In diesem Jahr stand der Wanderurlaub der Silberdistels unter einem ganz besonderen Stern – einem seltsamen Stern, der den Silberdistels nie dagewesene Erlebnisse brachte. Der Urlaub gestaltete sich so völlig anders als gewohnt. Aber beginnen wir von vorn. Dass es schon regnete, als die beiden Urlauber in ihrem Ferienort eintrafen, war die eine Seite, dass sie an ihrem ersten aktiven Erlebnistag dann auch noch durch und durch nass werden mussten, nahmen sie noch recht locker. Aber die Krönung des Ganzen war, dass Herr Silberdistel am Abend des Töpfermarktbesuches plötzlich mit hochrotem Kopf am Abendbrotstisch saß. Hatte er sich über irgendetwas erregt? Fehlte sein Lieblingsessen auf dem Tisch? Gab es sonst ein Problem, das seiner Gattin entgangen war? Hatte sie ihn verärgert? Wirkte er deshalb so erhitzt? Hatte er gar aus unerfindlichem Grund zu hohen Blutdruck? Vorsichtig getraute sich die besorgte Silberdistel, ihres Gatten Stirn zu berühren. Entsetzt zuckte sie zurück. Herr Silberdistel war ganz heiß. Hatte er etwa Fieber? Verwirrt suchte die Silberdistel nach dem Fieberthermometer, das IMMER im Urlaubsgepäck dabei war. Offensichtlich hatte es ausgerechnet dieses Mal ganz eigene Pläne durchgesetzt. Jedenfalls konnte die Silberdistel kein Thermometer im Reisegepäck finden. Demzufolge konnte man sich nur in reinen Vermutungen über die Körpertemperatur des Herrn Silberdistel ergehen. Dieser fühlte sich dann auch, je weiter der Abend voranschritt, immer schlapper, matter, heißer und schließlich krank. Während es dem Herrn immer heißer wurde, wurde es jedoch seiner Gattin zunehmend kälter. Welch seltsame Konstellation? Obwohl, es hatte auch gewisse Vorteile. Herr Silberdistel konnte sein erhitztes Gemüt am Kälteausbruch seiner Gattin abkühlen und die Gattin konnte sich an Herrn Silberdistels Hitze wärmen. So passte schnell wieder alles. Irgendwann ging es Herrn Silberdistel allerdings so schlecht, dass er matt und krank in die Waagerechte sank und nur noch schlafen wollte. So legte sich auch die frierende Silberdistel zu Bett und hoffte auf allgemeine Besserung. Der Morgen jedoch begann, als hätte man die ganze Nacht durchgezecht, der Kopf schmerzte, der Hals brannte, die Stimme hatte sich spurlos aus dem Staube gemacht. Der Morgen schaute der noch schläfrigen Nacht vorwurfsvoll ins Gesicht. Die Nacht, ob der Anschuldigungen plötzlich hellwach, riss die Hände hoch und rief, sie hätte mit all dem nichts zu tun, der Morgen müsse schuld sein an der ganzen Misere. Schließlich mischte sich ein ganz kleines Lebewesen in den Streit ein und meinte: „Ruhe hier, jetzt habe ich das Sagen und zeige, wo es lang geht. Familie Silberdistel, folgen Sie mir!“ Ganz verwirrt schauten die Silberdistels auf dieses kleine, aber ziemlich vorlaute, Etwas, das sich Virus nannte und hier offensichtlich das Kommando führte, denn gerade gab es der Nase des Herrn Silberdistel ein Zeichen für ihren Auftritt. Die sah natürlich auch gar keinen Anlass mehr, sich jetzt noch in irgendeiner Form zurückzuhalten. Sie lief, so schnell sie irgend konnte und schließlich meldete sich auch ein kleiner Husten noch zu Worte, der allerdings nicht lange klein blieb. Er machte innerhalb kürzester Zeit wundervolle Fortschritte und äußerte sich immer wieder mit hässlich krächzenden Bell-Lauten. Inzwischen fühlte sich neben ihrem Gatten auch die Silberdistel von Virus und Konsorten völlig in die Enge getrieben. Ihr war so gar nicht mehr kalt. Ihre Körpertemperatur hatte sich derweil der ihres Bettnachbarn angenähert, vielleicht die seine sogar schon überrundet. Wer weiß das schon? Es wird für immer ein Geheimnis bleiben, denn das Fieberthermometer war und blieb verschwunden und wollte nichts mit diesem Urlaub zu tun haben. So blieb nichts anderes übrig, als die örtliche Apotheke mit einer kleinen Finanzspritze zu bedenken. Irgendwann rappelte sich Herr Silberdistel zwischen zwei Fieberfantasien auf, setzte sich ins Auto und tauschte einen Teil des Silberdistelschen Urlaubsetats bei der Apothekerin gegen zwei Fieberthermometer und diverse Mittelchen ein, die diesem kleinen überheblichen Virus den Kampf ansagen sollten. Die Silberdistels hatten es zunächst nicht wahrhaben wollen, dennoch, sie konnten es nicht länger ignorieren – sie waren krank, dem Virus einfach so auf den Leim gegangen. Wie ungeschickt von ihnen. Sollte dieses nun der Beginn einer ganz neuen Urlaubsgeschichte, einer Urlaubsgeschichte, wie sie die Silberdistels nun wirklich noch gar nicht erlebt hatten, sein? Ein Urlaub im Bett? Der Virus stand da und lachte sich gehässig eins in sein kleines krankhaftes Fäustchen und schwor sich, es den beiden Silberdistels recht schwer zu machen. Dieser Urlaub hatte eine ganz neue Qualität angenommen. Was sollte daraus noch werden?

Trotz allem muss beim Herrn Silberdistel noch ein wenig Humor übrig gewesen sein, denn als seine Gattin sich irgendwann mühsam aus dem Krankenbett aufrappelte, den Fotoapparat schnappte und sich gemeinsam mit diesem Lieblingsstück auf den Balkon begab, um etwas frische und sauerstoffreiche Luft zu schnappen, dichtete Herr Silberdistel frei nach Wilhelm Busch: „Drei Wochen war der Frosch so krank, jetzt knippst er wieder, Gott sei Dank!“

Im Folgenden nun die bescheidenen Highlights zweier Kranker während ihres „Wanderurlaubs“ in der Rhön.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. giselzitrone sagt:

    Wünsche dir einen schönen Tag ohne Regen,das ist ja gut das man seinen Humor nicht verliert bei diesen Wetter und wenn man auch noch Krank ist.Schöne Fotos.Wünsche dir ein schönes Wochenende,bei uns in Köln Regnet es auch,und der schöne Mai ist dahin Gruß Gislinde

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  2. Oh, oh, wie wird das jetzt mit dem Virus weitergehen? Drei ganze Wochen „Wanderurlaub“ im Bette? Bin gespannt, liebe Silberdistel! GLG von der Pauline :-D♥

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  3. Frau Hummel sagt:

    Ohje, da hat es Euch aber wirklich bös erwischt. Und trotzdem konnte dieser hässliche Herr Virus dem Humor des Herrn Silberdistel nichts anhaben *lach*. Habt Ihr es denn inzwischen alles gut überstanden? Hier scheint momentan die Sonne man muss allerdings aufpassen, dass man nicht wegfliegt 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Es war wirklich bös und unangenehm. Wenigstens der Humor hat sich nicht auch noch vom Herrn Virus unterkriegen lassen. Ich denke, das hat diesem fiesen Virus so gar nicht gefallen. Aber irgendwie musste man ihm ja zeigen, was eine Harke ist 😉
      Na, überstanden haben wir das immer noch nicht so ganz. Wir hatten und haben es da wohl mit einem recht zähen Burschen zu tun.
      Hier bei uns war heute auch überwiegend Sonnenschein. Wind war ebenso dabei, aber der Wind ist hier ja eigentlich eher nichts Ungewöhnliches.
      Liebe Grüße in die Heide

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  4. luiselotte sagt:

    Achherrje…ich hoffe, euch geht es besser!
    Herzliche Grüße,
    Luise-Lotte ☺ ♥

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  5. kowkla123 sagt:

    da wünsche ich dir wenigstens schnelle Gesundung, alles Gute, KLaus

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  6. einfachtilda sagt:

    Nicht schön, wenn man im Uralub krank ist, aber die Insektenbilder sind schon sehr schön und ein Lob auf Herrn Silberdistel 😀

    Grüßle ♥ Mathilda

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    • Silberdistel sagt:

      Nein, das war auch wirklich nicht schön. Vor allem, wir waren kaum da und schon waren wir krank. Das war irgendwie nicht so, wie man sich das für einen Urlaub vorstellt. Aber die Bienen zu beobachten, das war irgendwie schon ein kleiner Trost. Fand ich erstaunlich, dass sie sich da durch den kleinen Schlitz gequetscht haben.
      Grüße auch zu Dir

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  7. Mir ist vor lauter Wasser der Computer vollgelaufen. Nein, Spass beiseite, ich wünsche euch beiden gute Besserung, auf dass ich Herrn Virus wieder loskriegt. Liebe Grüsse aus dem Süden. Ernst

    Niedersachsen hat ja im Moment grosse Probleme mit dem Wasser, ihr habt zum Glück jetzt glaub ich schönes Wetter im Norden.

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    • Silberdistel sagt:

      Uuuups! Ich hoffe, Du brauchst jetzt keinen neuen Computer 😉
      Danke für die lieben Wünsche. Wir bemühen uns immer noch, den Herrn Virus ganz loszuwerden. Er ist recht zäh. Ich hätte nie gedacht, dass ein Virus mich so mögen würde.
      In Niedersachsen stand das Wasser in einigen Regionen wohl ganz schön hoch. Wir hatten zwar zwischenzeitlich auch einen Wassergarten, aber jetzt ist alles wieder im grünen Bereich.
      Hier scheint heute die Sonne, gestern sah es auch recht gut aus. Das wurde aber auch Zeit, denn verwöhnt wurden wir von der Sonne in diesem Frühling noch so gar nicht. Aber es war wohl fast überall so.

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  8. andrea sagt:

    Liebe UTE:))

    wieder schöne PusteBLUME(n)finde ich bei dir….und deine BILDer laden zum TRÄUME(n)ein in eine ganz besondere WELT…möchtest du mit mir REISE(n)UTE in ein schönes unbekanntes LAND…wo es das ALLes gibt was du dir wünscht???Dann sag BESCHEID und dann fliegen WIR zusammen durch die LÜFTE mit unserem HEXE(n)BESEN…und ich habe dir gerade die SONNE rüber geschickt…..hab einen schönen ABEND…….HERZlichste GRÜßE zu dir sendet ANDREA:))
    Und habe sogar ein Säckchen HeilKRÄUTER bei dir….das streue ich über deinen ganzen KÖRPER aus und du bist auf dem BESTE(n)HELUNG(s)WEG….

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    • Silberdistel sagt:

      Oh, danke für die Sonne 🙂 Dann war die Sonne, die hier heute schien also von Dir? Herzlichen Dank!
      Ja, einen kleinen Probeflug auf dem Hexenbesen würde ich schon mal machen wollen 😉 Da bekommt man bestimmt eine ganz neue Sicht auf die Dinge 😀
      Oh ja, die Heilkräuter kann ich gut gebrauchen. Es wird Zeit, dass ich wieder gesund werde. So macht es keinen rechten Spaß.
      Danke also für das Heilkräutersäckchen, liebe Grüße und auch Dir einen schönen Abend

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  9. Liebe Silberdistel, es tut mir wirklich leid, dass euer Urlaub und vor allem eure Wandervorhaben auf diese Art einfach vereitelt wurden! Es war ja nicht nur ein bisschen unpässlich sein, es kam wirklich richtig dicke! Diese Art Virus geistert unvermindert überall herum, und die Betroffenen fühlen sich einfach nur erschlagen und sind bettlägerig.
    Das „Gefällt mir“ ist auch nicht dafür, sondern dafür, dass ihr durchgehalten habt und natürlich für die schönen Fotos! Ich musste sehr über die Biene am Türschlitz schmunzeln! Die hättest du sonst überhaupt nicht zu sehen bekommen – weißt du das? ^^

    Ich hoffe, es geht dir und dem Herrn Silberdistel mittlerweile wieder richtig gut und ihr könnt eure Pläne vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt (beim nächsten Urlaub) noch einmal neu in Angriff nehmen.
    Inzwischen warst du ja schon fix im Garten am Ordnung schaffen! Im Moment wuchert wirklich alles ganz enorm. Aber du lässt dich nicht kleinkriegen, oder? ^^

    Liebe Grüße
    Michèle

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    • Silberdistel sagt:

      So richtig gut geht es uns immer noch nicht, es geht nur in wirklich sehr kleinen Schritten wieder bergauf.
      Wahrscheinlich hast Du recht, dass ich diese Bienenwohnung unter anderen Umständen gar nicht entdeckt hätte. Es war schon eine hübsche kleine Abwechslung und hat die Krankentage wenigstens ein bisschen verschönt.
      Wir denken, dass wir im Herbst noch einmal einen neuen Anlauf auf einen Rhönwanderurlaub nehmen werden.
      Bisher war ich im Garten auch nur mehr zum Schauen, was der Urwald macht. So richtig arbeiten mochte ich dort noch nicht. Aber ich denke, das kommt schon noch.
      Liebe Grüße zurück und danke fürs Mutmachen

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  10. katerchen sagt:

    liebe Silberdistel das ist wiklich schlimm..
    Hoffe den REST von der Seuche überlistet ihr noch. mit einem Lächeln auf den Lippen..

    Bienen..hier wollten die Ameisen in diese Schlitze einziehen..die KINDER Huckepack und los

    LG vom katerchen zum Wochenende mit einem dicken Genesungswunsch im Doppelpack

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    • Silberdistel sagt:

      Wir kommen nur mühsam voran, Katerchen. Schnupfen und Fieber sind inzwischen zum Glück besiegt, der Husten zeigt sich allerdings besonders hartnäckig. Jetzt plagen wir uns schon 3 Wochen damit herum und es ist noch immer nicht so, wie es sein sollte. Mein Herr Silberdistel musste sogar Antibiotika nehmen und ist selbst damit noch nicht wieder ganz in Ordnung. Pass nur auf, dass Du diesen Herrn Virus nicht irgendwo triffst. Der ist ganz hinterhältig.
      Oh, mit Ameisen hatte ich im letzten Jahr ein Problem. Da wollten sie Besitz von unserer Küche ergreifen. Bis dahin habe ich immer gedacht, die Fenster sind dicht. Einen winzigen Eingang haben sie aber doch gefunden. Ich habe mich auf die Lauer gelegt, den Eingang gefunden und ihnen den dann aber zugeklebt 😀 Ich hoffe, Du konntest „Deinen“ Ameisen auch ausreden, in diese Schlitze zu ziehen?!
      Danke für die lieben Grüße und die Genesungswünsche. Die werden jetzt bestimmt auch das letzte Hemdzipfelchen vom Herrn Virus noch vertreiben.
      Liebe Grüße auch zu Dir und ein sonniges Wochenende – hier sieht es im Moment schön sonnig aus 🙂

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