Ja, wir haben uns getrennt – Xaver und ich. Unsere Liebe war zu Anfang sehr stürmisch und leidenschaftlich. Wie bewunderte ich Xavers Kraft und Stärke, seine berauschende  Geschwindigkeit, mit der er sich fortbewegen konnte. Ich war schlichtweg fasziniert von ihm. Er hatte mein Herz quasi im Sturme erobert. Doch dann merkte ich, wie rücksichtlos, überheblich und zerstörerisch er mitunter sein konnte und meine Begeisterung für ihn ließ, so schnell sie begonnen hatte, wieder nach. Das war nichts für mich. Da sollte man so vernünftig sein und sich trennen. Es ist besser so, auch wenn Xaver es zunächst nicht so recht einsehen wollte. Als ich ihm mitteilte, dass ich genug von ihm hätte, musste er mir doch glatt noch beweisen, was für ein toller Kerl er ist und welch überschäumende Kraft in ihm wohnt. Aber letztendlich spielte wohl doch nur seine gekränkte Eitelkeit eine Rolle, als er  in meinem Garten einen armen unschuldigen Nistkasten an die Erde schmetterte. 15Das fand ich irgendwie dann doch unpassend und meinte: „Nun ist es aber genug! Geh bitte! Sofort!“ Erstaunt und merklich abgekühlt schaute er mich an, schnaufte hier und da noch ein wenig gekränkt durch den Garten, doch dann pustete er mir noch einmal, jetzt schon etwas sanfter, durchs Haar, streichelte mir ein letztes Mal die Wange und machte sich dann endgültig mit einem Luftkuss aus dem Staube. Als kleine Erinnerung an unsere ach so stürmische Zeit pustete er kleine rote Schäfchenwolken an den Morgenhimmel und als Entschuldigung für die Sache mit dem Nistkasten zauberte er fliegende Gänse in sein rotes Wolkengeschenk. Ich konnte nicht anders, ich habe ihm verziehen und das zauberhafte rote Himmelsgeschenk angenommen – mit der Kamera ganz festgehalten. Wo mag Xaver wohl jetzt sein? Ach, egal, ich will ihm nicht nachtrauern. Alles hat seine Zeit. Vielleicht ist er inzwischen ja auch viel ruhiger geworden und weht irgendwo als laues Lüftchen durch einen hübschen kleinen Schilfgürtel und plaudert dort ein wenig mit dem Schilf, dort an der Warnow, wo ich ihn einst entdeckte. Damals wusste ich nur noch nicht, dass er Xaver heißt.

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Kommentare
  1. katerchen sagt:

    ein wilder Bursche liebe Silberdistel
    aber sein Vorgänger war hier bei uns NOCH WILDER..
    trauern wir den BEIDEN nicht nach..freuen wir uns das wir nicht so arg zerzaust wurden..
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Xaver war hier schon ganz schön feurig, aber wir haben auch schon schlimmere Stürme erlebt. Nein, trauern müssen wir wirklich nicht, höchstens um die Bäume, die dran glauben mussten. Da hat es hier doch so einige erwischt. Xavers Abschiedsgeschenk am Himmel war aber eine echte Wucht 🙂
      Liebe Grüße auch zu Dir

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      • katerchen sagt:

        der Himmel ist die Wucht liebe Silberdistel..keine Frage

        nur Bäume gefällt hat Christian bei uns..Wurzel HOCH oder die dicken Bäume in der Mitte durchgebrochen.man kann es nicht glauben..aber es war leider so.

        LG aus dem Nebel vom katerchen

        hoffe den Katzenkindern geht es nun normal..nach dem Doc Besuch
        hier ist ein Chip noch keine Pflicht..nur für Hunde

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        • Silberdistel sagt:

          Oh, entwurzelte Bäume und ganze abgeknickte Wälder haben wir vor einigen Jahren in der Rhön gesehen. Ich weiß gar nicht mehr, welcher böse Sturm dafür verantwortlich war. Aber da blutete mir echt das Herz.
          Heute geht es den beiden flauschigen Vierbeinern schon wieder etwas besser. Ein wenig hängen sie aber immer noch wie ein Schluck Wasser herum. Das mit der Chip-Pflicht gibt es hier seit Anfang des Jahres.
          Inzwischen hat sich der Nebel bei uns gelichtet. Es war heute aber auch noch lange sehr undurchsichtig, grau ist es immer noch.
          Liebe Grüße zurück

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  2. einfachtilda sagt:

    Ziemlich wild hat er auch bei uns getobt.
    Deine Fotos sind herrlich und heute hatten wir auch mal wieder einen schönen Sonnenaufgang, war mir leider nicht möglich, ihn zu fotografieren.

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Es war fantastisch, wie sich die Wolken innerhalb weniger Augenblicke von diesem Blaugrau zu einem superschönen Rot bzw. Rosa entwickelten. Hat nicht lange gedauert und dann war alles wieder weg. Die Gänse dazu – das war schon ein schöner Anblick 🙂
      LG auch an Dich ♥

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  3. Andrea sagt:

    Von XAVER sind wir im Ruhrpott verschont geblieben….GOTT sei DANK und wie war es bei dir…..heftig?????Wünsche dir einen schönen MITTWOCH…..HERZlichst ANDREA:))

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  4. kowkla123 sagt:

    er hat schon seine Stärke gezeigt, wünsche dir einen guten Tag, Klaus

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  5. Gudrun sagt:

    Du hattest ja schon geschrieben, dass der Nistkasten wieder festgemacht ist. 🙂 Gut, dass der Sturm wieder vorbei ist. Wir haben nur noch ein bissel abbekommen.
    Dein Himmelsrot ist natürlich toll.
    Sag mal, verkriechen sich deine Katzen auch immer bei Sturm? Meine Kleo ist dann immer weit und ganz fort, unter Decken und Kissen.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Silberdistel sagt:

      Unsere Katzen sehen das mit dem Sturm recht locker. Allerdings mögen sie dann auch nicht rausgehen. Der Kater hat die ganze Zeit verschlafen. Die Katze wollte immer mal wieder gucken, ob denn der Sturm schon vorbei ist. Wenn ihr dann aber der Wind ins Gesicht blies, war sie selbst schnell wie der Wind und wieder im Haus.
      Liebe Grüße zurück in Dein Spinnstübchen

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  6. Strandsigi sagt:

    Liebe Silberdistel, das sind ganz tolle Fotos! So mag ich es 🙂
    Ich liebe es, den Naturgewalten zuzusehen, am liebsten würde ich mich bei einem Gewitter mitten zwischen die Blitze stellen, wenn es nicht so gefährlich wäre. Wenn ich Deine beiden Windgeschichten richtig deute, dann bist Du auch so eine 😀

    Liebe Grüße
    Sigi

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für Dein Lob, liebe Sigi 🙂
      Ja, es stimmt, ich mag diesen Naturgewalten auch gern zuschauen. Inzwischen wohne ich leider ein paar Meter von der Ostsee weg. Vor einigen Jahren hatte ich nur eine Straße zwischen meinem Heim und der See. Da war ich oft auch bei Regen, Schnee und Sturm am Wasser, weil ich diese brausenden und tobenden Gewalten so interessant finde. Manchmal habe ich da auch noch einige andere Irre getroffen 😉 😀
      Ein schlimmes Gewitter haben wir einmal hoch oben in den Alpen erlebt. Da habe ich mich allerdings doch etwas gefürchtet. Wir haben auch gemacht, dass wir schnell etwas tiefer kamen. Aber im Nachhinein betrachtet war es ein tolles Erlebnis.
      Liebe Grüße auch an Dich

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  7. Frau Hummel sagt:

    Ich beneide Dich immer wieder um Deinen hauseigenen Aussichtsturm 😉
    Fantastische Bilder… wunder- wunderschön 😀
    Es grüßt die emsige Frau Hummel ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Soll ich Deinen Neid noch in die Höhe treiben? 😉 Heute flogen wieder Kraniche über unsere Haus hinweg – recht tief. Ich war noch etwas schlaftrunken und noch nicht in der Lage, ganz schnell eine Treppe tiefer zu rasen, um den Fotoapparat zu holen. Dann hätte ich sicher den schönen Anblick verpasst. Also habe ich mich fürs reine Gucken entschieden. Das war wieder einmal ein erhebender Anblick.
      Was machst Du so emsig? *ganzneugierigguck* – backen, braten, kochen, bügeln, basteln, faulenzen, essen? 🙄
      Liebe Grüße an die emsige Frau Hummel ♥

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  8. Frau Hummel sagt:

    Du hast es geschafft: Nun bin ich neidisch 😉

    Backen, braten, kochen, bügeln, basteln, faulenzen? Schön wäre es, wir haben die Handwerker (schon seit vier Tagen) und ich darf den zehn! Herren hinterher putzen 😦
    Ganz liebe Grüße zu Dir und den winterharten Vögeln des Glücks ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Ich wusste es, dass Du nun neidvoll zu mir hochblickst … auf meinen Beobachtungsturm 😉 Verzeih … ich konnte nicht widerstehen. 😉
      Oh, Handwerker … und die kurz vor Weihnachten. Welch Geschenk! 😉 Bist Du traurig, wenn ich Dich da so gar nicht beneide?
      Lasst Dich mal als Trost ein wenig drücken und sei ganz lieb gegrüßt von der nieseligen Ostseeküste ♥♥♥

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      • Frau Hummel sagt:

        Danke für den lieben Drücker, nun geht es mir gleich besser 😀
        Bei uns fing der Tag sehr frostig an und später lachte die Sonne vom Himmel. Vorhin zog ein Schwarm Gänse durch die Nacht, ihre Rufe hallten lange zu uns herab, es müssen sehr viele gewesen sein. Ich hatte eine Gänsehaut…
        Ganz liebe Grüße schickt Dir die inzwischen ziemlich müde gewordene Frau Hummel ♥♥♥

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        • Silberdistel sagt:

          Gern 🙂 Ich hoffe, Dein Wochenende wird nicht auch so anstrengend wie die letzten Tage. Wir sind am Wochenende unterwegs – Geburtstag feiern. Dir also ein schönes, hoffentlich ruhiges Wochenende.
          Liebe Grüße zurück und eine gute Nacht ♥♥♥

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  9. Frau Hummel sagt:

    Achja, essen tue ich natürlich *lach*

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