Draußen vor der Tür

Veröffentlicht: 18. Februar 2013 in Alltägliches, Natur, Tiere, Unterhaltendes
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Sehen sie nicht aus, als wären sie für alle Ewigkeit verstoßen worden und als würden sie meinen, nie, nie wieder ins Haus gelassen zu werden? Sind zwei Stubentiger bis in alle Ewigkeit ins wilde, feindliche Leben hinaus geschubst worden? Erwecken sie nicht den Eindruck, als hätten sie tagelang dort draußen ausharren müssen? Werden sie jemals ihren warmen und weich gepolsterten Lieblingsschlafplatz wiedersehen und unter sich spüren können?

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Hätten sie noch dichter an die Scheibe gekonnt, sie wären sich nicht zu schade dafür gewesen, an der Scheibe zu kleben. Doch dann, ein Hoffnungsschimmer? Drinnen im Haus bewegt sich etwas.

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Des Katers Blick ins Haus – ein einziger Schrei: „Lass mich reeeeeeeein!“ Die Katze dagegen glaubt nicht mehr daran, dass sie jemals wieder in die Behaglichkleit darf. Ihr Blick drückt Resignation aus.
Aber was ist das? Die Silberdistel kommt, schaut, lacht, kehrt um und ist wieder verschwunden. Mutlosigkeit erfasst die beiden Verstoßenen. Aus der Traum vom gemütlichen und behaglichen Heim. Fassungslosigkeit über so viel menschliche Hartherzigkeit macht sich in zwei Katzenherzen breit.

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Doch da, da ist sie wieder, die Silberdistel – ganz breit grinsend und in der Hand die schwarze Knipse. Muss sie nun auch noch das Leid zweier verstoßener Pelzwesen dokumentieren? Ja, sie muss! Wie peinlich! Nur nicht hingucken! Das ist ja beschämend! Bitte, Distelchen, Du Allerliebste unter den Lieben, lass uns rein! Wir wollen auch nie wieder raus. Die Silberdistel öffnet die Terrassentür und zwei graue Katzenblitze schießen durch die offene Tür ins Haus.
Die Silberdistel steht da und schüttelt den Kopf. Sie schwört, die beiden Katzen waren nur für Sekunden dort draußen in des Winters Kälte.

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Lasst Euch nicht vormaunzen, dass diese beiden Tiger stunden- oder gar tagelang draußen in Sturm und Kälte ausharren mussten.

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Völlig erschöpft von zwei Minuten Winterfreuden in der herrlichen Natur sinken die pelzigen Vierbeiner auf ihren Schlafplätzen nieder – laut schnurrend vor lauter Seligkeit und Dankbarkeit darüber, dass diese Lieblingsplätze noch da sind und sie nun nicht weiter draußen vor der Tür ausharren und auf Einlass warten müssen, der nicht einmal gewiss ist.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    Wolfgang Borcht..liebe Silberdistel das war der erste Gedanke..aber hier ist ja ALLES gut.

    LG vom katerchen der eine guten Wochenstart wünscht und DANKE sagt für die wunderschönen Bilder von zwei etwas ratlos schauenden Katzenkindern.:D

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  2. eifeltussi sagt:

    So was von niedlich aber auch! Glückwunsch zur PC Wiedergeburt?! LG Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Wahrscheinlich kamen sie sich beide gerade gar nicht so niedlich vor, sie hätten lieber sofort und auf der Stelle ins Haus gewollt 😉
      Nein, mein PC ist leider noch immer in der Reparatur. Ich habe nun aus der Not erst einmal eine Tugend gemacht und den großen Bildschirm an meinen Mini-Laptop angeschlossen. Alle meine Fotos sind mit dem kaputten PC in die Reparatur gewandert. Die Fotos dieser beiden verstoßenen Katzen sind ganz aktuell. Ich fand es so ulkig, wie sie da beide eng beieinander auf der Matte saßen, die musste ich erst einmal zeigen.
      Liebe Grüße zurück

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  3. Stina sagt:

    Hahaha, Ende gut, alles gut 🙂

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  4. Aki sagt:

    Nein wie genial..so guckt meiner auch immer..gepaart mit panischen maunzen und irgendwann auch an der Tür Kratzen..^^

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, das haben sie auch drauf, ganz furchtbar herzzerreißend zu maunzen, dass man sich davor fürchtet, dass jemand, wenn man nicht sofort die Tür öffnet, den Tierschutz holt, weil man seine Katzen total vernachlässigt. Meistens werden dabei auch noch die Scheiben geputzt, nur leider sind die Pfoten meistens schmutzig und so sieht die Scheibe von der Tür dann auch aus 😉

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  5. the3cats sagt:

    🙂 Hätte ich nach den ersten Zeilen auch getippt: ca. 5 Minuten. So dramatisch könenn auch nur Katzen sein :mrgreen: LG Silke

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    • Silberdistel sagt:

      Vor allem waren sie gar nicht so lange draußen. Irgendwie sitzen sie IMMER auf der falschen Seite der Terrassentür. Meistens werfen sie dann drei Krümchen Futter ein und anschließend müssen sie schon wieder raus – sooo dringend, als könnten sie dort etwas verpassen. Wenig später müssen sie furchtbar dringend wieder rein … Das ist das reinste Fitnesstraining fürs Personal 😉
      LG zurück

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  6. einfachtilda sagt:

    😀 wie kannst du nur….die armen Stubentiger frieren sich ja den Poppes ab….hab ich alles schon mal bei Herrn Nachbar erlebt erlebt *ggg*.

    Liebe Grüße zu dir von Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Ich weiß auch nicht, wie ich konnte 😉 Wozu haben sie eigentlich ihren warmen Pelzmantel an? Wenn ich sie das frage, gucken sie mich nur ganz vorwurfsvoll an und drängeln sich schnell ins Haus.
      Liebe Grüße zurück

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  7. kowkla123 sagt:

    da konnte dein Herz nicht herzlos sein, besten Montag, Klaus

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  8. Waldameise sagt:

    Da ist sie ja wieder! Wie schöööön, liebe Silberdistel, und gleich mit so einer herzzerreißenden, tränenreichen Geschichte. Das ganze Elend scheint ihnen ins Katzengesicht geschrieben. Verzweiflung, Trauer … Enttäuschung pur. Wenn sie nicht so gepflegt und wohlfellig ausschauen würden, ich hätte es ihnen glatt geglaubt … lach.
    Sind sie nicht zum Abknuddeln, wenn sie so schauen? Ich hätte das auch festhalten müssen, das schaut einfach zuuu niedlich aus. Danke für die herrlichen Fotos und die wunderbare Story dazu, die mir wahrlich die Tränen aus den Augen trief … und danke, dass du wieder da bist.

    Einen freundlichen schönen Wochenstart
    wünscht dir die Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Danke, liebe Waldameise, für Deinen lieben Kommentar. Ihr Blick wurde immer länger, als ich noch einmal wegrannte, um den Fotoapparat zu holen. Es kommt eher selten vor, dass sie beide so nett nebeneinander auf der Fußmatte sitzen und zur Tür hereinschauen. Das wollte ich unbedingt festhalten. Dass ich noch einmal wegrennen musste, obwohl sie doch so dringend rein mussten, konnten sie wohl wirklich nicht verstehen 😀 Ich glaube, das fanden sie echt herzlos. Asche auf mein Haupt 😉
      Liebe Grüße und auch Dir einen schönen Wochenstart

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  9. Hach ist das schön, dass Du wieder da bis – (Dein Rechner ergo wieder gesund?) – und dann gleich mit so einer schönen Geschichte. 😉 Ich LIEBE Deine Katzen.
    Viele winterliche Grüße
    Frau Spätlese

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    • Silberdistel sagt:

      Nein, mein Rechner ist noch nicht wieder gesund. Mein Mini-PC hilft erst einmal aus. Ich habe ihm jetzt erst einmal den großen Bildschirm angestöpselt. So ist es FAST, als hätte ich meinen großen PC, nur Daten und Bilder fehlen leider.
      Diese beiden Pelztiere, die Du so magst, haben mich auch dazu animiert, einen neuen Beitrag zu bringen. So sind sie, immer irgendwie drängend 😉
      Liebe Grüße zurück – es regnet hier gerade – also lass ich das mit dem Winter weg 😉

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  10. Ja, da bist Du ja wieder, noch etwas lädiert, aber immerhin. Ich freue mich, dich wieder lesen zu können. Jetzt hoffe ich nur, dass sie deine Bilder auf dem alten PC noch retten können. Ich drücke Dir alle meine Daumen. Deine Katzengeschichte ist wie immer top.
    Liebe Grüsse aus dem sonnendurchfluteten Süden. Ernst

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    • Silberdistel sagt:

      Na mal sehen, was mit den Bildern ist. Wenn sie nicht zu retten sind, wartet viel Arbeit auf mich. Dann muss ich mich durch meine Sicherungskopie quälen. Davor gruselt es mich allerdings ein wenig, weil es eine Unmenge an Arbeit wäre. Aber das will ich lieber erst einmal abwarten.
      Liebe Grüße zurück aus dem fast schon wieder gänzlich aufgetauten Norden, in dem es wohl gar keine Sonne mehr gibt

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  11. „ne, ne, so hab’n wir nicht gewettet…uns da so lange auszusperren. frechheit sowas“ 😉 also, wenn katzen sprechen koennten….:) (ich hab die klagen der beiden mietzen ja bis hier rueber gehoert 😯 )

    liebe Silberdistel, deine fotos haben mir wieder richtig freude bereitet. und wie du das immer so toll kommentierst. das find ich einfach klasse! danke fuer’s zeigen.

    lg
    Sammy

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für Dein Lob, liebe Sammy 🙂 Ja, die beiden Tiger fanden mich wohl sehr gemein. Sie einfach da draußen sitzen zu lassen, ist doch ein Unding, wo sie doch Wärme und Gemütlichkeit so lieben. Als ich sie dann endlich rein ins Haus ließ, hörte ich auch deutlich ihren Unwillen 😉
      Liebe Grüße zurück

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  12. Corinna sagt:

    Die sehen beide absolut kuschelig aus. Ich glaube, jeder würde sie reinlassen. 🙂

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  13. Gudrun sagt:

    Oh ja, da könnten Kleo und Penny auch mitreden, ständig ausgesperrt und am Verhungern, wie sie sind. Oh, die beiden können sogar laut jammern. 😀

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  14. Christina sagt:

    Oh weh, diese bedauernswerten Geschöpfe – die Blicke und Gesichtsausdrücke sprechen wirklich Bände. Hast du sie wirklich für 2 Minuten dem rauhen Winter ausgesetzt und die Terrassentür hinter ihnen geschlossen… 😉 Die hiesigen Katzen hätten auch am liebsten eine Drehtür, fürchte ich. Aber für so eine Anschaffung müssen sie alle zusammenlegen und noch ein paar mehr Mäuse mit nach Hause bringen… :mrgreen:

    Liebe Grüße von Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Ich schäme mich, ich habe sie wirklich für einige kurze Augenblicke den Unbilden des Winters ausgesetzt. Ganz selbstsüchtig, um nicht selbst zu erfrieren, habe ich die Terrassentür hinter ihnen geschlossen. Dass sie trotzdem ein Dach über dem Kopf hatten, ließen sie nicht gelten.
      Oh, eine Drehtür, welch tolle Idee! Sag das nur nicht so laut, sonst gehen all meine Ersparnisse für eine solche Tür drauf. Katzen können so ungeheuer penetrant sein, wenn sie eigene Wünsche durchsetzen wollen.
      Liebe Grüße zurück

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