Es klingelt an der Tür … Es ist weder der Weihnachtsmann, der eine Kiste Bier bringt, noch der Postmann mit einem Paket  und auch die Postfrau, die meistens nur Rechnungen bringt, ist es nicht. Welch Glück für den letzteren Fall, so haben wir unser Geld noch zwei Tage länger. Aber spätestens dann bringt die Christel von der Post ganz sicher wieder eine Rechnung. Sie ist oft so unendlich grausam zu uns. Aber lassen wir jetzt einmal die Postfrau Postfrau sein. Wir wollen ja wissen, wer nun in Wirklichkeit an der Haustür der Silberdistels geklingelt hat.

01-Süßkirschen

01-Süßkirschen

Es war der Nachbar, ja der Nachbar. Er stand dort nett und freundlich wie Rotkäppchen und trug ein kleines Körbchen voller Kirschen mit sich und fragte, ob wir Silberdistels gern dieses Körbchen Süßkirschen würden haben wollen.

02-Süße Kirschen - wie lecker

02-Süße Kirschen – wie lecker

Voller Rührung nahm Herr Silberdistel das kleine Geschenk entgegen und reichte es sogleich an seine Gattin weiter. Oh, welche Freude, zumal die Silberdistels von den Kirschen im eigenen Garten in diesem Jahr nur zwei kleine Kirschlein essen konnten.

03- Ohrgehänge - Erinnerung an die Kindheit

03- Ohrgehänge – Erinnerung an die Kindheit

Alle anderen brauchten die Amseln für sich und ihre Großfamilie. So ist das mit den Untermietern, die man großzügig mit Futtergaben über den Winter bringt, sie glauben nun, dass ihnen auch das gesamte Obst, das der Garten hergibt, im Sommer zur freien Verfügung steht.

04-Familie Amsel hat fleißig gepflückt

04-Familie Amsel hat fleißig gepflückt

Vom Teilen mit den Vermietern haben sie noch nie etwas gehört. Als die Silberdistel zur Kirschenernte schreiten wollte, war einfach nichts mehr übrig. Naja, diese beiden Kirschen, von denen oben die Rede war, waren noch übrig … und ein paar Kirschsteine hingen auch noch am Baum mit ein wenig Restfleisch der Kirsche – das sollte doch wohl für die Distels genügen.
Wie gut, dass die Nachbarn auf ihre Kirschen besser aufgepasst haben als die Silberdistels. So kommt die Dame des Hauses doch noch in den Genuss, darüber nachgrübeln zu können, was man alles aus leckeren Süßkirschen zaubern kann. Man könnte sie natürlich gleich so aufessen wie die beiden einsamen Kirschen aus dem eigenen Garten. Allerdings wäre „man“ in diesem Falle nicht Mann, da der Gatte leider keine frischen Kirschen verträgt. Seine Allergie lauert immer und überall und wenn die nur Kirschen hört, reibt sie sich bereits frohen Mutes die Hände und wartet auf ihren Einsatz. So beginnt es eher vor dem inneren Auge der Silberdistel zu köcheln als dass sie weiter darüber nachdenkt, sich dem Rohgenuss der Kirschen zu widmen. Schließlich soll der Gatte auch etwas von diesem Nachbarsgeschenk haben. Während sich die inzwischen in eine Hausfrau verwandelte Silberdistel dennoch die eine und andere Kirsche in den Mund schiebt, blättert sie bereits fröhlich in einem ihrer Marmeladen-, Gelee- und Konfitürenkochbücher. Ihr schießt nämlich sogleich die Frage durch den Kopf, ob man denn auch aus Süßkirschen einen leckeren Aufstrich für die Sonntagsbrötchen herstellen könnte. So richtig findet die Distel in der Kochliteratur aber nicht, was sie sucht. So ist also wieder einmal die Sache mit „Versuch macht kluch“ angesagt. Kurz und schmerzlos kombiniert die kreative Hausfrau mehrere Rezeptvorschläge aus Buch und Internet, das sie sicherheitshalber auch noch befragt hat, miteinander und schon hat sie wieder ein Marmeladenrezept verschlimmbessert neu geschaffen – die beschwipste Kirschkonfitüre á la Silberdistel.

***

Wer nun noch Süßkirschen hat und sich noch dazu getraut, das nachzukochen, was die Silberdistel wieder einmal aus vielen Rezeptvorschlägen zu einem neuen Rezept á la Silberdistel umgeändert hat, der benötigt für einen Zauber aus Kirschen, Rum und Mandeln folgende Zutaten:

1 kg entsteinte Süßkirschen
125 ml braunen Rum
1/2 Eßlöffel gemahlenen Zimt
1 Päckchen Vanillenzucker
1 Fläschchen Vanille-Aroma
1 Fläschchen Rum-Aroma
Saft von 2 Zitronen
50 g gehobelte Mandeln (die hatten wir noch vom letzten Johannisbeerkuchen übrig)
500 g Gelierzucker (2:1) – P.S.: Jeder nehme wieder den Gelierzucker aus der eigenen Region (die Silberdistel muss nun diesen für sie falschen allerdings erst aufbrauchen – später nimmt sie dann „Nordzucker“)

05-Zutaten für den beschwipsten Brotaufstrich

05-Zutaten für den beschwipsten Brotaufstrich

Dann kann es also losgehen. Zunächst sollten wir die Kirschen entsteinen und evtl. gleich etwas kleinschneiden. Danach dürfen sich Kirschen, Gelierzucker und Vanillezucker miteinander vermischen und sich für ca. 2 Stunden zur Ruhe setzen.

06-Kirschen entsteinen, kleinschneiden, mit dem Gelierzucker vermischen und ziehen lassen

06-Kirschen entsteinen, kleinschneiden, mit dem Gelierzucker vermischen und ziehen lassen

Während dieser Ruhephase für Obst und Süßigkeit sollte sich die Hausfrau nicht auch noch zur Ruhe legen. Sie tut besser daran zu sehen, wie sie Hände und vollgespritzte Küche wieder von der roten Kirschfarbe befreien kann. Wenn sie sich klug angestellt hat, hat die Hausfrau die Kirschen natürlich gleich im Garten entsteint und die Naturfarbe dort belassen, wo sie auch hingehört. Wenn die Marmeladenköchin noch dazu OP-Handschuhe bei der Kirschenoperation getragen hat, war sie sehr clever und hat nun tatsächlich die zwei Stunden Zeit, die sie nett und angenehm nutzen kann – es muss nicht unbedingt am PC sein, ein Buch tut’s auch. Die Silberdistel liest sich gerade durch „Garou“ von Leonie Swann.

07-Zwei Stunden später - wir kocken die Konfitüre

07-Zwei Stunden später – wir kochen die Konfitüre

Ja, und schon sind die zwei Stunden Wartezeit wie im Fluge vergangen, und aus der Urlauberin Silberdistel wird wieder eine Hausfrau, die es unaufhaltsam in die Küche treibt. Die Kirschen sehen nett aus, wir stellen sie auf den Herd, geben alle anderen Zutaten hinzu und lassen das Ganze nach Kochanleitung auf der Gelierzuckerpackung kochen. Das werden in der Regel wieder einmal zwischen 3 und 5 Minuten Kochzeit sein. Anschließend kann unsere Konfitüre in die vorbereiteten Gläser gefüllt werden, Schraubdeckel drauf und fertig ist wieder einmal eine leckere Konfitüre – ehrlich, sie schmeckt ausgezeichnet. Natürlich haben wir sie probiert und für nachahmenswert befunden. Sie macht den bevorstehenden Tag zugleich etwas freundlicher, denn die gute Laune der leicht beschwipsten Konfitüre überträgt sich wie durch Zauberhand auf des Gemüt des Konfitürengenießers und entlässt ihn voller Schwung, Elan und Begeisterung in den neuen Tag.

08-Und wieder einmal haben wir fertig

08-Und wieder einmal haben wir fertig

Also dann – guten Appetit!

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    hier wohnen EINDEUTIG Leckermäulchen

    Ktischen..die Stare sind so flott..die haben hier auch die Kirschen für SICH im Bauch gebunkert.
    LG vom katerchen

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  2. einfachtilda sagt:

    Lecker lecker und herrliche Fotos.

    Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße. Wir erwarten heute große Hitze und ich muß mal schauen, was ich mit meinem Besuch anstelle.

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Ist wirklich lecker 🙂 Wenn man das einfach mal so zusammenköchelt, dann weiß man ja nie so genau, ob es denn auch wirklich genießbar ist 😉 Die bessere Konfitüre ist ja eigentlich die mit Sauerkirschen. Aber nun weiß ich für die Zukunft, was ich aus meinen Süßkirschen machen kann, wenn denn die Vögel mal mehr als nur zwei Kirschen übrig lassen 😉
      Wir bekommen am Sonntag Besuch. Hoffentlich ist es nicht zu heiß, damit man auch etwas unternehmen kann. Nur im Haus hocken ist, das ja auch nicht so toll.
      Liebe Grüße auch zu Dir

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  3. andrea sagt:

    Beschwingt—beschwippst…..hihihi…ganz egal….hauptsache es schmekct…hast ja wieder leckere SACHEn)bei dir….mopse mir mal eine KIRSCHE von dir hihihi…..schwinge dich auf zu den Zerplück(e)denTAG ALLer-wölkchen………da kannste SPASS haben…und wirst so richtig verWIRBEL(t)in den STRUDEL(n)…..Wünsche dir also einen schönen beschwingten FREI-TAG HERZlichst ANDREA:))

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, bediene Dich nur – Du wirst feststellen, dass es gaaaaanz lecker schmeckt.
      Dann auch Dir einen schönen Freitag und liebe Grüße. Hier ist es schon jetzt ganz heiß 😦

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      • andrea sagt:

        ich habs doch schon probiert……..deine leckeren SACHE(n)bei mir gibt es auch gleich leckerr sachen in WP…hab zuHAUSE schon ALLes gegessen doch auf WP..gibbet genug…..zur ErFRISCHUNG hab einen schönen nicht zu heißen TAG….HERZlichst ANDREA))
        Beschwingen WIR uns in den TAG……auf der LEBEN(s)SPIRALE…..

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  4. Gudrun sagt:

    Du bist aber eine Liebe, dass du sogleich an den Gatten denkst. Gelungen sehen sie aus, deine Leckereien. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal frische Kirschen gegessen habe.
    Gut hast du deinen Einsatz in der Küche dokumentiert. Mathilda hat Recht, deine Bilder sind klasse.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht die Gudrun.

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    • Silberdistel sagt:

      Aber sicher, ich werde doch meinen Gatten nicht vergessen 😉 Er kann nur ganz wenige Obstsorten roh genießen. Dann soll er wenigstens etwas in verarbeitetem Zustand davon haben.
      In unserem Garten haben wir eigentlich nur relativ wenig Obst, im Grunde nur so viel, wie man fast gleich verbrauchen kann. Trotzdem haben selbst unsere Säulenbäumchen manchmal erstaunlich viel getragen. Da fällt dann immer etwas für einen Kuchen oder für Gelees und Marmeladen ab, womit dann auch Leckereien für den Winter gesichert sind.
      Danke für das Lob zum Beitrag an sich. Kochen nach Bildern macht doch viel mehr Spaß, finde ich. 😉
      Liebe Grüße und auch Dir, liebe Gudrun, ein schönes Wochenende

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  5. Zwei Dinge zu deinem heutigen Blogpost, den ich natürlich sehr gern verfolgt habe, liebe Silberdistel:
    1) Das Rezept klingt wieder verlockend – allerdings ich wäre mit beschwipst. Schon das Anschauen eines Mon Chérie hat gefühlt katatrophale Auswirkungen bei mir. ^^ (PS Ihr habt echt nette Nachbarn!)
    2) Bei mir im Garten klauen die Untermieter auch ungefragt. Ich habe nie Erdbeeren von meinen kleinem Monatserdbeeren-Bestand, und vorgestern habe ich wieder das Eichhörnchen beim Plündern des Haselnussstrauches erwischt. Es bleibt nie auch nur eine Nuss übrig! Das ist ein verfressenes Pack im Garten, ich sag’s dir! Obwohl das Eichhörnchen dann von irgendwo anders wieder fremde Walnüsse als Geschenk anschleppt. Ich habe hin und wieder die Baumsprösslinge …
    Liebe Grüße sendet dir und dem Herrn Silberdistel, der sehr froh sein kann, dass du ihm die Kirschen allergieunkritisch zauberst,
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Mir geht es auch nicht anders mit Alkohol – ein wenig reicht schon aus, um beschwipst zu sein. Mon Chérie bleibt trotzdem ein guter Renner bei mir. 😀
      Doch, Du hast recht, wir haben nette Nachbarn. Darüber sind wir sehr froh. Nachbarstreitigkeiten wären ja so gar nicht mein Ding.
      Unsere Monatserdbeeren verflüchtigen sich auch oft wie von allein. Wir haben hier scheinbar zahlreiche Mitesser. Aber was soll’s. Ich teile gern, auch wenn die Mitesser oft die größere „Hälfte“ für sich beanspruchen 😀
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für Dich wünschen die Silberdistels

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  6. ann53 sagt:

    Wieder soooooooo lecker und dem herrlichen Sommer entsprechend liebe Silberdistel
    Erwischte aber schon zu oft fast ausschließlich mit Maden bewohnte Kirschen im In- und Ausland (Ungarn) dass ich, wenn auch mit noch so viel Rum versetzt, keine Kirschen mehr essen kann 😀
    Hatte heute bei 35°C übrigens auch extra ein Bad für die Amseln in den Garten gestellt und sah richtig lustig aus, wie die sich daran erfreuten 😀 Hatte nur meine Kamera nicht geladen und deshalb keine so schönen Bilder.
    Liebs Grüßle und noch ein wunderschönes sommerliches Wochenende wünsche ich dir ♥☀♫ ♫

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    • Silberdistel sagt:

      Da muss ich Dir leider zustimmen, was die Bewohner der Kirschen betrifft. Auch bei diesen Kirschen hier musste ich leider so einige aussortieren, weil ich Fleischzulagen in der Konfitüre auch nicht so mag. Zum Glück sind trotzdem noch ausreichend Kirschen übrig geblieben, die es sich dann nachher im Glas gemütlich machen durften. Ich bin ein Kirschenesser, der erst IMMER in die Kirsche guckt, bevor er sie in den Mund steckt. Die Kirschenbewohner im Mund mag ich mir lieber gar nicht erst vorstellen. Dann schüttelt es mich.
      Wir hatten gestern NUR 32° C. Trotz der Hitze gefällt mir der Sommer so besser als das, was wir davor hatten. Bei uns steht auch immer ein frisch aufgetanktes Vogelbad im Garten. Die Vögel sind recht dankbar dafür – es ist Bad und Tränke in einem.
      Liebe Grüße zurück und auch Dir ein schönes Sommerwochenende ♥

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  7. gageier sagt:

    Hallo liebste Freundin wünsche dir einen schönen Tag und eine gelungene Woche viele liebe Grüße Klaus aus Köln

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