Das viele triste Grau, das die Natur uns im Moment bietet, lässt mich zumindest am PC immer wieder einmal in die BUNTE Welt meiner gesammelten Bilder flüchten. So bin ich unlängst noch einmal Foto für Foto hinauf auf den Kreuzberg gekraxelt.
Im Oktober letzten Jahres haben wir Silberdistels eine wunderschöne Woche genau zur Zeit der herrlichsten Laubfärbung in der Rhön verbracht. Leider war es oft regnerisch und winterlich kalt, schön war der Urlaub trotzdem. An dem Tag, als wir uns zum Kloster Kreuzberg auf den Weg machten, war es zwar kalt, aber es regnete wenigstens nicht. Sogar die Sonne getraute sich immer wieder einmal hinter den Wolken hervor und ließ mit ihren Strahlen die herrlichen Farben des Herbstes ganz wundervoll leuchten.

00Übrigens haben sich die Wanderwegsbeschilderer in der Rhön echt Gedanken über das Wandervolk, das durch ihre Wiesen, Felder und Wälder strebt, gemacht. Wir Silberdistels waren ganz hin und weg vor Rührung. Man hat ja fast schon Charakterstudien betrieben, um alles korrekt auszeichnen zu können. Die Ausschilderung des Wanderweges an der letzten Wegkreuzung zum Kreuzberg hinauf berücksichtigt sogar zwei unterschiedliche Wanderertypen für ein- und denselben Weg, nämlich Wanderer wie den Herrn Silberdistel, der immer gleich schnurstracks auf das einmal gewählte Ziel zustrebt – also ohne große Umwege, und solche wie Frau Silberdistel, die immer und überall wie klein Rotkäppchen vom Wege abkommt, weil sie noch Blumen für die Großmutter mit dem Fotoapparat einsammeln muss. Die männlichen Silberdisteln laufen demzufolge nur 0,6 km den Berg hinauf, während die Disteln à la Rotkäppchen immerhin 0,9 km zurücklegen müssen, bis sie schließlich den Berg bezwungen haben. Zurück sieht die Sache schon ganz anders aus. Rotkäppchen hat bereits auf dem Hinweg alles eingesammelt, was es brauchte. Es kann nun also straff und ohne Umwege bergab laufen. Satt und zufrieden ist es ebenfalls, denn es hat bei der Großmutter ausreichend Kuchen und Kaffee verzehren dürfen. Es möchte also nur noch auf dem kürzesten Weg nach Hause. Herr Silberdistel hingegen muss sich nun auf einen etwas weiteren Weg einrichten, da er der Großmutter nicht nur den letzten Rest Kuchen weggegessen hat, sondern bei den Mönchen auf dem Kreuzberg auch noch mächtig ins Bierfass schauen durfte. Infolge der Kreuzbergbier-Fass-Inspektion hat sich logischerweise Herrn Silberdistels Schwankungsbreite auf dem Weg hinab ins Tal doch um einige Zentimeter erhöht. Er wird also gut und gern dieses Mal 0,9 km zurücklegen müssen. Positiv ist, dass sich am Ende bei den Silberdistels alles wieder ausgeglichen hat. Für jeden war die Strecke also gleichlang, Herr Silberdistel war vielleicht ein klein wenig weniger k. o. als seine Gattin, weil sein langer Weg immerhin bergab verlief und infolgedessen nicht so schweißtreibend wie der lange Bergauf-Weg der Silberdistel war.

Übrigens, für Wanderer mit ganz anderen Ambitionen, für solche, die nie so recht zum Ziel kommen können, gibt es noch eine 3. Möglichkeit, hinauf zum Kreuzberg, allerdings auf einem anderen Weg. Sie können über 2,8 km langsam und gemütlich bergauf trödeln, bevor sie, wenn überhaupt, auf dem Kreuzberg ermattet aufschlagen. Das sei hier aber nur am Rande erwähnt. Wir Silberdistels, die mehr oder weniger Geradlinigen, sind ja nun schon lange am Kloster Kreuzberg angekommen und wir wollen uns auch weiter keine Gedanken über diejenigen machen, die vielleicht das Ziel total verfehlt haben. Schließlich haben wir Urlaub, wir wollen uns keinen Stress von ziellos dahinlaufendem Wandervolk machen lassen. Wir genießen lieber schon mal das herrliche dunkle Kreuzbergbier, ein riesiges Käsebrot mit Kreuzberggewürz und ein wundervolles herbstlich buntes Naturpanorama. Setzt Euch doch zu uns und schaut mit uns hinaus in die bunte Welt der Berge. Auch ein dunkles Bier und ein leckeres Käsebrot dazu?

Für Diashow eines der Bilder anklicken!


Kommentare
  1. Wolfram sagt:

    Auf Schlangenlinien wäre ich nicht zuerst gekommen als Folge des Biergenusses, sondern eher auf regelmäßige Abstecher hinter die Bäume: Bier wirkt diuretisch… 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Psssst 😉 Ich habe so getan, als wären mir die dauernden Zwischenaufenthalte an den Bäumen nicht aufgefallen 😉 Angeblich sind doch immer die Frauen diejenigen, die ohne Töpfchen nicht auskommen 😉 Ich habe die Strecke in einem Rutsch geschafft – ohne Baum und doppelten Boden. 😀

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  2. Elvira sagt:

    Ich dachte zunächst, ihr hättet einen Abstecher auf den Berliner Kreuzberg gemacht. Aber so tolle Fotos wären dort nicht entstanden. Obwohl! Der Kreuzberg, also der „Berg“ im gleichnamigen Bezirk, hat durchaus lohnenswerte Motive. http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Berlin)
    Liebe Grüße von Elvira

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  3. Andrea sagt:

    dann auf zum BERG liebe UTE..biste gut zuFUß……wünsche dir einen guten TAG….HERZlichst ANDREA:))

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  4. ann53 sagt:

    Bin mal kurz bei dir mitgeflüchtet liebe Silberdistel und war richtig schön! 😀
    Bei uns ist es auch noch immer grau in grau, was aber demnächst mit viel Farbe beim renovieren von Töchterchens&Family neuer Wohnung zumindest dort geändert wird. 🙄
    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich dir von Herzen ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Ein wenig Farbe jetzt tut doch richtig gut, nicht wahr? Obwohl wir uns heute nicht ganz so sehr beklagen können, die Sonne hat doch tatsächlich mal für einen Augenblick die Wolken weggeschoben. Nur, warum sie der Kälte hier so viel Freiraum gelassen hat, das habe ich nicht so recht verstehen können. Zur Sonne gehört für mich auch irgendwie Wärme. 🙄
      Liebe Grüße zurück und auch Dir ein schönes Wochenende

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  5. kowkla123 sagt:

    das ist auch echt toll, hier ist es nun ganz anders, bei dir sicher auch, alles Gute für heute, Klaus

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  6. giselzitrone sagt:

    Wunderschön und bund,wünsche dir einen schönen Tag,und ein gutes Wochenende.Lieber Gruß Gislinde

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  7. Frau Hummel sagt:

    Danke für die Einladung, ein kleines Dunkles und das angebotene Käsebrot nehme ich sehr gern. Es ist schön hier bei Euch… was für ein herrlicher Ausblick.

    Ich glaube, dass Herr Hummel und ich auch unbedingt einmal in die Rhön fahren sollten. Ich kann mich daran erinnern, dass wir schon das ein oder andere Mal dort in der Gegend waren, aber damals sind wir mit den Motorrädern unterwegs gewesen. Richtig schauen kann man da nur, wenn man mal rastet, während der Fahrt muss man mehr aufpassen als beim Autofahren.

    Ich denke, wir sollten auch einmal wieder einen Wanderurlaub machen. Danke für die Anregungen und die herrlichen Bilder. Bei uns hat es heute Nacht geschneit und es das Thermometer zeigt 6 Grad minus an. Daher hatte ich wirklich Freude an Deiner kleinen Reise in die Vergangenheit. Liebe Grüße schickt Dir Frau Hummel ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Gerne 🙂 Lecker, oder? Ja, und die Aussicht ist super.
      In die Rhön solltet Ihr ganz bestimmt einmal. Das ist eine wunderschöne Gegend. Die Motorräder könnt Ihr dann auf der Wasserkuppe anschauen, falls sie Euch irgendwie fehlen sollten. Dort stehen eigentlich immer welche. Scheint ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer zu sein.
      Hier ist es im Moment auch recht kalt. Letzte Nacht zeigte unser Thermometer -9,7° C Außentemperatur an. Selbst die Katzen verweigern den Ausgang 😉
      Liebe Grüße auch an Dich und Deinen Herrn Hummel

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  8. katerchen sagt:

    schön wenn man so WANDEREN geht…danke liebe Silbrdistel

    toll was so am Rand steht und der Blick in Weite,fein festgehalten von dir

    LG vom katerchen zum Wochenende

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    • Silberdistel sagt:

      Hätte ich nicht den Herrn Silberdistel bei mir, würde ich wahrscheinlich vor lauter Entdeckerfreude irgendwo am Wegesrand hängenbleiben und verhungern und verdursten 😀
      LG und auch für Dich ein schönes Wochenende

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  9. Ein schöner Bericht über den Kreuzberg. Die Gegend strahlt Ruhe und Erholung aus und auf Grund deiner Schilderung merke ich, dass dir dieser Ausflug sehr gut getan hat.
    Liebe Grüsse Ernst

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  10. IceQueen37 sagt:

    Danke, dass ich mitwandern durfte! 🙂

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