Wenn’s nebelt und graut im Moor …

Veröffentlicht: 11. November 2013 in Natur, Pflanzen, Reisen, Sehenswertes, Unterhaltendes, Urlaub
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Gruslig, oder? Wenn nun vielleicht noch ein Hund in der Ferne ganz unheimlich heult, so wie in Arthur Conan Doyles Roman „Der Hund von Baskerville“, dann … dann möchte man vielleicht gar nicht so gern im Moor durch den Nebel stolpern. Aber egal, wir hatten Urlaub und wollten natürlich auch etwas erleben. Unser Oktober-Urlaub in diesem Jahr, ich habe schon mehrmals berichtet, fiel in eine Phase, die der Wettergott mehr kühl, nass und neblig gestaltet hatte denn sonnig und trocken. Warum also nicht ganz einfach aus einer Not eine Tugend machen? Das Schwarze Moor in der Rhön bot sich förmlich für ein solches Grusel-Experiment an. Es ist das größte Hochmoor in der Rhön mit einer Fläche von etwa 66 Hektar und liegt am sogenannten „Dreiländereck“ (Bayern/Hessen/Thüringen) auf einer Höhe zwischen 770 und 782 m ü. NN. Wo sollte man sich gruseln können, wenn nicht dort in diesem riesigen Moor.
00Doch dann kam alles ganz anders. Es nebelte dort oben in der Hohen Rhön wie auch unten im Tal, aber die grau-weißen Schwaden taten alles andere als uns zum Gruseln zu bringen. Sie waren eigentlich mehr in der Ferne zu sehen und so erschienen sie uns nicht einmal halb so gruselig wie wir vermutet hatten. Vor lauter Schönheit und Farbenpracht des Moores gerieten die Nebelgeister ganz in den Hintergrund. Wir waren überwältigt von dem, was uns das Moor bot – ein goldener Zauber hüllte uns ein. Noch nie zuvor hatten wir dieses Moor in einem Herbstkleid gesehen. Es war unsagbar schön. Wie hätte all das wohl ausgesehen, wenn es der Herbst noch dazu in ein strahlendes Sonnenlicht getaucht hätte? Andererseits gaben die Nebelschwaden, die in der Ferne durchs Moor geisterten, dem Moor zusätzlich etwas Märchenhaftes und Geheimnisvolles. Ich war weit entfernt davon, mich zu gruseln, es war viel zu schön. Die Schauer, die mir über den Rücken liefen, waren wohl eher der herbstlichen Schönheit des Moores, vielleicht noch der Kälte, geschuldet als irgendwelchen unheimlichen Moorgeistern. Wenn überhaupt Moorgeister dort waren, hatten sie sich gut getarnt mit all dem Gold, das das Moor durchflutete. Richtig gezeigt haben sich mir an jenem Tag nur drei Geister, einer so ziemlich zu Anfang unserer Moorwanderung, ein weiterer vielarmiger wie eine Medusa in der Mitte des Moorrundweges und der letzte kurz bevor wir den Holzsteg wieder verließen. Dieser letzte hatte sich in einem Birkenstamm versteckt und war von allen am besten getarnt. Aber alle waren an diesem Tage wohlgelaunt, wenn sich der letzte mir auch etwas in den Weg stellte. Die Moorgeister waren in Sonntagslaune und hatten keine Lust, uns zu verfolgen und uns in irgendwelche Moorlöcher zu schubsen. Sie winkten uns nur zu oder zwinkerten – ein wenig schelmisch sogar.
Also, wer mag, sollte uns begleiten, denn wenn das Gruseln SOOO schön ist wie an diesem Tage, dann möchte man, dass es nie und nimmer aufhört.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. Andrea sagt:

    Das ist wahre MAGIE……Wünsche dir eine GUTE WOCHE liebe UTE…HERZlichst ANDREA:))

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  2. Strandsigi sagt:

    Oh liebe Silberdistel, sind das schöne Bilder, ich beneide euch immer mehr um euren schönen Kurzurlaub. Ich liebe ja Moore, da ist noch alles drin, was auf dem freien Feld schon längst ausgemerzt ist.

    Liebe Grüße
    Sigi

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    • Silberdistel sagt:

      Moore haben auch für mich ihren eigenen Reiz. Dass es dort im Herbst ganz besonders toll aussieht, das weiß ich aber erst jetzt. Meistens waren wir im Frühjahr oder im Sommer dort. Da kann man auch Schönes entdecken wie z.B den Sonnentau.
      Liebe Grüße auch an Dich, liebe Sigi

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  3. giselzitrone sagt:

    Einen schönen Tag wünsche ich eine schöne Gesichte vom Moor und Nebelgeister ist etwas unheimlich.Sehr schöne Bilder sind das wieder,,an der Ahr ist heute auch viel Nebel,mal sehn wie es mit dem Wetter weitergeht.Wünsche eine gute glückliche schöne Woche liebe Grüße Gislinde.

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    • Silberdistel sagt:

      Mit richtig dickem Nebel wäre es wahrscheinlich doch etwas unheimlich gewesen. Aber so, der Nebel nur in der Ferne, das sah sogar ganz romantisch aus.
      Danke für die lieben Wünsche und auch Dir eine schöne neue Woche

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  4. Moorlandschaften haben etwas Besonderes. Spezielle Vegetation, manchmal unerwartete Weite, einen anderen Geruch, andere Geräusche, andere Bewohner. Ich mag Moorgegenden sehr! Das Das Besondere kommt bei deinen Fotos an vielen Stellen gut zum Vorschein und daher fühle ich mich ein bisschen wie vor Ort.
    Schön, dass du hier wieder über so ein Fleckchen Erde berichtest und die Bilder dazu hast!

    Liebe Grüße
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast es schön beschrieben – Moorlandschaften sind etwas ganz Spezielles, Besonderes, mit eigenen Geräuschen, Düften, einer ganz speziellen Pflanzenwelt … Wenn ich nur an die Bäume denke, die sich einen solchen Lebensraum erkämpft und sich an diese ganz besonderen Gegebenheiten angepasst haben. Ich staune manchmal, wie sie dort überhaupt noch überleben können. Doch, ein Moor ist schon ein besonders schönes Stückchen Natur.
      Ich freue mich, dass Du wieder dabei warst. Danke!
      Liebe Grüße auch an Dich

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  5. kowkla123 sagt:

    ist echt gut gelungen, die Geschichte und dazu wieder deine tollen Bilder, eine gute Woche wünsche ich, Klaus

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, Klaus 🙂 Moore haben auf mich immer wieder eine ganz besondere Anziehungskraft. Dort gehe ich gern auf Entdeckungsreise. Im Moor haben Pflanzen und Tiere so ganz andere Lebensbedingungen als in der sonstigen Natur. Es ist schon spannend, wie sich Pflanzen- und Tierwelt darauf eingestellt haben. Na, und für den Fotografen gibt es dort immer etwas zu entdecken.
      Liebe Grüße und auch Dir eine gute Woche

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  6. ann53 sagt:

    Ist schon bissl gruselig, aber auch faszinierend zu lesen! 😀
    Vor allem auch wirklich wunderschöne Bilder!!!
    Liebe Grüße und noch einen superschönen Tag wünsche ich dir von Herzen ♥

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    • Silberdistel sagt:

      So ein Moor ist schon faszinierend – egal in welcher Jahreszeit. Allerdings hat es mir jetzt im Herbst bisher am besten Gefallen. Ich hatte bisher keine Vorstellung davon, in welche Schönheit der Herbst ein Moor verwandeln kann. Das hat mich echt beeindruckt. Naja, und der Nebel in der Ferne hat es fast noch schöner gemacht. An einigen Stellen sah es fast verwunschen aus – eher weniger gruselig 😉
      Liebe Grüße und auch Dir einen superschönen Tag ♥

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  7. ich war noch nie an einem moor, faende das von deinen bildern her zu urteilen aber mal sehr interessant. von gruselig kann da gar keine rede sein. da gibt’s bratwurst zu essen 😀 und die umgebung sieht soo schoen aus. ich hoffe ihr hattet eine schoene zeit dort und habt euch gut erholen koennen.

    lg
    Sammy

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    • Silberdistel sagt:

      Ein Moor ist schon ein faszinierendes Stückchen Natur – so ganz anders als das, was man sonst so kennt. Aber die Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren sind ja auch eigens an das Moor angepasst. Du hast schon recht, es war alles andere an diesem Tag als gruselig. Dazu war das herbstliche Moor viel zu schön, viel zu farbenfreudig und dazu passte sogar der Nebel irgendwie. Es war eine schöne Zeit und gut erholt haben wir uns auch. Danke, liebe Sammy 🙂
      Liebe Grüße zurück an Dich

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  8. katerchen sagt:

    ein Moor ist schon etwas sehr BESONDERES..dieses ist ja gut begehbar liebe Silberdistel..unser Moor hat kaum Wege,eher Trampelpfade..das ist schon so eine Sache wenn man sich da nicht auskennt.
    Liebe das Moor.. so weit und schön für das Auge,besonderes wenn alles bunt ist.
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist dort allerdings auch nur ein geringer Teil des Moores begehbar. Moor und Menschen zuliebe hat man diesen Holzsteg gebaut. So schaden wir Besucher dem Moor nicht, wir können das Besondere eines Moores trotzdem bewundern und sind andererseits sicher, dass wir nicht bei einem Fehltritt gleich im Moor versinken 😉 Wobei solche Moorwege ohne Holzsteg auch ihren Charme haben. Ich finde es immer toll, wie wunderbar dort oft der Boden federt. Aber man sollte schon wissen, wo man langgehen kann und wo eher weniger.
      Liebe Grüße auch an Dich, Katerchen

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  9. Christina sagt:

    Wunderschön! Ich hätte nicht gedacht, dass ein herbstliches Moor sich in so viele verschiedene Farbvarianten kleidet… Wirklich magisch. Und diese Bretterstege übers Moor – schon die alten Germanen haben Knüppeldämme gelegt, um in kein Moorloch zu fallen. Lauter Badestellen für Geister… *Lach* 😉

    Liebe Grüße von Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Ich war auch echt überrascht von der wunderbaren Farbenvielfalt des Moores. Das hat mich echt beeindruckt – war einfach toll.
      Ja, da haben wir wohl von den alten Germanen gelernt – mit den Moorstegen. Na, nach dem Bad möchten die Geister schließlich auch mal auf dem Trockenen stehen 😉
      Liebe Grüße auch an Dich

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  10. Einfach herrlich dein Bericht über dieses Moor. Mir gefallen diese Naturlandschaften auch besonders gut, nur gibt es bei uns nicht mehr so viele. Man muss sich gut auskennen, damit man weiss, wo die meist nicht sehr grossen Gebiete liegen. Deine Bilder geben einen einmaligen Einblick in diese mystische Welt. Ich war in den 90er Jahren einmal in der Lüneburger Heide und im Store Moss Nationalpark in Südschweden. Ja, diese Welt passt mir – sie lässt der Fantasie freien Lauf.
    Liebe Grüsse in den Norden vom saukalten Süden 😉 Ernst

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    • Silberdistel sagt:

      Danke! Ja, Moore sind ein doch ganz besonderes Stückchen Natur, hochinteressant und wundervoll anzusehen. Das Herbstkleid des Moores hat mich ganz besonders begeistert. Da hättest Du der Silberdistels Augen leuchten sehen können 😉
      Grüße aus dem Norden zurück in den Süden – auch hier nasskalt und ungemütlich, dunkel und trist

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  11. the3cats+1 sagt:

    Puh, wir dachten schon das sei ein Schießstand *bibber* Zum Glück ist es ein Aussichtsturm *freu*
    *Zwinkeraugen* LiJaLuJi

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