Vielleicht erinnern sich diejenigen, die hier im Bücherstaub öfter einmal zu Besuch sind, an unseren Ausflug in den kleinen Ort Bad Doberan. Bekannt ist er durch sein Münster, durch seine Nähe zur Ostsee und sicher auch durch den G-8-Gipfel, der 2007 im 6 km entfernten Ortsteil von Bad Doberan, in Heiligendamm, stattfand. Hier noch einmal zur Erinnerung ein paar Bilder von unserem Ausflug vor einem Jahr zum Doberaner Münster mit seiner herrlichen Parkanlage.

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Nicht zuletzt dürfte sich der kleine Ort auch durch seine Schmalspurbahn, die heute noch zwischen Bad Doberan über Heiligendamm bis zum Seebad Kühlungsborn und zurück verkehrt, einen Namen gemacht haben. Im Volksmund wird diese kleine Dampfeisenbahn liebevoll Molli genannt. Als wir Silberdistels im letzten Jahr um diese Zeit dem Doberaner Münster einen Besuch abstatteten, haben wir leider die Bahn nicht vor die Linse bekommen. Aber jetzt am Montag sind mir ein paar Schnappschüsse gelungen. Wir hatten für ein paar Tage Besuch, mit dem zusammen wir ein wenig die Gegend hier an der Ostseeküste erkundet haben. Als wir am Montag wieder zurück nach Hause wollten und dabei durch das kleine Städtchen mit dem Münster kamen, mussten wir der dampfenden Schmalspurbahn die Vorfahrt einräumen. Dadurch kam ich endlich zu meinen Fotos von der hübschen Bahn namens Molli. Zu ihrem Namen soll die Kleinbahn durch ein Missverständnis gekommen sein. In der Zeit, als die kleine Bahn ihre ersten Fahrten machte, wurde sie immer wieder von vielen Schaulustigen bewundert. Unter ihnen soll einmal auch eine Dame gewesen sein, die einen kleinen Mops mit sich führte. Als der Hund die Lokomotive kommen sah, riss er sich los und stürmte der fauchenden und dampfenden Lok wild bellend entgegen. Voller Aufregung soll die Dame hinter dem Hund hergerufen haben: „Molli, Molli bliew stan!“ (übersetzt: Molli, Molli bleib stehen!). Der Schaffner des Zuges ließ wegen der aufgeregten Rufe die Bahn anhalten, und so kam die kleine Schmalspurbahn zu ihrem Namen Molli.
Es ist heute immer noch ein Ereignis, wenn der dampfende Molli durch die Straßen Bad Doberans bimmelt. Dann ruht gezwungenermaßen z. T. der andere Straßenverkehr und alles schaut andächtig lächelnd der kleinen Bahn hinterher. Ich mag diese hübsche alte Bimmelbahn und ich bin froh darüber, dass es sie immer noch gibt. Sie ist auch ein lieber Teil Erinnerung, der in meine Kindheit gehört. Oft genug sind wir an Wandertagen ein Stück mit dem Molli gefahren, standen auf der Plattform oder schauten aus dem geöffneten Fenster zu, wie die kleine Lok dunkle Dampfwolken in den Himmel spie, und ließen uns dabei den Wind um die Ohren wehen. Aber auch später im Erwachsenenalter hat mich die kleine dampfende Eisenbahn noch viele Male an die Ostsee nach Heiligendamm oder Kühlungsborn getragen, um dort einen erholsamen Badetag zu verbringen, einen Einkaufsbummel zu machen oder am Strand oder auf der Promenade entlang zu wandern.
Übrigens, wer mag, kann jetzt am 8. August etwas ganz Besonderes erleben, wenn er den Sonderzug um 18.00 Uhr ab Kühlungsborn West nimmt – nämlich einen Raubüberfall während der Fahrt.

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Kommentare
  1. katerchen sagt:

    Kindheitserinnerungen..das Schnaufen und zischen…ja liebe Silberdistel.Schön das es Molli gibt
    Danke für die schönen Bilder
    mit einem LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Ich kann mich auch noch an die harten Holzbänke erinnern, wenn wir mit der großen Dampfeisenbahn zur Oma gefahren sind. Da hätte ich damals schon gern bequemere Sitze gehabt. Aber die dampfende Lok war immer ein kleines Wunder für mich.
      Ja, aber der kleine Molli ist schon etwas ganz Besonderes. Viele gibt es wohl von diesen Schmalspurbahnen nicht mehr. Ich finde es immer wieder toll, wenn man trotz des Alters und sicher auch erhöhten Pflegebedarfs solcher kleinen Eisenbahnen einen Weg findet, um sie zu erhalten. Ich glaube, der Stadt Bad Doberan würde echt etwas fehlen, wenn diese kleine Bahn nicht mehr da wäre.
      Einen lieben Gruß zurück zu Dir, Katerchen

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  2. andrea sagt:

    Eine SCHÖNE BAHN…da kannste so ganz an das REISE(n)denken…..ich fahre gerne BAHN wenn die net wieder Verspätungen hat….kommt ja des öfteren vor oder??**FG**eine schöne ERLEBNISreise wie ich finde….wünsche dir einen schönen MITTWOCH…HERZlochst ANDREA:))

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  3. Mathilda sagt:

    Molly ist klasse, so etwas gibt es auch im Harz und deine Fotos sind klasse!!

    LG Mathilda 😉

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  4. giselzitrone sagt:

    Wünsche einen schönen Morgen Klasse Bilder ,da werden Erinnerungen wach war ja eine schöne Zeit mit den Danpf lok Lieber Gruß Gislinde

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  5. Gudrun sagt:

    Die kenn ich mal, die kleine Bahn. 😀 Du beschreibst sie ja fast liebevoll, liebe silbrige Distel. Wenn es nicht so weit wäre, würde ich mich ganz mutig den Räubern stellen. Jawohl.
    Gruß von der Gudrun

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    • Silberdistel sagt:

      Diese hübsche kleine Bahn MUSS man einfach liebevoll beschreiben. Ich mag es, dieses kleine Eisenpferdchen, und kann mir gar nicht vorstellen, dass es diese hübsche Eisenbahn vielleicht irgendwann einmal nicht mehr geben sollte. Ich glaube, wer sie einmal gesehen hat oder sogar damit gefahren ist, der wird sie auch mögen.
      Oh, Du bist mutig und würdest Dich sogar den Räubern stellen. Finde ich toll! 😀
      Liebe Grüße auch zu Dir, liebe Gudrun

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  6. kowkla123 sagt:

    ja, den Molli mag ich auch sehr gerne, gehört einfach zu unserem Ländchen dazu, schönen Mittwoch wünsche ich, Klaus

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  7. Elvira sagt:

    Das wäre etwas für meine eisenbahnaffine Familie!

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  8. Frau Hummel sagt:

    Und wenn man so bedenkt, dass Molli nun schon 127 Jahre fährt… eine tolle Sache.

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  9. Michaela sagt:

    Urlaub ist vorbei und die Blogwelt hat mich wieder!
    Wobei Urlaube immer viel zu kurz sind *seufz*
    Nur mit einer kleinen Änderung, mein Blog ist umgezogen.
    Die andere Seite wird heute noch geschlossen.

    Ab jetzt bin ich hier zu finden:

    http://coffeeaustria.wordpress.com/

    Ganz lieben Gruß, Michaela

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    • Silberdistel sagt:

      Schön, dass Du wieder da bist. Ich hoffe, der Urlaub war schön und erholsam. Danke für den Link zur neuen Wohnung Deines Blogs. 🙂 Ich habe ihn mir natürlich gleich weggespeichert.
      Einen lieben Gruß zurück zu Dir

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  10. Wolfram sagt:

    Alfred Andersch hat Rerik als Handlungsort für sein Buch „Sansibar oder der letzte Grund“ ausgewählt. (Ich glaube, Rerik wäre zu klein dafür, aber sei’s drum.) Das Buch ist auch verfilmt worden. Wir hatten im Schulunterricht die Freude am Buch und am Film; im Gedächtnis geblieben ist mir dabei allerdings nur eine Szene, wo der Protagonist auf dem Fahrrad gen Rerik fährt und sich mit der Eisenbahn ein Rennen liefert. Das er verliert.
    Als ich einige Jahre später – wir lasen das Buch 1988 oder Anfang 1989 – mal nach Kühlungsborn kam, stellte ich fest: das Rennen war „falsch herum“ aufgenommen worden, Zug und Radfahrer fuhren gen Doberan. 😀

    Molli ist eine ganz besondere Schmalspurbahn, denn seine Loks und Wagen haben immer nur dort gedient. Das ist seiner mecklenburgischen Spurweite von 900mm geschuldet, größer als die schmale Rügensche, sächsische und Lenz’sche Spur von 750mm, aber kleiner als die Meterspur der Harzbahnen.

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, so ist das manchmal mit Filmszenen 😀 Wenn man dann irgendwann einmal die Möglichkeit hat, an den Originalschauplatz zu kommen, merkt man so manches Mal, dass der Regisseur da seiner künstlerischen Freiheit Raum gegeben hat. Uns ist das, ich kann jetzt nicht mal mehr sagen wo, auch schon einmal aufgefallen.
      Ah, bei der Schmalspurbahn spricht jetzt der Fachmann 🙂 Dass der Molli 900 mm Spurweite hat und immer nur hier gedient hat, das weiß ich, alles andere habe ich eben von Dir hinzugelernt. Die Harzbahn kenne ich z.B. auch. Ich finde es schön, dass uns von diesen kleinen Bahnen doch noch so einige erhalten geblieben sind, zumal sie für meine Begriffe ein sehr interessanter Teil regionaler Geschichte sind.

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      • Wolfram sagt:

        Sie sind Teil regionaler Geschichte – und der Erschließung der Fläche, bzw. der engen Seitentäler in gebirgigen Gegenden, wo bis zum Ausbau der Straßen in den Sechzigern die Industrie angewiesen war auf diese Transportmöglichkeit.

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        • Silberdistel sagt:

          Ja, die Bahn war ja einmal das wichtigste Transportmittel. Eigentlich schade, dass alles mehr und mehr auf die Straße verlegt wird.

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          • Wolfram sagt:

            Angeblich ist es billiger… und die Bahn kann kein Just-in-Time.

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            • Silberdistel sagt:

              Gut, die Bahn kann vielleicht nicht so schnell reagieren, aber denkst Du wirklich, dass es per Straße billiger ist?

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              • Wolfram sagt:

                Nein, eigentlich glaube ich das nicht. Aber die Bahn hat seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg immer aus eigenen Mitteln ihre Fahrwege unterhalten müssen, während der Straßenverkehr die seinen aus Steuermitteln bezahlt bekommt, das hat sich auch mit der LKW-Maut nicht wesentlich geändert.
                Und Just-in-Time enthebt eben der Vorhaltung von Lagern, und Lager sind das, was heute so teuer ist. Ich weiß gar nicht warum, aber es ist wohl so. Weshalb beispielsweise Bücher nicht in großen Auflagen gedruckt werden, die dann mehrere Jahre verfügbar bleiben, sondern immer nur in kleinen Auflagen – und dann rennt man ihnen im Antiquariat hinterher. Oder Modelleisenbahnen – zwischen den Katalogen von Märklin aus 1965 und 1980 gibt es Entwicklung, aber auch viel Kontinuität, zwischen 2005 und 2010 sind nur ein paar Dauerbrenner verblieben, alles andere wechselt dauernd. Bitte schnell kaufen, wir lagern nichts.

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  11. […] jedenfalls waren immer sehr spannend und lustig. Meine Erlebniskleinbahn heißt allerdings “Molli” und die fährt zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn. Aber nun schnell zurück zu […]

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