Sicherheitshalber möchte ich daran erinnern – er blüht  – der Hollerbusch.

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Vielleicht ist er auch besser unter dem Namen Schwarzer Holunder bekannt.

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Für diejenigen, die so wie ich gern um die Blütezeit des Holunders herum ein Gespräch mit der Hollermutter bzw. mit Hyldemoer führen, soll das hier der Startschuss sein, um an die Tür der im Hollerbusch wohnenden Dame zu klopfen.

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In diesem Jahr sieht mein Hollerbusch ganz besonders gut aus. Er hat sich mit zahlreichen wunderschönen und vor allem großen weißen Blütendolden geschmückt.

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Zeit also, die Hollermutter höflich um eine kleine Gabe dieser überaus schönen Blüten zu bitten, denn wenn Hollerblütenzeit ist, dann ist auch Geleekochzeit bei der Silberdistel. Ohne die Zustimmung der im Holunder wohnenden Dame geht natürlich nichts, denn sonst drohen Unglück oder gar Schlimmeres, und das wollen wir natürlich nicht. Im Gegenteil, der im Holler wohnende Hausgeist soll unser Anwesen vor allem Bösen beschützen. So ist hier unbedingt ein freundschaftliches Miteinander gefragt. Wenn der gute Geist des Hauses großzügig mit dem Kopf genickt hat, steht der Ernte natürlich nichts mehr im Wege.

Wir benötigen für unser leckeres Holunderblütengelee:

28 Dolden Holunderblüten
3 Liter Apfelsaft
4 Packungen Gelierzucker (2:1) zu je 500 g
etwas Zitronensaft
1 Fläschchen Rum-Aroma
1 Fläschchen Butter-Vanille
1 Vanillezucker
etwas abgeriebene Zitronenschale
1 Gläschen Rum nach Geschmack und Belieben

Das wäre Silberdistels Grundrezept. Da sie aber gern bei allem, was sie kocht, herumexperimentiert, hat sie dieses Mal einen  Liter Apfelsaft durch 1/4 Liter Orangensaft und 1 Flasche roten Sekt (3/4 Liter) ersetzt.

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Während einige noch mit dem Lesen des Rezeptes beschäftigt waren, haben wir die Blütenspende vom Hollerbusch bereits in unsere Küche geschafft. Zunächst, wenn wir neben der Kochkunst auch noch ein wenig die Kunst des Fotografierens beherrschen, sollten wir nicht nur die hübschen Blüten des Holunders bewundern, nein, wir könnten die überaus günstige Gelegenheit nutzen und einige Makroaufnahmen von den wundervoll zarten Blütengebilden machen. Es bereitet  überaus viel Spaß. Versprochen! So kann man sogar noch ganz nebenbei die hübschen kleinen Hollerblüten zum Hauptdarsteller des nächsten Blogbeitrages machen. Sie haben es verdient, diese kleinen Kunstwerke der Natur. Hier gibt es heute gleich einige Beispiele zu sehen. Na? Sind sie nicht toll?

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Gut, die Fotos sind im Kasten, nun geht es endlich an die Arbeit, denn wir wollten ja nicht nur herumfotografieren, um der Hollermutter ein Foto von ihren Kindern rüberreichen zu können, eigentlich wollten wir kochen. Holunderblütengelee steht auf dem Plan. Die heutige Arbeit hält sich erfreulicherweise noch sehr in Grenzen. Wir befreien die Blüten von eventuellen kleinen Bewohnern, geben sie, also die Blüten – nicht die Bewohner,  in eine große Schüssel und übergießen das weiße Blütenwunder mit dem Apfelsaft, dem Orangensaft und dem roten Sekt. Ach ja, und die Bewohner, die können wir wieder in den Garten entlassen. Sie werden sich ein neues Plätzchen im Holunder suchen.

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Aber zurück zu den Blüten. Sie sollten schön untergetaucht werden, anschließend dürfen sie für 24 Stunden in dem roten Gebräu ruhen. Sie werden tags darauf angenehm beschwipst sein und unserem Gelee ein wundervolles Aroma verleihen. Übrigens sollte die Ruhephase auf keinen Fall im Kühlschrank stattfinden, das ist wichtig und unbedingt zu beachten.

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Am anderen Tag geben wir zu unseren im Alkohol-Saft-Gemisch badenden Hollerblüten ein wenig Zitronensaft, lassen alles noch ein Weilchen ziehen, und dann wird das Saft-Sektgemisch in einen großen Kochtopf abgegossen. Die Blüten werden ordentlich ausgedrückt und damit hätten sie im Grunde genommen ihre Schuldigkeit getan. Eventuell können sie auf dem Kompost noch anderen Lebewesen Gutes tun. Wie mögen wohl beschwipste Ameisen aussehen? In unserem Kompost wohnen nämlich welche 🙄

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Wenn wir irgendwann im Laufe des Tages von der Ameisenbeobachtung zurück sind, kommen zu unserem Saft nun der Gelierzucker, die Aromen und natürlich der Rum. Das Ganze wird nach Anleitung auf der Gelierzuckerpackung gekocht (zwischen 1 und 4 Minuten) und dann noch heiß in Schraubgläser gefüllt. Deckel drauf, und wir haben fertig und können morgen zum Frühstück die erste Kostprobe nehmen.

Wie das Testessen des Hausherrn ergab, erinnert diese neue Holunderblütengeleevariante der Silberdistel ein wenig an das Gelée Rosé, das sie im letzten Herbst kreiert hatte, und das war überaus lecker, so Herrn Silberdistels Aussage. Also dann – guten Appetit!

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    nah dann ..und nacher schwelgen.
    Liebe Silberdistel die Blüten sind so toll ins Bild gebracht..das man meint der Duft ist auch da..
    LG vom katerchen der ein schönes Wochenende wünscht wenn die gefüllten Gläser dann in Reih und Glied in der Küche stehen 😀

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    • Silberdistel sagt:

      Genau, liebes Katerchen, wir sind schon seit einigen Tagen mittendrin im Schwelgen. 😀 Es schmeckt sehr lecker.
      Kein Wunder, dass der Holunderblütenduft bis zu Dir vorgedrungen ist. Er ist ja auch überwältigend. Es riecht in unserer Küche immer noch danach.
      Ich mag diese hübschen kleinen Blüten immer wieder gern anschauen. So aus der Nähe haben sie etwas ganz Besonderes.
      Liebe Grüße auch an Dich und ein schönes Wochenende

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  2. Frau Hummel sagt:

    Ich hatte im letzten Jahr Dein Rezept mit O-Saft und Sekt verwirklicht. Das war total toll *lach*. Ich habe noch zwei Gläser davon im Schrank und werde dieses Jahr mit Hollergelee aussetzen. Im nächsten Jahr werde ich dann aber dieses Rezept mit Rotwein ausprobieren.

    Die Blüten sind echt fotogen.. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende ♡

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    • Silberdistel sagt:

      Och, wir haben einen enormen Verbrauch an Holunderblütengelee. Das kann ich alljährlich machen, ohne dass ich befürchten muss, wir hätten zu viel davon. Außerdem kann ich so immer mal wieder eine neue Variante ausprobieren. So wird es vom Geschmack her nie langweilig 😉
      Ich sag’s doch, die Blüten SIND fotogen. Da darf man nicht nur kochen, man muss auch schauen 😉 😀
      Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende ♥ 😀

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  3. Elvira sagt:

    Weißwein eignet sich auch hervorragend! Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Blüten nicht selber verarbeite, sondern das Endprodukt der Mama meiner Schwiegertochter genießen darf!
    Liebe Grüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, das mit dem Weißwein könnte ich mir auch gut vorstellen. Das ist mit Sicherheit auch eine recht leckere Variante.
      Naja, wer’s macht, das ist doch egal, die Hauptsache ist, es schmeckt 😀
      Liebe Grüße auch zu Dir

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  4. einfachtilda sagt:

    Lecker und superschöne Fotos!!

    Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße von Mathilda ♥

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  5. Frau Hummel sagt:

    Ach ich habe eben noch einmal Deine Zutatan angeschaut… ich nehme immer den besseren Zucker 😉

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  6. Flohnmobil sagt:

    Mein Rezept kommt mit 15 Holunderblütendolden, einem Liter Apfelsaft und einem Kilo Gelierzucker aus. Ich hatte dieses Jahr erstmals so ein Gelée hergestellt und bin begeistert. Ein prächtiges Blümchen – vor der Linse wie auf dem Brot.

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, das ist das eigentliche Grundrezept – Apfelsaft und Holunderblüten, wobei die Menge der Blütendolden meistens etwas variiert. Übrigens schmeckt es mit Orangensaft noch besser, falls Du das noch nicht ausprobiert haben solltest. Ich bin durch das Holunderblütengelee überhaupt erst zum Marmelade- oder Geleekochen gekommen. Eine Kollegin brachte eines Tages zum Frühstück in der Firma ein Glas Holunderblütengelee mit. Das schmeckte mir so gut, das MUSSTE ich nachkochen. Inzwischen habe ich schon alle möglichen Varianten ausprobiert. Mein Favorit ist das Rezept mit Orangensaft.

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  7. IceQueen37 sagt:

    Beim Tippen muss ich meine Lippen fest zusammenpressen, sonst tropfe ich die Tastatur voll. Ich liebe Holunder! Leider habe ich keinen Strauch in meiner Nähe, sonst würde ich Dein Rezept gleich ausprobieren. *seufz*

    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße

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    • Silberdistel sagt:

      Oh, nun habe ich ein schlechtes Gewissen 😦 Ich wollte nicht, dass Du Dir durch diesen Post von mir noch Deine Tastatur vers … dirbst.
      Ich musste sonst auch immer irgendwo Holunderbüsche suchen, um an meine Blüten für das Gelee zu kommen. Seit einigen Jahren wächst nun einer in meinem Garten. Da habe ich es also nicht mehr so weit.
      Liebe Grüße und auch Dir einen schönen Sonntag

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  8. giselzitrone sagt:

    Lecker und schöne Fotos dir einen schönen Sonntag und guten Wochenstart.Gruß Gislinde

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  9. bayernpauline sagt:

    Das sind ja wirklich ganz tolle Fotos von den Hollerblüten! Sehr fotogen! Glaube ich gerne, dass der selbstgemachte Gelee hervorragend schmeckt, liebe Silberdistel! Ich liebe Gelee! Wünsche Dir noch einen schönen Rest-Sonntag. GLG von der Pauline :-D♥

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    • Silberdistel sagt:

      So ganz aus der Nähe sieht man erst wirklich, wie hübsch die kleinen Blüten sind, finde ich. Du hast recht, sie sind sehr fotogen 😀 und dann muss man sie auch mal auf dem Blog zeigen. Das haben sie verdient 😉
      LG zurück und auch Dir einen schönen Rest vom Sonntag ♥

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  10. Waldameise sagt:

    Ach, liebe Silberdistel, ich komm gar nicht mehr nach mit Lesen und Schauen … im Sommer gibt es einfach ein so üppiges Programm von allen Seiten, gell? Schön ist das rote Hähnchen mit den 6 Beinchen, aber auch die Korn- und Mohnblümchen … und bei den Fotos hier tropft mir der Zahn.

    Ein lieber Sonntagsgruß
    von der Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, liebe Waldameise, ich habe manchmal auch Not, überall reinzuschauen und nachzulesen. Im Sommer gibt es rundum immer so viel mehr anzuschauen. Außerdem ist das eigene Tagesprogramm viel umfangreicher als im Winter. Aber da gibt es auch so viel mehr Natur zu sehen, das darf man sich nicht entgehen lassen. Im Winter kann man dann wieder etwas ruhiger treten.
      Liebe Grüße auch zu Dir und einen schönes Rest vom Sonntag

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  11. Christina sagt:

    Diese hübschen kleinen Sternenblüten erinnern mich immer an Brautschleier… Dieser Topf voll Hollunderblüten sticht ja jedes Schleierkraut aus. So hübsch und so lecker. 😉
    Danke für das schöne Rezept, liebe Silberdistel!

    Liebe Grüße von Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Das mit dem Brautschleier ist ein toller Vergleich 😀 Wer weiß, vielleicht war ja für so manchen Brautschleier die Natur Vorbild 😉
      Wenn Du bisher noch kein Holunderblütengelee probiert hast und gern Marmelade oder Gelee isst, dann solltest Du es unbedingt einmal versuchen. Es ist für mich das leckerste Gelee überhaupt.
      Liebe Grüße auch zu Dir

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  12. ann53 sagt:

    Das Rezept liest sich ja super und auch noch so schön bebildert, dass wirklich nicht’s schief gehen kann. 🙂
    Habs mir nun auch mal gemopst und bedanke mich ganz herzlich dafür.
    Liebe Grüße und noch guts Nächtle wünsche ich von ♥

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