, etwas bewegte … Tatsächlich, dort stand ein Stück Damwild. Schnell brachte ich meine Kamera in Anschlag, machte ein Foto, ein zweites, dann verschwand mein Fotomodell hinter den Bäumen. Wahrscheinlich hatte es uns doch ausgemacht und zog sich nun sicherheitshalber in die Tiefen des Waldes zurück. Doch wenig späterer hörten wir noch aus einer anderen Richtung die aufgeregten und kämpferischen „Diskussionen“ der Damwildhirsche. Zwei eifrige Mädchen hatten tatsächlich an anderer Stelle noch eine Bewegung zwischen den Bäumen ausgemacht. Ich schlich mich zu den beiden Kindern und entdeckte dann ebenfalls erneut Damwild vor mir. Wieder gelangen mir einige Fotos – bis auch diese beiden durch den Wald davonzogen. Von den begehrten Herren mit ihrem hübschen Kopfschmuck war allerdings nichts zu entdecken – nur ihre Schreie und ihr Schnauben hallten immer wieder durch den Wald. Aber selbst das allein wäre diesen Ausflug durch Rügens Wälder schon wert gewesen. Sollte ich zwischen dem Wipfelpfad mit seinem Adlerhorst und dem Streifzug zum Damwild der Insel wählen, würde ganz sicher der Waldspaziergang zum Damwild den Sieg davontragen, egal, ob dabei ein Foto abfallen würde oder nicht.

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    es hat geklappt 😀 super liebe Silberdistel
    im letzten Jahr kurz nach den 2. Orkan haben wir welche in Sehestedt im Forst gesehen
    LG zum Wochenstart vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Wir waren auch ganz begeistert, liebes Katerchen, dass wir überhaupt welche gesehen haben. Das ist mir direkt im Wald bisher eher selten passiert. Aber es war ja in diesem Falle auch ein geführter Ausflug. Wenn man weiß, wo man sie finden kann, dann sieht es schon ganz anders aus.
      Liebe Grüße auch zu Dir und eine schöne neue Woche

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  2. arabella50 sagt:

    Wie immer bei dir: wunderschöne Bilder.
    Danke

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  3. Charis{ma} sagt:

    Sehr schöne Herbst-Wald-Fotos, in der Tat …
    Beim gestrigen Spaziergang im Taunus habe ich seit langer Zeit mal wieder einen echten Feldhasen gesehen. Mit den langen Ohren und den fantastischen Sprungbeinen war er sehr schnell, hatte die digicam aber ohnehin nicht dabei 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ich habe vor einigen Jahren fast mitten in der Stadt Hasen gesehen. Sie wohnten in der Nähe eines Krankenhauses und schienen sich dort sehr wohlzufühlen.
      Das ist natürlich immer schade, wenn man in rechten Moment keine Kamera dabei hat. Aber vielleicht schaut man sich das ganze Szenario dann dafür etwas intensiver an 😉

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  4. gageier sagt:

    Liebe Silberdistel einen schönen Start in die neue Woche super Fotos sehr schön das wünscht dir Klaus

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  5. kowkla123 sagt:

    Jasmund, da waren wir auch, eine gute Woche, Klaus

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  6. giselzitrone sagt:

    Einen schönen Montag wünsche ich dir hast du ja gut erwischt, schöner Herbstwald ich hatte bisher noch kein Glück.Wünsche dir eine gute neue Woche lieber Gruß von mir Gislinde

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  7. nixe sagt:

    Immerhin hast du sehr schöne Fotos mitgebracht und mit einer Dame darauf …die Herren Damhirsche sind halt schüchterner.
    Jasmund…..das ist auch einPark, den ich noch heimsuchen möchte. Danke fürs Mitnehmen, liebe Silberdistel.
    Liebe Grüße

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    • Silberdistel sagt:

      Ich war schon glücklich, dass wir überhaupt Damwild gesehen haben und dass ich dann einige der Damen sogar noch als Beweis aufs Bild bekommen habe 😉 😀 Aber immerhin haben wir die Herren in der Ferne gehört. Das war ja dann auch schon etwas 😀
      Für mich stehen jetzt irgendwann noch einmal die Rügener Kreidefelsen auf dem Programm. Die kenne ich nämlich auch noch nicht.
      Liebe Grüße auch an Dich, liebe Nixe

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  8. minibares sagt:

    Deine Erzählung ist mal wieder filmreif, und die Fotos sind ne Wucht.
    Herrlich der Herbstwald, dann das Reh bzw. die Rehe.
    Wunderbar, ich bin begeistert, deine Bärbel

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    • Silberdistel sagt:

      Oh, danke, liebe Bärbel 🙂 So ein fast reiner Buchenwald hat schon einen ganz besonderen Charme. Es hat uns dort sehr gefallen, nicht nur wegen der Fotopirsch. Das war schon ein sehr schöner Ausflug in ein herrliches Stückchen Natur.
      Liebe Grüße an Dich und eine schöne neue Woche

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  9. Morgentau sagt:

    Ein kleiner Abendgruß für dich, meine liebe Silberdistel. Ich hab dich nicht vergessen, niemals nicht. Aber für einen gebührenden Kommentar muss ich noch einmal wiederkommen. Da ist so eine komische Luftblase in meinem Hirn, die muss erst entweichen …

    Bis ganz bald,
    Frau Morgentau

    Und falls die liebe Frau Hummel bei dir vorbeischwirren sollte, dann grüß sie doch bitte auch mal ganz lieb von mir. Dankeschön!

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für den Abendgruß, liebe Frau Morgentau. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Du trotzdem vorbeikommst, obwohl der Kopf leer ist. Mein Kopf hat mitunter auch solche Anwandlungen. Dann muss ich ihm einfach einmal eine Pause gönnen. Meistens ist er mir dafür recht dankbar und füllt sich bald wieder mit vielerlei interessanten Gedanken. Lass Dir also Zeit 🙂
      Ich bin sicher, Frau Hummel liest Deine lieben Grüße hier ganz bestimmt. Aber ich richte ihr natürlich trotzdem sehr gern Deinen lieben Gruß aus.
      Ich wünsche Dir einen erholsamen Abend und schicke Dir ganz liebe Grüße

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      • Morgentau sagt:

        Auch hier hab ich nun noch einmal in Ruhe lesen und deine wunderschönen Fotos genießen können, liebe Silberdistel. Das erlebt man wahrlich nicht jeden Tag. Ein Glücksfall, den wir nun ein wenig miterleben können. Wow, sogar Brunftschreie hast du hören können. Toll.

        Danke, dass du die lieben Grüße ausgerichtet hast, das ist sehr lieb.

        Dankeschön und liebe Grüße
        von Frau Morgentaun

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        • Silberdistel sagt:

          Liebe Frau Morgentau, ich hatte da zu Anfang doch meine Zweifel, ob wir wirklich Damwild hören und sehen würden, denn das Wild lebt dort im Nationalpark Jasmund ja völlig frei und nicht eingesperrt, wie es ja oft in diesen Wildparks der Fall ist, wo man dann eher kein Problem hat, relativ dicht heranzukommen. Aber wir hatten in unserem Falle einen erfahrenen Führer an der Seite, der genau wusste, wo die bevorzugten Brunftplätze sind. So haben wir schon lange, bevor wir das Damwild überhaupt sehen konnten, ihre Schreie gehört. Das allein war schon beeindruckend genug. Dass wir dann auch noch Sichtkontakt bekamen, das war schon toll und die Fotos, die ich machen konnte, waren eine schöne Zugabe 🙂

          Die Grüße an Frau Hummel habe ich natürlich sehr gern ausgerichtet. Du hast gelesen, dass sie sich sehr über Deine lieben Zeilen gefreut hat.

          Ganz liebe Grüße auch an Dich und hab einen schönen Mittwoch 🙂

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  10. Frau Hummel sagt:

    Der Ausflug hat mir heute ganz besonders gut gefallen. Ich liebe es, im Wald herum zu streunen. Ich war auch erst einmal auf Rügen und bin grad auf die Idee gekommen, mal wieder dorthin zu fahren. Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass es Dir am Kreidefelsen, unten am Meer sehr gut gefallen würde. Mir hat es vor 20 Jahren, solange ist es schon her, unglaublich viel Spaß gemacht.

    Danke für die lieben Grüße von Frau Morgentau. Sie hat mir eine große Freude gemacht.

    Liebe Grüße aus der Heide schickt Frau Hummel ♥

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  11. kowkla123 sagt:

    ein guter Tag heute für mich, war zur Kontrolle, alles ok, einen guten Tag, Klaus

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  12. annapos sagt:

    Zlatý prach.

    Nebyl to zlatý prach
    co z nebe dolů spad
    snad, byl to modrý pel
    co na květech se skvěl
    a zrcadlo, to vodní
    když hlava se nám zatočí
    plyne si den po dni
    a klame naše oči,
    když nožku jemně smočíš
    rusalky krajem vlají
    tančí a květy pošlapou
    zlatý prach z kapes rozsévají
    nad zemí naší bohatou.

    Krásný pohádkový svět. Anna zdraví…..

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