HannesFriedrichAm letzten Samstag war hier von badenden Stachelbeeren, Kuchen und Fröschen die Rede. Frosch Friedrich, der Tönerne, und Frosch Hannes, der Quaker, hatten sich bereits vorgestellt. Die Stachelbeeren, diese kühnen Springer, sowieso. Was? Wie bitte? Ach so, ja, die roten Johannisbeeren haben ihren Teil zu meiner Samstagsgeschichte natürlich ebenso beigetragen. Entschuldigt bitte, Ihr Hübschen, ich wollte Euch nicht unter den Tisch fallen lassen. Ihr habt dem Kuchen schließlich das letzte herb-süße i-Tüpfelchen verpasst. Ihr ward super! 😉Kuchen

Eigentlich aber sollte hier heute  ein Neuzugang aus unserem Garten zu Worte kommen, ein Gartenbewohner, dem die roten wassersüchtigen Stachelbeeren genau wie den beiden im Teichlein lebenden Fröschen Friedrich und Hannes einige Schwimmkünste abgeschaut haben.
Manchmal, wenn es ganz heiß ist, dann springt nämlich auch dieser neue Gast unseres Gartens für eine kleine Schwimm- oder Tauchrunde in eines der beiden Teichlein im grünen Heiligtum der Silberdistels und lässt sich von den Stachelbeeren bewundern.

Tauchender Red

Dieser Neuzugang heißt Red. Ja, richtig gelesen – Red. … und tatsächlich ist Red, wie der Name vielleicht bereits vermuten lässt, eine echte Rothaut. Sein Zuname ist übrigens Kröte. Unser Arnold Kröte, der Schwarzenegger, dieses kräftig gebaute Prachtexemplar aus dem letzten Jahr, ist noch nicht wieder aufgetaucht. Vielleicht hatte Arni ja seinem Enkel versprochen, dass er auch einmal Katzen ärgern darf. So verlebt nun Arnis kleiner Enkel Red seine Ferien bei uns im Garten.

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Mit den Katzen kommt er gut klar. In stiller Übereinkunft lassen sie sich gegenseitig in Ruhe. Man achte übrigens auf den roten Pfeil im Bild und somit auf den kleinen Red. Der Kater hat mir unlängst verraten, dass Red schon eine ganze Weile bei uns wohnt. Ich hätte ihn nur irrtümlich bei unserem ersten Zusammentreffen als Frosch gedeutet.

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„Kater, wann soll das denn gewesen sein?“, fragte ich erstaunt. „Das war genau da, als Du mich gefragt hast, Silberdistel, ob ich unsere Kröte dieses Jahr schon gesehen habe. Als wir über gehüpft und gesprungen geredet haben.“ „Ach, daher kam mir Red immer so bekannt vor, Kater.“

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Naja, jedenfalls hatte Red, der wohl offensichtlich dann doch gar nicht so ein neuer Neuzugang ist, seinen Stamm-Unterschlupf eine ganze Weile unter unserer Fußmatte zum Garten. Er hockte unten …

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…und die Katzen durften oben auf der Fußmatte liegen.

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Manchmal kam Red hervor, …

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… plauschte ein wenig mit den Katzen, fraß schnell eine Fliege oder ein anderes Insekt, …

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um es sich anschließend wieder unter der Fußmatte gemütlich zu machen.

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Ja, und neuerdings hat der kleine Krötenenkel, der genauso unternehmungslustig ist wie sein Großpapa, einen Zweitunterschlupf für sich entdeckt. Zunächst hatte er eigentlich Silberdistels Wintergarten ins Krötenauge gefasst, …

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… aber da stieß er plötzlich auf eine hohe Krötenschutzmauer – zu seinem Schutz, wie er die Silberdistel sagen hörte. Schutz? Zu seinem? Das sah ihm doch mehr nach Ausgrenzung und Krötendiskriminierung aus.

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Aber egal, wenn man ihn hier nicht wollte … wer sucht, der wird finden …

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So ging der kleine Krötenenkel auf Wanderschaft …

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… und was sah er da ein wenig später? Ein kleines Stein-Häufchen. Das musste er sogleich ein wenig genauer in Augenschein nehmen.

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… und irgendwie kamen wohl plötzlich Arnis Gene zum Tragen, der sich durch die allerengsten Spalten zwängen konnte. Schmale Spalten und Ritzen sind auch für Red kein Problem. So hat auch Red endlich ein sicheres Haus aus Stein gefunden und wir Silberdistels müssen nicht mehr ganz so viel Angst haben, dass wir Red aus Versehen einmal auf seine kleinen zarten Krötenschenkel treten. Die Frosch- und Krötenschutzmauer bleibt dennoch bestehen, denn Opa Arni musste im letzten Sommer versehentlich einmal im Wintergarten der Silberdistels übernachten. Morgens stand er seine Krötenhände ringend an der Tür zum Garten und schaute durch die Glasscheibe hinaus in die geliebte Freiheit, die so plötzlich ganz unerreichbar schien. Immer wieder tatschte er aufrecht stehend mit seinen zwei Vorderfüßen gegen das durchsichtige, aber dennoch undurchlässige, Hindernis, und rief: „Lasst mich raus, so lasst mich doch endlich raus, sonst verhungere ich …“ Die Fliegen im Wintergarten saßen nämlich ziemlich hoch, grinsten über die Kröte dort unten an der Tür und machten ihre Glossen über den armen Kerl. Die Würmer draußen waren ebenfalls froh, die Kröte sicher weggesperrt zu sehen, denn selbst der kräftigste aller Würmer musste einst durch diese Kröte sein Leben lassen. Ja, und der Durstlöscher Teichlein war für unseren Arni ebenfalls in weiter Ferne und plötzlich hinter Glas gesperrt.

Arni Kröte

Schließlich rettete die Silberdistel den armen Kröterich und öffnete die Tür in die wundervolle und bereits so gewaltig vermisste Freiheit und Arni konnte wieder zum Tagesgeschäft übergehen und in Silberdistels Garten für Ordnung sorgen. Wenig später nach der versehentlichen nächtlichen Inhaftierung des armen Arni passierte einem Frosch Ähnliches. Seitdem gibt es bei den Silberdistel diesen Kröten- und Froschschutzwall.

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Obwohl die Silberdistel meint, allen Fröschen und Kröten mit dieser Mauer Gutes zu tun, finden die so aus dem Leben der Silberdistels Ausgegrenzten diesen Schutzwall dumm. Auch die Katzen halten das Teil für reine Schikane, müssen sie doch, so sie in den Garten wollen, jedes Mal ihre Sportlichkeit unter Beweis stellen. Schließlich sind sie keine jugendlichen Hupfer mehr. Eigentlich sollte gerade die Silberdistel dafür Verständnis haben. Schließlich ist sie ja selbst auch kein Teenie mehr, dem es so gar nichts ausmacht, ständig wie ein Zicklein über Stock und Stein zu hüpfen.

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… na, und zurück ins gemütliche Heim und hin zum stärkenden Futternapf ist es oft noch viel beschwerlicher, weil man bereits vom langen Gartenrundgang und erfolgloser Jagd am Rande der Verzweiflung Erschöpfung weilt. Die Katzen haben unlängst schon darüber konferiert, ob man sich nicht vielleicht mit Fröschen und Kröten zusammentun sollte, um lautstark den Willen des gemeinen Volkes durchzusetzen. Was einmal funktioniert hat, könnte doch wieder klappen. Hieß der Zaubersatz damals nicht, „Die Mauer muss weg!“?

 

Kommentare
  1. arabella50 sagt:

    Was für eine Geschichte!Und schön wie aus einem geliebten Kinderbuch ist sie.Vielen Dank und einen guten Tag.

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  2. ann53 sagt:

    Sind ja wieder super Aufnahmen, sogar mit Wanderkröte liebe Silberdistel! 🙂
    Meine Beeren sind auch längst vom Strauch und zu Gelee oder Marmelade verarbeitet.
    Von einem Teil schaffte ich sogar endlich mal wieder unsere geliebte Rote Grütze zu kochen! 🙂
    Liebe Grüße und noch einen wunderschönen Tag wünsche ich dir von Herzen ❤

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, Ann 🙂 Meine Hauptdarsteller haben sich schön ablichten lassen. Sie waren äußerst geduldige Models 😉 … und die Wanderkröte ist extra mir zuliebe schön langsam gewandert.
      Bei mir im Garten gibt es jetzt nur noch ein paar Johannesbeeren, alle anderen Beeren sind bereits in Gläsern oder in unserem Magen verschwunden. Siehst Du, rote Grütze hätte ich auch noch machen sollen. Jetzt läuft mir bei dem Gedanken richtig das Wasser im Munde zusammen. Naja, man kann nicht alles haben.
      Liebe Grüße und Dir einen schönen Abend ❤

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  3. minibares sagt:

    Dieser kleine Zaun ist schon genial, der gefällt mir, so bleiben kleine Kriecher aussenvor.
    Aber die Kröte ist ja echt ein tolles Tier.
    Arni-Enkel, herrlich, lach.
    Tolle Fotos hast du davon, die Story ist einfach Klasse.
    Liebe Grüße Bärbel

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  4. kowkla123 sagt:

    obwohl durch deine tolle Aufnahmetechnik alles super aussieht, ist mir der Erstbewohner am liebsten, einen guten Tag, KLaus

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    • Silberdistel sagt:

      Klaus, ich bin auch ganz traurig, dass unser Erstbewohner dieses Jahr offensichtlich ausgeblieben ist. Vielleicht hat er sich von seinem Teich aus zu uns verlaufen 😦
      Liebe Grüße und einen schönen Abend für Dich

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  5. nixe sagt:

    Eine wunderbar dokumentierte Bildergeschichte, gefällt mir..nicht nur weil ich ein Herz für Froschkönige und gestiefelte Kater habe. 😉
    Danke dir, liebe Silberdistel,
    Liebe Grüße von der Nixe, im Wasser plätschernd

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  6. Morgentau sagt:

    Liebe Silberdistel,

    echt, da geht mir mal wieder das Herz so richtig weit auf, wenn ich deine spannende Kröterminator-Story lese. Action und Dramatik pur!!!

    Aber allen Unken-Rufen zum Trotz, glaube ich fest, dass auch Arni eines Tages zurück kommt.
    Das mit dem Frosch-Schutzwall, das quakt sich sicher herum … 😉

    Weiterhin viel Spaß mit Arni und den Ausgegrenzten ein tröstendes Kraulerchen
    von Frau Morgentau

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, liebe Frau Morgentau 🙂 Ich hoffe ja auch immer noch, dass unser Arni irgenwann doch noch einmal auftaucht. Er war uns schon so richtig ans Herz gewachsen 🙂
      Das Kraulerchen habe ich weitergereicht. Es ist schnurrend angenommen worden. Ein liebes Dankeschön dafür und liebe Grüße von uns allen

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  7. Morgentau sagt:

    Ich meinte natürlich den kleinen Red, mit dem ihr viel Spaß haben sollt. Und Arni natürlich auch, falls er den Teich zu euch zurück findet …

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    • Silberdistel sagt:

      Aber sicher werden wir mit dem kleinen Red noch viel Freude haben. Sein Einstand war schon ganz gut 😉 Wenn Arni dann noch irgendwann dazu käme, dann könnte es auch krötentechnisch noch ein herrlicher Sommer werden 😀
      Liebe Grüße an Dich, liebe Frau Morgentau, und eine gute Nacht

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  8. kowkla123 sagt:

    Liebe Slberdistel, alles Gute für euch,einen super Tag wünsche ich, Klaus

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  9. das sind alles wunderbare aufnahmen liebe Silberdistel. auch die quaker gefallen mir, aber am suessesten finde ich doch die katzen *smile*

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  10. Frau Hummel sagt:

    Ob Deine Katzendame wusste, mit wem sie sich das sonnige Plätzchen auf dem Abtreter teilte?
    Die Bilder sind grandios, ehrlich.
    Wir haben übrigens auch einen Neuzugang in unserem Garten. Eine ganz kleine Kröte, wir haben sie spontan Little Jo getauft.

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, ich denke, sie wusste, dass die Kröte dort sitzt. Sie schnupperte nämlich, bevor sie sich auf der Matte niederließ, in die Richtung der Kröte. Dadurch wurde ich überhaupt erst auf den Untermieter aufmerksam.
      Unser Red ist im Vergleich zu unserem Arni aus dem Vorjahr auch recht klein. Der Name Little Jo ist aber auch sehr hübsch. Wie schön, dass Eure Gartenbewohner auch Namen tragen 🙂

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