Man mag es gar nicht glauben, aber der Winter hat den Norden immer noch oder besser – erneut fest im Griff. Im Moment schneit es sogar wieder wie im Hochwinter und der Wind ist auch nicht zu verachten. Er macht sich einen Spaß daraus, die Schneeflocken auf und nieder zu wirbeln und mit ihnen ein wildes Spiel zu treiben. Kaum, dass sie irgendwo ein nettes Plätzchen auf der Erde gefunden haben, werden sie aus ihrem Flockenschlaf gerissen, erneut herumgewirbelt, um an anderer Stelle für Sekunden Ruhe zu finden. Dann beginnt das Spiel von vorn. Der Wind, der sich inzwischen schon fast zum Sturm gemausert hat, lacht schallend dazu, hustet und prustet mit wachsender Begeisterung. Der heutige Tag ist gar kein Vergleich zum Freitag der vorigen Woche, als die Sonne wundervoll vom Himmel lachte und man sich fast mit dem Winter versöhnen konnte. Die Silberdistel jedenfalls lockte dieser schöne sonnige Freitag hinaus ans Wasser, dieses Mal allerdings nicht an die Ostsee, sondern an die Warnow – genauer gesagt – an die Unterwarnow. Die Unterwarnow erstreckt sich von der Rostocker Altstadt bis hinauf nach Warnemünde, wo sie sich letztendlich mit der Ostsee vereinigt. Die Silberdistel war am nördlichen Ufer der Warnow unterwegs, dort, wo sich der Ort Gehlsdorf befindet. Sie genoss den herrlichen Tag und diesen Ort mit seiner wunderbaren und angenehmen Stille. Bald wird es hier wieder lebhafter zugehen und die Gegend wird Ruhe und Beschaulichkeit vorerst wieder verlieren. Erst im Herbst werden Hektik und Trubel erneut dieser wundervollen Ruhe, ja fast Einsamkeit, weichen. Der Yachthafen wird wieder so ruhig daliegen wie jetzt,  und selten einmal wird ein Schiff am Hafen vorbei die Warnow hinauf- oder hinunterziehen. Noch liegen die meisten Schiffe in ihren Winterquartieren. Aber bald wird sich das alles ändern, dann ist hier wieder ein reges Leben und Treiben, sowohl am als auch im Wasser.
Wer mag, kann die wundervolle Ruhe, die hier im Augenblick noch herrscht, mit mir gemeinsam genießen. Auf geht’s, es wird schön – versprochen! Ich sehe schon das glitzernde Wasser der Warnow vor mir in der Sonne leuchten und höre bereits ihr wundersames leises Plätschern, das Rauschen des Schilfs am Ufer und ab und zu dringt der Schrei einer Möwe zu uns hinüber oder der Ruf eines einsam dahinschwimmenden Blässhuhns. Die Sonne, die sich eigentlich schon wie eine Frühlingssonne anfühlt, scheint uns warm ins Gesicht, nur der kalte Wind stört ein wenig, aber wirklich nur ein wenig, denn der schöne Blick aufs Wasser lässt uns diesen kleinen Störenfried fast vergessen. Dennoch, irgendwie hat auch er seine Berechtigung, denn ohne ihn würde das Schilf nicht so wundervoll rauschen und wispern und die Wellen, die ans Ufer rollen, würde man nicht so deutlich hören und somit auch nicht  erfahren können, was sie alles zu erzählen haben – von Eis und Schnee, Wind und Sonne und dem Leben im, am und unter Wasser und … wie sie sich auf den Frühling freuen, seine Wärme und seine wunderbare Farbenpracht.

Kommentare
  1. eifeltussi sagt:

    Mann, was sieht das da schön aus! Da möchte ich die Eifel glatt wieder hinter mir lassen und Richtung Norden düsen… Man müsste 100 Helferlein zum Packen und Umziehen haben. Neee, ich tu’s nicht schon wieder. Hier ist’s auch schön – trotz der Hügel und Berge. LG und eine schöne Woche in den Norden aus dem hügeligen auch nocht teils weißen Land – Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Ach, Elke, ich glaube, schön ist es überall. Wenn man nur will, sieht man das auch. Andererseits kannst Du Dir hier bei mir den schönen Norden anschauen und ich mir bei Dir die mit Sicherheit wunderschöne Eifel. Das hat doch auch irgendwie etwas, oder?
      Liebe Grüße aus dem stürmischen und weißen Norden in Deine Eifel

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  2. einfachtilda sagt:

    Ist aber auch wirklich zum Heulen mit dem Wetter, dennoch hast du sehr schöne Fotos gemacht und mit Sonne sieht alles ganz viel freundlicher aus, aber auch die will im Moment nicht scheinen.
    Alle Gute dir und einen guten Wochensart wünscht Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Im Moment schaue ich mir auch lieber die Bilder vom vergangenen Freitag an, denn hier schneit es nur so vor sich hin und einen ekligen Wind haben wir auch dazu. Von Sonne ist hier keine Spur mehr. Dabei hat sie am Freitag bewiesen, was sie eigentlich schon alles kann. Sie wärmte an geschützter Stelle sogar sehr angenehm. Frau Holle muss dieses Mal viele Wintergäste gehabt haben, dass sie immer noch schütteln muss. Hoffentlich kauft sie sich von den vielen Einnahmen keine neuen Federbetten 😉
      Liebe Grüße und auch Dir einen guten Wochenbeginn

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  3. laurazeitlos sagt:

    Herrliche Momentaufnahmen!
    LG,Laura

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  4. kowkla123 sagt:

    das sieht doch alles recht gut aus,ist das die Realität heute, alles Gute für die Woche, Klaus

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  5. kowkla123 sagt:

    hab ich doch deinen Kommentar nicht gelesen, also doch nicht die Realität, schade, Klaus

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  6. Das war ein sehr schöner Spaziergang! Wieder ergänzt durch deine stimmungsvollen Fotos.
    Vielen Dank, liebe Silberdistel, es hat Freude bereitet!

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    • Silberdistel sagt:

      Fein, dass Du dabei gewesen bist. Ich freue mich, dass es Dir gefallen hat. Wir waren aber auch in einer wirklich hübschen Gegend unterwegs. Besonders die Ruhe ist dort im Moment wie ein kleines Geschenk.
      Liebe Grüße

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  7. katerchen sagt:

    Hallo liebe Silberdiste
    Sonne..das war NEULICH..und da war die Hoffnun nun kommt der Frühling.
    Hier schneit es auch,das was Petrus gestern nicht geschafft hat bringt er nun 😦
    einen LG vom katerchen der sich über die SONNENBILDER sehr gefreut hat.

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  8. Frau Hummel sagt:

    Tröstet es Dich vielleicht wenn ich Dir sage, dass das Wetter bei uns in der Heide auch nicht viel anders ist als bei Euch an der Ostsee? Allerdings scheint es an der See doch um einiges windiger zu sein. Wie schön, dass Du zwischendurch einen so herrlichen Sonnentag an der Unterwarnow genießen konntest. Du hast Deinen Spaziergang so wunderbar geschildert, dass ich mir das Plätschern des Wassers und die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut gut vorstellen konnte. Ich hätte dem Wispern des Schilfes auch gern gelauscht. Deine Bilder toll, meine Favoriten sind Bild 5, 12, 22 und 23… aber ganz ehrlich, sie sind alle total schön. Ich beneide Dich um die schöne Natur Deiner Heimat. Liebe Grüße schickt Dir Stina

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    • Silberdistel sagt:

      Na, ein wenig tröstet das schon, dass wir nicht allein mit all dem Schnee dastehen. Durch den starken Wind hat es hier bei uns ganz schöne Verwehungen gegeben. Man konnte z. T. gar nicht mehr richtig durch die Scheiben sehen. Gegen all das war dieser Spaziergang am letzten Freitag entlang der Warnow doch die reinste Freude. Da hatte die Sonne wenigstens wieder einmal bewiesen, dass sie doch tatsächlich noch da ist.
      Liebe Grüße zurück in die Heide

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  9. Wow, Silberdistel, tolle Fotos von der Warnow, ist das ein Fluss oder ist das schon Ostseegebiet? Der arme Mitteleuropäer ist ratlos, weil er im Moment fast keine Zeit hat, deinen interessanten Text über die Unterwarnow zu lesen. Ich mag halt solche Gebiete, Wasser, Schilfbestände, Taucherli, grosse Silbermöwen? usw. Sei lieb gegrüsst vom Mann aus dem Süden. Ernst

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, die Warnow ist ein Fluss, der in die Ostsee mündet. Mir gefallen solche Flusslandschaften auch ausgesprochen gut. Zu dieser Zeit jetzt ist dort noch nicht viel los. Im Sommer tummeln sich auf der Warnow auch viele Paddelbootfahrer und genießen die schöne Natur. Auf den Fotos sind Silbermöwen zu sehen, aber auch eine Lachmöwe (Bild 12). Möwen gibt es hier überall, hier in Ostseenähe ist das Zuhause vieler Möwen.
      LG zurück

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  10. bayernpauline sagt:

    Dein Beitrag und die schönen Bilder dazu ergibt bei mir: Seeeeeeehnsucht nach dem Ostmeer!! 😉 LG Pauline 😀

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    • Silberdistel sagt:

      Wobei das hier kurz vor der Ostsee ist. Die Warnow ist ein Fluss, der bei Warnemünde in die Ostsee mündet. Man kann aber fast hinschauen zur Ostsee. Ja, dieses Ostmeer ist schon ein schönes. Es würde mir auch sehr fehlen, wenn ich weiter weg wohnen würde.
      LG und einen schönen Ostersonntag

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  11. […] gibt es einmal etwas nur zum Schauen. Aufgenommen habe ich diese trockenen Schönheiten auf meinem Spaziergang entlang der Warnow, damals, als ich Wind und Schilf bei ihrem kleinen liebevollen Miteinander belauschte. Am Wasser gab […]

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