Fütterung der Raubtiere

Veröffentlicht: 19. November 2012 in Natur, Tiere, Unterhaltendes
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Am Samstag letzter Woche bin ich gedanklich bereits bei meinem kleinen Ententeich  gewesen – durch einen Graureiher inspiriert. Nun habe ich noch einmal die Bilder vom September, als Herr Silberdistel und ich einen Spaziergang zu diesem kleinem Gewässer in einem hübschen Park ganz in unserer Nähe unternommen hatten, hervorgeholt. Ich hatte doch unlängst versprochen, auch noch die anderen Teichbewohner und -liebhaber zu zeigen, die wir auf unserem Spaziergang getroffen haben – Mensch wie Tier. Neben unserem Reiher und den Enten, von denen wir bereits einige gesehen haben, kann man dort auch eine Unmenge von Möwen beobachten. Man sollte denken, die Möwen gehören ans Meer. Das tun sie ohne Zweifel, sie mögen aber auch diesen kleinen Teich, denn hier gibt es immer wieder einmal Futter, das man sich nicht im und am Meer erkämpfen und erarbeiten muss. Obwohl, wenn man sieht, welch Streitereien es unter dem Vogelvolk gibt, wenn ein Mensch mit einer kleinen Futtergabe an diesen Teich kommt, dann ist man geneigt zu glauben, dass auch hier der Kampf ums tägliche Überleben, obwohl Futter im Überfluss da zu sein scheint, richtig schwere Arbeit ist, denn ob Ente oder Möwe, die Vögel kämpfen hart um jeden Futterbrocken. Oft genug kommen die schwimmenden oder watschelnden Enten zu kurz, denn die Möwen als überaus geschickte Flieger haben den Enten schnell einmal den appetitlichen Happen quasi im Fluge weggeschnappt.
Sobald sich ein menschliches Wesen in Richtung Teich bewegt, machen sich Enten und Möwen auf den Weg, um den Neuankömmling zu begrüßen. Aber nicht jeder Spaziergänger hat auch etwas Fressbares für das Federvieh in seiner Tasche. Manche Menschen kommen unsinnigerweise nur mit dem Fotoapparat in den Park, was für das Wassergeflügel recht enttäuschend sein muss, denn ein Fotoapparat macht alles andere, nur nicht satt. Doch an diesem Tag im September, als ich auch die Fotosession mit dem Graureiher hatte, wurden Enten und Möwen gut versorgt – so sollte man meinen. Doch wie die Bilder zeigen, hätten die zahlreichen Enten, die fleißig durch eine Parkbesucherin gefüttert wurden, die großzügige Spenderin nach dem Mahl gern noch begleitet. Vielleicht hatte diese Menschenfrau doch noch irgendwo einen geheimen Vorrat an Futter versteckt, den sie bisher nicht herausgerückt hatte. Keine der Enten wollte diesen wichtigen Moment verpassen, der vielleicht doch noch den Bauch ein wenig mehr füllen würde. Mit einem großen Entengefolge verließ die Wohltäterin schließlich das Teichufer und dann den Park. Verdaddert und enttäuscht blieben die Enten irgendwann stehen und begannen sich zu hektisch putzen, wohl, um ihre Enttäuschung an ihrem Gefieder auszulassen oder die letzten Krümchen, die vielleicht irgendwie ins Federkleid gerieselt waren, zu finden und genussvoll zu verspeisen. Wie konnte diese Menschenfrau auch einfach fortgehen und die versammelte Vogelschar so überaus hungrig zurücklassen? Schließlich watschelte ein furchtbar enttäuschtes Entenvolk wieder zurück zum Wasser und wartete auf das nächste Opfer in menschlicher Gestalt, auf das es sich würde stürzen können.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    hallo liebe Silberdistel
    an das Meer gehören die Möwen wohl..nur wenn der Bauer sein Feld bearbeitet,dann denke ich immer ALLE Möwen die es in der Umgebung gibt sind hinter dem Trecker her und sammeln Futter.

    Die Vögel..Ente /Möwe wissen gau es könnte etwas geben wenn sie die Leute im Park anbetteln Grins..
    schöne Momente hast du eingefangen.
    LG vom katerchen zum Wochenstart

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    • Silberdistel sagt:

      Bei uns auf den Feldern ist das auch nicht anders. Da denkt man immer, der Traktor ist ein Fischerboot im Meer, das von den Möwen begleitet wird 😉

      Es sieht richtig witzig aus, wie alle, ob Enten, Möwen oder sonstige Schwimmvögel, in Richtung Neuankömmling Mensch schwimmen. Die Mutigsten oder Verfressensten steigen sogar aus dem Wasser, damit sie auch ja in der ersten Reihe sind 😀
      Liebe Grüße und auch Dir einen guten Wochenstart, liebes Katerchen

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  2. Elvira sagt:

    Enten füttern ist mir strengstens verboten! Die Gründe dafür verstehe ich nicht nur, ich begrüße das Fütterungsverbot an den meist kleinen Teichen in den Parks durchaus. Dennoch juckte es mir in den Fingern, wenn ich mit meiner Enkeltochter am Teich im Volkspark Friedrichshain den erwartungsvoll wartenden Enten zuschaute. Einmal, aber nicht weitersagen, sonst schimpfen meine Kinder, habe ich etwas vom Zwiebackvorrat, den die Kleine immer im Wagen dabei hatte, an die Enten (und die am Land wartenden Sperlinge) verfüttert. Meine Enkeltochter und ich hatten viel Freude – und das Federvieh auch 🙂
    Liebe Grüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Ich füttere das ganze Wassergeflügel auch nicht, denn das tut den Gewässern nicht gut. Trotzdem ist es lustig, wenn, kaum dass sich ein Mensch nähert, alles in die Richtung rennt, fliegt und schwimmt, weil keiner zu kurz kommen will, wenn es denn mal etwas gibt.
      In Warnemünde ist es seit einiger Zeit verboten, die Möwen zu füttern, was nun aber die Möwen keinesfalls davon abhält zu ihrem Futter zu kommen. Die berauben in kühnen Sturzflügen die Händler, die beispielsweise Fischbrötchen usw. anbieten. Da kennen sie nichts. Da darf keine Sekunde lang irgendwo etwas frei auf einem Tisch oder Tresen stehen.
      Sperlinge habe ich auch schon manchmal gefüttert oder Buchfinken. Die sind ja auch an fast jedem Café zu finden. Dort picken sie ohnehin alles auf, was unter den Tisch fällt. Spaß macht es ja auch irgendwie, das muss man dann doch zugeben und wenn Kinder dabei sind erst recht 🙂
      Liebe Grüße nach Berlin

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      • Elvira sagt:

        Es ist gerade für die Großstadtkinder eine der wenigen Möglichkeiten, mit Tieren in der freien Natur in Kontakt zu kommen. Ich kann mir den Möwensturzflug sehr gut vorstellen. Es sind ja sehr geschickte Flieger, die alles Mögliche aus der Luft auffangen können. Warum also nicht auch den Händlern mal ein Stück Fisch oder ein Brötchen stibitzen.
        Liebe Grüße von Elvira

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        • Silberdistel sagt:

          Ja, sicher, ich weiß auch, wie begeistert Kinder sind, wenn sie Enten füttern dürfen. Darum denke ich, wenn man es nicht übertreibt mit der Fütterei im Sommer, dann kann man das auch ruhig einmal gelten lassen bzw. das auf den Winter verlagern.
          Die Möwen machen übrigens auch vor den Fischbrötchen essenden Touristen nicht halt. Ich weiß nicht, ob das dann unter Mundraub fällt 😉
          Liebe Grüße zurück

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  3. IceQueen37 sagt:

    Wieder ganz wunderbar von Dir geschrieben! Im Oktober konnte ich auf meiner Wanderung auch ein ähnliches Schauspiel beobachten. Nur waren da keine Möwen unter den Akteuren. Aber die Enttäuschung war auch groß, da alle Wanderer nur zum Gaffen da waren. 😆
    LG und einen guten Start in die Woche!

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    • Silberdistel sagt:

      Danke Dir für das Kompliment 🙂
      Ja, ich hatte Deine Bilder bewundert. Ab und zu wird dort, wo Du vorbeigekommen bist, sicher doch jemand etwas Fressbares mitbringen, sonst würden die Vögel gar nicht erst angeschwommen kommen. Im Grunde finden Enten und andere Wasservögel den ganzen Sommer über genug zu fressen. Im Winter, wenn alles zugefroren ist, sieht das schon anders aus. Da hat dann beispielsweise auch unser Zoo hier regen Zuwachs an Enten usw. 😀
      LG und auch Dir eine schöne Woche

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  4. Mathilda sagt:

    Auch an meinem See gibt es Möwen und sobald Besucher kommen, sind die Enten in nullkommenix aus dem Wasser und es ist schön anzusehen, wie sich um das Futter streiten 😀
    Ein vergnügliches Treiben.
    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße von Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Als hier bei uns die Futterspenderin kam, da war gewaltig was los in ihrer Nähe. Es waren kaum noch woanders auf und am Teich Enten und Möwen zu sehen. Wahrscheinlich verfüttert die Dame allmonatlich ihre ganze Rente 😉 Es war schon lustig anzuschauen, muss ich sagen, wie die vielen Enten dann hinter ihr hermarschierten, als das Futter alle war 😀
      Liebe Grüße und auch für Dich noch einen netten Tag

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  5. kowkla123 sagt:

    mit deinen Texten bringst du einen zum Nachdenken, habe unsere Enten am Wasser der Müritz schon oft gefüttert, nun bin ich am Überlegen, ob ich es noch tue, eine gute Woche, KLaus

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    • Silberdistel sagt:

      Im Winter, wenn alles zugefroren ist, ist das sicher keine Frage mit dem Füttern, obwohl sich die Wasservögel dann ohnehin an noch offene Gewässer zurückziehen, wo auch wieder ausreichend Futter da ist. Im Sommer finden sie wirklich überall etwas zu fressen. Da schadet man dann mit zu vielem Füttern eher den Gewässern als dass man den Vögeln etwas Gutes tut. Sicher schadet es nicht, wenn ab und zu einmal etwas gefüttert wird, aber da denkt dann auch jeder, er gibt nicht viel und so ist es insgesamt dann doch wieder eine ganze Menge. Ich füttere nicht, auch wenn ich manchmal glatt in Versuchung kommen könnte, weil es doch irgendwie lustig ist, wie begeistert sich die Vögel um jeden Brocken bemühen. Wenn ich aber gar nicht erst etwas mitnehme, kann ich auch nicht füttern.
      Auch Dir eine schöne Woche, lieber Klaus

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  6. Frau Hummel sagt:

    Ich beobachte solche Raubtierfütterungen auch sehr gern. Enten sind sooo süße possierliche Viecher, ich bin immer ganz fasziniert von ihnen. Das sind ja beeindruckende Scharen, die sich dort versammelt haben. Es wundert mich, dass die Industrie noch kein spezielles Wildentenfutter entwickelt und verkauft hat, ist sicher noch eine Lücke, die man schließen könnte. Ich hörte mal irgendwann den Spruch: Kuchen und Brot, sind des Vogels Tod. Deine Möwen sind aber auch so was von fotogen…

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    • Silberdistel sagt:

      Von dieser riesigen Entenschar war ich aber auch begeistert. Das war der reinste Kampf um den besten Platz am Buffet und den besten Futterbrocken. Ich hab mich köstlich amüsiert über das Federvolk und auch über die edle Futterspenderin. Sie hatte aber auch viel Spaß dabei.
      Stimmt, seltsam, dass die Industrie diese scheinbare Marktlücke noch nicht entdeckt hat. Aber vielleicht gibt es das alles, nur, wir wissen es nicht. Kann man nicht in Zoos auch immer Futter kaufen?
      Ja, Möwen sind überhaupt fotogen. Ich glaube, sie wissen das auch und stellen sich extra in Positur oder machen Schaufliegen 😉

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  7. Christina sagt:

    Wunderbar schnittige Flugbilder hast du da festgehalten – Möwen sind so unglaublich wendig. Sie scheinen sich aber auch wirklich im ganzen Land ihr ‚Brot‘ zu verdienen. Manchmal sieht man hier bei uns (in Ostwestfalen) soviele Möwen den Krähen auf den Äckern Konkurrenz machen, dass ich mich frage, ob nicht die Mehrheit inzwischen im Binnenland lebt…

    Liebe Grüße von Christina

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    • Silberdistel sagt:

      Die Möwen sind wohl wirklich überall. Sie lieben ja auch unendlich Müllkippen. So betrachtet verdienen sie sich ihre Brötchen wirklich überall – weiße Krähen halt 😉
      Die Möwen während ihres Fluges im Bild zu behalten, das ist gar nicht so einfach. Da muss ich noch viel üben, aber ich arbeite dran 😉
      Liebe Grüße zurück zu dir

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