Die „Blaue Serie“ – Teil 25 – Gefrorenes

Veröffentlicht: 7. Februar 2014 in Fotos, Geschichten, Natur, Naturgewalten, Sehenswertes, Tiere, Unterhaltendes
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Am Dienstag dieser Woche hatte ich wieder einmal einen Abstecher nach Wismar geplant. Das Wetter sah am frühen Nachmittag noch recht verlockend aus, es war fast windstill. Ob sich ein Spaziergang hinunter zur Seebrücke Bad Wendorf lohnen würde? Ich hatte mir ein paar Tage zuvor sagen lassen, dass die Wismarer Bucht zugefroren sei. So hörte ich den Lockruf der Ostsee an diesem Tag natürlich ganz besonders deutlich. Also, schön warm angezogen und los! Da in den letzten Nächten noch Frost geherrscht hatte, sollte die See ihr eisiges Kleid wohl noch nicht gänzlich abgelegt haben. Und tatsächlich – so weit das Auge reichte – eine einzige große Eisfläche. Nur die Wasservögel hatten sich an einigen Stellen kleine Badewannen freigehalten. Überall in der Nähe der Seebrücke standen sie auf dem Eis, putzten sich, badeten in den kleinen freien Wasserstellen oder warteten darauf, dass ein Spaziergänger mit Futter vorbeikam. Manchmal konnte man auch beobachten, wie sich Enten zu kleinen Trupps zusammenschlossen und in Richtung Ufer über das Eis watschelten. Warum sie wohl unendlich viele Meter bis hin zum Ufer liefen, obwohl sie doch ganz einfach fliegen könnten? Aber wer weiß, vielleicht klappt es beim Laufen mit dem Warmhalten besser. Es war schon ein lustiger Anblick, wie die Enten im Gänsemarsch (oder muss es hier Entenmarsch heißen?) über das Eis wackelten.
Leider blieb uns das Wetter nicht lange gewogen, die Sonne verzog sich bald hinter dunklen Wolken und ließ den Tag wieder grau und trübe erscheinen. Wir waren noch gar nicht richtig auf der Seebrücke, da begann es leicht zu tröpfeln. Wenig später ging das leichte Tröpfeln in Regen über, so dass wir recht schnell beschlossen, zurück ins Trockene zu flüchten.
Auch wenn der Ausflug ans Eismeer nur recht kurz war, für ein paar Bilder hat die Zeit allemal gereicht. Es ist schon seltsam, wenn das Meer plötzlich nicht mehr rauscht und plätschert, wenn nur eine seltsame Ruhe herrscht, eine Ruhe, die dort eigentlich so gar nicht hingehört. Es ist kein eisiges, kaltes Schweigen, nein, es ist mehr eine wundervolle wohltuende Stille, die nur ab und zu von den Rufen der Möwen unterbrochen wird. Hört Ihr sie auch – diese Stille? Ich mag sie, wie ich das Rauschen und Plätschern der Wellen mag. Nur findet man eine solch erstaunliche Stille am Meer viel seltener. Dort rauscht es, zischt es, plätschert und pfeift es immer. Ob mir diese ganz besondere Art von Stille gerade deshalb fast noch ein wenig wunderbarer und betörender erscheint, eben weil sie so selten an der See zu finden ist? Die wenigen Male, die ich sie bisher erleben durfte, bewahre ich immer noch wie kleine wundervolle Kostbarkeiten in meiner Erinnerung auf. Vielleicht könnt auch Ihr diese geheimnisvolle Stille auf einigen der Bilder spüren.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. Andrea sagt:

    Was sehe ich durch den BÜCHERstaub geblinzelt…..eine schöne INSEL von der BLAUE((n))SERIE…..darin kann ich mich hinWEG träumen…..für dich ein schönes ZITAT…….für heute..

    Man darf weder ein SCHIFF an einen einzigen ANKER noch das LEBEN an eine einzige HOFFNUNG binden..
    EPIKTET…
    HERZlichst und einen guten TAG gewünscht ANDREA:))

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  2. katerchen sagt:

    eisiges kaltes Schweigen.. ist genau DAS wenn das Meer im Winter zur RUHE gezwungen wurde durch den Frost..und der Meer kommt einem noch weiter GRÖSSER vor
    Danke liebe Silberdistel für den Text und die Bilder
    Unsere See hat auch einen Deckel gehabt..gehabt..
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Ich empfinde das immer als recht seltsam, wenn es an der See plötzlich so ruhig ist, aber irgendwie ist es auch eine durchaus angenehme Stille. Es stimmt, was Du schreibst, dass einem das Meer, wenn es zugefroren ist, noch viel unendlicher vorkommt – vielleicht, weil die Bewegung des Wassers fehlt 🙄
      LG auch an Dich, liebes Katerchen

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  3. Pauline sagt:

    Guten Morgen, liebe Silberdistel ♥
    diese wunderbare Stille im Winter am Meer, ohne Menschen-Geplärre, ist wirklich etwas Wunderbares und Kostbares. Ich kann da sehr gut mitempfinden. Sehr schöne Fotos hast Du wieder mitgebracht von Deinem Ausflug.
    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Dir die ♥ Pauline ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Guten Morgen, liebe Pauline,
      diese Stille an der See ist so ungewöhnlich, dass einem fast etwas fehlt, wenn man dort steht und in die Ferne schaut. Andererseits ist sie sehr wohltuend und angenehm. Es war schon interessant, die Ostsee mal wieder, wie Katerchen das so schön sagte, mit einem Deckel drauf zu sehen. Der Deckel war allerdings schon ganz schön weich, wie man an etlichen Stellen doch sehen konnte.
      Liebe Grüße zurück und auch Dir und Deinem Hundchen schon mal ein schönes Wochenende ♥♥

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  4. kowkla123 sagt:

    diese Bilder sind sehr schön, aber wohl in diesem Jahr Vergangenheit oder was meinst du, ein gutes Wochenende

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    • Silberdistel sagt:

      Da magst Du Recht haben, das war wohl die letzte Möglichkeit in diesem Winter, die Ostsee noch einmal so zugefroren zu sehen. Man konnte am Dienstag schon sehen, dass das Eis langsam zu tauen begann.
      Liebe Grüße und auch Dir ein gutes Wochenende

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  5. giselzitrone sagt:

    Einen schönen Tag liebe Silberdistel ein schöner Betrag,und super schöne Bilder,ja Möwen gibt es ja bei uns nicht.Hier in Köln ist es heute sehr mild nur ein sehr starker Wind.Wünsche dir ein gutes und schönes Wochenende.Liebe Grüße Gislinde

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    • Silberdistel sagt:

      Möwen sind ja hier allgegenwärtig. Mir würde richtig etwas fehlen, wenn keine Möwen da wären 😉 Aber ich denke, das ist eine reine Gewohnheitsfrage. Manchmal sind sie ja auch ganz schön frech und stehlen den Leuten die Fischbrötchen aus der Hand 😀 Da würde man dann wiederum auch gern auf die Möwen verzichten.
      Hier ist es auch recht mild und die Sonne scheint heute sogar.
      Liebe Grüße zurück und auch Dir ein schönes Wochenende

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  6. einfachtilda sagt:

    Es ist wie Frühling bei uns, sehr mild und der Sturm tobt.

    GLG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Mild ist es hier auch. Wir haben 9° C, vom Sturm ist bei uns aber bisher noch nichts angekommen. Inzwischen ist allerdings die Sonne weg, die heute am Vormittag noch fleißig schien.
      Die letzten kleinen Schneeflecken verabschieden sich so langsam und ich denke, die Ostsee wird auch bald wieder überall eisfrei sein.
      GLG zurück und einen schönen Freitag – bei Sturm kann man es sich ja auch drinnen gemütlich machen 😉 ♥

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  7. eifeltussi sagt:

    Neee, wat schön, diese Fotos. Ich will zurück ans Meer! SOFORT!!! LG Elke

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  8. Eine tolle Atmosphäre, schöne Motive und ein sehr spannendes Licht auf deinen Fotos! Gefällt mir sehr!

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
    Michèle.

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist schon erstaunlich, wie sich die Atmosphäre verändert, wenn statt einer bewegten und eher dunklen Wasserfläche auf einmal alles mehr oder weniger weiß strahlt. Die eigenartige Stille noch dazu – etwas, das man nicht alle Tage hat. Es freut mich, wenn es mir gelungen sein sollte, diese für die See eher ungewöhnliche Atmosphäre so einzufangen, dass man sie auch beim reinen Betrachten der Bilder noch spüren kann.
      Liebe Grüße und auch Dir einen schönen Sonntag

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  9. Waldameise sagt:

    … ja, ich kann die Stille spüren. Wunderbar, liebe Silberdistel.

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  10. Winterlandschaften an der See wirken beschaulich und laden ein zur Einkehr, schöne Bilder, liebe Silberdistel 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Mitunter haben es die Winterlandschaften an der See aber auch besonders in sich, weil oft der Wind so erbärmlich pfeift. An diesem Tag war er zum Glück nicht so eilig unterwegs. Trotzdem waren wir am Ende ganz schön durchgekühlt, obwohl wir warm angezogen waren.
      LG an Dich

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