Wir Silberdistels schwelgen immer noch in Urlaubserinnerungen. Man muss die vielen Eindrücke, die man in knapp zwei Wochen gesammelt hat, schließlich irgendwie verarbeiten – wegen des Urlaubseffektes, der natürlich möglichst lange anhalten soll. So werden wir hier also noch öfter in Sachen Haustauschurlaub unterwegs sein. In meinem letzten Beitrag hatte ich bereits über einen Ausflug zum Burgschloss Cadolzburg in der Nähe von Nürnberg berichtet – einer Hohenzollernburg. Die Burg oder das Schloss (wie man möchte, denn es ist ein Mix aus beidem) befindet sich in dem gleichnamigen Ort, oder besser Markt, Cadolzburg. Nicht nur die Burg ist sehenswert, auch Cadolzburg selbst. Des besseren Überblicks wegen sollte man vielleicht ganz einfach mit einer Turmbesteigung beginnen. Cadolzburg hat nämlich einen wunderschönen und weithin sichtbaren Aussichtsturm zu bieten. Unsere beiden Stadtführer, entfernte Verwandtschaft, die ganz in der Nähe von Cadolzburg ihr Zuhause hat und uns zu diesem Ausflug eingeladen hatte, erzählten uns, dass dieser Turm ein unbedingtes Muss wäre, und so begann unser Rundgang mit einer Turmbesteigung. Unsere Klettertour wurde mit einem netten Erlebnis eingeleitet – wahrscheinlich extra für die Touristen inszeniert. Wie immer kramte ich natürlich meine Kamera hervor, um den urigen Turm im Bild festzuhalten. Was war das dort oben? Ein Vogel umkreiste laut rufend den Aussichtsturm. Die Rufe klangen wie die eines Turmfalken, und dann sah ich einen zweiten Vogel in einer Fensternische des Turms sitzen. Erfreut stellte ich fest, es waren Turmfalken, und … knips … hatte ich die beiden Greifvögel im Kasten.
So, dann los – auf den Turm! Der Aufstieg war eine ziemliche sportliche Übung, aber dort oben wartete ja eine Belohnung auf uns, und tatsächlich – der Blick ins weite Frankenland hinein war einfach herrlich. Da hatten sich die Münchner Lokalbahn-AG gemeinsam mit dem Markt Cadolzburg wirklich etwas Schönes einfallen lassen, als sie 1893 diesen Turm erbauten. Die Lokalbahn-AG hatte ein Jahr zuvor ihre Bahnstrecke Fürth-Zirndorf nach Cadolzburg verlängert. Um nun den Ausflugsverkehr auch ordentlich zu fördern, kam man auf die Idee, diesen Aussichtsturm zu bauen. 1924 gesellte sich ein Wanderheim dazu, das regen Zuspruch fand und somit auch der weithin sichtbare Aussichtsturm, der sich im Laufe der Jahre zu einem Wahrzeichen des kleinen Ortes gemausert hat.
Genug in die Ferne geblickt – der Magen knurrte und erinnerte uns daran, dass es allerbeste Mittagszeit war. Auf ging’s in die aufregende City von Cadolzburg. Hübsche kleine Fachwerkhäuschen waren zu sehen, ansonsten allerdings kaum eine Menschenseele. Nur der Italiener höchstpersönlich, der war zu sehen. Er stand vor seiner Pizzeria und lächelte uns freundlich entgegen. Es wäre allerdings an diesem Tag ausnahmsweise auch ohne das Lächeln gegangen, denn die Gastlichkeit, die wir eigentlich ansteuern wollten, hatte wegen Urlaubs geschlossen. Da war nichts mit echt Fränkischer Küche, die wir gern getestet hätten. Also … freundlich zurückgelächelt und wieder einmal Pizza und Co. – aber das Essen war durchaus lecker und der Italiener ein ausgesprochen netter Wirt. Gesättigt und guter Dinge ging es zunächst hinüber zum Burgschloss mit dem hübschen Burggarten. Darüber hatte ich bereits berichtet. Heute wollen wir uns dem kleinen Ort Cadolzburg an sich widmen, und ich höre jetzt auch auf zu schnattern. Ach ja, vorher schnell noch eine kurze Geschichte. An einem Teil der Burgmauer kann man ein kleines Männchen entdecken – den Grehiedl. Er soll, wie aus einer Tafel im Ort hervorgeht, „ein hartherziger Henkersknecht und ein richtiger Bauernschreck“ gewesen sein. Der grüne Hut, den er stets trug, gab ihm seinen Namen. Dieser Gerichtsknecht soll es oft mit seiner Arbeit übertrieben haben. Der Burgherr hat ihn deshalb angeblich dort einmauern lassen, wo man heute diese Steinfigur findet. Seit jener Zeit geistert der Grehiedl durch die Burg und durch den Ort.
So, nun ist aber wirklich Schluss mit meiner Schnatterei. Das übernehmen ab sofort die Enten, und davon trafen wir so einige unterwegs …

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. Andrea sagt:

    SCHÖNe Aufnahmen von der BURG……wünsche dir einen schönen FREI-TAG…HERZlichst ANDREA:))

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  2. einfachtilda sagt:

    Das sind ganz herrliche Fotos, so einen Spaziergag möchte ich auch mal wieder unternehmen, denn Burgen gibts hier in der Nähe auch, aber das Wetter ist nicht gerade freundlich und zuviel Regen.

    Wnsche dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße von Mathilda ♥

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  3. kowkla123 sagt:

    den Bildern nach war es bestimmt wunderschön, schönen Freitag, Klaus

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  4. Ein idyllisches Fleckchen und sehr viele schöne Fotos zu deinem Bericht! Sie vermitteln einen sehr guten Eindruck vom Charakter des Ortes/der Burg und der Landschaft drumherum.

    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, es ist wirklich ein schönes und auch ein idyllisches Fleckchen Erde. Andererseits wird die traumhafte Kulisse der Burg auch zu vielfältigen Veranstaltungen genutzt, wie wir uns haben erzählen lassen. Dann quillt der kleine Ort förmlich über vor Menschenmassen und aus einem kleinen verträumten Marktflecken wird eine Hochburg des Lebens.
      Liebe Grüße zurück und ein schönes Wochenende für Dich

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  5. katerchen sagt:

    einmal um den Puddig..wie man so sagt.
    Liebe Silberdistel es ist toll WAS da alles vor die Linse kam.
    DANKE für die schönen Bilder.
    ein schönes Wochenende wünscht das katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast es erfasst, Katerchen *grins* – einmal um den Pudding herum, der einen aber fast erschlägt, wenn man an seinem Fuße steht und zu ihm hinaufschaut. Ich finde, gerade in so kleinen Orten kommt einem fast mehr vor die Linse als in sehr großen. Aber sicher sieht man hier mehr, weil es nicht solche erschlagende Fülle gibt.
      Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende

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  6. Waldameise sagt:

    Herrlich … da wär ich gern dabei gewesen, liebe Silberdistel. Danke, dass ich ein wenig träumen durfte.

    Mein Favorit: Foto 27

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    • Silberdistel sagt:

      Ich denke, der kleine Spaziergang rund um die Burg hätte Dir ganz sicher auch gefallen. Es ist ein hübscher und bemerkenswerter Ort inmitten von viel wundervoller Natur.
      Foto Nr. 27 – ich fand es toll, was Blumen aus einem kleinen, fast ungepflegten Chaos alles machen können 😀

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  7. Frau Hummel sagt:

    Liebe Silberdistel, ich habe seit langem endlich wieder die Zeit und Muße ein wenig in Deinem Blog zu stöbern. Du und Herr Silberdistel haben viel erlebt und gesehen in der letzten Zeit. Ich habe, nachdem ich Deine Berichte mit den wunderschönen Bildern gesehen habe, richtig Lust auf Deinen Spuren zu wandeln. Vielleicht verschlägt es mich und Herrn Hummel irgendwann einmal wieder in diese schöne Gegend… Danke, dass Du uns an Deinen Erlebnissen teilhaben lässt. Ich lese sehr gern hier in Deinem Blog 😀

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    • Silberdistel sagt:

      Schön, dass Du wieder einmal Zeit und Ruhe für einen Besuch bei mir hattest. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Wie es scheint, hat es Dir auch viel Spaß gemacht. Es würde mich freuen, wenn Du hier Anregungen für einen Urlaub in einer wunderschönen Gegend gefunden hast. Es würde Dir und Deinem Herrn Hummel dort ganz sicher gefallen. Grüß den Hummelmann von mir.
      Danke für Deinen Besuch und die „Blumen“ und ganz liebe Grüße in Deine Heide

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