00-Logo des Klockenhagener Freilichtmuseums auf  dem Eintrittsbon… dann könnte er eventuell in einem Museum landen und vielleicht sogar in Klockenhagen, dem Freilichtmuseum, das wir Silberdistels unlängst besucht haben. Wie ich bereits berichtet habe, waren wir zum diesjährigen Erntedankfest am 21. September dort. Neben dem hübschen kleinen Festumzug gab es natürlich noch viel mehr zu sehen. Einiges kennen  wir bereits von früheren Besuchen in Klockenhagen, anderes war neu für uns. Gut beraten ist frau, wenn sie ihren Museumsbesuch vielleicht ab sofort etwas anders gestaltet als in den Vorjahren. Sie sollte gleich zu Anfang erst einmal einen Gang aufs Töpfchen einplanen, sprich für kleine Mädchen gehen.  Ich, die Silberdistel, suche gewöhnlich eher ungern in der Fremde das bewusste Örtchen auf. Dieses Mal ließ es sich leider nicht vermeiden und das war gut so. Der viele Frühstückstee hatte sich während der Fahrt nach Klockenhagen durch das silberdistelige Innenleben hindurchgearbeitet und rief dringend nach Entsorgung. Zum Glück für mich und den „Earl Grey“ hat das Freilichtmuseum nicht nur irgendwo ein Trockenklo aus Uromas Zeit zu bieten, vor dem ich mich in der Kindheit immer ein klein wenig gefürchtet habe. Nein, für den Gebrauch der Museumsbesucher steht selbstverständlich ein helles, freundliches und sauberes WC zur Verfügung. Wer nun ebenso wie ich gern ein Fremd-WC-Ignorierer ist, der sollte bei einem Besuch in Klockenhagen doch unbedingt über seinen eigenen Schatten springen und hinein ins moderne Museums-WC. Falls er das nicht tut, verpasst er etwas ganz Wundervolles. Ja, wirklich! Nicht lachen jetzt, ja! Reißt Euch zusammen und Schluss mit dem Gekichere! Auch ein WC-Besuch kann uns schöne Momente bescheren. Da ist nichts Lächerliches dran … wirklich nicht. Also, Spaß beiseite, Ernst komm her. Ach, menno, durch diese Rumalberei bin ich jetzt ganz vom Wege … äh … von dem wundervollen WC abgekommen. Also, wer meint, er will unter gar keinen Umständen das Museums-WC besuchen, der würde etwas verpassen.

Nachtgeschirr01
Er würde eine ganz wundervolle und entzückende Sammlung verpassen, eine Sammlung alter und doch so schöner Nachtgeschirre. Ich musste mich sehr beherrschen, um nicht lauthals Ahhhh- und Ohhh-Rufe auszustoßen, so begeisterte mich der Anblick der Henkel- und Stieltöpfchen.

Nachtgeschirr04

Aufgereiht im Toilettenvorraum erfreuen sie den WC-Besucher mit ihrer entzückenden Schönheit, manche schlicht, andere liebevoll bemalt, große, kleine, dicke und schlanke Geschirrchen warten auf ihre Bewunderer. Ich schäme mich, aber ich konnte trotz des Wissens, dass ein Fotoapparat nicht aufs WC gehört, nicht umhin, meine Kamera nach meiner WC-Visite zu zücken und die hübschen kleinen Töpfchen zu fotografieren.

Nachtgeschirr03

Sie schmücken den Fensterbereich des Vorraums zu den Damentoiletten mit ihrer diskreten Schönheit und machen  zumindest das Damen-WC zu einem wunderhübschen intimen Erlebnissraum. Gern hätte ich noch mehr fotografiert, jedes einzelne Ausstellungsstück mit seinen wundervollen Details, aber eine Dame in noch mehr vorangeschrittenem Alter als dem meinigen schaute mich überaus streng an, sodass ich von noch weiteren Töpfchenaufnahmen abließ, ehe die Dame vielleicht die Miliz herbeiholte und ich wegen unsittlichen Verhaltens verhaftet würde. Aber schauen darf man, einfach so – ganz hingerissen und verliebt in diese Geschirrsammlung der etwas anderen Art. Vielleicht kann man ja mit dem Handy etwas diskreter knipsen als mit einer großen Spiegelreflexkamera 😉

Nachtgeschirr02

Also Mädels, wenn Ihr das Museumsdorf in Klockenhagen besucht, nicht vergessen, Ihr MÜSST dort unter allen Umständen und ganz unaufschiebbar dringend zum WC – gleich rechts neben dem Eingangsbereich des Freilichtmuseums – da findet Ihr das herrliche nachttöpfchendekorierte WC 😉  Ob es bei den Jungs auch so schmuck aussieht, konnte mir Herr Silberdistel nicht verraten. Entweder hatte er keinen Blick für diese einstmals unentbehrlichen Schönheiten der Nacht oder aber das Herren-WC fällt in der Gestaltung etwas schlichter aus. Ja, schön ist’s in Klockenhagen. Also, willst Du etwas erleben, schau in Klockenhagen vorbei und vergiss vor allem nicht, das dortige WC zu bestaunen.

Fahrrad als Transportmittel
So, wenn wir dann nun diesen dringenden Gang hinter uns gebracht haben, können wir uns locker und entspannt auf den weiteren Rundgang durch das Dorfmuseum machen, um Katzen zu beobachten, die Abfallkörbe umwerfen, um zu einem leckeren Schmalzbrot zu kommen, oder, um, was wir ja eigentlich wollten, die interessante Sammlung alter Fahrräder anzuschauen, die man neuerdings in Klockenhagen bewundern kann.

Damenfahrrad "Möve" aus dem Jahre 1950 - gebaut in Mühlhausen/Thüringen

Damenfahrrad „Möve“ aus dem Jahre 1950 – gebaut in Mühlhausen/Thüringen

Wir fanden sogar ein altes Möve-Fahrrad. Froh leuchteten da der Silberdistels Augen, denn auf einem solchen Gefährt lernte sie einst die hohe Kunst des Drahteselbändigens. Ach ja *versonnenvorsichhinblick* Lang, lang ist’s her … Aber genug geträumt und zurück in die Gegenwart! Für diejenigen, die sich nicht so für Drahtesel interessieren, gibt es natürlich auch noch andere Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B. die, Stallhasen zu streicheln, Ziegen zu füttern, Kühe zu melken oder einfach nur zu trinken, zu essen und fröhlich zu sein. Jeder, wie er es am liebsten mag.

Was wir Silberdistels bei unserem Rundgang durch das Klockenhagener Freilichtmuseum am Tag des Erntedankfestes außer den hübschen Nachtgeschirren und den sehenswerten Drahteseln noch alles entdeckt haben, das ist in der nachfolgenden Bilderschau zu sehen. Viel Spaß bei unserem gemeinsamen Rundgang!

Für Diaschau eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. Frau Hummel sagt:

    Ein wirklich unterhaltsamer und kurzweiliger Bericht. Ich sitze hier mit Tränen in den Augen, es tut gut mal wieder richtig schallend zu lachen. Aber mal ehrlich, liebe Silberdistel, einen „intimen Erlebnisraum“ habe ich mir GANZ anders vorgestellt 😉 😀

    Ich denke, ich werde heute noch des öfteren vor mich hingrinsen 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Es war auch ein unterhaltsamer und kurzweiliger Tag 😉 Da kann eigentlich auch nur ein solcher Bericht bei herauskommen.
      Ach, es gibt noch andere intime Erlebnisbereiche? 🙄 Hm, darauf wäre ich ja nun gar nicht gekommen 😯 Man lernt doch tatsächlich nie aus.

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  2. Morgentau sagt:

    Liebe Silberdistel,

    was für eine Premiere! Der erste Blog, in dem es um Nachtgeschirr geht. Nein, das erlebt man auch nicht alle Tage. Dass du trotz kritischer Blicke dieser betagten Dame ein paar Aufnahmen für uns festgehalten hast, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit. Also ich finde die Idee spitze.

    Aber auch die alten Drahtesel lassen mein Herz höher hüpfen. Warum nur lösen solche alten Vehikel derart heftige Emotionen aus? Ich kann es nicht erklären, aber es ist so. Das ist einfach ein schöner Anblick, der ein wohliges Gefühl auslöst. Die Waschbretter haben nicht ganz so den Effekt, aber auch sie wecken schöne Erinnerungen. Und funktioniert hat es allemal, wie ich bestätigen kann, denn ich war stolze Besitzerin eines Puppenwaschbrettes … hihi.

    Schön war dein Ausflug wieder, samt Zicklein, Hufeisen und Fliegenpilz. Und von dem Kuchen nehme ich auch gern noch ein Stück, dankeschön.

    Hab einen schönen Tag, liebe Silberdistel, bis zum nächsten Mal … 🙂
    liebe Grüße von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Hast Du geprüft, ob es noch andere Blogs gibt, die Nachtgeschirre zum Thema eines Beitrags haben? 😀 Es war, trotz strenger Beobachtung meines Tuns durch diese ältere Dame, wie ein innerer Zwang. Ich MUSSTE einfach diese Herrlichkeiten fotografieren. Lieber hätte ich es zwanglos und unbeobachtet getan und nach Herzenslust jedes kleine Töpfchen fotografiert. Naja, man kann halt manchmal doch nicht über seinen Schatten springen und sich über alles hinwegsetzen, schon gar nicht, wenn man ein wenig schüchtern ist so wie ich 😉 So war ich mit den wenigen Fotos zufrieden. Lachen musste ich aber doch darüber, dass dieses wundervolle Geschirr schön mit einer Sicherungsleine aneinander gezurrt war. Sicher ist sicher. Da lauern manchmal bestimmt nicht nur harmlose Fotografen 😉
      Hab auch Du einen schönen Tag und bis dann, liebe Frau Morgentau 🙂

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  3. kowkla123 sagt:

    richtig lustig und auch wahr, macht Spaß bei dir, liebe Silberdistel, ich grüße dich, Klaus

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  4. nixe sagt:

    Kicher..echt witzig…auch so ein gläserner Nachttopf..das wär ja noch mal was *grins*. Ich kann mich tatsächlich noch an solche Dinger unterm Kinderbett erinnern.
    Die Fahrräder find ich auch sehenswert, erstaunlich wie gut die Alten erhalten sind..im Gegensatz zu den Billigschleúdern heute. Ich hab auch ein Rad von 1946, das läuft sagenhaft gut ist aber sehr schwer..vom Gewicht her.
    Herzliche Grüße
    von der Nixe

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    • Silberdistel sagt:

      Der Gläserne hat mir auch ganz besonders gut gefallen 😀 Aber der mit den Herzchen drauf sieht ebenfalls nett aus 🙂 Bei uns stand auch so ein Nachttopf unter dem Bett, aber wenn ich mich jetzt recht erinnere, dann war der aus emailliertem Blech, also bei Weitem nicht so schön wie diese Teile dort im Museum.
      Ich hatte mein Fahrrad, eigentlich war es das Fahrrad meiner Mutter, auch noch sehr lange. Ja, die guten alten Teile waren noch sehr stabil, aber auch recht schwer, da hast Du recht.
      Herzliche Grüße auch an Dich, liebe Nixe

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  5. einfachtilda sagt:

    Nette Nachttöpfchen, einige davon kann man gartenfein dekorieren, ebenso Fahrräder 🙂

    LG Mathilda ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Mir haben die Nachttöpfchen total gut gefallen. Ich fand die Sammlung schon toll. Da hatte mal jemand eine gute Idee. Auch sie dort in der Damentoilette auszustellen, ist meiner Meinung nach echt gelungen, besser als wenn sie irgendwo anders gestanden hätten. Ich finde, so hat die ganze Sache irgendwie Pfiff.
      Ja, Räder gartenfein dekoriert habe ich auch schon öfter gesehen, Nachttöpfchen eher weniger. Manche haben da sehr viel Fantasie und es sieht echt toll aus.
      Liebe Grüße auch an Dich
      P.S.: Der Kommentar kam in leicht abgewandelter Form noch einmal an. Ich denke nicht, dass ich 2x darauf antworten soll, oder? Ich lösche den 2., wenn’s recht ist? Falls nicht, zaubere ich ihn wieder hervor 😉

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  6. minibares sagt:

    Ein toller Bericht. Aber so abartig finde ich das Nachtgeschirr gar nicht, lach.
    Super deine Aufnahmen.
    Es ist ja schließlich ein Museum, da gehören auch solche Dinge dazu.
    Die Fahrräder sind auch Klasse, das sehr alte, mit dem einen großen und dem ganz kleinen zweiten Rad, sowas wäre ich gern mal gefahren.
    Hach, Hufeisen als Glückbringer….
    Ein super interessanter Bericht.
    Liebe Grüße Bärbel

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  7. kowkla123 sagt:

    Beste Grüße, liebe Silberdistel, mache es gut, Klaus

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  8. katerchen sagt:

    Töpfchen..grins fein liebe Silberdistel..
    ihre Zeit war, nun müssen wir sie NUR bewundern grins.
    Die Räder sind aber auch sehr Besonderes und die Dreiräder..etwas HART sicher wenn man damit über Stock und Stein fährt.
    ..und die Wand mit den Rüffeln,was haben wir es doch leichter mit einer Waschmaschine.
    Es war VIEL was da geboten wurde.
    LG in den Tag vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, Katerchen, ich finde, WC, Waschmaschine und Kühlschrank sind mit die schönsten Erfindungen, die es gibt. Sie haben unser Leben doch enorm erleichtert und schöner gemacht.
      Liebe Grüße auch an Dich

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  9. Frau Tonari sagt:

    Aber Trockenklo ist auch: http://tonari.files.wordpress.com/2012/09/trockenklo.jpg
    (Dafür kann ich mich nicht mehr an die Nachtgeschirrsammlung erinnern. Aber ich bin im Mai wieder in der Gegend und dann guck ich noch mal.)

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  10. also dein Ausführungen als Fremd-WC-Ignorierer(in) ((was für eine Wortschöpfung)) habe ich mit grossen Interesse gelesen ;-), ich tapeziere jeweils auf fremden WC’s den Sitz mit WC-Papier ;-), bei mir gilt, was sein muss – muss halt sein. Die Fotos von der Möwe und vom Museum sind wie immer voller nostalgischer Erinnerungen.
    Liebe Grüsse Ernst

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