Nicht nur wir Silberdistels waren unlängst ausgeflogen, auch der Nachwuchs unserer höchsteigenen Hausspatzen, unserer gefiederten Untermieter, hat sich auf den Weg hinaus ins feindliche Leben begeben. Die Eltern flogen am Tag des Ausflugs ihrer kleinen Rasselbande aufgeregt in unserem Garten umher und versuchten, ihrer Aufgabe als Eltern auch außerhalb des sicheren Nestes gerecht zu werden. Gar nicht so einfach war es für Mama und Papa Sperling. Sie wurden hier gerufen und dort gerufen, viele kleine Spatzenkinder hatten riesigen Hunger. Die beiden Altvögel konnten gar nicht schnell genug das Futter für die kleinen Schreihälse herbeischaffen. Hätte man die geplagten Eltern aus der Nähe betrachten können, hätte man sicher lauter winzige Schweißperlen auf ihrer kleinen Vogelstirn entdecken können. Aus allen Ecken des Gartens tschilpten die Spatzenkinder: „Hunger! Hilfe! Mami, Papi, wo seid ihr?“ Einer der kleinen Burschen landete unter unserer Stechpalme zwischen einem kleinen Urwald von Christrosenblättern und blieb dort ganz verwundert sitzen. Die neue Welt war so groß und so verwirrend. Wo waren Mami und Papi plötzlich geblieben? Die ersten Flugversuche des kleinen Spatzen waren noch etwas holprig und das erste Landemanöver war auch noch nicht sehr gekonnt. In der Ecke unseres Gartens, in der die Kröte im letzten Jahr ihr steiniges Quartier bezogen hatte, saß nun ein kleiner Sperling, flatterte hoch auf die großen Blätter der Christrosen und fiel immer wieder hinunter. Wahrscheinlich fehlte noch der nötige Schwung, um höher zu kommen und vielleicht auch ein wenig Wind unter den kleinen Flügeln. Bei diesen, noch etwas unbeholfenen, Flugversuchen entdeckte ich das kleine Kerlchen. Die Bildgeschichte hier unten erzählt, wie es unserem Spatzenkind nach seiner etwas missglückten Landung in der Krötenecke weiter erging.

Für die Diashow auf das erste Bild klicken und schon geht’s los:

 

Kommentare
  1. Frau Hummel sagt:

    So wundervolle Aufnahmen…
    Auch ich hoffe, dass der kleine Spatz ein langes Leben vor sich hat *daumendrück*.
    Gestern hat sich hier in meinem Garten ein Drama angespielt. Elstern hatten es auf „meine“ Rotschwänzchen abgesehen. Als einer der großen Vögel eins der beiden Rotschwänzchenkleinkinder schnappte, versuchten Mutter und Vater das Kind zu retten und wurden dabei selber Opfer dieser großen Räuber. Ich konnte nichts tun und war ganz verzweifelt. Nun piepst ein kleines Waisenrotschwänzchen hilflos nach seinen Eltern und mir ist ganz schwer ums Herz.

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    • Silberdistel sagt:

      Das ist wirklich dramatisch, was sich da in Deinem Garten abgespielt hat. So etwas tut mir auch immer in der Seele weh. Da kannst Du Dich jetzt höchstens als Ersatzmutti zur Verfügung stellen. Wir haben ja schon einmal eine Amsel und ein anderes Mal eine Ringeltaube aufgezogen. Bei der Amsel ging es ganz gut mit Katzenfutter und später kamen Johannisbeeren dazu.
      Ich hoffe auch, dass unser Spätzchen inzwischen etwas besser zu Flügel ist und sich mehr in katzensicherer Höhe aufhält. Man sieht die kleine Kinderschar hier auch öfter einmal vor unserem Haus. Im Moment scheint es so, als hielte sich die Verlustrate noch sehr in Grenzen, wenn es denn überhaupt bisher Verluste gab. Ich drücke dem kleinen Volk ganz fest die Daumen, dass es gut über die ersten Wochen kommt, die für solche zarten Vögelchen mit Sicherheit die gefährlichsten sind.
      Liebe Grüße an Dich und einen sonnigen Tag – hier ist strahlend blauer Himmel ♥

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  2. Andrea sagt:

    durch deinen BÜCHERstaub geblinzelt erobere ich deine WELT…..((haha))einen guten FREI–TAG hier…HERZlichst ANDREA:))

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  3. ann53 sagt:

    Das sind ja wieder mal klasse Aufnahmen und die Kleinen Knäuel sind ja soooo süß liebe Silberdistel!!!
    Machte bestimmt große Freude die Mini’s bei ihren ersten Flugübungen zu beobachten! 🙂
    Liebe Grüße und noch einen wunderschönen Tag wünsche ich ♥ ☼ ✿♫

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    • Silberdistel sagt:

      So ist es, liebe Ann 🙂 Es hat viel Spaß gemacht, die kleinen Spätzchen zu beobachten. Die ersten Stunden nach dem Ausflug sind wohl immer die gefährlichsten. Da können sie nur flattern und noch nicht punktgenau landen. Wenn wir mitbekommen, dass irgendwo in unserer Nähe Jungvögel den ersten Ausflug starten, dann bleiben unsere Katzen den Tag doch besser im Haus. Ich denke, das schadet den Katzen nicht, hilft aber dem kleinen Vogelvolk enorm.
      Auch Dir einen wunderschönen Tag und ganz liebe Grüße an Dich

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      • ann53 sagt:

        Das ist aber lieb von Euch! 🙂
        Bei uns kommen die Vögelchen größtenteils nicht mal dazu ihre Eier ganz auszubrüten, weil wieder mal zu viele Elstern die Nester vorher ausräubern.
        Die Biester kann man leider nicht zurückhalten, bis alles wieder im sicheren Bereich ist.
        Liebs Grüßle und noch einen schönen Abend wünsche ich 😉

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        • Silberdistel sagt:

          Elstern haben sich hier auch schon als Nesträuber erwiesen. Im Großen und Ganzen scheinen aber doch etliche kleine Vogelkinder die ersten gefährlichen Tage zu überstehen. Wir haben jedes Jahr kleine Amseln, Grasmücken, Blau- und Kohlmeisen, Rotschwänzchen und mehr beobachten können. Es gibt aber offensichtlich auch relativ viele gute und verhältnismäßig sichere Nistmöglichkeiten. Aber trotz aller Fürsorge ist man gegen so manchen Nesträuber eben leider doch machtlos.
          Liebe Grüße auch zu Dir und einen schönen Abend auch für Dich, liebe Ann ❤

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          • ann53 sagt:

            Dann sollte ich meine süßen Flatterle mal lieber in eure Gegend schicken. Denn entfernte sogar schon 2 Nester in meinem Garten, weil diese räuberischen Elstern immer wieder nachschauten, ob wieder neue Leckerlies gelegt wurden.
            Guts Nächtle ❤

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  4. Pauline sagt:

    Eine schöne Spatzengeschichte, liebe Silberdistel, wollen wir das Beste für alle Piepmätze hoffen 😆
    Und, hat Deine Katzendame heute noch mit Dir gesprochen oder war sie beleidigt, weil Du sie ein- bzw. weggesperrt hast?
    Sei von Herzen gegrüßt von der Pauline, die Dir eine Gute Nacht wünscht ❤

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  5. annapos sagt:

    Naše kočky jsou moderní a přežrané, myš a vrabec, si mohou sednou přímo na jejich nos a zůstávají v klidu.

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  6. Morgentau sagt:

    Liebe Silberdistel,

    ach, wie wunderwunderschön es hier bei dir wieder ist. Wie ein kleines Schweinchen möchte ich mich in deinen Erzählungen und Bildern suhlen … lach. Nein, nicht, weil sie schlammig sind, sondern einfach, weil mir hier bei dir immer so wohlig zumute ist.

    Besonders die Fotos von den jungen Spätzlein haben es mir angetan. Die sind ja ursüß. Deinen Wünschen für ihn schließe ich mich an. Ein schönes Leben soll er haben, der kleine Kerl.

    Ein lieber Gruß zu dir
    von der Frau Morgentau, die sich auch für die lieben Besuche bedankt.

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    • Silberdistel sagt:

      Das ist schön, liebe Frau Morgentau, dass es Dir bei mir wieder gefallen hat. Ja, das kleine Spätzlein war schon ein niedliches Vögelchen. Wenn wir ihm alle gemeinsam die Daumen drücken, dass er gut durchs Spatzenleben kommt, dann wird er es ganz bestimmt packen 🙂
      Auch an Dich einen lieben Gruß und einen wunderschönen Sonntagabend für Dich

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  7. Strandsigi sagt:

    Und noch ein toller Fotoroman 😀
    Hat mir sehr gefallen die Geschichte vom Spatzenkind 🙂
    Und die Fotos sind einfach toll.

    Liebe Grüße
    Sigi

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    • Silberdistel sagt:

      Das war eine ganz schön aufregende Geschichte, weil ich immerzu Angst hatte, die Katzen tauchen gleich auf und machen sich über das arme kleine Spatzenkind her. Ein niedliches Kerlchen war der kleine Sperling 😀
      Es freut mich, dass Dir Fotos und Geschichte gefallen haben.
      Liebe Grüße und einen schönen Abend für Dich, liebe Sigi

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