In der Veranda des Thüringer Rhönhauses

In der Veranda des Thüringer Rhönhauses

Abschied von unserem Wanderparadies Rhön. Nun ist es leider soweit, wir verabschieden uns für ein Jahr von unserer zweiten Heimat, unserer geliebten Rhön. Wir sind bei unserer kleinen Rückschau am letzten Tag unseres Wanderurlaubs vom Juni diesen Jahres angekommen. Wir haben wunderschöne Ferien in einer wundervollen Wandergegend verbracht, viel gesehen, viel erlebt, neue interessante und schöne Erfahrungen hinzugewonnen. Am Nachmittag erwartete uns bei unseren Gastgebern noch ein kleines Abschiedsessen. So stand die Frage, was machen wir bis dahin? Das Thüringer Rhönhaus war und ist für uns ein Ort, den wir schon immer gern besucht haben, der uns irgendwie so ganz besonders am Herzen liegt. Vielleicht vermittelt gerade er uns ein ganz eigenes Heimatgefühl, weil er zu einer Gegend gehört, die einst Teil der DDR war und somit schon immer ein Teil unserer alten Heimat war. Wenn ich im Thüringer Rhönhaus sitze, fühle ich mich, als wäre ich wieder zuhause, angekommen in etwas, was mir nah steht, was mir lieb und teuer ist, was zu mir gehört und was mein Herz berührt. Ich denke fast, Herr Silberdistel empfindet es ähnlich, obwohl wir so konkret nie darüber gesprochen haben. Jedenfalls haben er und ich diesen Ort und diesen Weg zwischen den Welten von einst gleichermaßen lieb. So waren wir uns ganz schnell einig darüber, unseren diesjährigen Wanderurlaub mit einem erneuten Ausflug zum Thüringer Rhönhaus ausklingen zu lassen. Da ich noch ans Kofferpacken denken musste, der Nachmittag und Abend mit dem Abschiedsessen bei unseren Wirtsleuten ausgebucht war, stand also auch nicht ganz so viel Zeit zur Verfügung wie sonst, wenn wir uns zu unserem Rhönhaus in Thüringen auf den Weg gemacht haben. Herr Silberdistel hatte die Idee, mit dem Auto hoch zum Parkplatz Spinne zu fahren und dann von dort aus erst die Wanderung zum Thüringer Rhönhaus zu beginnen. Der Vorschlag gefiel mir, würden wir doch so eine gute Stunde Fußmarsch und einen kräftezehrenden Aufstieg einsparen. Schließlich wollten wir nicht müde und erschöpft bei unseren Gastgebern zum Essen erscheinen. So machten wir uns, dieses Mal mit recht leichtem Gepäck, auf die kleine Abschiedswanderung.

Parkplatz SpinneDer Parkplatz Spinne befindet sich oberhalb des kleinen Ferienortes Hilders an der Straße in Richtung Frankenheim. Von dort aus führt dann ein recht bequemer Fußweg von knapp 3 km Länge zum Thüringer Rhönhaus. 04-An der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entdecke ich plötzlich KnabenkräuterErstaunlich schnell erreichten wir die ehemalige innerdeutsche Grenze. … und da gab es doch tatsächlich noch eine kleine Überraschung für mich – einen lieben Blumengruß zum Abschied. Entweder hatte ich sie bei unserer ersten Wanderung hin zum Rhönhaus völlig übersehen oder sie waren ganz einfach noch nicht so groß, dass sie überhaupt zu sehen waren – die Orchideen, die wir schon mehrmals auf unseren Wanderungen entdeckt hatten, die Knabenkräuter. Begeistert fange ich dieses hübsche Geschenk vom Wegesrand mit meiner Kamera ein und nehme die rosa Blüten als liebe Erinnerung mit nach Hause.
In der Nacht hatte es kräftig geregnet, sodass an diesem Vormittag noch viele andere, vor allem die Feuchtigkeit liebende, Wanderer unterwegs waren. Wir hatten zu tun, sie nicht alle über den Haufen zu rennen, so zahlreich waren sie unterwegs – kleine braune, schwarze und getigerte grau-schwarze Schleimer. 01-Der Regen in der Nacht hat viele schleimige Wanderer aus ihren Unterkünften gelocktDer Regen hatte aber nicht nur diese schleimigen Wanderer hervorgelockt, er hatte die Natur außerdem mit vielen hübschen kleinen Glitzertropfen versehen, die mich wieder einmal von einer Wegseite zur anderen springen ließen, um auch ja kein hübsches Tröpfchen zu verpassen.

Hihi, guck mal, da kommt eine neue Henne

Hihi, guck mal, da kommt eine neue Henne

Nach einer knappen Stunde trafen wir dann am Thüringer Rhönhaus ein, Herr Silberdistel gönnte sich zum Essen ein schönes Bier, ich genehmigte mir ein Tonic und dann ließ ich meinen Herrn Silberdistel mit seinem Bierchen für eine Weile allein. Ich wollte nämlich dem kleinen Haustierzoo des Rhönhäuschens noch einen kurzen Besuch abstatten. Ich hatte auch viel Spaß bei Zwerghühnern, Zwergschweinen & Co. Bei den beiden Schweinen jedoch kam ich mir etwas veralbert vor, taten sie doch so, als würden sie über mich tuscheln und grinsen. Ich war am Ende ganz verunsichert und war froh, als Herr Silberdistel auftauchte, um zu fragen, ob wir uns wieder auf den Rückweg machen wollten, wir wollten doch wegen zweier Schweine sicher nicht unser Abschiedsessen versäumen. Es war auch besser so, wer weiß, zu welchen Verwicklungen es noch gekommen wäre, hätte ich die Schweine gefragt, worüber sie denn andauernd zu tuscheln hätten. Manchmal ist es besser, wenn man keine Antworten bekommt …

Das Abschiedsessen im Garten unserer Gastgeber (hier oben und unten gibt es einen kleinen Blick in den Garten) war noch wunderschön.

Eine Libelle, die ich im Garten unserer Gastgeber entdeckte

Eine Libelle, die ich im Garten unserer Gastgeber entdeckte

Es gab wie jedes Mal viel zu erzählen, Neuigkeiten auszutauschen. Wir haben uns an alte Zeiten erinnert – an Schönes, Lustiges und auch Trauriges. … und plötzlich hatte uns die Wirklichkeit wieder, es war doch diese Fußballzeit. Der Hausherr, ein ganz großer Fußballfan, durfte natürlich kein Spiel versäumen. Auch wenn wir selber eher verhalten fußballbegeistert sind, haben wir dennoch Verständnis für solche Süchte. Ich hatte ja ohnehin auch noch etwas vor … ich musste  packen … Am anderen Tag ging es wieder in Richtung Heimat.
Also Rhön, bis zum nächsten Mal … Es war, wie immer, schön mit Dir. Wir kommen wieder! Ganz sicher!

… und hier gibt es noch einmal die gesammelten Eindrücke von unserer letzten Tour unseres diesjährigen Rhönurlaubs zu sehen – für die Diaschau, wie immer, eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. arabella50 sagt:

    Bei dir zu Lesen ist so intensiv, als wäre man mit dabei gewesen.

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  2. minibares sagt:

    Das Thüringer Haus also, das ist wohl echt schön.
    Packen im Urlaub finde ich nicht so arg, wie das Packen zu Hause, lach.
    Denn im Urlaub muß nur rein, was da ist, da muss man nicht aussuchen und drauf achten, was zu vergessen.
    Super, dass eure Gastleute euch zum Abendessen eingeladen haben.
    hihi, die flüsternden Schweine, herrlich.
    Deine Tropfenbilder sind super, und der ganze Bericht mal wieder einfach Klasse.
    deine Bärbel

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    • Silberdistel sagt:

      Es geht mir ähnlich mit dem Packen wie Dir. Wenn man am Urlaubsende wieder packt, dann geht das wesentlich schneller als das Packen zuhause, wenn man erst einmal alles von überall her zusammensuchen muss. Darum reichte auch am letzten Urlaubstag die Zeit fürs Packen noch allemal nach unserem kleinen Abschiedsessen.
      Wir fahren schon seit vielen, vielen Jahren immer wieder in den gleichen Ort und verbringen den Urlaub in der gleichen Ferienwohnung. Unsere Gastleute sind uns inzwischen zu lieben Freunden geworden. Wir sitzen eigentlich jedes Mal wenigstens einen Nachmittag oder Abend zusammen und freuen uns über das Wiedersehen. Sie sind äußerst liebe Gastgeber.
      Danke für Deine lieben Worte und liebe Grüße an Dich, liebe Bärbel

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      • minibares sagt:

        Seit Jahren immer der selbe Urlaubsort, die selbe Unterkunft, ok, das verbindet.
        Das wäre nichts für uns, lach.
        Aber euch kann ich gut verstehen.
        So erlebt ihr keine Überraschungen.
        Viele liebe Grüße an dich
        Bärbel

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        • Silberdistel sagt:

          Ach doch, Überraschungen gibt es immer wieder einmal 😀
          Der Vorteil ist, wenn man immer wieder am gleichen Ort Urlaub macht, fühlt man sich gleich irgendwie zuhause, wenn man ankommt. Man braucht keine lange Eingewöhnungszeit mehr. Wir fahren meistens zweimal im Jahr in Urlaub. Das andere Mal schauen wir dann auch einmal eine andere Gegend an. Die Rhön ist uns aber inzwischen so lieb geworden, uns würde sicher etwas fehlen, wenn wir sie gar nicht mehr besuchen würden.
          Ich denke, jeder macht halt das, was er meint zu brauchen 😉
          Liebe Grüße an Dich und einen schönen Abend

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  3. kowkla123 sagt:

    du hast dich verliebt, komm gut nach Hause, da ist es auch schön, einen guten Tag wünsche ich, Klaus

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  4. Morgentau sagt:

    Liebe Silberdistel,

    wenn ich die Fotos sehe und deinen fesselnden Bericht dazu lese, kann ich mir nichts Schöneres vorstellen. Das ist genau das, was ich auch bei meiner Waldameise meinte … eigentlich brauch man gar nicht ins Ausland fahren. Die Heimat hat doch so unendlich viel zu bieten. So viele Menschen auf diesem Planeten lernen unser schönes Land nie kennen. Sind die nicht zu bedauern? Wir leben doch wahrlich in einem Paradies. So schön auch die Fotos von Elba und Cornwall sind, ich möchte dort nicht leben. So ein Kurzbesuch war ganz nett, aber dann zieht es mich zurück. Zumal wir dort außerhalb der Saison waren. Ich möchte nicht wissen, was dort abgeht, wenn alles Ferien hat. Von den Straßen gar nicht zu reden.

    Die Tieraufnahmen sind zu niedlich, vorallem die Schweine, der Hochzaunkünstler, das Hühnchen mit dem seltenen Kopfschmuck und ganz besonders diese braunen Schäfchen. Die sind so goldig, die würde ich am liebsten aus dem Foto nehmen und abkuscheln. Aber auch der Pestwurzrüssler und all das andere Krabbelzeuch sind so interessant. So schön ist deine Collage wieder … und all die Texte, die du unter jedes Foto gelegt hast.

    Danke, dass du all die schönen Erinnerungen mit uns teilst. Nun wünsch ich dir ein schönes Wochenende und lass liebe Grüße hier,
    Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Du sprichst mir aus dem Herzen, liebe Frau Morgentau. Wir waren zwar auch schon etliche Male im Ausland, am liebsten sind wir aber immer wieder hier in Deutschland unterwegs. Hier leben und arbeiten wir, hier sind wir zuhause und all das, was unsere Heimat ausmacht, das möchte ich in erster Linie so intensiv wie möglich kennenlernen. Mich interessieren auch einige der Länder um uns herum, wie z.B. auch die Gegend, die Du kürzlich angeschaut hast, Cornwell, aber danach zieht es mich auch immer wieder magisch nach Hause. … Wir haben hier so viel Schönes, eine wundervolle Natur. Was will man mehr? Urlaub heißt für uns Ruhe und Entspannung und nicht von einem Ort zum anderen zu hetzen, um im Urlaub möglichst viel zu sehen und zu erleben. Wir erleben lieber auf die leise Art. Aber, was soll’s, jeder so, wie er es mag. Ein anderer würde sicher unsere Art des Urlaubs langweilig finden.
      Danke für Deine vielen lieben Worte 🙂 Ich freue mich sehr, dass es Dir wieder gefallen hat, an unserer Wanderung teilzunehmen. Dir ein schönes ruhiges und erholsames Wochenende und liebe Grüße an Dich

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  5. ann53 sagt:

    Ein wunderschöner, vielseitiger und nicht’s im Raume stehen lassender Abschied von der Rhön liebe Silberdistel!
    Danke, dass ich bei euren Wanderungen und Erlebnissen hier virtuell dabei sein durfte und habs wirklich sehr genossen!
    Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende wünsche ich dir von Herzen ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Ich freue mich, dass Du wieder mit uns gemeinsam unterwegs warst, liebe Ann 🙂 … und schön, dass es Dir gefallen hat.
      Danke für Deine lieben Worte und auch Dir ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße an Dich ❤

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  6. annapos sagt:

    Nebuďte smutní, já bývám ,když se loučím s něčím hezkým. Zítra je víkend a bude krásný. Dobrý večer. Anna

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  7. gageier sagt:

    Liebe Silberdistel ein schönes Wochenende wünscht dir Klaus

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  8. Dein wie immer schöner und interessanter Wanderbericht über die Rhön hat mir sehr gefallen.
    Liebe Grüsse Ernst

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