Am Samstag haben mein Herr Silberdistel und ich uns nach Warnemünde getraut. Irgendwie war es eine dumme Idee, dazu das Auto zu nehmen. Wahrscheinlich wären wir zu Fuß  fast schneller gewesen. Wir hatten die letzte Ampelkreuzung auf der Stadtautobahn vor Warnemünde noch gar nicht richtig hinter uns gelassen, da standen wir schon im Stau und es ging von da an nur noch im Schritttempo vorwärts. Wie beneidete ich doch die Radfahrer, die fröhlich an uns vorbeiradelten. Nach gefühlten Stunden waren wir endlich am Ortseingangsschild von Warnemünde angekommen – nichts wie rauf auf den ersten Parkplatz gleich rechts am Ortseingang. Mit großartiger Parkplatzsuche im Ort wollten wir uns nun nicht auch noch aufhalten. Die Warnemünder selbst wissen es nur zu gut, zu dieser Jahreszeit und noch dazu bei diesem fantastischen Sommerwetter ist es nahezu unmöglich, in dem kleinen Ostseebad einen Parkplatz zu finden. Von ihnen würde man bei einem solchen Unterfangen nur ein schelmisches Kopfschütteln ernten. Besser beraten ist man, sich für einen der großen Parkplätze am Ortsrand zu entscheiden und sich dann zu Fuß auf in den Ort zu machen. Unser Ziel war auch nicht der Strand, diese Menschenmassen wollten wir uns nun dann doch nicht antun. Wir wollten schlicht und einfach nur zum Wochenmarkt auf dem Kirchenplatz. Unsere Salamivorräte mussten wieder einmal aufgestockt werden. Im Herbst vorigen Jahres hatten wir im Klockenhagener Museumsdorf, über das ich hier schon berichtet habe, zum Erntedankfest einen kleinen Stand mit leckeren Fleisch- und Wurstspezialitäten entdeckt. Wie sich herausstellte, ist der Anbieter auch allwöchentlich mit seinem Warensortiment auf dem Warnemünder Wochenmarkt zu finden. Ihm sollte nun am Samstag unser Besuch gelten. Nach einer Viertelstunde Fußmarsch hatten wir den Kirchenplatz mit seinem Wochenmarkt erreicht und unseren Wursthändler gefunden. Unsere Salami war schnell gekauft, sodass wir noch Zeit für einen kleinen Rundgang durch Warnemünde hatten. Wir machten uns zunächst zum Warnemünder „Strom“ auf. Dort sind auch die meisten der Bilder, die hier heute zu sehen sind, entstanden. Vielleicht vermitteln sie einen kleinen Eindruck über das rege Leben, das die Warnemünder alljährlich im Sommer heimsucht. Wer solche Menschenansammlungen mag, ist hier sicher bestens aufgehoben. Weiter sind wir am Warnemünder Leuchtturm vorbei gelaufen, über die Alexandrinenstraße, in der das alte Pfarrhaus steht, dann über den Georginenplatz und schließlich die Friedrich-Franz-Straße entlang bis wir wieder den Kirchenplatz erreicht hatten. Vom Kirchenplatz aus ging es über Mühlenstraße und Richard-Wagner-Straße zurück zu unserem Auto. Wenn man vom Kirchenplatz kommend am Ende der Mühlenstraße nach links in die Richard-Wagner-Straße einbiegt, kann man für einen kurzen Moment durch eine Häuserlücke die Mühle sehen, die der Mühlenstraße einst ihren Namen gab. Mit diesem Mühlenblick endet auch unser kleiner virtueller Rundgang durch das Ostseebad Warnemünde. Zehn Minuten später saßen wir Silberdistels wieder in unserem Auto und machten uns auf den Heimweg. In der Gegenrichtung  zum Strand hatten wir nun ein völlig ungehindertes Fahrvergnügen, in Richtung Strand war der Verkehr inzwischen sogar noch um einiges dichter geworden. Das also ist Warnemünde bei diesen hochsommerlichen Temperaturen. Wie es am Strand aussah? Ich weiß es nicht, kann es mir aber lebhaft vorstellen.  Dieses für mich eher zweifelhafte „Vergnügen“ muss ich jetzt mit solch enormen Menschenmassen wahrlich nicht haben. Auch im Spätsommer kann man an der Ostsee noch schöne Badestunden erleben. Oft ist das Wasser noch lange bis in den Herbst hinein angenehm warm und dann ist es wirklich und wahrhaftig ein Vergnügen, sich in die salzigen Fluten zu stürzen. Da kann man dann echten Spaß ohne Ende haben.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    hoffe die Schwalbe war nachher nicht die DUMME.liebe Silberdistel
    Hatte im letzen Jahr Schwalben beim Nestbau beobachtet,da wurde auch Schlamm verarbeitet..zum Abend hin lag das Nest am Boden..:(
    LG vom katerchen der einen guten Start in die Woche wünscht

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    • Silberdistel sagt:

      Das habe ich nun nicht weiter verfolgt. Ich habe aber gesehen, wo sie hingeflogen ist mit ihrer Algensammlung. Meinst Du, ich sollte die Gegend nach heruntergefallenen Nestern absuchen 🙄 Aber dann werden sie eh noch einmal von vorn anfangen müssen mit dem Bauen. Ich denke, sie wollte die getrockneten Algen zum Auspolstern des Nestes haben.
      Liebe Grüße und auch Dir, liebes Katerchen, einen schönen Wochenbeginn, der hier mit Regen eröffnet wurde

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  2. giselzitrone sagt:

    Wünsche einen schönen Montag schöner Bericht,hier in Köln gibt es gar keine Schwalben mehr,ist an für sich schade, sind aber auch keine Bauernhöfe weit und breit.Schöne Fotos wieder Wünsche dir noch eine gute neue Woche lieber Gruß von mir.Gislinde

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, liebe Gislinde, freut mich, dass Dir der Bericht gefällt. Wir haben hier vorrangig die Rauchschwalben. Es gibt hier noch einige mehr oder weniger große Scheunen und dergleichen, wo sie bauen können. Sie nutzen auch gern große offene Hallen von Autohäusern 😀
      Liebe Grüße zurück und auch Dir eine schöne neue Woche

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  3. Liebe Silberdistel, ich war zwei Tage zuvor, am Donnerstag, in Warnemünde, und auch an einem ganz normalen Wochentag und ohne Warnemünder Woche oder Hanse Sail, war ein Gedränge, dass wir uns doch schnell aus dem unmittelbaren Gewühl verzogen haben.
    Einen Teil der Straßen und den Kirchplatz, den du erwähnst, habe ich auch abgelaufen, war dann noch vorne an der Mole (Hafeneinfahrt) und habe dem Heimatmuseum einen Besuch abgestattet. Irgendwie war es doch nett, wieder in ruhigere Gefilde zu kommen. Nichtsdestotrotz ist der Anblick der vielen bunten Schiffe auf dem alten Strom oder auch der Häuser, die dort entlang des Ufers stehen schon schön … Freue mich, hier vertraute Szenen zu entdecken!

    LG Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      Oh, ganz in meiner Nähe warst Du? Da hätten wir uns ja fast zu einem Kaffee treffen können. Ja, zur Warnemünder Woche oder gar zur Hansesail ist hier natürlich noch viel mehr los. Aber jetzt war es auch schon ganz schön arg. Wir waren am relativ frühen Vormittag unterwegs, aber selbst da waren wir froh, als wir dem Menschenstrom wieder entfliehen konnten. Früher sah es am Alten Strom ganz anders aus. Da hatte man noch mehr die Atmosphäre eines Fischerdorfes, weil da vorrangig Fischerbote das Bild am Alten Strom prägten. Fischernetze hingen zum Trocknen am Kai oder es wurden von den Fischern die Netze repariert. Man konnte ihnen quasi bei ihrer Arbeit zuschauen. Jetzt findet man dort eigentlich vorwiegend Ausflugsdampfer oder Sportboote. Das alte Bild hatte mehr Flair, obwohl Warnemünde auch zu DDR-Zeiten schon weit entfernt von einem Fischerdorf war. Da war Warnemünde fast so etwas wie die große Badewanne der Berliner 😀
      Da passte mein Beitrag ja heute fast wie die Faust aufs Auge 😉 Ich hatte nicht gedacht, dass Du quasi vor meiner Haustür warst. Auf jeden Fall schön, dass es Dir hier gefallen hat.
      Liebe Grüße zurück zu Dir

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      • Es passte ganz ausgezeichnet! Vielen Dank! Und da ich jetzt lese, dass du in dieser Ecke direkt zu Hause bist (ich war mir nie sicher, wie weit eure Ausflugsfahrten, von denen du im Blog berichtest, gehen), werde ich mich bei meinem nächsten Besuch in dieser Region vorher mit dir in Verbindung setzen. Auf diese Art wird es spätestens dann etwas mit einem gemeinsamen Kaffee! Das ist eine schöne Idee!

        LG Michèle

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        • Silberdistel sagt:

          Das mit unseren Ausflugsfahrten hast Du schon ganz richtig gesehen. Wir fahren oft recht weit in der Gegend herum. Bis zur Ostsee haben wir es nun allerdings gar nicht weit. Es sind zwischen 10 und höchstens 20 Minuten mit dem Auto, eigentlich nur abhängig von der Richtung, in die wir fahren. Wir haben sogar viele Jahre direkt in Warnemünde gewohnt. Dem weine ich immer noch eine Träne nach. Na dann, vielleicht sehen wir uns ja irgendwann einmal zum Kaffee.
          Liebe Grüße und einen schönen Abend für Dich

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  4. andrea sagt:

    Ein schöner ERLEBNIS-BERICHT……ich wäre gerne dabei geWESEN..hab einen schönen MonTAG….HERZlichst ANDREA:))

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  5. einfachtilda sagt:

    So schöne Fotos hast mitgebracht und die kleine Schwalbe ist allerliebst. Dann lasst euch mal die Salami schmecken 😀

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Danke 🙂 Die Schwalbe hat sich von all diesen Menschenmassen gar nicht beeindrucken lassen. Wir haben ihr eine ganze Weile bei ihrer Sucharbeit zugeschaut. Alles rannte hektisch rum, nur wir schauten der Schwalbe zu 😀
      Die Salami ist echt lecker, wir haben schon mit der Verkostung angefangen 😉
      Liebe Grüße auch zu Dir ♥

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  6. kowkla123 sagt:

    jo, am alten Strom, ich weiß, so sieht es aus, wünsche eine gute Woche, Klaus

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  7. Gudrun sagt:

    Ach, es ist so schön bei dir, liebe Silberdistel. Schöne und ansprechende Fotos zeigst du wieder.
    Mein Sohn war am Sonntag in berlin an einem der Seen baden und hat mir ein Foto geschickt. Als ich es sah, musste ich lachen. Es war Handtuch an Handtuch. 😀 Nein, dann doch lieber anders.

    Liebe gGrüße an dich von der Gudrun

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  8. kowkla123 sagt:

    bin gerade vom Zahnarzt zurück und beschäftige mich nun, bis die Betäubung nach lässt, hoffe, es wird schmerzfrei, schönen Dienstag, Klaus

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    • Silberdistel sagt:

      Oh, Du Armer 😦 Ich habe auch unlängst einen Zahnarzttermin hinter mich gebracht. Es war allerdings nicht so schlimm. Trotzdem bin ich froh, dass ich das wieder einmal für die nächsten Monate abhaken kann. Ich hoffe, Du hattest nach der Betäubungsspritze nicht noch Probleme.
      LG und einen hoffentlich schönen Abend für Dich

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  9. IceQueen37 sagt:

    Danke, dass ich mitstromern durfte. 😀
    Liebe Grüße
    Antje

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