Unser Urlaub im Oktober letzten Jahres führte uns, wie ich hier vor kurzem bereits berichtete, an einem Tag nach Ostheim vor der Rhön und in die dortige noch recht gut erhaltene Kirchenburg. Auf dem Weg zurück zu unserem Urlaubsquartier kamen wir unter anderem auch durch den Ort Nordheim vor der Rhön. Eine breite Treppe an der Hauptstraße hatte schon öfter einmal, wenn wir in der Gegend waren, unser Interesse geweckt. Mein Herr Silberdistel hatte unterdessen auch bereits in Erfahrung bringen können, dass es nicht nur in Ostheim eine Kirchenburg gibt, sondern dass ebenso in Nordheim einmal eine Kirchenburg gestanden haben muss. Nach unserer diesjährigen kleinen Entdeckungstour in Ostheim lag es nun eigentlich nahe, auch gleich in Nordheim zu schauen, was es denn mit jener alten Kirchenfestung auf sich hatte. So parkten wir unser Auto im Ort und machten uns auf den Weg zu jener Treppe, die uns schon immer so überaus einladend angelächelt hatte. Wie ich später las, ist von der alten Kirchenburg heute noch genau dieser Kirchenaufgang mit den Gaden der alten Kirchenfestung übrig. Auf einer kleinen Anhöhe, am Ende des Treppenaufgangs befindet sich die heutige Nordheimer Kirche.  Sie steht auf dem Platz einer ehemaligen Burg – der Burg der Herren von der Tann. Wahrscheinlich ist die Kirche, wie wir sie heute sehen, im Ursprung die alte im 15. Jahrhundert erbaute und 1696/98 erweiterte Burgkapelle. Ihre Seitenschiffe stammen aus den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Interessant ist der alte Taufstein, der hinter der Kirche seinen Platz gefunden hat. Ursprünglich stand er einmal in dem Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Johannes der Täufer und tat dort lange Jahre als Taufbecken seinen Dienst. Wie man heute weiß, stammt er aus dem Mittelalter und hat zwischenzeitlich eine recht wechselvolle Geschichte durchgemacht. Die Nordheimer waren sich bald nicht mehr bewusst, in diesem Becken einen Taufstein vor sich zu haben. Man glaubte, dass es sich hier um ein altes Hohlmaß für Getreide handeln könnte. Das steinerne Becken hat einerseits auch Zeiten als Kletterstein für Kinder und andererseits sogar solche als Blumenkübel hinter sich. Letztendlich hat es frisch restauriert einen wohlverdienten neuen Standort hinter der Kirche gefunden.

Gefunden habe ich die kleine Geschichte zum Taufstein hier: http://www.mainpost.de/regional/rhoengrabfeld/Neuer-Standort-fuers-alte-Taufbecken;art777,7144388
Die Angaben zur Kirchenburg und ihrer Geschichte habe ich hier entnommen: http://de.wikipedia.org/wiki/Nordheim_vor_der_Rh%C3%B6n

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. giselzitrone sagt:

    Wunderschöne Bilder,ich wünsche dir einen guten Valetinstag und alles liebe,leider ist mein Tag nicht so gut mein Befund vom Arzt war nicht in Ortung muss am 16.2.ins Krankenhaus.Liebe Grüße und ein gutes Wochenende Gislinde

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, Gislinde 🙂 Auch Dir einen schönen Valentinstag, aber vor allem wünsche ich Dir alles Gute. Ein Krankenhausaufenthalt ist ja nicht unbedingt das, was man sich wünscht. Nur manchmal ist es halt doch notwendig. Ich hoffe, Du bist schnell wieder ganz in Ordnung.
      Liebe Grüße an Dich

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  2. katerchen sagt:

    im Wandel der Zeit..haben manche DINGE eine andere Bestimmung bekommen..sie wurden nur genutz..nicht geachtet als der Gegenstand der ihnen zugedacht war..
    Aber nun hat ja ALLES seine Ordnung liebe Silberdistel
    LG vom katerchen der Sonne schicken kann

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    • Silberdistel sagt:

      Da hast Du Recht, liebes Katerchen. Schön ist es aber, wenn solche Dinge dann doch neu entdeckt werden und man sie endlich wieder entsprechend zu würdigen weiß, so wie in diesem Fall.
      Liebe Grüße zurück und danke für den Sonnenschein – er ist angekommen 😉

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  3. kowkla123 sagt:

    ich bewundere immer wieder deine schönen Aufnahmen, schönen Valentinstag

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  4. ann53 sagt:

    Wunderschöne Bilder mit sehr interessanten An- und Einsichten wieder liebe Silberdistel!
    Danke für wieder mal sehr schönen Ausflug und grüße dich ganz lieb von Herzen ♥

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  5. Wolfram sagt:

    Auf dem zweiten Bild vom Taufstein ist ein wichtiges Detail zu erkennen: die Ablaufbohrung. Damit war sichergestellt, daß niemand in uraltem Brackwasser getauft wurde. 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ich habe mich extra bemüht, diese Abflussöffnung mit aufs Bild zu bekommen. Fand ich schon recht interessant. Naja, andererseits hatte die Öffnung dann ja auch noch ihren Zweck, als das Becken zwischenzeitlich als Blumenkübel diente 😉

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  6. Frau Hummel sagt:

    Ich liebe es in alten Gemäuern herumzulaufen. Von Neugierde getrieben kann ich es immer gar nicht erwarten, um die nächste Ecke schauen zu können. Ein Spaziergang, der bei mir alle Sinne weckt.

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