… so schrien mir die Vögel aus meinem Garten zu, als ich endlich, endlich die Futtersaison eröffnete. Eigentlich habe ich jetzt noch fast ein schlechtes Gewissen, denn mit Sicherheit finden die Gefiederten überall noch mehr als genug Futter. Es ist noch relativ warm, der Boden nicht gefroren und eine Schneedecke kann ich beim besten Willen hier in meinem Garten weit und breit nicht entdecken, nicht einmal ein klitzekleines Körnchen Schnee. Dennoch saßen die Vögel schon seit Wochen rundum auf Bäumen und Sträuchern und haderten mit mir. Sonst hatte ich bereits Ende Oktober das Futterhäuschen aufgestellt und ab und zu einige Körner hineingestreut – zum Anfüttern gewissermaßen, damit die Vogelgesellschaft weiß, wo es etwas zu holen gibt, wenn plötzlich und unerwartet der Winter über uns herfällt. Inzwischen bin ich ein wenig klüger geworden, mir ist klar, diese Mühe hätte ich mir sparen können. Die Federbälle wissen sehr genau, wo es gewöhnlich Futter gibt und sie verstehen noch dazu ausgezeichnet, uns Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es längst an der Zeit ist, mit dem gehorteten Futter herauszurücken. Okay, ich habe mich nun endlich von den traurig blickenden Vogelaugen breitschlagen lassen und die Leckerbissen hervorgeholt. Schließlich weihnachtet es so langsam und auch die Vögel wollen diese Tage genießen. So haben mich die versammelten Federbälle aus meinem Garten mit ihren Blicken weichgeklopft und ich habe endlich die Futterkette hinausgehängt, eine Meisenknödelsammlung im Birnbaum stationiert und das Futterhaus wieder aufgestellt und sogar schon mit etwas Futter bestückt. Die Kette hing noch gar nicht richtig, ich war noch nicht einmal wieder im Haus, schon inspizierte die erste Kohlmeise meine kleine Gabe. Wenig später fand sich ein Rotkehlchen ein und grübelte darüber nach, wie es an all die Leckerbissen gelangen könnte. Es hat damit nämlich gewöhnlich so seine Probleme und kann oder will sich nicht wie Meisen und Spatzen an die Kette hängen. Meistens sitzt es unten an der Erde und pickt das auf, was die anderen Vögel hinunterfallen lassen. Wenn die Erde gefroren ist oder Schnee den Boden bedeckt, streue ich gewöhnlich noch etwas Fettfutter extra für mein Rotkehlchen auf die Erde. Jetzt wird es erst einmal mit dem auskommen, was Meisen und Co. beim Picken an Erdnüssen und Knödeln hinunterwerfen. Außerdem darf es ruhig noch das eine oder andere Insekt vernaschen.
Die Knödelstation war wenige Augenblicke nach dem Aufhängen voll besetzt – mit einer Schar Spatzen. Im Futterhaus sah es nicht anders aus. Blaumeisen und sogar eine Weiden- oder Sumpfmeise (ich kann sie einfach nicht auseinanderhalten) waren wenige Momente nach den Spatzen da, um ja nicht die Einweihungsfete zu verpassen.

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Der Vögel Welt in meinem Garten scheint nun endlich wieder in Ordnung zu sein. Na, und die Welt der Katzen auch. Sie können nun wieder ihre Winterleidenschaft ausleben und ungehemmt ihren ornithologischen Betrachtungen nachgehen.

Nie tanzen ihnen die Vögel so verdammt frech auf der Nase herum wie im Winter. Simon’s cat demonstriert sehr deutlich wie Silberdistels Katzen unter der überheblichen und unendlich frechen Vogelwelt zu leiden haben. Doch nun auf in Silberdistels Futterbar!

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    und wie bekannt kommt mir das vor liebe Silberdistel
    habe gerade das Häuschen neu befüllt..und wer hat genau geschaut WAS da passiert..der Herr Pauli..mann persönlich…
    er konnte nicht verstehen er hier unerwünscht war.
    LG zum Wochenstart vom katerchen der die kleinen GRAUEN auch Weidenmeise nennt..die werden es auch sein,denn die andere Sorten sind wohl eher knapp.

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    • Silberdistel sagt:

      Die Vögel fressen, als wäre tiefster Winter und als würden meterhohe Schneewehen ringsum das Bild bestimmen.
      Genau, unsere beiden Tiger müssen auch immer ganz genau schauen, was passiert. Ich glaube, im Winter mit den Vögeln so ganz unmittelbar vor der Nase, ist ihnen weniger langweilig als im Sommer.
      Ja, Du könntest schon recht haben, Katerchen, dass es sich hier um eine Weidenmeise handelt, obwohl wir hier ringsum viel sumpfiges Gelände haben. Wie ich gelesen habe, können wohl selbst Experten sie schlecht auseinanderhalten. Die eine trägt eine matte und die andere eine glänzende Kopfplatte. Manchmal denke ich, wenn die Sonne scheint, dann glänzt auch eine matte Kopfplatte. Na egal – es ist ganz sicher eine Meise 😉
      Liebe Grüße an Dich

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      • katerchen sagt:

        Futter..liebe Silberdistel so verfressen habe ich die Federträger auch am Futterhaus..??
        das mit der Meise..genau..egal die GRAUE Meise ist da und wir freuen uns.
        Gestern war der Specht auch schauen..mehr nicht.Erwischt habe ich ihn leider nicht.
        LG vom katerchen der sich wie du über die Besucher freut 😀

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        • Silberdistel sagt:

          Bei uns habe ich bisher nur ein einziges Mal einen Specht gesehen. Dafür schaut leider manchmal einer von den fliegenden Räubern mit dem krummen Schnabel vorbei, der sich hier wohl reiche Beute erhofft. Bisher war er zum Glück wenigstens hier an den Futterplätzen im Garten erfolglos.
          Liebe Grüße an Dich

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  2. kowkla123 sagt:

    du hast es aber toll vorbereitet, kann mir schon denken, dass dein Hausmitbewohner sich so manches mal ärgern wird über „freche“ Vögel, wünsche dir eine gute Woche, Klaus

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  3. Elvira sagt:

    Ich habe einmal gelesen, dass mit der Fütterung nicht erst bei Dauerfrost und geschlossener Schneedecke begonnen werden soll. Die Vögel bräuchten eine gewisse Anlaufzeit (ich denke, das müsste eher Anflugzeit heißen). Aber wenn ich das bei Dir so lese, scheint es doch so zu sein, dass Deine Vögel sehr gut wissen, wo sie ihre Zusatzportionen bekommen.
    Liebe Grüße von
    Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, Elvira, die Vogelfütterung ist und bleibt wohl unter den Vogelliebhabern ein ewiger Streitpunkt. Ich fange eigentlich immer schon mit der Fütterung an, bevor der erste Schnee liegt oder die Fröste zuschlagen. In diesem Jahr war es bisher aber noch so warm, dass ich es für unsinnig hielt, schon mit dem Füttern anzufangen. Es blühte und grünte noch so schön im Garten und Insekten waren auch noch jede Menge unterwegs. Aber jetzt dachte ich, die Vögel wollen doch sicher auch eine schöne Adventszeit haben 😉 Also kriegen sie sie auch bei mir, egal was die ganz gestrengen Vogelmenschen meinen 😉
      Ich bin jetzt allerdings davon überzeugt, dass diese Federbälle sich sehr gut merken können, wo sie im Winter gut versorgt werden. Ich denke, wenn man regelmäßig füttert, dann muss man sie gar nicht anfüttern. Vögel sollen ja ohnehin in der Tierwelt mit die Klügsten sein. Sie haben es mir aber jetzt auch wirklich bewiesen.
      Liebe Grüße auch an Dich, liebe Evira

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      • Elvira sagt:

        Wir haben ja nur einen Balkon und im letzten Winter auch zugefüttert. Auf einem Balkonkasten stand ein kleines Vogelhäuschen. Hier holten sich überwiegend Meisen ihr Fett weg. In einen weiteren Kasten habe ich das Futter direkt auf die Blumenerde gegeben. Hier bedienten sich regelmäßig meine Weißfederamsel plus Gattin sowie ein Ringeltaubenpärchen. Am liebsten hätte ich aber ein großes, überdachtes Futterhaus, damit die Körner und Nüsse auch bei Schnee trocken bleiben. Aber ich glaube nicht, dass es so große Häuschen gibt, in die auch die Täubchen hineinpassen würden.

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        • Silberdistel sagt:

          Du wirst lachen, aber in mein auch nicht so sehr großes Futterhaus hat sich sogar schon einmal eine Ringeltaube hineingezwängt. Ich habe leider nicht beobachten können, wie sie das geschafft hat. Ich streue in der Regel für die Vögel, die lieber an der Erde herumpicken, etwas Futter unter das Futterhaus. Das hatte einmal wohl nicht gereicht oder die Taube vermutete noch anderes Futter im Häuschen, das sie auch kosten wollte 😉
          Die Türkentauben sitzen regelmäßig im Futterhaus. Die sind aber dann doch ein Ende kleiner als die Ringeltauben.
          Liebe Grüße an Dich

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  4. giselzitrone sagt:

    Was für schöne Fotos ich wünsche dir eine gute neue Woche liebe Grüße Gislinde

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  5. einfachtilda sagt:

    Bin jetzt über Umwege zu dir gekommen, da der Beitrag mal wieder nicht im WP Reader ist 😦
    Viele andere auch nicht.

    Im Moment machen sich die Vögel bei mir rar, weiß nicht, was da los ist, ich glaube die brauchen Schnee oder Regen oder Sturm, dann kommen sie angedüst.

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Über Umwege? Ich hoffe, Du musstest nicht zu viel klettern 😉
      Hier ist gewaltig was los an den Futterstellen. Wahrscheinlich sind Deine Vögel nun auch hier 😉 Ich schicke sie mal wieder zurück.
      Liebe Grüße ♥

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  6. Christina sagt:

    😉 Ich habe auch letzte Woche Erdnüsse und Meisenknödel rausgehängt – obwohl auch hier noch kein Schnee liegt und die Vögel sicher noch etwas finden können. Aber zumindest den Singvögeln möchte ich das Leben schon ein wenig erleichtern, der Winter wird noch schwer genug.

    Liebe Grüße von Christina

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  7. Gudrun sagt:

    Ich war zu einem Vortrag von der Nabu. Mit dem Füttern soll man schon anfangen, wenn es kalt wird. Liegt Schnee müssen sie ihren Futterplatz schon kennen. Insekten gibt es jetzt bestimmt nicht mehr. Ich glaube, du hast es genau richtig gemacht. Und sie danken es dir ja auch. Sie nehmen deine Gastfreundlichkeit gerne an.
    Wieder zeigt du schöne Bilder aus deinem Garten. Hach, bloß gut, dass es meine Katze nicht sieht. Sie musste leider Innenkatze werden.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Silberdistel sagt:

      Liebe Gudrun, Du baust mich wieder auf 🙂 Endlich höre ich mal, dass auch der Nabu für das „Anfüttern“ der Vögel ist. Das beruhigt doch ungemein. Aber wie es scheint, liege ich eh richtig, denn ab Freitag sollen wir hier im Norden ja total einschneien – angeblich. Lassen wir uns also überraschen. Für die Vögel wird gesorgt sein 😉
      Hat sich Deine ehemalige Außenkatze eigentlich gut mit dem jetzigen Dasein als Innenkatze arrangiert? Ich weiß von einer Katze, die zuvor NUR draußen gelebt hat, dass sie mit dem Leben als reine Hauskatze in ihrem Rentnerdasein ausgezeichnet zurecht kam.
      Liebe Grüße auch an Dich

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  8. Waldameise sagt:

    Liebe Silberdistel,

    oh, wie beneidenswert, wie sich die Vögelchen bei dir schon tummeln. Welch schöne Fotos.

    Ich erinner mich an das vergangene Jahr bzw. die letzte Wintersaison. Nun ist es schon wieder soweit.
    Ich hoffe sehr, dass wir auch reichlich Gäste bekommen. Ich liebe die kleinen Turner in den Zweigen und könnte sie ewig lang beobachten.

    Ein lieber Gruß zu dir
    von der Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Sie haben sich wirklich nicht lange bitten lassen. Ich denke mal, ich wurde schon beobachtet, als ich die Futterplätze hergerichtet habe, denn sie waren ja fast sofort zur Stelle. Ich mag diese kleinen Wattebällchen auch sehr und freue mich jedes Mal riesig darüber, wenn sie zahlreich erscheinen und auch ab und zu mal einen Gast mitbringen, den man eher selten am Futterhaus sieht. Das winzige Wintergoldhähnchen im letzten Winter war eine ganz besondere Freude für mich.
      Liebe Grüße zurück und ich wünsche Dir, liebe Waldameise, ebenso zahlreiche Futtergäste, damit auch Du Deine Freude an ihnen haben kannst, denn sie live zu erleben, das ist ja doch immer schöner als nur auf Bildern

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  9. steinegarten sagt:

    Das ist aber ein üppiges Futterangebot – aber beim Beobachten wird mensch immer mit den schönsten Bildern belohnt – besonders das niedliche Rotkehlchen beobachte ich immer wieder gern .. LG Steineflora

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    • Silberdistel sagt:

      Naja, ist doch gleich Weihnachten. Die Vögel müssen das doch auch merken. 😉 Das Rotkehlchen zählt mit zu meinen Lieblingsvögeln. Pssst, aber nicht weitersagen, sonst sind die anderen vielleicht beleidigt 🙄
      Liebe Grüße zurück

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  10. the3cats+1 sagt:

    Lässt sich das Flugfutter eigentlich von uns Miezen beeindrucken? Die Mama überlegt nämlich uns ein Vogelhäuschen ans Fenster im 1. Stock zu bauen so daß wir unseren ornithologischen Betrachtungen folgen können *sabber* Die weiss nur nicht ob die dann überhaupt kommen und unser „Vogel-TV“ zum Leben erwecken würden. Nicht daß wir so eine Daily-Soap haben wo nüscht passiert.
    *Zwinkeraugen* Linus, Jasper, Lucy & Jinpa

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    • Silberdistel sagt:

      Das Flugfutter tut immer so cool, aber wenn es dann mal aus Versehen in unseren Wintergarten gerät, dann ist da nix mehr mit cool, dann steht da nur noch Panik in den Augen. Hatten wir schon mehrmals. Aber unsere Silberdistel entlässt die kleinen Paniker dann immer schnell nach draußen. Unsere Hilfe hat die Distel stets abgelehnt. Wieso bloß? 🙄
      Klar, auch im ersten Stock kann man das Flugfutter beobachten. Unser Herr Silberdistel hatte sogar an seinem Bürofenster im 2. Stock, wir betonen im ZWEITEN Stock, ein Futterhäuschen. Er hat davon immer berichtet. Da war ein so enormer Andrang an Federvolk, uns lief jedes Mal bei Herrn Silberdistels Erzählungen das Wasser im Maul zusammen. Wir durften leider nicht mit ins Büro 😦
      Redet Eurer Mama mal gut zu. 🙂 Ihr werdet einen erlebnisreichen Winter haben.
      Liebe Grüße schicken Euch die beiden Pelzträger aus dem Hause Silberdistel

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