Noch einmal möchte ich auf unsere wunderschönen Urlaubstage in der Fränkischen Schweiz zurückschauen. Erst recht spät entdeckten wir Silberdistels, sicher auch in Ermangelung ordentlicher Wanderkarten, die Burgenstraße, nämlich erst am vorletzten Urlaubstag. Grund genug, irgendwann noch einmal die Fränkische Schweiz als Urlaubsziel anzupeilen, denn Burgen ziehen uns immer wieder magisch an, und an der Burgenstraße gibt es davon eine unendliche Fülle. Unsere Burgenstraßenerkundung begann mit der Burgruine Neideck. Sie befindet sich im Veldensteiner Forst des Naturparks Fränkische Schweiz in der Nähe des Dorfes Streitberg. Man kann die Burgruine über diverse Wanderwege erreichen. Wir begannen unsere kleine Wanderung in Niederfellendorf, einem Ortsteil vom Markt Wiesenttal. Durch das Tal und den kleinen Ort schlängelt sich das Flüsschen Wiesent, dem der Markt und das Tal ihre Namen verdanken.
Der Weg, den wir hinauf zur Burg wählten, verlangte uns so einiges ab. Ein leichter Spaziergang ist von etwas anderer Art. Zunächst wunderten wir uns nur, mitten im Wald einen verlassenen Kinderwagen vorzufinden. Doch bald stellte sich heraus, dass der Weg so steil bergauf verlief, dass es ganz sicher kein Vergnügen war, auch noch einen mit einem Kleinkind besetzten Wagen den Berg hinaufzuschieben. Unterwegs trafen wir wenig später einen schweißüberströmten Papa, der gerade dabei war, sein Kind aus einem ebensolchen Wägelchen, wie wir es wenige Augenblicke zuvor am Rande des Waldweges weiter unten entdeckt hatten, herauszuheben und es der Mama zu übergeben. Der geplagte Vater zog mit dem Wagen bergab davon, sicher, um ihn neben dem anderen, bereits zurückgelassenen, Gefährt zu parken. Offensichtlich war es immer noch leichter, die Kinder zu tragen, als sie den steilen Berg hochschieben zu müssen. Den Weg, der sicher auch gut mit einem Kinderwagen zu bewältigen wäre, den benutzten wir Silberdistels später für unseren Abstieg. Ob die geplagten Eltern diesen eher gemütlichen Abstieg nach der Extremsportübung auch noch gefunden haben oder ob sie erneut den Steilhang hinunter gekraxelt sind – mit lebendem Gepäck im Arm? Wer weiß? Letztendlich werden sicher nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern gut geschlafen haben.

Etwas abgekämpft und leicht durchfeuchtet hatten wir Silberdistels schließlich den Aufstieg zur Burgruine Neideck hinter uns gebracht. Sie steht auf einem Hochplateau, das schon aus vorgeschichtlicher Zeit als Siedlungsplatz bekannt ist. Erstmals findet die Burg 1312 urkundliche Erwähnung. Sie befand sich zu der Zeit im Besitz von Konrad II. von Schlüsselberg. Er ließ sie sogar noch zu einer vergleichsweise großen Festung ausbauen. Nach einer Belagerung wurde die Burg zerstört. Wiederaufbau und Zerstörung lösten sich im Laufe der Jahre immer wieder ab. Schließlich wurde sie im II. Markgrafenkrieg 1553 in Brand gesteckt und fast restlos zerstört. Seit dieser Zeit ist die Burg bereits Ruine und wurde z. T. von den Bewohnern des Tals über die weiteren Jahrhunderte als Steinbruch genutzt.

1996 begann der Landkreis Forchheim mit umfassenden Erhaltungsmaßnahmen. Im Jahre 2008 konnten die Sanierungsarbeiten abgeschlossen und zugleich ein Archäologischer Park eröffnet werden. Die einzelnen Teile der Burganlage sind sehr schön beschildert und beschrieben. Der Besucher kann sich so ein Bild davon machen, wie das Leben auf einer Burg damals aussah bzw. welche Funktionen beispielsweise eine Schildmauer und eine Brustwehr hatten, wie ein Wohnturm aussah und wie Torbereich, Brücke und Hauptburg gestaltet waren.

Was noch interessant war, auch auf der Burg fanden wir wieder die „berühmten“ Liebesschlösser. Na? Welches Schloß war wohl mein Favorit? Genau, das Schlösschen mit der Gravur „WIR“   😉

Also dann, Lust zu einem kleinen Rundgang?

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. Andrea sagt:

    Wieder eine Bruchlandung im SPAM**FG**????Ich will doch in den TEICH….HERZlichst ANDREA:))

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  2. kowkla123 sagt:

    ja, da ist es auch schön, da waren wir auch schon, eine gute Woche, KLaus

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  3. katerchen sagt:

    eine schöne Gegend liebe Silberdistel..die Belohnung für die Mühe..

    Der Blick durch das FENSTER..das gefällt mir sehr und ein Schloss mit WIR ist klasse.
    LG vom katerchen vom flachen Land ohne Burgen

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    • Silberdistel sagt:

      Du sagst es, liebes Katerchen. Von dort oben konnte man die ganze Schönheit erst so richtig bewundern. Es hat uns dort schon sehr gefallen. Aber wir kommen immer wieder in unser plattes Land zurück. Hier ist es nämlich auch schön 😉
      Liebe Grüße von Flachland zu Flachland 😉

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  4. ann53 sagt:

    Zur Ruine Neideck und der wunderschönen Umgebung bloggte ich auch schon mehrmals, weil auch für uns ein sehr schönes und gar nicht so weit entferntes Ausflugziel liebe Silberdistel.
    Superschöne Bilder und auch wieder klasse von dir beschrieben! 🙂
    Liebs Grüßle ♥ ☀

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  5. Ich mag so altes Gemäuer ebenfalls sehr. Ich glaube, Du kennst meine Vorlieben gut – ok, das ist ja nicht nur für mich!!! Ein schöner Bericht, liebe Silberdistel. Grüsse zu dir in den Norden. Bei uns hat nochmals der Spätsommer Einzug gehalten. Liegestuhl unter dem Baum – Nee, nei, nein, Garten neben Küche und Esszimmer neu gestalten, respektive mal alle abräumen. Mein Rücken….?!?!

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    • Silberdistel sagt:

      Ich weiß, dass Du solch altes Gemäuer magst. Man kann es ja auch oft genug bei Dir im Blog bewundern. Es ist immer wieder spannend, solche Überbleibsel der Geschichte anzuschauen und sich vorzustellen, wie man früher leben musste. Ich denke, wir haben es heute unvergleichlich bequemer. Wenn man dann ab und zu in der Geschichte zurückwandert, weiß man das, was man hat, eigentlich erst so richtig zu würdigen.
      Liegestuhl unterm Baum – na, ab und zu wirst Du doch auch einmal im Garten eine Pause machen – eben wegen des Rückens 😉 Nur Arbeit ist auch ungesund. Aber in meinem Garten wartet auch noch die übliche Herbstarbeit. Ich habe aber den Vorteil, dass mein Garten doch recht überschaubar ist. Da bleibt vielleicht noch einmal ein wenig Zeit für den Liegestuhl übrig, wenn denn die Sonne mitmacht 😉
      LG in Deinen herbstlichen Garten

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  6. […] hatte hier im Blog über unseren Ausflug zur Burg Neideck berichtet. Schon damals hatten wir uns vorgenommen, sollte es uns noch einmal nach Franken […]

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